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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv Mai 2009

26. Mai 2009

Die Mär vom rasend schnellen Meereiswachsen und dem, was die Modelle vorhersagen - Teil I

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 27

Das Meiste, was man vermeintlich wissenschaftlich-kritisches zum Klimawandel, seinen Ursachen und seinen Prognosen lesen kann, sind rein erfundene sogenannte Strohmann-Argumente. Ein Strohmann ist ein "Argument", welches in einer Diskussion angeblich von der Gegenseite so geäussert wurde oder "offensichtlich" aus der Logik der gegnerischen Argumentationsweise folgt, so aber in Wahrheit weder behauptet wurde, noch aus irgendetwas wirklich folgt.

strawman2.jpg

Bild 1: Der Strohmann, des Klimaskeptikers liebstes Argument.

Dieser Strohmann wird dann zerlegt und mit ihm natürlich das ganze Argumentationsgebäude der Gegenseite. Strohmänner sind heimtückisch denn, erstens, stimmt ja die eigentliche Widerlegung des Strohmanns und zweitens ist gerade in technisch komplizierten Diskussionen den meisten nicht klar, was denn nun die eine oder andere Seite "immer schon" gesagt hat, schlicht weil man natürlich nicht in jedem strittigen Thema zu 100% auf dem Laufenden ist. Deshalb "funktionieren" Strohmann Argumente auch ziemlich gut am grossen Stammtisch des Lebens, während man sich bei Experten meist nur lächerlich macht.

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Autor: Georg Hoffmann· 26.05.09 · 22:02 Uhr· 27 Kommentare

18. Mai 2009

32.000 führende Wissenschaftler gegen den Klimakonsens - oder auch nicht.

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 40

In dem Paralleluniversum in dem Klimaskeptiker ihre Art von Wissenschaft betreiben, ist ja das gesamte Spektrum der Kleinkriminalität zu finden, von der kleinen Unwahrheit bis zur nicht mehr so kleinen Fälschung. Peter Sinclair hat hier auf Youtube ein paar Videos erstellt, die dem jeweiligen "Climate Denial Crock of the Week" gewidmet sind. Die meisten sehr unterhaltsam, vor allem die penetrant bohrende Art und Weise mit der Peter ins Skeptiker Unterholz rauscht.
Hier mein Lieblingsvideo zu einer der unzähligen Unterschriftenlisten, die in unterschiedlichen Varianten von den Skeptikern gegen den wissenschaftlichen Konsensus, gegen die Existenz von Thermometern, gegen das Energiesparen, und gegen die Umweltbewegung im Allgemeinen zusammengestellt werden. Dieses Listen-Erstellen soll wohl ihrem Argument Gewicht geben: Millionen von Wissenschaftlern können nicht irren (es sei denn, es sind Klimawissenschaftler). Aber sind es den wirklich Millionen? Und sind es eigentlich Wissenschaftler? Peter hat nachgebohrt. Have fun.

crockoftheweek.jpg

Bild einfach anklicken, um zum Video auf Youtube weitergeleitet zu werden.


Autor: Georg Hoffmann· 18.05.09 · 13:25 Uhr· 40 Kommentare

17. Mai 2009

Wolfram Alpha: Sorry, no Earth Sciences.

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 11

Ich mag Stephen Wolfram. Ein Grosskotz, der seinesgleichen sucht und der mit Sicherheit Oscar Wildes Urteil über die Bescheidenheit teilt: Bescheidenheit ist die letzte Raffinesse der Eitelkeit. Er ist also ganz uneitel unbescheiden und so lesen sich ja auch die Ankündigungen zum neuen Suchalgorithmus, hmmm, Datenbank, hmmm, von semantisch-künstlicher Intelligenz durchdrungener Alleswissensapparat ALPHA.
Scienceblogs hat sich einige Aspekte angeschaut, ich mach's kurz, die Geowissenschaften/Klimatologie/Paleo-wissenschaften sind praktisch nicht vorhanden. Hier nur ein paar Fragen an ALPHA, auf die es keine Antwort gab.

What is the greenhouse effect?

What is the Methane concentration on Earth?

What ist the CO2 concentration on Venus?

What are the infrared absorption lines of CO2?

When was the Eoscene?

Precessional Insolation over the last Million Years?


