Blog durchsuchen
Profil
Ludmila Carone hat in ihrem Leben Raumsonden nach ihrem Willen tanzen lassen, extrasolare Planeten mitentdeckt und die dynamische Entwicklung von Planetensystemen simuliert.
Letzte Einträge
- Geschenke!6 Kommentare· 25.05.12
- Bestanden!23 Kommentare· 22.05.12
- Neun Jahre Doktorarbeit - na und?36 Kommentare· 28.04.12
- In eigener Sache: Erst mal Blogpause20 Kommentare· 19.02.11
- 9 Million Bicycles - jetzt wissenschaftlich korrekt14 Kommentare· 28.01.11
Kommentare
- nihil jie · 03.06.12 · 18:45 Uhr Geschenke!
- Ludmila · 30.05.12 · 16:23 Uhr Was war vor dem Universum?
- Ουδεις · 26.05.12 · 16:51 Uhr Tik - Tik - Tik- Tiktaalik
- Dennis · 26.05.12 · 15:35 Uhr Die Verschwörung um die wachsende Erde
- bernsteinmann · 26.05.12 · 08:28 Uhr Bestanden!
Blogroll
Deutsche Wissenschaftsblogs- Fischblog - Naturwissenschaft und mehr
- Wissenswerkstatt
- Evil under the Sun
- Begrenzte Wissenschaft
- Klimakrise
- Kosmologs
- ScienceBlogs.de
- ScienceBlogs.com
- Holiday Junction
- Chemiestudent Online
- Esowatchblog
- Bad Astronomy Blog
- Bad Science
- Built on Facts
- Planetary Society Weblog
- Real climate
- Cosmic Variance
- Pharyngula
- Overcoming Bias
- Modern Mechanix
- Backreaction
- Denialism Blog
- Built on Facts
- Not exactly rocket science
- Cosmos 4 U
- Cocktail Party Physics
- Cognitive Daily
- Female Science Professor
- Not Exactly Rocket Science
- On Becoming a Domestic and Laboratory Goddess
- Sciencebased medicine
Kategorien
Archiv
- Mai 2012
- April 2012
- Februar 2011
- Januar 2011
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Frühere Beiträge
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
10.07.10 · 12:28 Uhr
Die Lutetia-Messkampagne
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 3
Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen des Rosetta Radio-Science Teams vor dem großen Rendezvous heute abend.
Um 18:10 ist es also soweit. Wir werden Rosetta in 3162 km Entfernung an dem Asteroiden Lutetia vorbeifliegen lassen, von dem wir auch über seine Zusammensetzung nicht so viel wissen: Fluffiger Gesteinsbrocken? Kompakter Körper mit Metallanteil? X? Das Ergebnis steht noch - im wahrsten Sinne des Wortes - zwischen den Sternen ;-)
Da ist so eine Massebestimmung, wie wir sie hier vorhaben, nicht ganz unwichtig. Die Kameras werden auch knipsen, andere Instrumente werden aus der Nähe die chemische Zusammensetzung des Oberflächenmaterials analysieren. Diese Zutaten schmeißen wir dann alle zusammen und werden versuchen ein konsistentes Bild zu rekonstruieren.
Zurück zum Rosetta Radio Science Team. Wir überwachen den Funkverkehr. Allerdings nicht, um dem Kontrollzentrum in die Karten zu schauen. Die Kommandos, die da übertragen werden, interessieren uns nicht. Für uns von Interesse sind die Eigenschaften des Signals selbst, das hier auf der Erde mit großen Radioantennen aufgezeichnet wird.
Dieses Signal sagt uns nämlich: "Hallo, hier Rosetta. Ich bewege mich mit Geschwindigkeit y relativ zu Euch". Der Doppler-Effekt macht's möglich. Wir erwarten, dass der Asteroid Lutetia über seine Massenanziehungskraft die Bahn des Asteroiden "stört" und wir dadurch seine Masse herauskriegen. Dafür sind wir aber natürlich darauf angewiesen, möglichst die ganze Zeit des Vorbeiflugs über Funkkontakt mit der Erde zu halten.
Wenn Ihr wissen wollt, wie die "Gravitationssignatur" des Asteroiden aussieht, dann möchte ich Euch bitten, den folgenden Link anzuklicken: Doppler-Effekt auf Rosetta. (Bild: [Pätzold et al., 2010 in A&A])
Wie man deutlich erkennt, ist die "Störung" zum Zeitpunkt der größten Annäherung am größten. Das würden wir ja auch erwarten. Man sieht auch, dass sich die Bahn des Asteroiden um einen merklichen Beitrag geändert hat, wenn sich die Sonde wieder vom Asteroiden entfernt. Das ist wichtig, um abzuschätzen, wie genau wir die Masse vermessen können.
