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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.

Archiv Februar 2010

24. Februar 2010

Mindflex: Wie Mattel unsere Denkschwäche ausnutzt (Update)

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 35

Update: Bitte beachte auch dieHinweise in den Kommentaren, wonach das System angeblich funktionieren soll (wobei unklar bleibt, was tatsächlich gemessen wird, Muskelkontraktionen oder doch irgendwelche 'Hirnströme'). Ich konnte dies bisher nicht nachrecherchieren.

Meine Tochter (5) würfelte und würfelte beim Mensch ärgere dich nicht-Spiel, doch es kam einfach keine 6. Dann würfelte sie zur Abwechslung mal mit beiden Händen - und siehe, da war die gewünschte 6 endlich. Ab da würfelte sie nur noch mit zwei Händen.

Das ist ein schönes Beispiel für die menschliche Fähigkeit Zusammenhänge herzustellen, wo eigentlich gar keine existieren. Dem Würfel ist es egal, ob er mit einer oder zwei Händen geworfen wird. Aber unser Hirn konstruiert ganz schnell aus zeitlicher Nähe einen kausalen Zusammenhang.

Diese Denkschwäche nutzt offenbar auch der Spielehersteller Mattel aus. Er verkauft derzeit in den USA ein Gerät namens Mindflex (laut Spiegel Online ab Herbst in Deutschland erhältlich).

Dieses Spiel springt auf einen Zug der Hirnforschung auf, wonach es immer besser gelingt, allein per Kraft der Gedanken etwas zu beeinflussen (z.B. ein Objekt auf einem Bildschirm).

Bei Mindflex soll man auf diese Weise einen schwebenden Schaumstoffball bewegen können. Das wäre mal der direkte Weg aus den Forschungslabors ins Spielzimmer.

Dass das ganze offenbar eine Luftnummer ist, entlarvt SpOn-Autor Hilmar Schmundt in einem schönen Beitrag (Text und Video).

Mit dem Hirnforscher John-Dylan Haynes von der Charité zeigt er, wie man dem Spiel auf die Schliche kommt.

"Im Auftrag des SPIEGEL versuchte er, hinter das Geheimnis von Mindflex zu kommen - mit einem Trick. Haynes nimmt den Plastikkopf einer Schaufensterpuppe und legt ein nasses Handtuch darüber. Dann zieht er das Hirnsteuerungs-Stirnband über das feuchte Tuch, dessen elektrischer Widerstand in etwa dem eines menschlichen Kopfes entspricht - und schaltet die Maschine ein.

Und siehe da: Wie von Geisterhand schwebt der Ball in die Höhe, kurz darauf sinkt er wieder ab - und zwar garantiert gedankenlos."

Mattel nutzt dieselbe Denkschwäche aus, die auch meine Tochter zum Würfeln mit zwei Händen verführt:

"Bei Mindflex werden Nutzer psychologisch darauf trainiert, einen Zusammenhang anzunehmen, wo keiner besteht", urteilt Haynes: "Diese Überzeugung kann sich sehr intensiv anfühlen."

Wie stark dieser Effekt ist, verdeutlicht schon das Video, wenn man sieht, wie Schmundt das Gerät im Einsatz testet.

Mattel schreibt übrigens über die Funktionsweise des Mindflex:

"Whenever you concentrate, you generate brainwave activity. Mindflex uses a variation of EEG technology to "read" the intensity of these brainwaves via sensors positioned on your forehead and ears. (...) Once the Mindflex headset recognizes your brainwaves, it transmits a signal to a fan within the console. This fan controls ball levitation. Your brainwaves, in turn, control the power of the fan. The more effectively you concentrate, the stronger the fan blows and the higher the ball floats. Relaxing your mind relaxes the fan's airflow, which lowers the ball."

Erstaunlich ...

Hier mal ein Video, in dem das Ding erklärt wird:


Autor: Marcus Anhäuser· 24.02.10 · 13:22 Uhr· 35 Kommentare

Ohrkerzen: Ausschlusskriterium "bescheuert aussehen"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 46

Es ist immer dasselbe: Für den Nachweis der Wirksamkeit von irgendwas braucht es gute wissenschaftliche Studien. Für Laien sind die aber in der Regel nicht zu verstehen. Also müssen andere Kriterien her, nach denen sie entscheiden können, ob was wirkt oder nicht. Ich hätte da einen Vorschlag ...

