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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.

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23.01.11 · 21:44 Uhr

Liebe Telepolis-Redaktion, Entschuldigung abgelehnt ... (Update 25.1.)

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 14

...Mann...

"Wir verstehen es zwar nicht, aber egal, wir bringen es trotzdem mal," so könnte man die eigenartige Erklärung der Telepolis-Redaktion zusammenfassen, mit der sie sich vorab dafür entschuldigt, dass auf Ihren Seiten der "der LHC-könnte-die-Welt-zerstören"-Professor Otto Rössler seine bekannt kruden eigenartigen Thesen verbreiten kann. Im Original liest sich das so:

"Da die Redaktion unschlüssig war, ob wir den Text von Prof. Dr. Otto Rössler veröffentlichen sollen, weil wir nicht wirklich beurteilen können, ob die von ihm gemachten Annahmen plausibel sind ... (...)"

(bitte Update 25.1. lesen, das führt das Ganze dann ad absurdum.)

Das ist ja nett. Kann ich mir das ausborgen? Das erspart mir künftig einiges an Arbeit. Immer dann, wenn ich nicht so richtig verstehe, was ein Wissenschaftler da erklärt (und das passiert einem Wissenschaftsjournalisten immer wieder mal), setze ich einfach einen Disclaimer vor den Artikel, damit die Leser Bescheid wissen:

"Ich verstehe nicht ganz, was er erforscht hat, aber es klingt irgendwie interessant und es hat etwas mit Weltuntergang zu tun, also wollte ich es Ihnen nicht vorenthalten."

Das ist gerade in diesem Fall ja auch ein echter Dienst am Telepolis-Leser. Dann können die nämlich in einigen Jahren, wenn die Erde auf zwei Zentimeter geschrumpft sein wird (O-Ton Rössler), wenigstens sagen: "Mann, die von Telepolis, die hatten den richtigen Riecher. Hätten doch nur mehr damals den Mut gehabt, dem einsamen Rufer in der Wüste Gehör zu verschaffen."

Kommt Jungs. Macht Eure Hausaufgaben, anstatt Euch schon vorher für den Quatsch zu entschuldigen, der dann auf Eurer Seite vezapft wird.

(via Florian).


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Update:
Der Autor des ergänzenden Begleitartikels (zu Rösslers Beitrag) findet, er hat einen Fehler gemacht und hat die Telepolis-Redaktion gebeten, seinen Text wieder aus dem Netz zu nehmen, wie er hier bei Florian in den Kommentaren und als E-Mail an mich (in cc) und Florian schreibt.

Update 25.1.:
Wissenschaftsjournalist Harald Zaun hat seinem begleitenden Artikel zu Rösslers Thesen einen zweiten folgen lassen (der erste ist nach wie vor online). Schon die Überschriften verdeutlichen die Verschiebung seiner Sichtweise die unterschiedlich Gewichtung im Artikel:
Beitrag 1: "Das Unmögliche überdenken - warum nicht?!".
Beitrag 2: "Das Doomsday-Szenarium geht nicht von Genf aus."

Im ersten Beitrag gibt es leider noch keinen Hinweis, dass der Autor einen zweiten ergänzenden Beitrag hinzugefügt hat. Vielleicht will die Redaktion ihre Leser nicht zu sehr verwirren.

Seinen ersten Beitrag kommentiert er wie folgt:

"So wollen wir abschließend - sine ira et studio - die Äußerung eines übereifrigen Autoren [er spricht von sich selbst, Anm. von mir], der als Folge eines temporären geistigen Blackouts kürzlich doch glattweg behauptet hatte, dass "jede noch so abstruse Idee" es zunächst einmal verdient habe, "von allen Seiten gründlich durchleuchtet zu werden", tunlichst und schnell ad acta legen. Wir wollen ihm [er spricht von sich selbst] hier nach einigem Überlegen die Stirn bieten und indes damit kontern, dass wohl eher das Gegenteil der Fall sein sollte: Abstruse Ideen sollten vielleicht doch besser dem Papierkorb anvertraut werden. Denn auch Papier ist bisweilen ungeduldig."

Quod erat demonstrandum ...

 

Autor: Marcus Anhäuser· 14 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (14)

Kommentar-Direktlink Dietmar Hilsebein· 23.01.11 · 22:43 Uhr

Heut Nacht hab' ich
'nen Journalisten geküßt
und er wurde eine schöne Prinzessin
Ich kaufte ihm ein schönes Hochzeitskleid
und gab ihm was Gutes zu fressen

Er schmatzte und grunzte
und stöhnte voll Lust
wie das 'ne Prinzessin ja tut
ich goß ihm noch nach
gab ihm noch einen Kuß
und er seufzte: "Deine Platte ist gut
so gut, so schrecklich gut"

Dem Typen vom Spiegel
dem red' ich nach dem Mund
der Junge vom Stern, der reist so gern
Den Willi von der Bild
den mach ich ganz wild
und Bravo, HörZu und so -
hu, hu, hu, hu

Früher hat' ich mit den Jungs ja son Ärger
ich war so naiv, die Wahrheit zu sagen
ich hielt mich für'n "Künstler"
und nicht für 'ne Hure
das hat mir sehr geschadet
Heut' halt ich meinen Arsch
in jede Richtung
auch für den Frieden ist genug Platz
und bin ich dann selbst zum Arsch geworden
dann schenk ich euch meine Fratze

Dem Typen vom Spiegel
dem red' ich nach dem Mund
der Junge vom Stern, der reist so gern
Den Willi von der Bild
den mach ich ganz wild
und Bravo, HörZu und so -
hu, hu, hu, hu

(M.M. Westernhagen)

Telepolis?


