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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.

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02.10.11 · 16:04 Uhr

iPhone-Liebe-Hirnscan: Das wäre doch was als Meldung, oder? (Nachträge)

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 21

Nur eine kurze Wochenendwarnung an all die Kollegen, die nach einer schönen Meldung für die kommenden Tage suchen. Solltet Ihr in die Versuchung kommen, daraus (Stichwörter sind iphone, Liebe, Hirnscan) eine Nachricht zu stricken (und es bietet sich an, weil am Dienstag neue iphones präsentiert werden), haltet einen Moment inne - und lest erst mal folgende Blogposts dazu:


Versucht zu widerstehen, gefällt vielleicht Eurem Chef ... aber ihr wisst es besser und Eure Leser werden es Euch danken ...


Nachtrag: David Dobbs weist auf Twitter noch auf einen Beitrag aus dem Juni hin, der erklärt, was generell das Problem mit diesen "Hirnscan zeigt, dass ..."-Meldungen ist:

Noch ein Nachtrag: ... und spätestens jetzt sollte man wirklich die Finger davon lassen (oder die Reaktion auf den New York Times-Artikel als Anlass für einen Beitrag nutzen). Ed Yong weist auf Twitter auf einen Kommentar auf seinem Google+-Account hin, wonach 43 Neurowissenschaftler einen Brief an die NYT geschickt haben, um sich über den Artikel zu beschweren.

Nachtrag 3: Und noch zwei Stücke:

 

Autor: Marcus Anhäuser· 21 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (21)

Kommentar-Direktlink Joshua· 03.10.11 · 08:38 Uhr

Anders kann man das Phänomen nunmal nicht erklären, warum Leute soviel Geld für so ein Teil ausgeben: Gleichwertige Geräte anderer Hersteller kosten schließlich maximal die Hälfte!

Kommentar-Direktlink Thilo· 03.10.11 · 09:54 Uhr

Noch lächerlicher in dem NYT-Artikel fand ich ja die Erklärung zu den Babies, die das iPhone berührten, als wenn sie den Screen zum Leben erwecken wollten:

It appears that a whole new generation is being primed to navigate the world of electronics in a ritualized, Apple-approved way.

Apple hat den neuen Menschen erschaffen!

Kommentar-Direktlink rolak· 03.10.11 · 10:23 Uhr

Aber das war doch keine Absicht. Muß denn jetzt jeder auf denen rumhacken wegen diesem einen kleinen virulenten bug im Betriebssystem?

Kommentar-Direktlink Radicchio· 03.10.11 · 11:11 Uhr

Anders kann man das Phänomen nunmal nicht erklären, warum Leute soviel Geld für so ein Teil ausgeben

das ist natürlich quatsch. wer ein iphon kauft, kann das ja noch gar nicht lieben, sondern – um im sprachlichen bild zu bleiben – es allenfalls begehren. drauf geil sein, es zu haben.
und warum wollen die leute es nun haben? das ist auch recht einfach: sie wollen damit ihr image aufpolieren. mit einem iphone gehört man dazu, zu all den medienfuzzis und wichtigtuern, die kreativ tun und beim mainstream immer ganz vorn mitmarschieren, sich für wahnsinnig individuell halten und es doch so gar nicht sind. das iphone ist eine mitgliedskarte zum club von "hippen" schnöseln, die sich solchen trends nicht erwehren können, weil sie sie für sich für unverzichtbar halten und das wort "must have" eines ihrer lieblingbegriffe ist. es ist eine persönlichkeitsverlängerung, die nicht nur viel kosten darf, sondern viel kosten muss. die kosten markieren hier nicht den tatsächlichen sondern den ideellen wert des begehrten objektes, mit dem sein besitzer sich selbst aufzuwerten gedenkt.

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 03.10.11 · 11:47 Uhr

@Radicchio
da scheinst Du aber eine Menge über mich zu wissen ;-)

Kommentar-Direktlink babbinskie· 03.10.11 · 11:51 Uhr

Es ist schon irgendwie schräg was dieses Iphone für einen Hype bei den Menschen ausgelöst hat. Ich finde es gar nicht so toll. Besonders wenn man man vernüftig was im Internet machen will geht es ja nicht wirklich mit dem Mini Bildschrim. Und billig ist es ja auch nicht gerade.

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 03.10.11 · 11:58 Uhr

@babbinski
das ist ein altes Prinzip der Evolution. Es reicht erst mal "nur" besser zu sein als die Konkurrenten. Und vor dem iphone gab es keine vergleichbar elegante Art mobil im Web zu surfen. Und ehrlich gesagt: Dank der Auflösung des iphone 4 ist das Lesen von Texten im web eigentlich auch eine gute Sache.

Kommentar-Direktlink Radicchio· 03.10.11 · 12:04 Uhr

da scheinst Du aber eine Menge über mich zu wissen ;-)

wenn du dir die jacke anziehst ;-)
warum hast du dir kein besseres und günstigeres konkurrenzprodukt gekauft?

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 03.10.11 · 12:29 Uhr

warum hast du dir kein besseres und günstigeres konkurrenzprodukt gekauft?

