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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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20.09.08 · 10:52 Uhr
Wie gut ist das Temperatur Ranking eigentlich?
Kategorie: Naturwissenschaften
Oft liest man in Pressemitteilungen der verschiedenen Wetterdienste oder in Zeitungsartikeln vom x-wärmsten Sommer oder n-wärmsten Jahr. Wie sicher sind eigentlich solche Aussagen? So war z.B das Jahr 1998 das wärmste je gemessene Jahr gemäss der Daten der Climate Research Unit in Norwich, welches aber nur als zweit-wärmstes gemäss GISS/NASA Datensatz abschnitt. Deren Sieger war nämlich das Jahr 2005.
Eine Art rauszufinden, wie robust solche Aussagen eigentlich sind, ist das Ranking der verschiedenen Datensätze miteinander zu vergleichen. Ich habe also mal die Zeitspanne 1880-2007 nach den globalen Temperaturen geordnet und jeweils nachgeschaut wo sich das entsprechende Jahr im anderen Datensatz befindet. Der Gewinner im HadCRU Datensatz (1998) befindet sich beim GISS nur an zweiter Stelle. Die Differenz beträgt also eine Stelle im Ranking. So kann man das jetzt für jeden Platz im Ranking machen (vom kältesten Jahr 1 zum wärmsten Jahr 128) und erhält so zumindest eine Idee, wie stabil solche eine Hitliste im Vergleich der beiden existierenden Datensätze eigentlich ist.

Bild 1: Differenz zwischen GISS und CRU Ranking vom kältesten Jahr 1 bis zum wärmsten mit der Nummer 128.
Die Verteilung der Differenzen stellt sich dann ganz interessant heraus. Zuerst einmal ist es nicht überraschend, dass die Übereinstimmung an den Rändern grösser ist als in der Mitte des Rankings. Platz 1-10 sind weitaus klarer definiert als Platz 60-70. Das liegt daran, dass beim langjährigen Mittelwert die Jahre eng beieinander liegen und kleine Unterschiede in der Berechnung bei GISS und bei CRU zu relativ grossen Sprüngen im Ranking führen. Hingegen sind die Extremwerte ziemlich gut definiert.
Ferner scheint es aber auch, dass die kältesten Jahre schlechter definiert sind als die wärmsten (zwischen 1-20 sind die Differenzen weit grösser als zwischen den heissen Extremen zwischen 100-128). Woher kommt diese Asymmetrie? Wahrscheiolich kommt jeder sofort drauf. In der Verteilung von kalt nach warm ist eine Zeitinformation verborgen. Die kältesten Jahre fallen in die Zeit des späten 19ten und frühen 20ten Jahrhundert und natürlich war damals die Datenlage noch weitaus schlechter als heute. Schlechtere Daten bedeuten natürlich eine unsichere Berechnung des globalen Mittels und somit grössere Unterschiede zwischen CRU und GISS.

Bild 2: Das gleiche wie Bild 1, wobei die Differenzen über jeweils 10 Jahre gemittelt wurden.
Ich habe die Differenzen mal in Bild zwei zu Zehnjahresmitteln zusammengefasst. Nimmt man diese Information als Prognosemodell, so kann man sagen, dass, wenn das Jahr 2008 sich in die ersten 20 wärmsten Jahre einordnen wird (und das ist wohl sehr wahrscheinlich), es wahrscheinlich in den beiden Datensätzen auf den gleichen Listenplatz mit einer Unsicherheit von 1-2 Plätzen fallen wird. Eine echte Wahrscheinlichkeitsberechnung sähe aber wohl noch anders aus. So oder so, die Schlussfolgerung lautet, dass das Jahresranking eine relativ robuste Angelegenheit im Vergleich der beiden globalen Datensätze ist.
Autor: Georg Hoffmann· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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