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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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26. April 2009
Der Winter 08/09 und wie er ein für alle Mal die Klimaerwärmung stoppte
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 43
Der Winter 2008/09 war anscheinend der gefühlt kälteste seit die Spezies Homo ein Sensorium für Temperaturen entwickelt hat. So jedenfalls die üblichen Klimaskeptikergesänge: Es war im letzten Winter so kalt, dass die Vögel gefroren ins Wasser fielen, (falls sie denn überhaupt noch fliegen konnten vor lauter Verhungern), dass sich Extremkälte an Extremkälte reihte, die Kanäle über geschätzt 50.000 km zugefroren waren, die Eisschilde sich unbarmherzig in den Mittelmeerraum schoben und, was auch immer möglicherweise an Erwärmung jemals dagewesen war, vom Väterchen Frost unbarmherzig ausgelöscht wurde. Soweit die Sicht aus der widewidewie-sie-mir-gefällt-Ecke des Klimaskeptikertums.

Bild 1: Verteilung der globalen Winter (DJF) Temperaturen nach GISS Datensatz, normiert auf die Zeit 50-80, und der Winter 2008/09.
Autor: Georg Hoffmann· 26.04.09 · 18:20 Uhr· 43 Kommentare
24. April 2009
Ganz echt, jetzt hält die Klimaerwärmung aber wirklich wirklich an
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 282
Dauerthema im Internet, Nicht-Thema in der Wissenschaft? Die seit angeblich 1998 ein für alle mal zum Halten gekommene Erwärmung ist in der Tat kaum ein Thema auf internationalen Konferenzen und in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die ach so häufig zu lesende angebliche Widerlegung (unter anderem hier von einem Klimawissenschaftler (?) der sicher darüber sehr unglücklichen University of Alaska, Fairbanks, oder auch hier vom einstmals blitzgescheiten Richard Lindzen) jeden möglichen Einfluss des Menschen auf das Klima: Seit 1998 (je nach Geschmack darf man da auch leicht andere Jahreszahlen einsetzen) habe die Erwärmung nun aber ein für alle mal ein Ende gefunden.

Bild 1: Zeitintervalle mit keiner Erwärmung oder gar leichter Abkühlung sind leicht zu finden im bisherigen Verlauf der Klimaerwärmung (Graphik von dotearth aus E/W GRL 2009).
Autor: Georg Hoffmann· 24.04.09 · 09:40 Uhr· 282 Kommentare
17. April 2009
Ein April-Scherz wird zum Welterfolg
Kategorie: Politik · Kommentare: 29
Ich hatte meinen April-Scherz 2009 in den Kommentaren dort ja bereits als solchen geoutet. Nein, Claude Allegre wird nicht französischer Umweltminister und er wird auch nicht als solcher gehandelt. Es gibt auch keinen "Wandel" in der französischen Klimapolitik. Dieser Joke hatte jetzt ein Nachspiel, von dem ich mich nur langsam und mit Mühe erhole. Die Tränen stehen mir immer noch in den Augen.

Nicht nur Pippi macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Auch Marc und Benny.
Müsste ich eine Humorkritik im Stile der Titanic zum Primaklima Aprilscherz 2009 schreiben käme auf die Negativseite, dass man in Deutschland (in Frankreich ist Allègre bekannt wie ein bunter Hund. Seine Kollegen am Institut de Physique de Globe, IPG, sehen ihn sicher häufiger in Talkshows als in Persona) viel zu viel erklären muss, bis es zur eigentlichen Pointe kommt. Ganz schlecht! Auf der positiven Seite möchte ich aber vermerken, dass ich versucht habe sehr seriös rüberzukommen und vor allem, den Skeptikern, die Wünsche von den Augen abzulesen (Umschwung der Politik , einer der Ihren wird irgendwas, zB Minister, Anerkennung für die klimaskeptische Sache, die bösen Klimaforscher sehen ihre Felle davonschwimmen, etc. etc.).
Nun, dieser letzte Punkt hat nun offenbar gewirkt. Benny Peiser ist ein britischer Politikwissenschaftler mit klimaskeptischen Ideen, der einen Teil seiner Ausbildung in Deutschland absolvierte. Er hat wahrscheinlich mein Post zum Thema gelesen, aber nicht ganz bis zum Ende der Kommentare. Hocherfreut über die Nachricht von Allegres Inthronisation hat er die April-Ente wohl an Marc Morano weitergereicht. Beide, wie der Text unten belegt, haben wohl vermutet, dass die Sache etwas fishy ist, aber der Braten roch einfach zu herrlich für die beiden. Es muss doch wahr sein! Herr, lass ein Wunder geschehen!
Morano ist/war (?) Assitent des klimaskeptischen republikanischen Senators Inhofe und betreibt eine Webseite mit Namen "climatdepot", welchen den üblichen klimaskeptischen Senf zur Wissenschaft erzählt und vor allem auch kräftig Polemik und Politik betreibt.
Ja und was finden wir da unter einem schönen Eifelturmbildchen:
Germany's "ScienceBlogs" reported that the consideration of Allegre "is probably linked to a general shift in French climate policy." "ScienceBlogs" continued, "Some of my colleagues fear this may also have an influence on the part of the budget which deals with the funding of climate research."
Dr. Benny Peiser, the editor of the climate policy network CCNet, stressed that the possibility of Allegre becoming the French environmental minister is "no April's fool joke." (referring to date of "ScienceBlog's report) Peiser noted that an April 16 article in Paris Match noted how Allegre has been making pro-Sarkozy statements."
Was soll ich sagen?
Ich mach mir die Welt, widewidewie sie mir gefällt.
Benny, Marc, guys, you made my day!
Autor: Georg Hoffmann· 17.04.09 · 12:51 Uhr· 29 Kommentare
15. April 2009
Harald Lesch zum Kohlendioxid
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 16
So, bin wieder aus dem Urlaub zurück und gibt's zuerstmal einen kleinen Appetizer. Heute abend im ZDF berichtet Abenteuer Forschung mit Harald Lesch zum Thema Treibhauseffekt und CO2. Beim Anklicken des Bildes kann man eine Vorschau anschauen. Wenn ich es schaffe, die Sendung von hier in Frankreich aus anzusehen, dann gibt es morgen eine kurze Fernsehkritik dazu. Bei Lesch macht man aber meistens nichts verkehrt und so empfehle ich die Sendng schon mal im Vorhinein.

