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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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23. Juli 2009
Klimawandel auf UC Davis TV
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 15
Der treue Primaklima Leser Krishna Gans brachte mich in einem seiner Kommentare auf die Spur der riesigen Video Sammlung der University of California in Davis, in der Nähe von Sacramento. Insbesondere haben sie hier eine riesige Liste (respektive hier) von Beiträgen zum Klimawandel, von Physik und Atmosphären-Chemie (Paul Crutzen) bis hin zu ökonomischen Fragen. Hier ein paar Highlights, die ich mir schon angeschaut habe. Aber es lohnt sich die volle Liste durchzublättern.
Jeff Sieveringhaus zu Eiskernen.
Autor: Georg Hoffmann· 23.07.09 · 12:18 Uhr· 15 Kommentare
18. Juli 2009
Wird das Jahr 2009 das wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichungen?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 16
Ich denke eher nicht, aber es könnte relativ knapp werden. Das ist meine Kurzantwort auf die Titelfrage.
Seit dem Jahr 2000 und insbesondere dem Super El Niño 1998 sind die kontinentalen Temperaturen, insbesondere der Nordhemisphäre, auf einem sehr hohen Niveau geblieben und steigen weiter an. Der globale Temperaturanstieg aber blieb moderat (GISS) oder fast Null (HadCRU). Die bekannten leichten Unterschiede in der Berechnung der globalen Mitteltemperatur zwischen GISS und HadCRU führte dazu, dass etwa Phil Jones und das HadCRU nachwievor 1998 als wärmstes Jahr führen, während das GISS das global wärmste Jahr 2005 sieht. Was jeweils für den nächsten globalen Rekordbrecher fehlte, waren im wesentlichen hohe Temperaturen in den Tropen.
Seit mittlerweile einigen Wochen stehen fast alle Modelle und nun auch alle beobachteten Indikatoren auf "El Niño". Diese gröszte natürliche Klimaschwankung variiert zwischen Warmbedingungen (Niño) und Kaltbedingungen (Niña) auf einer typischen Zeitskala von 3-5 Jahren. Bild 1 zeigt die aktuellen Temperaturbedingungen im tropischen Pazifik, die recht eng an den Äquator angeschmiegten Temperaturanomalien gehen momentan bis etwas über +1°C.

Bild 1: Temperaturanomalien im tropischen Pazifik zu Beginn des Monats Juli.
Autor: Georg Hoffmann· 18.07.09 · 15:15 Uhr· 16 Kommentare
17. Juli 2009
Gravity - son of a bitch
Kategorie: Technik · Kommentare: 6
Der Mensch ist böse. Das folgende Video zeigt das tragische Ende eines Traums, des Traums gegen die Gravitation mit einem lächerlichen Kostüm ankämpfen zu können. Das Video endet, empfindliche Gemüter seien gewarnt, mit dem Tod eines Österreich-stämmigen Pariser Damenschneiders, der aus unklaren Gründen der festen Meinung war, viele flatternde Kleider sein sicher genug, um zu fliegen. Ich gebe zu, meine erste Reaktion angesichts dieser Bilder war, mir den zum Lachen bereiten Mund zuzuhalten. Wie kann ein Mensch nur so dämlich sein?