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Autor: Marcus Anhäuser· 24.02.10 · 08:45 Uhr· 46 Kommentare

17. Februar 2010

Was ist eigentlich die Vorstufe zum *facepalm*?

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 16

Wir kennen ihn alle, den *facepalm*, in vielerlei Ausführung.

Aber manchmal ist diese Geste der Verzweiflung einen Tick zu übertrieben. Es muss noch etwas davor geben. Der *facepalm* steht eigentlich am Ende, oder sagen wir, kurz davor, bevor der Kopf mit Hand vollends auf den Tisch knallt. Da geht dann gar nichts mehr.

Aber damit fängt es ja nicht an, es gibt noch etwas davor, bevor die Hand zum Gesicht fährt. Der erste Moment, wenn jemand etwas schreibt in den Kommentaren und Du denkst nur: "Der hat ja wohl gar nichts verstanden." oder "Och, nee, nicht schon wieder so einer."

Ich hätte einen Kandidaten für diese *facepalm*-Vorstufe.

Es ist mein derzeitiges Lieblingsbild. Es stammt aus dem neuen Martin Scorsese-Film mit Leonardo DiCaprio Shutter Island.

Ich nenne das Bild (hier der entscheidende Ausschnitt) "nerv". Gerne in englisch ausgesprochen, mit einem leichten ö-Einschlag.

nerv.png

Ich finde, es bringt diesen Zustand wunderbar zum Ausdruck, wenn jemand etwas gesagt hat, und alle denken nur:

"Oh, Mann" (der Polizist im Hintergrund).

"Sag' mal, merkt er's noch?" (der Kollege links)

"Mann (WTF), hat er denn gar nichts verstanden, von dem was ich erklärt hab'. Wofür habe ich mir hier eigenltich den Mund fusselig geredet/die Finger wund geschrieben (Nachtrag: ..., der Arsch."?)" (DiCaprio)

Vor allem mag ich DiCaprios zerknirscht-genervtes Gesicht. Es gibt so herrlich einfach dieses Gefühl wieder, dass man hat, nachdem man sich ein paar Stunden die Nacht mit einem Artikel um die Ohren geschlagen hat. Und dann kommt jemand, und macht mit einem Satz alles zunichte.

Wunderbar, oder?

Also bitte. Wem danach ist, wem der *facepalm* eine Stufe zu viel ist, der verlinke doch einfach auf dieses Bild ;-), auf den *nerv*.

Nachtrag: Nein, ich habe den Film noch nicht gesehen (lief gerade erst auf der Berlinale, glaub' ich.) Ich mag aber die Kombination Scorsese-DiCaprio.


Autor: Marcus Anhäuser· 17.02.10 · 16:22 Uhr· 16 Kommentare

16. Februar 2010

UNGLAUBLICH! ... aber wahr (2)

Kategorie: Medizin·Unglaublich! ... aber wahr  ·  Kommentare: 19

Ein weiteres, schönes Beispiel in der Reihe "UNGLAUBLICH! ...aber wahr", meiner neuen Reihe über beeindruckende Beispiele aus der Welt des Wohlfühl- und Gesundheitsmarketings.

Heute: der KINOKI Fußpad.

Mit dem schafft man es doch tatsächlich sich einerseits zu vitalisieren und andererseits zugleich trotzdem eine ruhige Nacht zu haben - und das über Nacht.

Der schönste Satz ist: "In dieser Zeit erfolgt gleichzeitig die Stimulation der Haut mit dem Ziel der Harmonisierung und die Aufnahme von Stoffen aus der Haut."

Gut, dass es so etwas gibt.

