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Ludmila Carone ist Planetologin an der Universität zu Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung.
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29.06.10 · 07:08 Uhr
Natriumarmes Salz
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 44
Da hab ich doch letztens in meinem Kurzurlaub in den Niederlanden etwas Seltsames im Supermarkt gesehen:
Ein um 70% natriumreduziertes Salz.
Genauer gesagt besteht dieses Salz zu 30% aus normalem Kochsalz, also Natriumchlorid, und zu 70% aus Kaliumchlorid.
Interessehalber hab ich mal die Toxizität beider Stoffe recherchiert. Wenn man nämlich beide Salze in Massen aufnimmt, kann man sich töten. Wobei Natrium- und Kaliumchlorid ähnlich giftig sind: Die mittlere letale Dosis (LD50) (die Dosis welche durchschnittlich 50% aller Personen tötet) beträgt bei oraler Einnahme für Menschen ungefähr 2.5 g KCl pro kg Körpergewicht. Man müsste also bei einem Körpergewicht von 75 kg insgesamt 190g Kaliumchlorid zu sich nehmen. Die LD50 für Natriumchlorid - unser Kochsalz - ist etwa 3g/kg.
So weit zur Sicherheit dieses Salzgemisches.
Wie sieht es aber mit dem Geschmack aus? Eure furchtlose Sciencebloggerin hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Selbstversuch zu starten.
Fazit: Das Kalium-/Natriumchlorid-Gemisch schmeckt schon salzig. Aber wesentlich weniger salzig als reines Natriumchlorid. Außerdem hat es im Abgang einen leicht bitteren Nachgeschmack. Das wird allerdings wahrscheinlich nicht weiter auffallen, wenn man damit kocht. Ich hätte es mir eigentlich schlimmer vorgestellt.
Nur, wozu? Um die gewohnte Salzigkeit zu erreichen, muss man mehr von diesem "Salz light" nehmen. Kommt also letztendlich auf dasselbe hinaus. Außer, dass man eben auch ein bisschen mehr Kalium zu sich nimmt. Wenn Ihr also dieses "Salz light" in einem Regal seht - unter diesem Namen scheint es in Deutschland vertrieben zu werden - dann könnt Ihr es getrost stehen lassen. Dann lieber bewusst natriumarm kochen, statt dieses überteuerte und recht zweifelhafte Ausweichprodukt zu verwenden.
Eigentlich also ein Fall für den Plazeboalarm.
Autor: Ludmila Carone· 44 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (44)
Hab hier schon lange nicht mehr reingeschaut, weil Du schon so oft gezeigt hast wie wenig Ahnung Du von irgendwas hast. Aber Natrium armes Salz war dann ja doch zu interessant. Leider aber wieder das selbe: Dummes Gelaber das versucht irgend wie auch beim Eso-bashing mitdabei zu sein anstatt erst mal herauszufinden welche Rolle Salz (ueber die Salzigkeit hinaus) ueberhaupt beim Kochen spielt. Also, dies ist das letzte mal das ich in diesem Blog vorbeischaue.
@anonymous:
Troll harder.
JustMe·
29.06.10 · 08:29 Uhr
Wir werden Ihre wohlfundierten Kommentare und superben Umgangsformen schröcklich vermissen.@anonymous: Juhu, ein Kommentarbereich weniger, in dem es zu Unfreundlichkeiten kommt.
war auch sehr verwundert als ich in den usa im supermarkt salz kaufen wollte - da scheint es auch nur das salz mit weniger natrium zu geben.
aber wenn wir kalium sowieso schon tonnenweise auf pflanzen kippen, dann kann man es ja auch direkt ins essen kippen :)
Der Kommentar von Anonymous war unfreundlich aber so ganz unrecht hat er nicht. Vielleicht sollte man ein bisschen recherchieren bevor man die Pferde scheu macht. Natriumarmes Salz bei dem Natrium durch Kalium oder oft auch Magnesium ersetzt ist kann bei entsprechenden Mangelerscheinungen hilfreich sein. Patienten die Diuretika einnehmen schwemmen oft mehr Kalium aus dem Körper aus und das führt unter anderem zu Krampfneigung. Menschen mit Untergewicht haben oft das gleiche Problem. Bananen sind zwar auch gute Kalium Lieferanten aber manchmal reicht das nicht. Kalium Tabletten sind deutlich teurer. Salz Light enthält meistens neben NaCl auch KCl und Mg-Verbindungen.
