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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest. Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.

Archiv Juli 2009

25. Juli 2009

Ein homöopathisches Pils: Strong stuff

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 28

Warum gibt es eigentlich keine Alternative Medizin in der Notfallaufnahme? Aus demselben Grund, weshalb es keine homöopatischen Alkoholika gibt: Es wirkt nicht.

via Stationäre Aufnahme


Autor: Marcus Anhäuser· 25.07.09 · 19:48 Uhr· 28 Kommentare

21. Juli 2009

Stell Dir vor, Obama ruft Dich an ...

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 15

Klassischer Fall von: Was wäre wenn? Obama bittet Blogger um Hilfe, für seine Gesundheitsreform zu werben (macht er tatsächlich). Und dann (das muss man sich jetzt vorstellen) ruft er ausgerechnet Dich an, oder mich oder die Jungs von Stationäre Aufnahme (wobei, die müsste er anmailen, wegen anonym und so) oder uns alle in einer Livekonferenz mit einer Bitte: "Blogger helft mir."

Obama.png

Begründung laut Huffington Post:

"I know the blogs are best at debunking myths that can slip through a lot of the traditional media outlets," he said. "And that is why you are going to play such an important role in our success in the weeks to come."

Das wirft doch Fragen auf, über die sich Blogger herrlich streiten können. Zum Beispiel:

Ist das ein unmoralisches Angebot? Lassen ehrenwerte Blogger sich so instrumentalisieren? Ist der Präsident etwas anderes als Vodafone? Wie viel Honorar kann ich verlangen? Oder ist es mir eine Ehre?

Kommt Leute: Es ist eine "Was wäre wenn?-Frage". Wärt Ihr dabei? Das sind ja Sachen, die irgendwann mal geklärt werden müssen. Nicht, das irgendwann tatsächlich ein Präsident oder die Kanzlerin anruft und einen von uns um Hilfe bittet.

Es muss ja auch nicht Gesundheit sein. Es könnt ja auch Raumfahrt sein. Da wäre dann Florian und Ludmilla gefragt: "Trommelt für unsere Politik eines bemannten Flugs zum Mars." Oder so.

Zusatz: Lasst uns Punkte wie "Boah, dich ruft der bestimmt nicht an, weil ..." direkt mal überspringen. Oder auch: "Die deutsche Bloggerszene ist doch viel zu unbedeutend." usw. Oder: "Ihr leidet unter Selbstüberschätzungen."

Stellt Euch vor, das Telefon klingelt ...

Als Journalist, kann ich das natürlich nicht machen. Mich vor einen Karren spannen lassen ... Das geht ja gar nicht ...Womöglich noch ohne Honorar ...

Zusatz 2: Aber vielleicht ist das der Unterschied zwischen USA und Deutschland. In USA meldet sich Obama, bei uns nur Vodafone ...


Autor: Marcus Anhäuser· 21.07.09 · 15:50 Uhr· 15 Kommentare

20. Juli 2009

Apollo 11: Das Bild, auf dem alles drauf ist

Kategorie: Kultur·Themenwoche  ·  Kommentare: 4

Zur Feier des Tages, ein Ausschnitt aus einem meiner Lieblingsbilder von der Apollo 11 Mission:

Neil Armstrong fotografiert Buzz Aldrin. In dessen Helmvisier spiegelt sich der fotografierende Armstrong, der Adler, die Mondoberfläche und ... die Erde. Ein winzig, kleiner Punkt am oberen Rand des Visiers.

Apollo.png

Das ganze Bild gibt es natürlich hier bei der NASA zu sehen. Übrigens eines der wenigen Bilder, auf denen Neil Armstrong zu sehen ist. So ist es ja immer beim Ausflug: Wer die Kamera hat, ist selten auf den Fotos.

Gentlemen, erhebt die Gläser ...

Geht einfach alle nach Hause, ihr "Moonhoaxer", die Ihr daran glaubt, dass diese beiden Jungs und all die anderen nicht da oben waren. Mann, so ein Schwachsinn. (Das kommt aus vollem Herzen und musste jetzt mal sein ...).

Für die nüchterne Betrachtung, bitte hier lang.

Nachtrag 20.7.:

Kollege Alexander Stirn hat Buzz Aldrin interviewt, und ihn auch nach den Mondlandungsleugnern gefragt:

Was erwidern Sie eigentlich Menschen, die behaupten, Buzz Aldrin und all die anderen Astronauten waren nie auf dem Mond?

Ich rede nicht mit denen. Warum sollte ich auch? Diese Menschen benutzen mich, um Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. So jemand tut mir einfach nur leid.

Er Angeblich hat er auch mal jemandem eins auf die Nase gegeben ... (Folgen Sie dem Link im Kommentar)


Autor: Marcus Anhäuser· 20.07.09 · 08:05 Uhr· 4 Kommentare

08. Juli 2009

Umfrage: Wie lange dauerte Eure Doktorarbeit in Medizin?

