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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.

Neues in der Kategorie Umwelt

16. September 2009

Hier irrte der Experte (I)

Kategorie: Expertenserie·Umwelt  ·  Kommentare: 13

Diese ganze Geschichte um Asse und ob der Salzstock jemals für ein Endlager geeignet war, ist schon interessant. Auch die Geschichte um den politischen Druck um Gorleben (und ich frage mich, ob das nicht Geschichte waren, um die sich Wissenschaftsjournalisten hätten kümmern müssen, oder vielleicht auch haben? Das nur am Rande).

Auf jeden Fall habe ich beim Lesen eines empfehlenswerten Artikels zu diesem Thema (also Asse) ein schönes Zitat gefunden, mit dem ich eine gerade so eben spontan beschlossene Serie eröffnen möchte: "Hier irrte der Experte."

Es soll eine lose Folge von Zitaten werden, die offenbaren, dass Experten sich auch mal irren können, was ja bekanntlich menschlich ist. Warum Sie sich irrten, dass kann man ja dann mal in den Kommentaren diskutieren. Dabei werde ich mich nicht für Zitate verbürgen können, ich vertraue da ganz auf die Recherchefähigkeit der Kollegen, in deren Artikel ich die zitierten Zitate fand. Möglicherweise sind die Zitate auch aus irgendwelchen Zusammenhängen gerissen und ganz anders gemeint, wer dafür sachdienliche Hinweise hat, bitte hinweisen.

Damit also zu unserem ersten Beispiel. Zum Thema Endlagerung radioaktiven Mülls gab der Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker 1969 folgende Einschätzung ab:

(...) dass der gesamte Atommüll der Bundesrepublik im Jahr 2000 »in einen Kubus von 20 Meter Seitenlänge« hineinpassen würde. »Wenn man das gut versiegelt und verschließt und in ein Bergwerk steckt, dann wird man hoffen können, dass man damit dieses Problem gelöst hat.« (...)

Gefunden in Atommülllager: Das Lügengrab von Roland Kirbach (zeit.de)

Und mir ist natürlich bewusst, dass ich, sollte ich jemals als Experte für irgendwas betrachtet werden und mich irren, ich mir meine eigene Serie um die Ohren hauen lassen muss, um mich am Ende selbst in die Serie aufzunehmen. Aber wie sagte der Teamchef: "Schauen wir mal, dann sehen wir schon."


Autor: Marcus Anhäuser· 16.09.09 · 09:40 Uhr· 13 Kommentare

02. September 2009

Sollten Firmen für Tiere im Marketing blechen?

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 13

Gute Frage, die NYT-Wissenschaftsreporter Andy Revkin in seinem Blog Dot Earth da aufgreift (eigentlich von seinem Leser Jamie aus Seattle): "Sollte Apple helfen, Leoparden zu schützen?".

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Autor: Marcus Anhäuser· 02.09.09 · 11:04 Uhr· 13 Kommentare

30. August 2009

Locker bleiben trotz Arsen im Bier

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Stellt Euch vor, Ihr freut Euch auf das schöne kühle Blonde am Ende eines heißen Tages. Ihr habt richtig Brand. Das Bier steht vor Euch, Ihr greift zu, setzt zum großen Schluck an und ... "Stopp, tun Sie das nicht", warnt eine aufgeregte, ins Hysterische kippende Stimme. "In diesem Bier ist Arsen". Und wenn die Stimme das Wort Arsen ausspricht, hebt sie extra noch einmal an, um ihm auch das nötige Gewicht zu verleihen.

Ihr haltet kurz inne - dann schließt Ihr die Augen, setzt das Glas an und genießt das kühle Nass, das Schluck für Schluck die Kehle runter rinnt.

Das nenne ich aufgeklärte Biertrinker der Wissensgesellschaft. Locker bleiben trotz Arsen im Allerheiligsten.

bier.jpg

Denn wie wir alle wissen: Nur weil eine Substanz vorhanden ist, stirbt man nicht gleich daran. Die Dosis macht das Gift (Bekannter Spruch der Wissensgesellschaft).

Wie ich drauf komme: Es gibt einen Öko-Test-Test diverser Biermarken (deswegen tauchen momentan in den Bierwerbespots so viele Hinweise auf "sehr gut" auf, schon gemerkt? Aber das ist gar kein Alleinstellungsmerkmal, weil sowieso alle getesteten Biere toll waren. Ich meine wo sind wir. Wenn sie bei uns kein ordentliches Bier machen können, wo dann. Und die kleinen Privatbrauerein sind noch einen Tick besser als die großen Marken).