@anonmymous:
Jörg Friedrich hat Dir zumindest einen eigenen !!! vor Bewunderung zerfließenden Artikel, gewidmet:
http://www.scienceblogs.de/arte-fakten/2010/05/in-eigener-sache-wellensittich-und-spatzen.php
Ich hatte ja gleich den Verdacht, dass dieser Artikel nur geschrieben war, um kritische Kommentatoren zu diffamieren, da Dein Beitrag zu der Diskussion damals nur darin bestand, so wie hier, unqualifiziert zu hetzen. Vielen Dank, lieber anonymous, für dieses kanarienvogelmäßige Verhalten und hoffentlich auf Nimmerwiedersehen.
@Anne:
Und für diese Zielgruppe wird die gesamte Bevölkerung "Kaliumgesalzen"? Da suche ich mir, wenn ich nicht unter diesen Krankheiten leide (und ich frage mich, ob dann nicht eine entsprechende Medikation sinnvoller wäre) doch lieber ein normales Salz aus. Mit was genau hat anonymous "nicht so unrecht"? Den Punkt kann ich nicht finden.
@Anne
Sollte das Salz dann nicht besser mit dem Attribut "kaliumreich" statt "natriumarm" beworben werden? Dann könnten die Betroffenen auch ohne chemische/physiologische Kenntnisse entscheiden, was sie brauchen.
Vorab: Super Artikel. Ich lachte sehr.
@Anonymous:
Sowas ärgert dich? Das ist ja nicht gegen das: Vor einem Jahr hab ich mir für ca. 300 Euro die Casio EX-S770 Kamera gekauft. Diese war im Sommer schon schrott, weil irgendwie Sandkörner in die Kamera gekommen sind. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Strandnähe war. Kostete mich dann 100 Euro Reperatur, weil Casio dafür keine Garantie übernehmen wollte. Vor zwei Monaten hab ich sie zurückbekommen. Heute dann der nächste Schaden: Das Display ist kaputt. Einfach so. Ohne Display ist die Kamera aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Casio sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel für eine Kamera ausgegeben habe, die innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal kaputt ist. Und mich jetzt wieder mit dem Casio-Support rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Geld dafür auszugeben.
Kaliumchlorid dient als Austauschsalz für Kochsalz bei Bluthochdruck, damit das Essen wenigstens ein bisschen Geschmack bekommt.
Ich vermute mal das es auch in den Niederlanden völlig normales Salz zu kaufen gibt. Die "gesamte" Bevölkerung wird also kaum betroffen sein. Da Sie und ich beide lesen können, sind wir ja zum Glück in der Lage zu entscheiden ob wir dieses Salz kaufen wollen oder nicht. Warum soll eine entsprechende Medikation sinnvoller sein? In der Regel wird Ihnen ein Arzt bei Kaliummangel nicht gleich ein Medikament verschreiben sondern eine kaliumreiche Ernährung empfehlen (ich spreche da aus eigener Erfahrung). Natürlich gibt es in der Apotheke oder Drogerie entsprechende Tabletten. Die sind meistens um mehrere 100% teurer und enthalten das Gleiche. Man kann sich trefflich über den Sinn und Unsinn dieses Salzes streiten. Ich wusste bisher nicht das es sowas gibt und werde es mir jetzt besorgen und es auch einer Freundin empfehlen die das gleiche Problem hat.
"Dummes Gelaber das versucht irgend wie auch beim Eso-bashing mitdabei zu sein anstatt erst mal herauszufinden welche Rolle Salz (ueber die Salzigkeit hinaus) ueberhaupt beim Kochen spielt."
