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Lässige Texte über haarsträubende Wissenschaft und den ganzen Rest.
Marcus Anhäuser betreibt Plazeboalarm seit April 2005. Er ist Wissenschaftsjournalist in Dresden und Leitender Redakteur von medien-doktor.de.
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25.11.08 · 14:06 Uhr
Das Gott-Gen befindet sich genau ... hier
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Journalisten wussten es ja schon immer, schließlich waren wir es, die Genen ganz spezifische Funktionen zuschrieben: Gene für Falten, Gene für Haarwuchs, Gene für Starrsinn und Wehleidigkeit und sicher haben wir auch schon über Gene für Mord und Totschlag geschrieben. Jetzt bekommen wir Unterstützung von Wissenschaftlerseite.
Wissenschaftsjournalisten werden oft dafür gescholten, die Ergebnisse der Wissenschaft unangemessen zu vereinfachen (kein Link jetzt zu aktuellen Kommentarschlachten auf Scienceblogs ;-)). Damit erwiesen wir der Wissenschaft einen Bärendienst. Es würde zu stark vereinfacht, was Missverständnisse hervorrufe, anstatt echte Erklärungen zu liefern. Klassisches Beispiel ist die beliebte Floskel des "ein Gen für XY" ( hier 442.000 Beispiele )
Das Gen für Mord und Totschlag gebe es natürlich nicht, sondern lediglich ein Gen, das bei Vorhandensein letztlich das Ablesen eines anderen Gens steuert, das, wenn es abgelesen wird, die Information liefert für die Produktion einer Substanz, die, wenn sie in überdurchschnittlich hoher Menge im Körper vorhanden ist, den Besitzer dieses Gens dazu bringt aggressive Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die unter Umständen (und hier zeigt sich der Einfluss der Umwelt, den man immer berücksichtigen muss) zur Verletzung und sogar zum Ableben einer anderen Person führen kann.
Doch wir haben gar nicht so falsch gelegen:
Ein Wissenschaftler (weißer Kittel!) namens John Cleese bestätigt gleich eine ganze Reihe dieser Gene mit ganz spezifischen Funktionen, darunter das Gott-Gen. Und wenn schon Wissenschaftler diesen Sprech benutzen, was wollte man dann Journalisten dafür prügeln. Aber sehen Sie selbst:
Mehr davon gibt´s hier.
Autor: Marcus Anhäuser· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Im Großen und Ganzen witzig und gelungen.
Aber eins macht mich stutzig. Hat er tatsächlich in einem Nebensatz fundamentalistische Religion mit "reduktionistischer Wissenschaft" gleichgesetzt? Da bin ich von John Cleese enttäuscht, dass er sich diesen Kampfbegriff von Esoterikern und Wissenschaftsfeinden aller Art völlig unkritisch aneignet.
Und ich denke nicht, dass er das nicht auch so gemeint hat.
Leider hat schon jemand anders festgestellt, dass John Cleese - sagen wir mal - ein bisschen ins Esoterische abdriftet: Telekinese, Wunderheilung, Nahtoderfahrungen etc. http://www.timeblog.de/2008/11/23/auch-du-john-cleese/
Schade und wieder ein großer Geist auf Abwegen ;-(