Kommentar-Direktlink BreitSide· 23.01.11 · 23:01 Uhr

xxx

Kommentar-Direktlink Redaktion RelativKritisch· 23.01.11 · 23:09 Uhr

Ein weiterer Kommentar zur mangelhaften journalistischen Arbeit von Telepolis und Harald Zaun:

http://www.relativ-kritisch.net/blog/lhc-widerstand/otto-e-rossler-letztes-aufgebot-bei-telepolis


Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 23.01.11 · 23:44 Uhr

Das gehört zum Konzept. Telepolis ist eine Art Gastbeitragsblog zu Randgruppenthemen. Wo, wenn nicht dort, sollte so ein Beitrag denn erscheinen? Und warum immer die Aufregung, wenn er es dann tut?

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 23.01.11 · 23:49 Uhr

@Türpe
mir war da nach. Und wo, wenn nicht auf meinem Blog, darf ich mich aufregen.

Kommentar-Direktlink KommentarAbo· 24.01.11 · 01:36 Uhr

...

Kommentar-Direktlink Christoph Sonnberger· 24.01.11 · 07:34 Uhr

Schön zu lesen das nicht jeder Kritiker zu den Duckern gehört die nach einer ausgesprochenen Kritik an Journalisten, jede halbherzige Entschuldigung akzeptiert und damit die Bühne frei für die nächste reisserische Lüge macht. Richtig erfrischend!

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 24.01.11 · 22:08 Uhr

@ Christoph S.:

Wie bist Du denn drauf?

Kommentar-Direktlink BreitSide· 24.01.11 · 22:52 Uhr

Flo2, ich denke, ChrisS wollte ein Kompliment an Makus A abliefern?

Kommentar-Direktlink BreitSide· 24.01.11 · 22:55 Uhr

Markus Anhäuser: ich bin grad in Dresden und kann Mittwoch nachmittags das Hygienemuseum besuchen (Sonderausstellung "Kraftwerk Glauben"). Hättest Du da spezielle Tips? Hab grad zufällig entdeckt, dass Du Drääsdner bist.

http://www.dhmd.de/neu/index.php?id=1767

Aber nicht FF erzählen...:-)

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 25.01.11 · 09:04 Uhr

@BreitSide
das verbitte ich mir, ich wohne hier nur. Ich bin Rheinländer, vielleicht Westerwälder oder irgendwas dazwischen ... ;-)

Die Dauerausstellung lohnt sich auf jeden Fall auch mal durchzuschlendern.

Kommentar-Direktlink tabas· 25.01.11 · 17:49 Uhr

h. zaun hat mittlerweile einen neuen text bei telepolis veröffentlicht
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34073/1.html
in dem er nun sehr kritisch zu rössler und seinen theorien stellung nimmt.

Kommentar-Direktlink Josch· 01.05.11 · 17:08 Uhr

Mensch komm, schau Dir an, was andere rennomierte Blätter für einen Unsinn verzapfen oder schlimmer noch, was sie alles nicht berichten. Sei es in Japan, wo inzwischen auch der Reaktor in Onagawa undicht ist und Kühlwasser verliert oder Tokio, wo 32 Millionen Menschen auf radioaktives Leitungswasser angewiesen sind und inzwischen nicht mal mehr unter die Dusche können, sei es in Libyen, wo die Natotruppen höchst humanitär Uranmunition verfeuern. Seit Brende gegangen wurde herrscht dicke Luft in den Redaktionen und jedeR weiß, was von ihm verlangt wird.

Dass Telepolis sich hier mal einen Griff ins Klo geleistet hat, kann vorkommen, ist auch verzeihlich angesichts des schmalen Budgets, welches den Aufbau einer richtigen Fachredaktion für die Macher in weite Ferne rückt. Für ein Blog ist Telepolis jedenfalls gar nicht so schlecht. Und ein Disclaimer ist doch immer noch besser als keiner bei solch einer Räuberpistole wie dem Cern-Bericht^^

Kommentar-Direktlink BreitSide· 01.05.11 · 17:40 Uhr

Sei es in Japan, wo inzwischen auch der Reaktor in Onagawa undicht ist und Kühlwasser verliert
Tut/tat er das nicht?
oder Tokio, wo 32 Millionen Menschen auf radioaktives Leitungswasser angewiesen sind
Wurde da keine erhöhte Radioaktivität geessen?
und inzwischen nicht mal mehr unter die Dusche können,
Wo hast Du das gelesen?
sei es in Libyen, wo die Natotruppen höchst humanitär Uranmunition verfeuern.
Inwiefern soll - abgereicherte! - Uranmunition weniger humanitär sein als andere? MW wird Uranmuni vor allem gegen Panzer verwendet. Und die sind - so meine ich gehört zu haben - vor allem unter Gaddafis Kommando.

Zusammenfassend: was für Zeitungen liest Du denn?

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