Dieser Satz ist mit Sicherheit überspitzt und unfreundlich aber genau damit hat er in gewisser Weise recht. Ich habe versucht auf zu zeigen warum. Niemand muß das akzeptieren. Ich habe keinen Anspruch auf die alleinige Weisheit, sondern nur eine andere Meinung als Ludmila. Es gibt Gründe dieses Produkt zu kaufen. Es ist günstiger als vergleichbare Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Taxofit Magnesium + Kalium Tabletten. Wer über wirklich sinnlose Nahrungsmittel lesen will sollte sich mal bei www.foodwatch.de informieren.
Danke Ludmila für diesen Artikel. Ich konnte wieder mal herzlich lachen über diesen Unsinn.
Aber natürlich bleibt mir auch ohne das salzarme Salz ein bitterer Nachgeschmack. Wieder mal wird die mangelnde (chemische) Bildung der Menschen in Verbindung mit einer generellen Ängstlichkeit gegenüber allem Chemischen schamlos ausgenutzt um völlig zweckfreie Produkte an den Mann (und natürlich die Frau) zu bringen. Oder wissen die Hersteller solcher Produkte es selber gar nicht besser und wähnen sich auch noch in der Rolle der barmherzigen Samariter?
verschiedene Salze gibt es hier, auch natriumarmes Salz. Leider wird der Kaliumgehalt nicht angegeben.
http://www.salzwelten-shop.at/de/bad-ischler/kristallsalze
in der Apotheke ist es noch teurer.
Am billigsten müßte eigentlich KCl als Streusalz im Winter sein.
@Anne:
"...welche Rolle das Salz beim Kochen spielt" ... ist doch etwas vollkommen anderes als "Patienten mit Diuretika oder Untergewicht". Also hat anonymous weder Recht noch einen Punkt ausgeführt. Und Du hast von etwas ganz anderem gesprochen, kannst ihm also gar nicht Recht geben. Das hatte ich bei Deinem ersten Kommentar nicht verstanden und im Deinem zweiten hast Du diesen Nicht-Zusammenhang bestätigt. Das bestätigt mich auch darin, dass ich lesen kann.
Und noch einmal ganz ehrlich, bei den von Dir genannten gesundheitlichen Problemen würde ich die Finger von Selbstmedikation per teurem Subsitutionssalz aus Holland lassen.
@Anne:
"Ich vermute mal das es auch in den Niederlanden völlig normales Salz zu kaufen gibt."
Na ja, in Deutschland ist es nicht ganz so einfach, Salz ohne Fluorzusatz zu finden. Insofern wird hier eine generalisierte "Medikation" vorgenommen, die ich für extrem unnötig halte.
@Anne: Klar, es ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt, dass Ihr jetzt eine billigere Alternative zu den bisherigen Produkten habt. Und danke für den Hinweis, dass das für Euch gar nicht so schlecht ist.
ABER worum es in dem Artikel eigentlich ging ist, dass es ist ziemlich offensichtlich ist, dass hier der Markt des "functional food" - also für weite Teile der Bevölkerung unnötige und überteuerte Produkte - bedient wird, die aber gekauft werden, weil es halt irgendwie gesund klingt.
Leute ganz ehrlich: Wenn auf der Salz-Packung "bewusst salzen" steht und damit geworben wird, dass es natriumarm ist und ich erst im Kleingedruckten erfahre, dass hier schlicht NaCl durch KCl ersetzt wurde, dann schließe ich also als normaler Konsument daraus, dass das hier was für Leute ist, die mehr Kalium zu sich nehmen sollten? Und wenn ich Deine Zielgruppe im Auge habe, dann stelle das auch noch zu den normalen Speisesalzen? Statt -hmm - vielleicht zu den Drogerieartikeln? Hand auf Herz! Würdest Du denn Dein Ersatzsalz, was Du nur aufgrund einer speziellen medizinischen Indikation brauchst, wirklich zwischen Salz, Zucker und Mehl suchen? Wohl kaum.
Ich denke, ich lehne mich nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn ich annehme, dass die Menschen mit Kaliummangel auch nicht den hohen Anteil an der Bevölkerung haben, dass es sich dafür lohnt ein neues Nahrungsmittel zu kreieren.