(zum Vergrößern anklicken)

Kinoki Fußpads.jpg

Quelle: Brigitte Hachenburg exclusiv-Katalog, Gesundheit, Frühjahr 2010, S. 27


Autor: Marcus Anhäuser· 16.02.10 · 10:24 Uhr· 19 Kommentare

15. Februar 2010

"Rom Houben schrieb wohl doch nicht selbst"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 7

Kurzer Hinweis zur Rom Houben-Geschichte. Manfred Dworschak vom Spiegel schiebt eine Geschichte nach, die seine erste, die weltweit Aufsehen erregt hatte, korrigiert. Nach der ersten Geschichte waren erhebliche Zweifel an den Ergebnissen gekommen, dass der Patient nach 23 Jahren im Wachkoma mittels gestützter Kommunikation (Tippen mit Hilfe einer Pflegerin) tatsächlich auf diese Weise mit anderen Personen kommunizieren kann.

"Die Überprüfung war aber, wie sich nun zeigt, nicht gründlich genug gewesen. (...) Um fälschlich negative Befunde auszuschließen, sind deshalb wiederholte Testläufe über mehrere Wochen hinweg nötig.

Das hat Laureys jetzt nachgeholt. Resultat: Houben schrieb wohl doch nicht selbst; er hat nicht genug Kraft und Muskelkontrolle in seinem rechten Arm, um Zeichen anzusteuern. Die Logopädin, im Bemühen, dem Mann zum Ausdruck zu verhelfen, übernahm also unbewusst die Führung - solche Selbsttäuschungen kommen bei der Methode immer wieder vor. Auch die Auskünfte, die Houben Ende vorigen Jahres dem SPIEGEL gab, stammten demnach nicht von ihm."

Details bei Spiegel Online.

Kniffliges Thema, diese ganze Hirnscan-Bewusstseins-Geschichten...

(via @gwup)

Nachtrag 16.2.:
Die ganze Geschichte fasst Stefan Niggemeier nochmal auf Bildblog zusammen.


Autor: Marcus Anhäuser· 15.02.10 · 10:08 Uhr· 7 Kommentare

13. Februar 2010

In eigener Sache: Top Ten

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 14

Das Medium Magazin hat wieder die Journalisten des Jahres wählen lassen.

Bildschirmfoto 2010-02-13 um 11.19.31.png

Begründung der Jury:

Bildschirmfoto 2010-02-13 um 11.19.46.png

Das mit dem Labortagebuch freut mich ja. Haben offenbar mehr mitbekommen als ich erwartet hatte.

Danke und Glückwunsch an die Kollegen, insbesondere die Jungs von Stationäre Aufnahme.


Autor: Marcus Anhäuser· 13.02.10 · 11:35 Uhr· 14 Kommentare

12. Februar 2010

Per Identitätsklau in den Wahnsinn (Nachtrag: 20.2.)

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 15

Nur ein kurzer Hinweis auf eine Geschichte bei Zeit Online, auf die ich gestern schon per Twitter hingewiesen habe. Wer noch einen überzeugenden Beleg dafür braucht, wie wichtig es ist, seine persönlichen Daten nicht überall preiszugeben, dem sei dieser Artikel von Tina Groll ans Herz gelegt.

Sie beschreibt ihren ganz persönlichen Horrortripp (der immer noch andauert), nachdem Betrüger mit ihren Daten (Name, Geburtstag, Beruf, so einfach) auf Einkaufstour gingen.

"Es klingt lächerlich, aber: Ich habe Angst, den Briefkasten zu öffnen. Beinahe täglich flattern mir derzeit Mahnungen und Drohschreiben von Inkassounternehmen ins Haus. "Weil Sie auf die vorbenannten Forderungen noch immer nicht reagiert haben, leiten wir jetzt das Mahnverfahren ein", steht da zum Beispiel. Schulden soll ich gemacht und Waren bezogen haben von Unternehmen, deren Namen ich noch nie gehört habe. Die Sachen wurden an Adressen geliefert, die nie die meinen waren. Dort soll es sogar Menschen geben, die "zweifellos bezeugen können, dass Sie, Tina Groll, dort gewohnt haben", schreibt mir eine Inkassofirma. Sogar Haftbefehle gibt es gegen mich - und das völlig unverschuldet. Ich bin Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden."

Lesepflicht, finde ich.