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 39

Der Doktortitel in der Medizin ist ins Gerede gekommen. Die EU will ihn offenbar nicht dem Ph.D. gleichsetzen und auch in Deutschland gibt es Kritiker.

Vorwurf: Doktorarbeiten in der Medizin werden oft neben dem Studium gemacht, in kürzerer Zeit als in anderen Fächern. Folge: Der wissenschaftliche Mehrwert sei oft sehr gering.

Zusammengefasst hat die Problematik Julia Bönisch in ihrem SZ-Beitrag "Dr. med. Dünnbrettbohrer."

Ich habe einen Bekannten der in Medizin promoviert hat und da dachte ich auch schon: "Verglichen mit einer Doktorarbeit in Biologie, ist das ja eher dünn drüber/schnell geschossen."

Von daher bestätigt der Artikel mein Vorurteil.

Aber: Erzählt doch mal. Wie lange hat Eure Doktorarbeit gedauert? Ist der deutsche Dr.-Titel zurecht in Verruf?

Ab jetzt.

P.S. Ich habe nicht promoviert.


Autor: Marcus Anhäuser· 08.07.09 · 15:00 Uhr· 39 Kommentare

07. Juli 2009

Ob er durch die Straßen von San Francisco wandelt ... ?

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Karl Malden ist vor einigen Tagen im Alter von 97 Jahren verstorben.

Ich weiß gar nicht wie er zur Serie, in der er den Lieutenant Mike Stone spielte, stand. Aber der Soundtrack hat ihm vielleicht auch gefallen.

Mir ist er einer der liebsten.

via Fernsehlexikon.


Autor: Marcus Anhäuser· 07.07.09 · 11:16 Uhr· 1 Kommentar

06. Juli 2009

Spiegel-Autor wäre an wegen Homöopathie "fast verreckt" (Update: 7.7.)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 42

Was für Bekenntnisse dieser Tage. Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe outet sich als Atheist und Dawkins-Fan, wie Florian berichtet. Der nicht ganz so bekannte Spiegel-Autor Henryk M. Broder äußert sich in einem Selbsterlebnis-Bericht zum Thema "Atemaussetzer im Schlaf (Apnoe) und wie mich die Apotheken-Umschau dazu brachte, das untersuchen zu lassen" in einer Weise, die auf hier nicht unbeachtet bleiben sollte.

Er schreibt, als er erklärt, was er seinem behandelnden Arzt verschwiegen hatte:

"... und sage nicht einmal, dass ich mich vor Jahren in die Hände von Homöopathen begeben habe und daran fast verreckt wäre. Jetzt vertraue ich der Apparatemedizin, voll und ganz. ..."

Lieber Henryk M.Broder, das würde uns (den Sb-Bloggern) hier natürlich gefallen, wenn Sie uns das mal detaillierter beschreiben könnten, wie das mit dem "verrecken war". Oder handelt es sich nur um so einen lockeren, journalistischen Spruch, der gerade so schön in den Artikel passt? (bitte Update 7.7. weiter unten beachten)

Das mit der Apparatemedizin bezieht sich wahrscheinlich auf das konkrete Problem der Apnoe und lässt sich nicht verallgemeinern, oder?

Die Müdigkeit am Morgen war übrigens nicht Apnoe-bedingt. Ein gar nicht so schlechtes Beispiel dafür, was das Lesen der Apotheken-Umschau anrichten kann.

Zusatz:
Das Ganze ist übrigens deswegen so bemerkenswert, weil man ja meistens nur den umgekehrten Fall zu hören bekommt: "Also, ich war beim Homöopathen und bei mir hat´s geholfen." Wer diese Argumente zählen lässt, muss muss sich natürlich auch Broders Spruch anhören.

Das wäre doch mal was für die künftigen Diskussionen: Anstatt zu erklären, warum das persönliche Erlebnis nur einen bedingten Aussagewert hat, entgegnen wir einfach: "Ja, mag sein, aber Broder wäre fast dran verreckt."

Update 7.7.:
Berechtigterweise war in den Kommentaren die Frage aufgekommen, warum Herr Broder fast wegen Homöopathie verreckt wäre.

Ich habe ihn per E-Mail befragt. Er hat prompt geantwortet und mir gestattet, seine sehr persönliche Erfahrung zu veröffentlichen (für Kinder unter 16 teilweise nicht geeignet).

Antwort Henryk M. Broder, der wegen einer chronischen Darmentzündung einen Homöopathen aufgesucht hatte:

"während ich langsam ausblutete und immer schwächer wurde, bekam ich kleine weisse pillen vom homöopathen, der jeder verschlechterung meines zustands mit zufriedenheit zur kenntnis nahm: "das ist nur die erstverschlimmerung". und als ich kaum noch gehen konnte, hat er mich zu einer geistaustreiberin geschickt. - wenn ich ihn jemals wieder treffe, polier ich ihm die fresse und schick ihn hinterher zu einem seiner kollegen statt zu einem arzt."


Autor: Marcus Anhäuser· 06.07.09 · 13:00 Uhr· 42 Kommentare

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