Und ja, da gibt es einige seltsame Produkte. Das hier ist halt das für mich Neueste und ich hab's zum Thema gemacht. Ich hab auch schon mal über dämliche Kopfschmerztabletten-Werbung geschrieben. Ich denke, der Placeboalarm in unmittelbarer Nachbarschaft schreibt über viel, viel mehr unnötige Dinge. Wobei unnötig. Ich hab letztens erst gelesen, dass gerade Ärzte gerne Vitamine als Placebos verschreiben. Weil die Patienten halt irgendwas verlangen. In so manchen Kommentarschlachten wird doch immer wieder von einigen Leuten die Berechtigung von Placebos verteidigt, die dann auch am besten teuer sein sollten. Insofern ist "unnötig" immer ein relativer Begriff, aber auch das führt schon wieder zu weit.
Und das Thema "natriumarmes Salz" hat erst einmal mit Esos rein gar nichts zu tun. Es sei denn man unterstellt, dass die für so etwas besonders empfänglich ist. Nur dummerweise kenne ich genügend gar nicht Eso-angehauchte Leute, die ebenfalls auf so etwas anspringen. Was für die Produzenten solcher Artikel natürlich super ist.
P.S.: Es ist natürlich immer angenehm, wenn die Leute das Thema weiterführen. Aber die Diskussionen hier über irgendwelche Sachen, die andere in den Text hineinlesen - die ich beim Schreiben gar nicht im Sinn hatte - oder Diskussionen, die woanders geführt wurden. Oder warum ich denn nicht viel lieber und besser über dies und jenes hätte schreiben sollen, die bediene ich hier nicht.
Ich hab halt über dieses Salz geschrieben und mich über die Aufmachung und die einleuchtende Intention auf der Beschreibung der Verpackung gewundert. So lang ist der Text auch wieder nicht, dass es sich dafür lohnt eine Textexegese inklusive vollständiger Charakteranalyse des Autors abzuliefern.
@Andrea N.D. & Anne: Würdet Ihr bitte die Diskussionen über den Kommentar von jemandem lassen, der schlicht in den Text irgendwas projiziert hat? Und Andrea, bitte ruhig Blut. Du schaukelst Dich hier gerade ziemlich hoch. Das ist es nicht wert.
@Andrea
Rewe, Netto, Aldi. Das günstigste für 30 cent das Pfund. Selbst Jodatfrei ist kein Problem.
@Anne
Wenn ich etwas als Natriumarm bewerbe, nach dem Motto: weniger Natrium, weniger Bluthochdruck bla bla blub, dann sagt das erstmal nichts über die Art des Substituts.
Ob man mit diesem Salz jetzt seine durch Schleifendiurethika verursachten Kaliummangel selbst behandeln sollte und welche Mengen da nun 'im Rahmen' liegen sind die nächste Frage.
Wenn ich allerdings 'natriumarmes' Salz kaufe, dann aber mehr brauche, damit es 'salzig' schmeckt, dann ist das halt für den Kunden totaler murks.
Und mehr wollte ich ansich auch garnicht schreiben. Im Eifer des Gefechtes habe ich zugegeben den Falschen verteidigt.
Zusammengefasst:
- Ich finde dieses Produkt nicht vollkommen sinnlos
- Wer lesen kann lese was draufsteht
- Es gibt weitaus schlimmere Beispiele für sinnlose und überteuerte Lebensmittel
- Der Beitrag ist ok aber mehr Recherche hätte ich mir gewünscht.
@Andrea
Danke. Das zu diskutieren würde den Rahmen hier deutlich sprengen.
@Silentjay:
Weiß ich, aber eben nicht überall.
@Anne:
Nix für ungut.
"Weitaus schlimmere Beispiele" ist kein Argument.
@Ludmila:
Sorry, hab mit Kalium äh Natrium das Blut wieder hinuntergebracht. "Charakteranalyse"? :-)
@topic: Tss, was es alles gibt. Mir erscheint "kaliumreich" auch ehrlicher als "natriumarm". Danke für den Hinweis.
ich hätte spontan wie Ludmilla gedacht, dass es sich um ein Produkterweiterung handelt, um all die Verbraucher zu erwischen, die Ratschlägen wie "esst weniger Salz" zum Kauf anzuregen. Von wegen hoher Blutdruck und so.