Nachtrag 20.2.:
Auf DRadio Wissen (im Zeit Online Talk) erklärt Tina Groll ihren Fall, gleichzeitig gibt es eine interessante Diskussion über Daten im Internet und den Selbstdatenschutz (Welche Daten sollte ich angeben? usw.)


Autor: Marcus Anhäuser· 12.02.10 · 10:28 Uhr· 15 Kommentare

11. Februar 2010

Keine Angst: Softdrinks erhöhen Krebs-Risiko um 87%

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 53

Wenn man das so liest bei Bild.de, da kann einem ja Angst und Bange werden. Das hört sich so an, als ob man fast auf jeden Fall Krebs bekommt, wenn man Cola, Limo oder ähnliche Zuckerbrausen trinkt. Ist natürlich nicht so. Keine Angst. Bild.de will nur spielen. Hier kommt die Entwarnung.

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Autor: Marcus Anhäuser· 11.02.10 · 09:06 Uhr· 53 Kommentare

08. Februar 2010

Ben Goldacre´s Moment of Genius: Systematic Reviews

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 4

Ben Goldacre über einen Wendepunkt in der Geschichte der Wissenschaft bzw. Medizin. Die Einführung Systematischer Übersichtsarbeiten (engl.: Systematic Reviews) in der Medizin, sein Moment of Genius.

Erinnerung an mich: Schlusszitat, clear clean water, clear clean information.

Quelle: BBC Radio 4, Moments of Genius


Autor: Marcus Anhäuser· 08.02.10 · 21:49 Uhr· 4 Kommentare

"58% der Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Behandlung"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 54

Nicht erschrecken. Ist nur wieder eine dieser Überschriften/Aussagen, die mit Prozentzahlen versuchen, eine Wahrheit zu erzeugen, die bei genauer Betrachtung zum Schrumpfgermanen verkommt. Erfahrene Leser wissen schon, was folgt. Aber weil es so schön ist, gerne noch einmal

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Autor: Marcus Anhäuser· 08.02.10 · 11:30 Uhr· 54 Kommentare

02. Februar 2010

Wie ticken Wissenschaftler so?

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Ich melde mich mal für zwei Tage ab, weise aber schnell noch auf eine Veranstaltung hin. Ich werde am Donnerstagabend einen kurzen Vortrag halten. Es geht nicht um Plazeboalarm, sondern um Das Labortagebuch, das Blog, das mir ziemlich ans Herz gewachsen ist, und das ich letztes Jahr hier betrieben habe (so was würde ich ja gerne noch mal machen ...).

Ich werde ein bisschen über die Zeit im Labor, das Projekt an sich und natürlich die Wissenschaftler reden.

Zuschauer: Vor allem Nichtwissenschaftler. Bin gespannt.

Bildschirmfoto 2010-02-02 um 19.55.19.png

Foto: undsonstso
Nachtrag 8.2.:
Fotos vom Abend gibt es hier.

Und so sehe ich beim Vortrag vor etwa 60 Zuschauern aus:

P1020550.jpg


Autor: Marcus Anhäuser· 02.02.10 · 20:00 Uhr· 1 Kommentar

Morgens entspannt aufwachen? iPhone-App Sleep Cycle im Test bei SpOn

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 8

So ein Zufall: Da bekam ich dieser Tage eine Anfrage von einem Leser, was ich denn von dieser iPhone-App SleepCycle hielte. Eine Software, die einem morgens in der Leichtschlafphase aufwecken will, und damit ein unbeschwertes Aufwachen ermöglichen soll. (Das Prinzip: Der Bewegungssensor misst die nächtliche Bewegung im Bett, die für Tiefschlafphase und Leichtschlafphase unterschiedlich ausfällt.) Sie gehört zu den meistverkauften Apps derzeit.

SleepCycle

Da ich gerade mit Arbeit zugeballert bin, musste ich den Leser auf später vertrösten. Jetzt kann ich mir die Arbeit dafür ganz sparen (bis auf diesen kleinen Post), denn Holger Dambek von Spiegel Online hat sich die App vorgenommen und sie bei einer Person in einem Hamburger Schlaflabor getestet.

Das Ergebnis verrät schon der Titel: Mangelhafter Muntermacher.