Ich hab's dann mal sein lassen. Obwohl es also keine Geo-wissenschaften in den Datenbanken von ALPHA zu geben scheint, finde ich die Idee von ALPHA sicher interessant und vor allem das Layout irgendwie Mathematica-mässig schön. Auf die Dauer sicher zu wenig, aber ich hab die Seite trotzdem mal ge-bookmarked. Schliesslich soll es ja nach eigenen Angaben hier nur um die Version 0.0 handeln, da ist noch viel
Spiel nach oben hin zu weiteren Verbesserungen.


Autor: Georg Hoffmann· 17.05.09 · 18:49 Uhr· 11 Kommentare

14. Mai 2009

Januar 09 gegen April 09 -> 0:1

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 27

Es gab 2009 ja diesen Titanen-Kampf an der Wetterfront in Deutschland: Januar gegen April. Der Januar war ja angeblich in seiner Arktiskeit kaum zu übertreffen und Primaklima berichtete bereits. Tatsächlich war der Winter 08/09 kalt, aber das eben nur im Vergleich zu den jüngsten "Nicht-Wintern". Im Vergleich zu den Wintern des 20ten Jahrhunderts war er ziemlich normal und gerade einen Hauch kälter als die Winter-Klimatologie von 1960-1990. Hier in Bild 1 und 2 kann man das nochmals bestätigt sehen.

JanApr09_Page_1.jpg
Bild 1: Wo lag der kalte Januar 2009 im Vergleich zu den Januaren der vergangenen 120 Jahre. Eine Auswahl von insgesamt 7 Messstationen gibt Auskunft. (Fortsetzung Bild 2).

Der Januar, der Monat mit den kältesten Anomalien in diesem Winter, liegt irgendwo im leicht kühlen Mittelfeld des 20ten Jahrhunderts an 7 Langzeitstationen in und um Deutschland herum.

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Autor: Georg Hoffmann· 14.05.09 · 01:16 Uhr· 27 Kommentare

13. Mai 2009

Carbon Trading at its Best

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 3

Die Verhandlungen um das Kyoto Folgeprotokoll nehmen langsam an Fahrt auf. Jeder sucht schon mal nach Argumenten, die ihn davor bewahren mögen, allzu sehr in neue Technologien, Energiesparmassnahmen und ähnlich unnötigen Schnickschnack investieren zu müssen. Der Wunsch, mit sowas kein Geld zu verplempern, ist höchst verständlich, schliesslich wird jede finanzielle Ressource zur Rettung der Wallstreet dringend benötigt und auch ein neuer Flugzeugträger mag dem einen oder anderen weit zukunftsorienter erscheinen, als so eine langweilige solare Warmwasserbereitung.
Jetzt hat es aber doch einer bei der beginnenden Suche nach Verhandlungspositionen zu weit getrieben. Der indonesische Fischereiminister Freddy Numberi sagte bei der World Ocean Conference, dass er gerne hätte, dass in die Verhandlungen auch die nationale CO2 -Ozeansenken miteingehen.

Indonesia wants the world' oceans to be recognize as carbon storage like rainforests. Countries with large sea territories, like Indonesia, could improve their carbon footprint and receive international funding for protecting the oceans.
Keine schlechte Idee, gerade für ein Land mit 10.000 kleinen Inseln. Noch besser sogar, für die Erdölproduzenten auf der arabischen Halbinsel. Mögen sie auch das eine oder andere Fässchen Petroleum aufmachen, vor ihren Küsten liegt eines der grössten Upwelling Gebiete des globalen Ozeans mit einer riesigen jährlichen Bioproduktion. Kuwait und Jemen würden Ruckzuck zur grössten CO2 Senke der Welt.
Der Vorschlag Indonesiens, es müsse CO2 Kredite dafür erhalten, diese ihre Gewässer nicht so zu verschmutzen, dass keine CO2 Aufnahme mehr möglich wäre, führte bei Wissenschaftlern aber eher zu einem Zynismus-Anfall. Tony Haymet vom Scripps Institution of Oceanography meinte nur trocken:
"To get credit for preserving the ocean or avoiding deforestation is like getting credit for not beating your wife," :
DPA.

h/t Martin Heimann


Autor: Georg Hoffmann· 13.05.09 · 10:17 Uhr· 3 Kommentare

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