Ist natürlich Quatsch, weil das meiste Salz eh über Wurstwaren und Fertiggerichte aufgenommen sind, die dann oft fettreduziert sind, und deshalb noch mehr Salz enthalten, damit es wenigstens nach irgendetwas schmeckt.
HInzu kommt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, das eh nur ein Drittel der Leute mit Bluthochdruck "salzsensibel" sind, und also auf zu viel Salz mit Bluthochdruck reagieren.
Ob Kalium, dann keinen Effekt auf den Blutdruck hat? Keine Ahnung, aber wie gesagt, ist eh unnötig.
Mir erscheint "kaliumreich" auch ehrlicher als "natriumarm".
Ja klar. Ein Schnapps wird ja auch mit den % alkoholreich beworben zB mit 80% Inlander-Rum und nicht mit wasserarmer Rum.
Kaufen sie Rum mit nur 20% Wassergehalt- so eine Werbung würde ja kräftig in die Hose gehen. Es wollen halt alle ein Geschäft machen.
apropos Salz, das böse:
http://www.zeit.de/2010/26/M-Bluthochdruck-Salz?page=all
@wolfgang: Es kauft sich auch niemand Schnaps, um seinen Wasserhaushalt auszugleichen. Das ist schon ein sehr hinkender Vergleich hier. Und immerhin halten die Schnapshersteller, was sie bewerben: "Trink mich, dann kriegst Du Alkohol" Während das Salz hier nicht wirklich zu mäßigem Salzgenuss führt. Vor allem, wenn man sich weiter TK-Pizza in den Einkaufswagen tut. "Gesundheit" gibt's nun mal nicht abgepackt in kleinen Flaschen.
@Marcus: Oha, dann sollte ich vielleicht doch mal meinen Salzkonsum einschränken. Obwohl ich eher unter einer Hypotonie leide.
Kalisalz als Zuschlag für Speisesalz? Manche Menschen kommens chon auf schräge Ideen. Dass Kalisalz bitter schmeckt, kann dir jeder Geologe bestätigen, der mal Natrium und Kalisalz gegeneinander geschmacksgetestet hat.
Um mal Öl ins Feuer zu gießen: Ist das KCl wenigstens isotopenrein? SCNR
Nein. Aber elektrolytisch und isotonisch. Also beim Trinken nicht in die Steckdose fassen.
@ Ludmila
Wie Sie sich vorstellen können, fällt es mir nicht gerade leicht, Ihnen recht zu geben,
aber ich teile Ihre Ansicht, dass das hier ein ziemlich überflüssiger (Kauf)Artikel ist.
Aber das liegt im Trend. Man verlangt auch Cola light um abzunehmen (klappt garantiert nicht) kauft "milden" Pfeffer, was auch ziemlicher Blödsinn ist und verlangt beim Schlachter "mageren" Speck, weil Fett ja so furchtbar ungesund ist.
Aber wie auch in der Medizin (normale und alternative) kann mit Unsinn ordentlich Kasse machen. Man muß nur den Eindruck von "gesund" erwecken und es läuft.
Wieviel Meerwasser muss mann dann trinken bis es einen umbringt?
...
@Andrè
Wahrscheinlich bringt eine die Menge an Wasser um, bevor das darin befindliche Salz einen umbringt.
@Miesepeter
Fail, nein man stirbt nicht an der Wassermenge. Sondern man verdurstet, bzw man vertrocknet. Das Problem bei Meerwasser ist, das es hyperton ist, also einen höheren osmotischen Druck besitzt als die Körperflüssigkeiten, oder anders ausgedrückt das mehr Salz und andere Stoffe im Meerwasser gelöst sind, als in den Körperflüssigkeiten.