Schwachstelle des SpOn-Tests ist natürlich: Eine Testperson ist nicht wirklich aussagekräftig. Um es wasserdicht zu machen, bräuchte man eben viele Personen über einen langen Zeitraum. Eine wissenschaftliche Studie unter kontrollierten Bedingungen eben.

Gegen das Gerät spricht aber, dass es die Schlafphasen genau falsch herum interpretiert.

"Das Programm hat das Einschlafen richtig erkannt und reagiert, als der Patient sich umgedreht hat", sagt sie. Die Schlafphasen konnte Sleep Cycle jedoch nicht korrekt zuordnen. "Statt Leichtschlaf zeigt es Tiefschlaf an", moniert die Ärztin. Auch die Traumschlafphasen seien nicht erkannt worden."

Am meisten sollte einem vielleicht die Aussage des Entwicklers Marek Drejak zu denken geben, wenn er beschreibt, wie er seine Software programmiert und eingestellt hat:

"Immer wenn ich am Programm etwas geändert habe, musste ich eine Nacht schlafen, um zu sehen, ob sie den gewünschten Effekt hat", berichtet er.
.

Nachtrag:
Hier gibt's die Story jetzt auch als Video. Da sieht es so aus, als ob der Autor selbst die Versuchsperson ist.


Autor: Marcus Anhäuser· 02.02.10 · 11:50 Uhr· 8 Kommentare

01. Februar 2010

Quantenphilosopie. Aha? Und Spiritualität. Mhm.

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 20

Und ich stand in einer S-Bahn-Station in Hamburg und sah dieses Plakat:

Quantenphilosophie und Spiritualität

Erster Reflex: Uah, nein, warum nur?
Zweite Reaktion: Aber warum nicht? Vielleicht bewegt sich da was aufeinander zu.
Dritte Reaktion: Nee, komm. Quanten und Philosophie und Religion und Spiritualität, das ist zu viel.

Also, ein bisschen rumgesurft.

Quantenphilosophie, okay, Artikel bei "Welt der Physik". Bin ich doch so ignorant. Aber man kann ja nicht alles wissen. Mal demnächst lesen.

Mal 'nen Namen googeln. "Ulrich Warnke". Müsste ich den kennen?

Erster Fund.

Ulrich Warnke

Mhm, eine Firmenseite. Der Begriff Elektrosmog soll aus seiner Arbeitsgruppe stammen. Weiß ich gar nicht, ob ich das so gut finden soll ... . Aber was sind das für Dinger unten im Bild?

Und dieser Satz? : " ... der positive Effekte einer Gefäßerweiterung und erhöhten Perfusion auf pulsierende Magnetfelder beim Menschen sichtbar machen konnte ... "

Magnetfelder, mhm. Was sind das jetzt für Geräte?

Bildschirmfoto 2010-02-01 um 10.07.28.png

Mhm, "Das UNITTRON-Lamda dient zur Lichtbehandlung .... ", "Real-Time-Potential-Feedback", und für Tiere gibt's das auch: "Eine veterinärmedizinisce Produktlinie rundet unser Produktsprektrum ab ...".

Leute, Leute, ich weiß nicht, was soll man davon halten? (ich ahne es ja irgendwie schon).

Was ist das da ganz oben, oben rechts im ersten Bild, in rot: NEU, BionMed.

Mal schauen:

BionMed

Uh. Gesundheit durch Information. Jetzt kippt es aber. "Mit Hilfe von Licht und anderen natürlichen Energieinformationen können die Körperzellen energetisch aktiviert werden."

Links zur Uni des Saarlandes laufen ins Leere.

Vielleicht mal bei Wikipedia? Kein Eintrag.
Bei Esowatch vielleicht? Da gibt's einen Eintrag.

Tja, und was mach ich jetzt mit dieser Vorrecherche? Lass' ich mal so stehen, und schau ein anderes mal, wer Dagmar Uecker ist.

Und der Vortrag? Kann ja trotzdem spannend gewesen sein.

Aber man kann sich ja nicht um alles kümmern ;-)


Autor: Marcus Anhäuser· 01.02.10 · 10:35 Uhr· 20 Kommentare

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