Denn leider wird es vermutlich nicht möglich sein, die ganze Zeit des Vorbeiflugs über, Funkkontakt mit der Erde zu halten. Andere Teams wollen ja auch messen, Rosetta flitzt mit 15 km/s daher, die Sonne darf auf verschiedene Teile nicht drauf, soll dafür aber vor allem die Sonnenkollektoren treffen etc. pp. Außerdem kann immer was dazwischen kommen.
Das Radio Science Team hat daher ausgehend von der Annahme, dass Lutetia ein fluffiger halbwegs runder Gesteinsbrocken mit einem Radius von etwa 47 km ist, ausgerechnet, wie genau man die Masse bestimmen könnte:
| Scenario | Genauigkeit der Massebestimmung |
| Keine Unterbrechung | 2,9% |
| Abruch des Funkkontakts 20 min vor der größten Annäherung , kein Kontakt hinterher | 26% |
| Abruch des Funkkontakts 5 min vor der größten Annäherung , kein Kontakt hinterher | 9% |
| Abruch des Funkkontakts 10 min vor der größten Annäherung, Wiederaufnahme des Kontakts 120 min nach der größten Annäherung | 4,2% |
Sorry für das seltsame Format der Tabelle, aber ich kämpf hier gerade mit der Kompatibilität der Blogsoftware mit html-Code.
Im besten Fall - bei voller Abdeckung - wiegen wir die Masse auf ein paar % genau. Im schlimmsten Fall, wenn der Kontakt relativ früh verloren geht und wir hinterher für ein paar Stunden keinen Funkkontakt kriegen (was wir nicht hoffen wollen) sind wir bei 26% Fehler. Das geht sogar noch, um zwischen C-Typ und M-Typ zu unterscheiden. Fehler in der Masse gehen in die Dichte nur proportional ein, Fehler im Radius (also der Form) dagegen mit der dritten Potenz. Dichte ist Masse /Volumen und das Volumen einer Kugel ist eben 4/3 PI *R hoch 3.
Aber auch mit moderaten Lücken könne wir sehr gut leben. Es reicht im Prinzip schon zu messen, wie die Differenz zwischen Geschwindigkeit unmittelbar vorher und unmittelbar nachher ist, weil der Asteroid der Sonde einen winzigen Kick gibt. Alternativ könnte man versuchen möglichst die steilen Flanken in der Nähe der größten Annäherung "zu kriegen".
So oder so. Ein paar Prozent Messgenauigkeit erscheint sehr, sehr realistisch. Übrigens kriegen wir die Daten zur Auswertung erst nach dem Vorbeiflug zur Auswertung. Und die wird ein bisschen dauern. Wenn alles gut geht, werdet Ihr demnächst was in Nature oder Science lesen ;-)
--------------------------
(2010-06-30) Pre-flyby estimates of the precision of the mass determination of asteroid (21) Lutetia from Rosetta radio tracking. Astronomy . DOI: 10.1051/0004-6361/201014325
Autor: Ludmila Carone· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- Nach der Apokalypse: Was passiert, wenn der Weltuntergang nicht kommt?Astrodicticum Simplex· 28.05.2012
- Der Schatten des Mondes und der Ring aus FeuerAstrodicticum Simplex· 22.05.2012
- Wissenschaftsjournalismus: Wer ist wichtig genug, um Nachrichten mit Sperrfrist lesen zu dürfen?Astrodicticum Simplex· 30.05.2012
- Der Venustransit 2012: Astrologie und selektive WahrnehmungAstrodicticum Simplex· 01.06.2012
- Wenn schwarze Löcher zusammenstoßen...Astrodicticum Simplex· 27.05.2012
Top5
- WSC - Tag 3: Anleitung zur Subversion, Missbrauch der Wissenschaft gegen Frauen... und James Randi!Kritisch gedacht· 22.05.2012
- Nach der Apokalypse: Was passiert, wenn der Weltuntergang nicht kommt?Astrodicticum Simplex· 28.05.2012
- Der Venustransit 2012: Astrologie und selektive WahrnehmungAstrodicticum Simplex· 01.06.2012
- Ein Krawumm geht um die Welt (6): James Randi!Astrodicticum Simplex· 21.05.2012
- Rauchende Sonnenschirme, Chemtrails und andere zusammenhanglose Fotos aus WienAstrodicticum Simplex· 24.05.2012

Kommentare (3)
Die Blogsoftware verwendet jeden Zeilenumbruch im Quelltext. Wenn du alle Zeilenumbrüche innerhalb der Table-Tags entfernst (Gesamte Tabelle auf eine Zeile), entfällt auch die große weiße Fläche über der Tabelle.
Und wie schwer ist das Ding jetzt?
Ja, Florian, da werd ich drüber berichten, wenn ich darf. Die Europäer sind da anders gestrickt als die Amis. Die wollen erst das Ergebnis in trockenen Tüchern haben, bevor sie es rausgeben. Es wird also etwas dauern, bevor ich es verlauten darf.
Aktuell hab ich ne Wette laufen. C-Typ gegen M-typ.