Das heißt man muss meer Wasser (volumen) trinken als das Meerwasser hat. Letztlich sinfd vermutlich kleine Mengen kein Problem, sollte man einige Liter trinken (die man zum Umbringen vermutlich braucht) wird man wahrscheinlich vorher erbrechen, es sollte daher schwierig sein sich damit tasächlich umzubringen. Es ist aber nicht ratsam Meerwasser zu trinken wenn man durstig auf einem Floß mitten auf dem Meer hockt.
@Dagda
Sicher hast Du recht mit deinen Ausführungen. Meine Aussage war auch mehr scherzhaft gemeint. Allerdings sagen neueste Forschungen auf diesem Gebiet (etwa 5 Jahre alt), dass man auf einem Floß treibend ruhig Meerwasser trinken kann, ohne dass das darin befindliche Salz einen schnell vor Durst verrückt werden oder gar einen sterben läßt. Auf Dauer natürlich nicht empfehlenswert. Meine Aussage, dass einen eher das Wasser umbringt, war natürlich sehr theoretisch und ohne Berücksichtigung automatischer Lebensrettungsmaßnahmen des Körpers (z.B. Erbrechen). Wenn man so an die 10 Liter Wasser auf einen Sitz verdrückt, so gerät der Salzhaushalt des Körpers derart durcheinander (Salz in Körperflüssigkeiten ist enorm wichtig, weil nur deshalb die elekrischen Impulse zur Steuerung der Nerven und damit der Organe funktioniert), dass man alle Anzeichen eines Vollrausches zeigt.
Das kann bei empfindlichen Personen auch zu Organversagen (keine "sinnvollen" Befehle mehr) führen. Das Salz von 10l Meerwasser dagegen sollte noch nicht tödlich wirken. Aber wer trinkt schon 10l Meerwasser auf einmal?
@miesepeter3: Das haben schon genügend Leute auch mit Süßwasser hingekriegt: Wasservergiftung.
Halten wir einfach fest, dass Salzwasser kein Durstlöscher ist und dass auch "normales" Wasser in Übermaßen ungesund ist. Auch hier ist das Schlüsselwort "Osmose".
Ach und miesepeter3:. Wenn Du schon, irgendwelchen Forschungsergebnisse anführst, dann wäre es echt nett, wenn Du wenigstens irgendeine Art Erklärung dazu hinzufügen könntest. Desweiteren wäre ein Link auch nicht schlecht.
Denn so Berichterstattung im Stil von "die Wissenschaft hat festgestellt" ist sehr problematisch. Hier ist das "Stille Post"-Prinzip zugange. Es wäre nicht das erste Mal, dass in der Originalarbeit auf einmal was ganz anderes drin steht, als das, was in den Zeitungen stand, weil der Journalist oder die PR-Abteilung was anderes gelesen haben, als der Forscher im Sinn hatte. Ganz abgesehen davon, dass das immer verkürzte Darstellungen sind und das Spannendeste oft noch nicht mal den Weg in der Zeitung findet.
ich hatte zum Thema Überleben unter extremen Bedingungen mal einen ausführlicheren Text in SZ Wissen. Da schrieb ich zum Thema Meerwasser u.a.:
"Vor allem Menschen, die schiffbrüchig auf dem Meer treiben und bis zum Horizont von Wasser umgeben sind, gefährden sich auch durch falsches Verhalten. Nicht von ungefähr lautet ein altes Seemannssprichwort: "Meerwasser macht wahn-sinnig." Rettungskapitän Fader berichtet: "Das Trinken von Salzwasser ist nach Unterkühlung die zweithäufigste Todesursache auf Rettungsflößen.
Dabei kann Salzwasser auch zum Lebensretter werden, wenn man es nur in kleinsten Mengen zu sich nimmt: Wer es schafft, weniger als einen halben Liter pro Tag zu trinken, gewinnt Zeit, weil er nicht schon nach drei bis vier Tagen bewusstlos wird und stattdessen länger nach Hilfe Ausschau halten kann. Nach etwa einer Woche versagen allerdings die Nieren wegen der hohen Salzkonzentration ihren Dienst mit tödlichen Folgen."