Bild: Françcois Reichelt mit seinem Fallschirm Kostum. Viele fehlgeschlagene Versuche in seinem heimischen Hof mit Sprüngen aus zehn Metern Höhe in einen Strohhaufen brachten ihn nicht von seinem Versuch, vom Eifelturm zu springen. Ohne Stroh.
Nach monatelangen Testflügen mit speziellen Puppen, die er in das gleiche Fledermauskostüm gezwängt hat und die allesamt fehlschlugen, fühlte Monsieur François (Franz) Reichelt sich hinreichend gerüstet den Sprung aus der ersten Etage des Eiffelturms zu wagen. Der Film ist in seiner Weise rührend (François' Schwarz-weiss-stummes Posieren), schrecklich (sein Fall mit hochwirbelnden Staub nach dem Aufschlag) und zynisch (die nicht sonderlich erschütterte Masse und die Ausmessung des Aufschlaglochs im Sand des Marsfeldes. Was sind wir doch für eine seltame Spezies?
Die Obduktion ergab, dass Francois vor dem Aufschlag an Herzstillstand gestorben sei.
via Liberation.
Autor: Georg Hoffmann· 17.07.09 · 17:48 Uhr· 6 Kommentare
Grönland schmilzt - Ein Update
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Gerade gehen wieder viele Meldungen zu aktuellen Entwicklungen in Grönland durch die Medienlandschaft. Ich versuche einen kleinen Update. Wer noch gute Links zu diesem Thema hat, bitte schicken. Solche Link Sammlungen sind ja manchmal sehr hilfreich.
Das arktische Meereis liegt auch dieses Jahr gut im Rennen, sich zumindest auf Rufweite den letzten beiden Rekordjahren zu nähern.
Der japanische Satellit IARC-JAXA
Das NSIDC hatte Probleme mit den Satelliten-Sensoren (meldet Nils Simon). Jetzt kann man aber wieder den aktuellen Stand abrufen.
Peterman Gletscher
Der Petermann Gletscher ist der gröszte aufschwimmende Gletscher der Nordhemisphäre. Anscheinend wird in Kürze ein Stück von der Grözse Manhattans abbrechen. Obwohl der Gletscher aufschwimmt, haben solche Ereignisse einen recht direkten EInfluss auf den Meeresspiegel-Anstieg. Die groszen Eisschilde in der Antarktis und in Grönland schieben nämlich direkt in diese Gletscher frisches Eis nach und streben ein erneutes Gleichgewicht an.
Informationen zu den beiden gröszten und best-beobachteten Gletschern Grönlands
Aktuelles Video auf dem Discovery Channel. Einfach Bild Ancklicken:
Mark Serreze, vor kurzem zum Direktor des NSIDC ernannt, erläutert aktuelle Entwicklungen am Peterman Gletscher. Bild Anklicken.
Autor: Georg Hoffmann· 17.07.09 · 11:30 Uhr· 8 Kommentare
16. Juli 2009
Zahlenmystik, Quantenphysik und schmutzige Tücher
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Florian schrieb hier ueber die Titius Bode Reihe, einer einfachen Formel mit der die beiden Astronomen Johann Daniel Titius und Johann Elert Bode die Verteilung der Planeten in unserem Sonnensystem beschreiben wollten. Am Ende scheint es nicht so recht zu klappen (insbesondere als die später entdeckten Planeten Neptun und Pluto hinzugefügt wurden). Florian resumiert abwinkend:
"Das Gesetz des Titius war also nur eine zufällig passende "Formel", hinter der keine echten physikalischen Gesetzmäßigkeiten standen. ...Am Ende war es aber dann doch nicht mehr als eine nette Zahlenspielerei."

Bild 1: Die sogenannte Balmer-Serie des Wasserstoffs. Elektronenübergänge im Wasserstoff emittieren sichtbares Licht, undzwar an distinkten Linien die damals (zu Zeit Angströms, Bunsens und Kirchhoffs) nur sehr ungefähr vermessen werden konnten. Die angegeben Wellenzahlen über dem Spektrum entsprechende der damaligen Genauigkeit.
Autor: Georg Hoffmann· 16.07.09 · 12:17 Uhr· 8 Kommentare
13. Juli 2009
Die "Freie Welt" nimmt sich des Klimas an.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 113
Die freie Welt ist eine Internet-Zeitschrift, die politisch der FDP nahesteht, "liberal" als Lieblingsadjektiv 2009 gewählt hat (genau wie 2008, 2007 etc.) und für marktwirtschaftliche Lösungen wirtschaftlicher,umweltpolitischer, sozialpolitischer, ach einfach aller Probleme wirbt. Sie erinnert mich im Layout ein wenig ans Handelsblatt (ein blasses orange) und das ist auch fast alles, was ich dazu sagen kann. Alles ist sicher ganz ehrenhaft und von meiner Seite gibt's nichts zu monieren. Die Freie Welt wird unterhalten vom Institut für Strategische Studien (ISS), Berlin, und wie das sich nun finanziert, habe ich durch oberflächliches googeln nicht mehr herausbekommen können. Das ISS ist wohl das, was man einen Think Tank (Gedankenpanzer, hoehoe), nennt und auch daran ist nicht das geringste auszusetzten. Die Sache ist mit Sicherheit professionell aufgezogen und die Webseite schmückt das Gesicht des einen oder anderen MDBs.
Autor: Georg Hoffmann· 13.07.09 · 12:58 Uhr· 113 Kommentare
11. Juli 2009
Gott und Scienceblogs
Kategorie: Politik · Kommentare: 112
Es gab hier auf den scienceblogs, insbesondere auch hinter den Kulissen, eine recht animierte Diskussion zum Thema Weltanschauung, Wissenschaft und letztlich Gott. Ich möchte aus meiner Sicht nur rein paar Punkte klarstellen. Der Text beschreibt wie ich das Projekt Scienceblogs sehe und ich weiss nicht, ob diese Meinung von den anderen Autoren oder den Betreibern geteilt wird.

