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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest.
Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.
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28. Oktober 2009
Wieso stehen einem im Trampolinkäfig die Haare zu Berge?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 20
Das wäre ja auch was für die Forschungsfrage hier bei SB. Aber bevor ich mich da anstelle, drängele ich mich einfach vor und nutze meine privilegierte Stellung als SB-Autor.
Eine Freundin aus Australien schickte mir kürzlich folgendes Bild ihrer zwei süßen Kleinen:

Die Frage, die sich ziemlich klar aufdrängt, lautet:
Wieso stehen den beiden die Haare zu Berge?
Sie sitzen in einem dieser beliebten Trampolinkäfige. Unser Nachbar hat auch so einen auf der Wiese stehen. Da ist mir das Phänomen im Sommer auch aufgefallen. Konnte es aber nicht so wunderbar als Foto festhalten.
Wer kann es verständlich erklären? (Vor allem, warum das auf einem normalen Trampolin ohne Käfig nicht passiert?)
Autor: Marcus Anhäuser· 28.10.09 · 12:08 Uhr· 20 Kommentare
26. Oktober 2009
Schweinegrippe Impfungsbeginn: Gründe dafür
Kategorie: Medizin · Kommentare: 50
Ab heute beginnt das Impfen gegen die Schweinegrippe. Lasst uns das Ganze mal positiv angehen. Diejenigen, die schon wissen, dass sie sich impfen lassen werden: Könntet Ihr mal erklären, warum Ihr das tut? Ist das aus einem Bauchgefühl heraus oder ein detailliertes Abwägen von Gründen dafür und dagegen? Ist das gar keine Frage oder war es ein langer abwägender Prozess? Hat Euch jemand überzeugt, oder habt Ihr jemanden überzeugt?
Vielleicht hilft das anderen bei Ihrer Entscheidung. Denn ein wenig Zeit ist ja noch. Ab heute werden erstmal bestimmte Berufsgruppen bevorzugt behandelt (Ärzte, Schwestern. Polizei, Rettungskräfte usw.)
Bitte schön ...
Autor: Marcus Anhäuser· 26.10.09 · 08:50 Uhr· 50 Kommentare
19. Oktober 2009
Die Kanzlerin bekommt den besseren Impfstoff?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 5
Nur mal so schnell zwischendurch, weil das bei der Stationären Aufnahme in den Kommentaren steckt, angesichts mancher Artikel, Leitartikel und Kolumnen (Mann, Wagner) aber besser in den Hauptartikel gerutscht wäre: Dass Mitglieder von Regierungsstellen, Paul-Ehrlich-Institut und Bundeswehr einen anderen Impfstoff bekommen als die breite Bevölkerung ist eine Sache. Daraus zu schließen, dass es sich bei diesem Impfstoff, weil ohne Wirkverstärker, um den besseren oder zumindest besser untersuchten handelt, ist, wenn man dem arznei-telegramm glaubt, ein Trugschluss.
a-t schreibt in einer Blitz-a-t-Meldung vom 16.10.2009 u.a.:
Und die Bundeswehr will ihre 250.000 Soldaten mit einem Wirkverstärker-freien Schweinegrippe-Ganzvirus-Impfstoff versorgen (CELVAPAN von Baxter) (1). Ein Virologe bezeichnet diesen Schritt sogar als "einzig richtige Entscheidung". Dies erachten wir als Trugschluss. Das Prinzip der Ganzvirus-Impfstoffe wurde wegen einer hohen Rate an unerwünschten Wirkungen schon vor Jahrzehnten durch die besser verträglichen Spaltimpfstoffe ersetzt. Auch für Schwangere ist dieser Impfstoff keine Alternative: Die STIKO verweist darauf, dass es zu CELVAPAN "keine Erfahrung bei Schwangeren". gibt(...)
Der von der Bundeswehr bestellte Ganzvirus-Impfstoff CELVAPAN ist noch weniger erprobt als PANDEMRIX. Die Zulassung basiert auf zwei Studien mit insgesamt 845 Teilnehmern, darunter kein Vergleich mit nichtadjuvantiertem Spaltvirusimpfstoff. Die relativ blanden vorliegenden Verträglichkeitsdaten zu CELVAPAN (7) lassen sich daher nicht hinreichend einordnen.
Nur mal so am Rande ...