Quelle waren zwei Bücher, die den Stand der Forschung zusammenfassten.
Artikel kann man hier nachlesen:
Sie verstehen zu überleben
http://www.redaktion-wissen.de/texte2007/ueberleben.html
@Marcus: Super Artikel. Ich hab viel gelernt dabei.
@Ludmilla
danke für die Blumen :-)
Auch von mir nochmal ein großes Kompliment für den Artikel, Marcus.
Der ist wirklich super.
@Marcus Anhäuser
Die Wichtigkeit des Zeitgewinns wird auch dadurch unterstrichen, dass Fische die ersten Tage das Rettungsfloß meiden. Danach hat man die Chance seinen Süßwasserbedarf via Fischfang zu befriedigen.
Hallo allseits,
hab mit Interesse diesen Blog und die verschiedenen Meinungen dazu gelesen. Da ich mich seit längerem mit dem Thema Salzkonsum beschäftige, möchte ich auch Meinung hier kundtun und würde mich über Antworten freuen
Also:
Die Menschheit salzt zu viel, das wissen wir. Wir wissen auch, dass wir mehr als 90 % Salz in Form von verstecktem Salz zu uns nehmen. (Wurst, Käse, Brot usw.)
Da Salz (Natriumchlorid) unter anderem unseren Wasserhaushalt und unsere Natrium-Kalium-Pumpe durcheinanderbringt, ist es durchaus ratsam, mehr Kalium zu sich zu nehmen. (sofern man nicht an Nierenversagen leidet)
Man kann sich sein Salz sehr leicht selber mischen:
15 g Salz
85 g Kaliumcitrat
3 g L-Lysin
Kaliumcitrat und L-Lysin gibt es um ein paar Euro rezeptfrei in der Apotheke. Kaliumcitrat schmeckt salzig und leicht bitter, L-Lysin neutralisiert diesen bitteren Geschmack. L-Lysin ist eine essentielle Aminosäure und die Beigabe von 3 g ist absolut unbedenklich.
Auf diese Art und Weise kann man seine Speisen ganz normal würzen und dem Salzkonsum wirksam und günstig entgegenwirken.
Was haltet ihr davon?
Liebe Grüße und schönes Wochenende
@Genusspecht:
Das ist vor allem etwas für die oben erwähnten Menschen, die Austauschsalz wegen ihrem Bluthochdruck nehmen müssen.
Für gesunde Menschen ist es völlig unnötig. Du willst weniger Natrium zu Dir nehmen? Dann iss mehr Obst und Gemüse, verzichte möglichst auf Fertigprodukte und salze sparsam. Dann ist auch die zusätzliche Zugabe von Kalium völlig unnötig. Und ich würd zur Sicherheit noch mal Deinen Arzt fragen.
@ Blog-Erstellerin
Wie mal jemand berühmtes gesagt hatte ... und wenn man keine Ahnung hat, dann einfach mal die FRESSE halten!
Wenn sich dir der Sinn dieses Produktes nicht erschließt, dann kauf es doch einfach nicht statt anderen die Suppe zu versalzen. Ich war nämlich gerade eben auf der Suche nach solch einem Produkt, kannte aber nicht den deutschen Begriff unter dem diese Produkte laufen.
Ich danke für diesen wohldurchdachten, argumentativ hochwertigen und informativen Kommentar, der genau darlegt durch welch höheres Wissen sich der Kommentar-Ersteller von der gemeinen Blogbetreiberin abhebt. Vor allem danke ich für das Flamen, nur weil die Blogbetreiberin es wagt zu fragen, ob der gemeine Konsument ein weiteres Lifestyle-Produkt braucht. Insbesondere nachdem wir bereits festgestellt haben, dass einige Menschen vielleicht mit diesem Produkt gut bedient wären. Wer Ironie findet, darf sie behalten ;-P
Bullet·
10.11.10 · 14:02 Uhr
Ach so. Wie in "wenn du nicht an Homöopathie glaubst, dann kauf doch keine Globuli"? Wo ist denn das Verständnisproblem bei "wenn du weniger Salz willst, salz weniger"? Mannmannmann.