Soziologisch betrachtet eine Peergroup: Richard Dawkins und Papst Benedikt XVI
1) Scienceblogs Autoren beschäftigen sich in der Mehrzahl mit Naturwissenschaft, einige auch (vielleicht ein bisschen zu wenige) mit Geistes- und Sozialwissenschaften. Man könnte in diesem Rahmen Religion/Weltanschauungen aus vielerlei Blickwinkeln betrachten, das ist bisher hier leider nicht geschehen. Es sei also nochmal an das Offensichtliche erinnert, eine Aussage zu "Gott oder nicht" kann keine dieser Wissenschaften treffen und scienceblogs selbstverständlich auch nicht.
2) Naturwissenschaftler sind wahrscheinlich in ihrer Mehrheit Atheisten und inwieweit das mit ihrer evidenz-basierten Arbeit zu tun hat, ist sicher ein interessantes Thema. Ich persönlich glaube nicht, dass es, entgegen dem, was die meisten Wissenschaftler glauben, besonders viel damit zu tun. Wir leben in einer sich differenzierenden Gesellschaft mit (ausser den materiellen) verflachenden Hierarchien, da hat Religion und Gott, immer schlechte Karten, ob nun DNA einerseits oder Relativitätstheorie andererseits. Eine Umfrage in irgendeiner anderen sozialen Gruppe mit ähnlichem soziologischem Profil (hoher Ausbildungsstand, meist staatliche Festanstellung, meist männlich, meist gesicherte Altersversorgung, etc. etc.) kommt wahrscheinlich zu einem ähnlichen Anteil an Atheisten.
3) In dem Moment, in dem Atheisten sich als solche deklarieren, überzeugen wollen, organisieren, begeben sie sich auf den Markt der Weltanschauungen. Sie sind dort Gleiche unter Gleichen und, ob sie nun dort als Naturwissenschaftler auftreten oder nicht, konkurrieren dort mit dem Papst oder dem Dalai Lama. All diese alten Religionen/Weltanschauungen haben den Atheisten meistens zumindest eine Sache vorraus, nämlich die Erkenntnis, dass es zu nichts führt, die eigene Superiorität (die, machen wir uns nichts vor, jede dieser Religionen wahrscheinlich irgendwo für sich vermutet) allzu laut vor sich herzutröten. Scienceblogs in seiner Gesamtheit hat ohnehin (siehe Punkt 1) nicht wirklich etwas zum Thema Gott (und wenn ja welcher) oder nicht beizutragen. Es verhält sich, wie heisst es doch so schön: "weltanschaulich neutral".
4) Scienceblogs besteht aus den Blogs einzelner Wissenschaftler, die in keiner Weise politisch, weltanschaulich oder sonstwie assoziiert oder kordiniert sind. Selbst wenn der eine oder andere seine Sicht der Welt hier etwas lauter vertreten mag, handelt es sich um Privatmeinungen. Ich persönlich würde mich hier zurückziehen, wenn die Werbung für Weltanschauungen auf Scienceblogs in den Vordergrund gegenüber den wissenschaftlichen Themen treten würde. Das ist aber bislang nicht der Fall und auch gut so.
Autor: Georg Hoffmann· 11.07.09 · 09:47 Uhr· 112 Kommentare
03. Juli 2009
Allianz und WWF verfassen eine Zwischenbilanz zum Kyoto-protokoll
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 11
Bekam ich doch tatsächlich Post von der Allianz Versicherung, und zwar von einer Mitarbeiterin mit dem grossartigen Namen Miki Yokoyama. Frau (ich habe nachgegoogelt und a priori handelt es sich um eine) Yokoyama sandte mir einige Informationen mit Bildern zu, die die Allianz-Versicherung zusammen mit dem WWF erstellt hatte. Dabei stand dann noch, dass alles frei zur Veröffentlichung zur Verfügung stünde. Na, Georg willste nicht?
Ich bin ja ein sehr serviler Typ und habe mir die schönsten Graphiken herausgesucht, um Sie wie gewünscht, hier zu zeigen. Es geht der Allianz aus Allianz und WWF um eine Bilanzierung, wo jeder der G8 Staaten (und ein paar Schwellenländer) bei den CO2 Flüssen, erneuerbaren Energien, in ihrem Bemühen das Kyoto Protokoll zu erfüllen, etc. denn so stünde. Deutschland ist natürlich Weltmeister aller Klassen (Vivat, Vivat). Ich kann den Wahrheitsgehalt der verwandten Informationen nicht nachprüfen, habe aber keinerlei Anlass daran zu zweifeln. Der Begleittext ist mit einer langen Referenzliste versehen. Und wenn man was bei Versicherungen gut kann, dann sind es sicher für sich sprechende Grafiken. So sei es also. Hier meine Allianz Lieblingsdiagramme. Ein erläuternder Text findet sich hier, die Pressemitteilung hier, ein Video zum Ganzen hier.

Autor: Georg Hoffmann· 03.07.09 · 00:14 Uhr· 11 Kommentare
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