D.h., man könnte das ganze auch herumdrehen und sagen: Die breite Bevölkerung bekommt einen besseren/besser erprobten Impfstoff als die Regierung. Das macht dann vielleicht folgende Feststellung erklärbar: die Kanzlerin scheint auf den Impfstoff zu setzen, den "wir alle" nutzen können, zumindest laut bild.de (soll ich wirklich zitieren...?):
Nutzen die Regierenden die Spezial-Impfung überhaupt? Kanzlerin Merkel (CDU) setzt auf ihren Hausarzt. Von dem bekommt sie - wie jeder Bürger - den Massen-Impfstoff Pandemrix. Genauso hält es Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): „Ich lasse mich mit dem Impfstoff impfen, mit dem auch die Bevölkerung geimpft wird. Der ist genauso wie die anderen zugelassen, sicher und wirksam."
Das müsste man dann noch mal gegenchecken ...
Was für ein Durcheinander das alles.
Die nächste Runde dürfte dann Herr Bosbach eingeläutet haben ... Ob die jetzt alle Mitglieder des Bundestages fragen: "Und wie halten Sie es mit der Schweinegrippeimpfung ...?"
Nachtrag:
Die eigentliche Begründung dafür, dass die breite Bevölkerung und Regierung et.al. unterschiedliche Impfstoffe bekommen (aber siehe auch Kommentare), soll laut sueddeutsche.de folgende sein:
Das dem Ministerium unterstellte Beschaffungsamt habe mit dem Hersteller Baxter schon vor vielen Monaten einen Vertrag abgeschlossen, der eingehalten werden müsse. Zum damaligen Zeitpunkt sei von möglichen Unterschieden der Impfstoffe noch keine Rede gewesen.
Warum das, verstehe ich jetzt allerdings auch nicht...
Nachtrag:
Die Begründung der Bundeswehr für den Impfstoff Cevaplan lautet gemäß Sanitätsdienst Bundeswehr-Webeite:
"Die Bundeswehr hat daher bei der Firma Baxter den Impfstoff „Celvapan" bestellt. Die Bestellmenge ist ausreichend für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Der Vertrag mit Baxter geht zurück auf die vor einigen Jahren drohende Gefahr einer Pandemie durch die sog. Vogelgrippe. Mit Auslösen der Pandemiestufe 6 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebte dieser Vertrag auf, nunmehr mit der Lieferung eines Impfstoffes gegen die „Schweinegrippe" A(H1N1) 09."(...) Bei der Einführung eines neuen Impfstoffes ist es grundsätzlich erforderlich, auf die wechselseitige Verträglichkeit mit anderen Impfstoffen zu achten. Hierzu würden auch Konservierungsstoffe und Adjuvanzien als Bestandteil des Impfstoffes zählen. Dies hatte jedoch entgegen vieler Veröffentlichungen in der Presse keinen Einfluss auf die Wahl des Impfstoffes der Bundeswehr, da zum Zeitpunkt der Bestellung noch keine Informationen über Konservierungsstoffe oder Adjuvanzien im A(H1N1) 09-Impfstoff vorlagen."
Autor: Marcus Anhäuser· 19.10.09 · 09:48 Uhr· 5 Kommentare
06. Oktober 2009
Ins Krankenhaus für eine Stammzelltherapie (Nachtrag 9.10.)
Kategorie: Medizin · Kommentare: 6
Jedes Mal, wenn ich diese Geschichten lese, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Geschichten über Kliniken, die sich auf Stammzelltherapien spezialisiert haben, namentlich die Kliniken von Firmen wie XCell/ cells4health.
Den ersten Artikel hatte 2006 Christina Berndt, SZ, über die Firma cells4health verfasst.
Teure Hoffnung: 20.000 Euro für ein Versprechen
Der zweiten Artikel stammt von Kristin Raabe, DLF, über die Kölner Klinik von XCells (2007):
Das Geschäft mit der Hoffnung
Heute veröffentlicht Heike Le Kerr und Stefan Schulz ihr Stück auf Spiegel Online:
Die fragwürdigen Versprechen der Stammzellenheiler
Lest einfach und ihr werdet verstehen, warum ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme.
Nachtrag:
Ich schrieb gar nicht, dass es ein verärgertes Staunen ist. Das ist es.
Nachtrag 9.10.:
Die Autoren des SpOn-Artikels such übrigens Betroffene, die über Ihre Erfolge oder Misserfolge in eine der Stammzell-Kliniken berichten wollen. Vertraulichkeit wird zugesichert. E-Mails mit Kontaktdaten an heike_le_ker@spiegel.de und stefan_schultz@spiegel.de.
Autor: Marcus Anhäuser· 06.10.09 · 15:50 Uhr· 6 Kommentare
05. Oktober 2009
Vier Wochen im Labor ...
