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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest.
Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.
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19.02.12 · 14:02 Uhr
Kurzfilm: Moment of truth
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Ein beeindruckender Kurzfilm, der in fünf Minuten das ewige Dilemma des engagierten Reportagejournalismus' zuspitzt. Angucken ...
"Interestingly both the terrorist & the photographer were shooting the same child one with the gun another with the camera (...)"
Autor: Marcus Anhäuser· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Eine pointierte Allegorie darauf, wie leicht der Mensch vor der Kamera zum Objekt wird und sich nicht gegen das wehren kann, was mit ihm geschieht. Das gilt oft genug auch dann, wenn das "Objekt" meint, die Situation zu beherrschen, siehe z.B. die berühmten Poolfotos des ehemaligen Verteidigungsministers Scharping mit seiner Gräfin Pilati.
@JK ich sehe in dem Film etwas völlig anderes, wird doch das Opfer gerade nicht als Objekt dargestellt. Könnte es nicht eher sein, dass der Film das Dilemma anspricht, dass hinter solchen Bildern auch immer der Fotograph steht, der sich in dem Moment und auch für den Rest seines Lebens fragen muss: hätte ich nicht irgendwas tun können? In dem Film ist die Antwort deutlich: Nein.
Wir honorieren solche Bilder, dokumentieren sie doch die schrecklichsten Seiten von Krieg und Ausschreitungen. Es gehört eine Menge Mut dazu, solche Bilder zu machen. Es ist deswegen richtig, dass wir für sie Preise verleihen. Am Ende bleibt aber die Einsicht: der Mensch vor der Kamera ist tot und der hinter der Kamera konnte es nicht verhindern. Der Preis für den Fotograf hat damit einen mehr als bitteren Beigeschmack.
Es gibt in dem Film einen Moment, in dem das Mädchen aus seiner Objektrolle, hier zugespitzt als Opferrolle für ein Foto, heraustritt: als es die Fotografin anschaut und bei ihr etwas auslöst, was die Fotografin bei der Preisverleihung davonlaufen lässt. Indem die Fotografin aber weiterfotografiert, zwingt sie das Mädchen in die Opferrolle zurück. Die Schwachen auf einem Foto nicht zum Objekt zu machen, ist vermutlich nicht einfach, Sebastiao Salgado hat das z.B. mit seinen Fotos versucht, und der Filmemacher oder die Filmemacherin hier durch die Reflexion dessen, was beim Fotografieren geschieht, ja auch.
Harter Stoff :/