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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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23.05.08 · 16:07 Uhr
Kleine Fernsehvorschau
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Morgen, Samstag den 24/5/08, zeigt Arte einen Bericht über die besondere Reise des Forschungsschiffs Tara, welches nördlich der sibirischen Küste (Laptev See) in den Arktischen Ozean segelte und sich dann vom Seeeis hat umschliessen lassen, um anschliessend die Reise auf dem Eis treibend fortzusetzen. Angetrieben von den Ozeanströmungen führt das Seeeis eine kreisförmige Bewegung aus, welches, je nach den konkreten Strömungsbedingungen, das Eis dem Nordpol annähert und schliesslich über die Framstrasse wieder in den Nord-Atlantik entlässt.

Framstrasse? Genau. Die Meeresenge zwischen Grönland und Spitzbergen ist nach einem anderen Boot benannt, welches einst von Fridtjof Nansen in ähnlicher Weise wie die Tara in die Arktis steuerte. Nansen, zuerst Professor für Zoologie, später Ozeanographie, und noch später Friedensnobelpreisträger für seine humanitären Aktionen im und nach dem ersten Weltkrieg, hatte in seinen jungen Jahren den Entschluss gefasst, als erster Mensch den Nordpol zu erreichen. Die langsam entstehende Nation Norwegen (nach den Napoleonischen Kriegen für 91 Jahre Teil des schwedischen Königsreichs) suchte nach Helden und Identifikationsfiguren.

Nansen war bestens dafür bereit. Er hatte sich überlegt, dass die Arktische Zirkulation ein Objekt, welches auf der Oberfläche des Seeeis schwimmt, sehr nah an den Nordpol driften lassen würde und wollte diese Gratisbeförderung mit einem Boot nutzen, dessen spezielle Konstruktion garantieren sollte, dass es nicht vom Eis zerdrückt, sondern angehoben würde. Als Nansen merkte, dass die Fram begann, sich nach 18 Monaten wieder vom Nordpol wegzubewegen (sie war mittlerweile bis 84° Nord gedriftet) traf er eine der Entscheidung, die in die Polarforschung eingehen sollte. Mit unzureichenden Karten ausgestattet verliess er zusammen mit einem seiner Männer, Hjalmar Johansen, die Fram und machte sich zu Fuss auf den Weg Richtung Pol. Er schaffte es tatsächlich bis auf nur ca 4° an den Nordpol heranzukommen und, wahrscheinlich noch erstaunlicher, überlebte nach einer weiteren Überwinterung auf dem Eis.
Ganz so dramatisch wird es wohl auf der Tara nicht zugegangen sein. Ihre Reise ist Bestandteil des riesigen Arktisforschungsprogramm Damokles. Taras Besatzung hat auf der 18 monatigen Reise Messungen zur Dicke und zum Zustand des Seeeises, zu Problemen der atmospärischen Chimie, zur Energiebilanz des Eises und natürlich klassische meteorologische Messungen durchgeführt, wovon in der Sendung hoffentlich morgen die Rede sein wird.

Ein Unterschied zur Fram Reise kann man aber jetzt schon feststellen. Während die Fram insgesamt drei Jahre und somit ziemlich langsam vom gestapelten schweren Seeeis des 19ten Jahrhunderts getragen wurde, war die Tara nach nur ca 500 Tagen schon wieder zurück im Nordatlantik. Die Experten vermuten, dass das mittlerweile stark ausgedünnte Eis deutlich schneller driftet als zu Nansens Zeiten.
Autor: Georg Hoffmann· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Laptev See???
Ja genau, da ist "unsere" Expedition im Sep. 2005 wegen Eisschollen ins Wasser gefallen. Das Schiff konnte im Hochsommer wegen Eis nicht auslaufen.
http://www.ifm-geomar.de/div/projects/laptev-sea/english/Expeditonen/TDXI/dailynews/20050901.html