Kategorie: Naturwissenschaften
Die nächsten vier Wochen wird es hier deutlich ruhiger. Ich tobe mich in dieser Zeit auf meinem gerade eingerichteten neuen Scienceblogs-Blog, Das Labortagebuch" aus. Vier Wochen lang "daily life" in einem Biologielabor.
Ich bin gespannt und freue mich drauf.
Alles weitere zum Blog selbst, das Teil eines Stipendienprojektes ist, findet sich hier.
Autor: Marcus Anhäuser· 05.10.09 · 12:26 Uhr· 0 Kommentare
02. Oktober 2009
Fünf Beutel Tütensuppe decken deinen täglichen Vitaminbedarf
Kategorie: Medizin · Kommentare: 13
... und weil wir gerade dabei sind.
Zu welch absurden Marketingversprechen das Ansinnen führt, auch Tütensuppen könnten etwas zu deiner Gesundheit beitragen, das verdeutlicht sehr schön das folgende Beispiel, das mir gerade in die Hände fiel.
Man zähle schnell zusammen: 5 Beutel in der Packung, jeweils mit 20 % Vitaminen (dass sich das auf den Tagesbedarf bezieht, erfährt man etwas weiter unterhalb der 20 % und dann, wenn man den Beutel heraus holt), zack, hat meinen seinen Tagesbedarf gedeckt. Super.
Wer braucht da noch Vitamin-Tabletten?
Fällt so was eigentlich noch unter Lebensmittel oder ist das schon Nahrungsergänzungsmittel? Wobei, eigentlich ist das ja ein Ergänzungsmittel in der Nahrung ...
Zusatz:
Auch Bier ist gesund, sagt der Arzt. (via Scienceblogs Tweets)
Zusatz 2:
Cola ist noch gesünder ... (via hockeystick tweet)
Autor: Marcus Anhäuser· 02.10.09 · 12:25 Uhr· 13 Kommentare
Stammzellen und DNA in der Kosmetik
Kategorie: Medizin · Kommentare: 6
Hier mal zwei Beispiele, die sehr schön zeigen, wie sehr die Kosmetikbranche daran interessiert ist, als medizinisch-wissenschaftliche Branche zu gelten. Der Punkt ist: beide suggerieren, die Forschung und ihre Produkte hätten Zugriff auf DNA bzw. Stammzellen.
Wenn dies tatsächlich so wäre, und man das zu Ende denkt, müsste man dann nicht konsequenterweise fragen: "Sagen Sie mal, wenn Sie mit ihren Cremes und anderen Mittelchen DNA und Stammzellen beeinflussen können, wie verhindern Sie eigentlich, dass das nicht aus dem Ruder läuft? Stammzellen zum Wachstum anzuregen, kann das nicht auch zu übermäßigem Wachstum führen, ich will gar nicht das Wort Tumor verwenden? Und die DNA anzuregen/zu verändern oder was auch immer Sie damit machen. Können Sie ausschließen, dass da nichts schief geht, nichts kaputt geht, mutiert (da wir schon von DNA sprechen), wenn ihr Produkt so tiefgreifend ist?"
Denn wie wir aus der Medizin wissen: Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
So was müsste man eigentlich mal fragen, oder?
Hier also die Beispiele. Zum einen eine einseitige Werbung für die Forschung von Estée Lauder. Zum anderen ein "Interview" mit der Lancome Forschungschefin. Beide Ausschnitte stammen aus dem Vogue-Jubiläumsheft, Ausgabe Karl Lagerfeld.
Der Preis für die folgende Creme ist bei der ganzen Forschung natürlich mehr als angemessen, finde ich. Übrigens in der Medline habe ich zwei Forschungsartikel von Lancome gefunden und 38 Artikel von Estee Lauder.
Nachtrag: Nicht, dass wir uns falsch verstehen. In der Kosmetik-Branche gibt es sicher gute Forschung. Ob diese aber tatsächlich zu den Ergebnissen führt, die das Marketing suggeriert, da bin ich skeptisch (Berufskrankheit).
Nachtrag 2: Liebe Vogue-Redaktion, ich möchte ihnen zu Ihrem Jubiläum gratulieren. Ich verstehe natürlich, dass man das gebührend feiert und drei Versionen einer Ausgabe herausbringt (Weber, Lagerfeld, Lindbergh). Und natürlich müssen die Hefte dann besonders fett werden, in jeder Hinsicht. 730 Seiten ist kein Pappenstiel. Nur eines müssen Sie mir erklären. Warum beginnt ein Interview mit Karl Lagerfeld auf Seite 584, unterbricht dort und geht erst auf Seite 704 weiter?
Autor: Marcus Anhäuser· 02.10.09 · 11:05 Uhr· 6 Kommentare
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