Bild einfach ancklicken, um den ZDF Trailer mit Harald Lesch zu sehen.
PS Ich hab den Beitrag auf der ZDF Seite gleich anschauen können (siehe hier). Es gibt gross nichts zu bekriteln. Das Format einer 30minuten Sendung laesst ja auch keine arg in die Tiefe gehenden Erörterungen zu. Manches, was in der Erdgeschichte mit dem CO2 passiert ist, ist sicher noch sehr umstritten. Das Scenario, das in der Sendung vorgestellt wurde, mit einem Megaeinschlag eines Miniplaneten und dem somit erfolgenden Abgeben von grossen Mengen CO2 ist nicht das einzige. Ein Auswaschen des CO2 im Erdfrühzeitalter durch die ersten Regenfälle der jungen Erde über 40.000 Jahre (wer hat das wohl datiert?) hin, mag plausibel sein, aber ich hätte mir da vielleicht manchmal so einleitende Sätze gewünscht wie: "Es gibt eine Idee, derzufolge ...".
Ferner stellt Lesch am Ende ein paar überraschende CO2 Einspaarungsideen vor und wirbt ein bisschen für solche "Low Cost" und "low Tech" Lösungen (wie etwa das Auswählen bestimmter Kulturpflanzen, die mittels Phytoliten eine bessere CO2 Bindung ermöglichen, oder das Einbringen von Holzkohle in Tropenböden, um diese deutlich fruchtbarer zu machen). Solche Massnahmen sollen letztlich dazu dienen CO2 aus der Atmosphäre in relativ langfristige organische Speicher zu binden. Ohne jetzt besonders drüber nachgedacht zu haben oder gross davon Ahnung zu haben, sind solche Ideen sicher erprobenswert und klingen auch sicher deutlich sympathischer als die massive Bomadierung der oberen Troposphäre mit Sulfataerosolen, jedoch gilt für diese wie jede andere Idee, dass sie erstens alleine nicht ausreichen um den rapiden CO2 Anstieg der letzten Jahre zu stoppen und zweitens, dass auch bei diesen "soften" Bio-lösungen sooo klar nicht ist, ob es nicht doch irgendwelchen fiesen Nebenwirkungen gibt.
So oder so, eine ordentliche Sendung zum Thema, keine Katastrophenstimmung, stattdessen ein paar originelle und konstruktive Vorschläge. Der Rest ist, wie immer bei Lesch, solide Wissenschaft. Sein Abschlusssatz ist natürlich knackig und richtig:
Man muss versuchen, das Unbeherrschbare zu vermeiden und das Unvermeidbare zu beherrschen.
Autor: Georg Hoffmann· 15.04.09 · 15:04 Uhr· 16 Kommentare
01. April 2009
Claude Allegres befürchtete Rückkehr in die Politik.
Kategorie: Politik · Kommentare: 47
Die Gerüchte gingen bereits vorher hier in Frankreich herum und scheinen sich jetzt zu bestätigen. Claude Allegre, einst sozialistischer Forschungsminister und hard-boiled climate sceptic, ist auf den Weg zurück, diesmal in die konservative Regierung unter Francois Fillon. Allegre hat mehrere klimakritische Texte herausgegeben, die teilweise am Rande der Lächerlichkeit herschrammend ein Sammelsurium aus im Netz zusammengegoogelten Texten darstellen. Ich hatte bereits einmal einen nur so vor Fehlern überlaufenden Text von Ihm korrigieren müssen. In einer vor kurzen stattfindenden Fernsehshow bezeichnete er gar meinen Chef und offiziellen französischen IPCC Abgesandten, Jean Jouzel, gar als "tricheur" ("Betrüger").

Bild 1: Claude Allegre war unter Lionel Jospin Forschungsminister und musste nach heftigen Protesten in der Lehrerschaft.
Seine Kontakte zu Sarkozy intensivierten sich wohl in der letzten Zeit und heute ging ein Fax an alle Institute des IPSL (eine Gruppe von in Paris gelegenen Labors, die zu Klimafragen arbeiten), dass Allègre im Laufe dieser Woche als Nachfolger des französischen Umweltminister, Jean Luis Borloo, eingesetzt wird. Borloo hatte sich in der Klimadebatte immer wieder für eine weitsichtige Energiepolitik gekennzeichnet durch eine Forderung nach starken Emissionsauflagen hervorgetan. Er hatte intensiv mit uns und insbesondere Jean Jouzel zusammengearbeitet.
Autor: Georg Hoffmann· 01.04.09 · 12:23 Uhr· 47 Kommentare
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