Weil es in mein "Environment" passt. Da ich hier mit Apple Computern arbeite und das alles wunderbar synchronisierbar ist ...

Kommentar-Direktlink Radicchio· 03.10.11 · 12:55 Uhr

ich arbeite auch mit apple und hab privat ein macbook pro. aber dem neuen kommenz von apple verweiger ich mich. iphone, ipad oder ipod kommen nicht in die tüte.

Kommentar-Direktlink Radicchio· 03.10.11 · 12:55 Uhr

ich arbeite auch mit apple und hab privat ein macbook pro. aber dem neuen kommerz von apple verweiger ich mich. iphone, ipad oder ipod kommen nicht in die tüte.

Kommentar-Direktlink Radicchio· 03.10.11 · 12:56 Uhr

huch

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 03.10.11 · 13:19 Uhr

@Radicchio
hast wohl mit 'nem HTC gepostet ;-)

Kommentar-Direktlink Muddi & theBlowfish· 03.10.11 · 14:51 Uhr

Hmm, das erinnert mich an eine Boston Legal Folge,
da gab es eine Klientin, die an Objektophilie und grossen Liebeskummer litt, weil der Stromkasten, zu dem sie eine Beziehung hatte, von den Elektrizitätswerken entfernt wurde.

Dank Therapie gelang es ihr, eine Beziehung mit einem echen Menschen anzufangen-
den hat sie dann aber mit einem i-Phone betrogen....
Kommentar vom Anwalt : "Kann ich gut nachvollziehen!"

Manche Leute benutzen übrigens ein i-Phone nur, weil die benötigten Apps NUR fürs iPhone zu erhalten sind, sei also nicht zu streng, Radicchio.

Für misch persönlich ist dat ja uninteressannnnt, een jotes Händi is für misch ein augeschaltes Händi, ejaal von welcher Maake.

Kommentar-Direktlink Henry· 03.10.11 · 23:41 Uhr

Zugegeben. Apple-Produkte sind imho "einfach schön". Dieses runde, flache und klare Design spricht mich irgendwie an.

Trotzdem bleib ich bei meinem alten Dell-Laptop. Der ist zwar mindestens doppelt so schwer und viermal so breit wie ein Macbook, aber immerhin kann ich ihn auf-/umrüsten wie ich will (was günstiger ist als jeder Apple-Computer) und im Notfall sogar noch an ihm rumlöten.

Kommentar-Direktlink Arnd· 04.10.11 · 09:18 Uhr

Ich habe auch ein iPhone. Die Gründe? Es ist ein schönes einfaches Phone. Es stürzt so gut wie nie ab (ich glaube einmal in 3 Jahren). Ich brauche keinen Virenscanner, der mir ungewollte SMS-Apps vom Leibe hält. Es macht Spass und alles funktioniert einfach so.

Wenn du rein nach Hardware-Specs gehst, gibt's sicher billigere Phones (aber halb so teuer ist schamlos übertrieben, wirklich vergleichbare Phones sind nur wenig billiger). Aber ich will lieber in meinem sorgenfreien, goldenen Apple-Käfig bleiben, die böse Welt kann draußen bleiben. Das iPhone hat bei mir absolut gar nix mit Status zu tun (wie auch? hat doch fast jeder eins).

Kommentar-Direktlink enbeh· 04.10.11 · 09:34 Uhr

Schade, beim Lesen der Überschrift dachte ich, es gäbe jetzt auch eine fMRI-App fürs IPhone. Wäre auch zu schön (viel zu schön) gewesen. Statt wochenlang auf Messzeit zu warten und 'ne Menge Kies für jede Messstunde zu zahlen einfach mal telefonieren. Naja, vielleicht kommt das ja mit dem IPhone 6.

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 04.10.11 · 09:45 Uhr

@enbeh

kommt sicher mit dem iphone 6 ...

Kommentar-Direktlink Radicchio· 04.10.11 · 22:05 Uhr

ich habe ein outdoorhandy von nokia mit taschenlampe. damit kann man sogar flaschen öffnen (mit dem handy, nicht mit der lampe).

tja, leute. ich bin anders.

Kommentar-Direktlink Muddi & theBlowfish· 11.10.11 · 22:45 Uhr

Huaaaah, Schwan...ääh Handyvergleich, ich mach mit:
Meins kann man über's Wasser flitschen lassen und es funktioniert noch, wenn es in eine Jauchegrube gefallen ist (also, jetzt zum Glück nicht meins, aber ein baugleiches Modell bei meinem....örks...Stammbaum ist schwierig, Achwippschwager dritten grades?
Äh, Flaschen öffne ich mit dem Schuh oder dem Feuerzeug, aber ich weigere mich standhaft, meine Unterhose auf dem Kopf zu tragen, bloss um als Individualist zu gelten.

Kommentar-Direktlink Maxim· 06.02.12 · 14:23 Uhr

Zum Thema "Dinge kann man nicht Lieben, sondern nur begehren": gibt auf jeden Fall Menschen, die diese Unterscheidung nicht treffen. Ich will es jetzt nicht pathologisch nennen, aber es gibt auf jeden Fall Menschen, die zu Gegenständen wirklich emotionale Beziehungen aufbauen.

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