Auf jeden Fall entdeckte Ökotest in einem Bier Arsen. Dies versetzte den Hersteller in ein leichte Unruhe.

"Die XYZ-Brauerei schickte uns einen Brief und erklärte, wir sollten die gefundenen Arsengehalte bitte "nicht veröffentlichen". Die Angabe "verunsichert den Verbraucher total", so die Geschäftsführerin."


(XYZ von mir eingefügt, Erklärung siehe unten)

Das kann natürlich nur passieren, wenn die Menschen völlig irrational reagieren und eben nicht Teil einer aufgeklärten Wissensgesellschaft sind, in der die Menschen wissen, dass man heutzutage Mengen einer Substanz nachweisen kann, die so winzig sind, dass man schon aus reinem Trotz noch ein Bier drauf trinken solte.

"Hoho, seht her, ich trinke ein Bier mit Arsen ..."

Öko-Test entschied sich deshalb für folgendes Vorgehen:

"Statt Informationen zu unterdrücken, klären wir unsere Leser aber lieber auf und weisen darauf hin, dass die gefundenen Arsenspuren bei einem normalen Bierkonsum als gesundheitlich unbedenklich einzustufen sind."

Jetzt frage ich mich nur: Was genau ist ein normaler Bierkonsum? Heißt das jetzt: "Täglich ein, zwei Glas." oder "Die ganze Woche nichts, dafür dann am Samstagabend einen ordentlich über den Durst."?

Und was ist mit all den jugendlichen Komasäufern? Wobei, die trinken eh kein Bier, sondern nur diese Mix-Getränke plus purem Hochprozentigem. Indes: Da eröffnet sich vielleicht noch eine neue Dimension. Sich mit Alkohol besinnungslos zu saufen, ist nicht besonders mutig. Aber sich mit jeder Flasche dem Arsen-Grenzwert zu nähern, das erfordert Mut. Das wäre doch mal eine Herausforderung.

Wahrscheinlich sind aber die Arsen-Mengen so niedrig, dass derjenige welcher längst vom Hocker direkt ins Koma gefallen ist, bevor der Grenzwert auch nur in Sichtweite gerät.

Fazit: Die Sorge der Geschäftsführerin ist nur bedingt berechtigt (aber weil es eben doch noch ein paar irrationale Genossen gibt, lassen wir den Markennamen unter den Tisch fallen und verlinken nicht auf den Ökotest-Artikel, wir wissen ja, wie hysterisch das Netz reagieren kann).

Für die Anderen, die Aufgeklärten, die Menschen des 21. Jahrhunderts gilt: Locker bleiben. Arsen im Bier? Wir haben echt andere Sorgen ...

Und eigentlich müssten wir mit einer Gegenfrage antworten: "Wie viel?"

Prost.

(... und wenn Öko-Test das Herunterladen noch etwas einfacher gestaltet hätte (ohne Registrierung), dann hätte ich jetzt auch erzählen können, wie niedrig die Arsen-Mengen in besagtem Bier war, und ob es noch andere Biere gab, in denen das Gift aufgespürt wurde.)

Übrigens, was viele oft vergessen: Da ist ja auch Ethanol drin, im Bier. Da regt sich ja auch niemand drüber auf ... (Okay, das ist jetzt ziemlich blöd ...)


Autor: Marcus Anhäuser· 30.08.09 · 11:14 Uhr· 4 Kommentare

25. Oktober 2008

Ist das klug?

Kategorie: Umwelt

Hakt's bei denen? Rechts oben auf der Hauptseite dieser Plattform, da gibt's dieses Werbebanner: "Setzen Sie auf GRÜN." Und die Gewinnspielfrage: "Wie umweltbewusst gestalten Sie Ihren Alltag." Von PREMIERE und Discovery Channel. Da gibt's was zu gewinnen: "Gleich mitmachen und eine Reise nach COSTA RICA gewinnen."

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Autor: Marcus Anhäuser· 25.10.08 · 16:56 Uhr· 0 Kommentare

07. Dezember 2007

Licht an am Samstag um 8

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 1

Nur ein Gedanke: Die "mach-das-Licht-am-Samstag-um-8-für-fünf-Minuten-aus"-Aktion erinnert uns an andere Aktionen von kurzfristigem Erfolg, die lediglich den Zweck erfüllen, das Gewissen zu beruhigen: Diäten.

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Autor: Marcus Anhäuser· 07.12.07 · 08:29 Uhr· 1 Kommentar

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