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Ludmila Carone ist Planetologin an der Universität zu Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung.
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15.01.10 · 16:28 Uhr
Gene sind keine Hosen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 32
Bei Tobias wird aktuell gerade wieder über Gentechnik diskutiert. Der dumpfen Angst, die dort von einigen geäußert wird, kann eigentlich nur mit einem Crashkurs in Genetik begegnet werden.
Wenn das Ganze auch noch musikalisch daherkommt, umso besser:
"Let's talk about genes and I don't mean trousers" heißt es in dem Lied. Weil das Wort "Genes" im Englischen ziemlich ähnlich wie Jeans klingt.
Autor: Ludmila Carone· 32 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (32)
Angst vor der Gentechnik?
Ich hab eher Angst vor den Auswirkungen der Patentierung(in der Gentechnik),
oder daß z.B. Pflanzen (egal ob gentechnisch verändert oder nicht) in ein Ökossytem
verfrachtet werden wo sie eher Schaden als Nutzen bringen.
Gruß
Oli
@ZielWasserVermeider:
1. Was meinst Du wohl, wo die Kartoffel und die Tomate herkommt? Hühner und Pferde stammen auch von Arten ab, die sich nicht in Europa entwickelt haben.
Das Verpflanzen von Pflanzen, die es vorher nicht so gab, in ein Ökosystem machen wir jetzt bereits seit Jahrtausenden.
2. Die Marktwirtschaft hat nicht erst seit gestern Einzug in die Landwirtschaft gehalten. Patente gibt es in der Landwirtschaft für vielerlei Dinge. Z.B. auch für die Maschinen, die dort verwendet werden. Saatgut kommt auch nicht von Luft und Liebe sondern wird seit Jahrzehnten marktwirtschaftlich gehandelt.
Wieso habe ich wieder den Eindruck, dass hier eine stark verklärte Sicht der Landwirtschaft vorherrscht, die es so niemals gegeben hat. Landwirtschaft ist ein Wirtschaftszweig und alle Beteiligen wollen Geld verdienen. Daran ist zunächst mal nichts Verwerfliches. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
Dass man natürlich immer noch auch in der Landwirtschaft kontrollieren muss, so wie in jedem anderen Bereich unseres Lebens, versteht sich ja von selbst. Dir steigt auch die Polizei auf's Dach, wenn Du Dein Auto-Altöl in der Landschaft verklappst.
Ich befürchte, auch bei der Nanotechnologie werden sich Schluchten auftun zwischen der Forschung und den Verbrauchern. Dinge, die nicht fassbar oder sichtbar sind, erzeugen immer Unbehagen. Aufklärung zu Genetik und Biochemie tut eben in der Schule schon Not. Aber schaut man sich die Lehrpläne heute an, glaubt man, seit Darwins Theorie hat sich die Welt nicht weiterentwickelt.
zu 1.
Das weiss ich. Der asiatische Knöterich oder die netten Krabben, die einige Flüsse unsicher machen sind allerdings nicht so willkommen. Auch war die Beulenpest, aus Asien importiert,
bestimmt nicht willkommen.(Mal kurz aus dem WürgEpos Die Säulen Europas entnommen oder so)
Es gibt also auch einige negative Beispiele.
zu 2.
Ich komm aus der IT(WS und Simulationrechenknechte + Software...ansys, comsol etc.) .... und in der Branche haben wir täglich mit dem ausufernden Patentwahnsinn zu tun. Darum bin ich da sehr misstrauisch. Charakterlich werden sich die Herren der Gentechnikkonzerne kaum von ihren Brüdern im Geiste in der IT unterscheiden.
zu 2.5
Dein Eindruck täuscht.... zumindest was mich angeht.
ohne Wissenschaft und die daraus hervorgegangen Technik würde wohl kaum einer von uns leben. Ich hab an zahlreichen Ausgrabungen der Urgeschichte, Vor- und Frühgeschichte
über die Römer bis zum Spätmittelalter teilgenommen, habe 10 Semester Physik studiert bevor ich abgebrochen habe und dem Ruf der IT gefolgt bin(bereue ich inzwischen).
Das hat mir schon einen gewissen Überblick gegeben, wie die Menschen gelebt haben und in welchem Luxus wir heute schwelgen.
Ich hab schlicht und ergreifend etwas gegen blinde Begeisterung oder abergläubische Ablehnung neuer Entwicklungen.
Gruß
Oli
@Susan Ville
--Zitat-------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich befürchte, auch bei der Nanotechnologie werden sich Schluchten auftun zwischen der Forschung und den Verbrauchern.....
--Zitat-------------------------------------------------------------------------------------------------
Informationsdefizit.
Es wird, meiner Meinung und Beobachtungen nach, viel zu wenig Energie in die Allgemeinbildung der Bevölkerung gesteckt. Die Sendungen, die sich mit dem aktuellen Stand der Forschung auseinandersetzen sind rar, oder dermaßen im im infotainmentstil verwurstet, daß mir das Kotzen kommen könnte. Sendungen, wie AlphaCentauri verschimmeln in Spartenkanälen, wo sie eh nur von den wirklich Interessierten wahrgenommen werden....
Solange aber der Stand der Wissenschaft über Schlagzeilen wie "Gentechnisch veränderte Nanomohrrübe frisst cybernetisch verbesserten Schosshund" vermittelt wird, seh ich kaum Chancen für eine Besserung.
Aber es gibt ja auch Youtube.... und Kanäle wie AndromedasWake, thunderf00t, etc.
Vielleicht liegt da ja eine Chance.....
Gruß
Oli
@ZielWasserVermeider:
1. Hab ich nicht weiter oben geschrieben, dass Landwirtschaft und alle Bereiche des Lebens kontrolliert werden müssen? Und das soll blinder Glauben sein? Finde ich witzig, dass Du das hineinliest.
2. Ach, Du weißt, dass wir seit Jahrtausenden Zeugs durch die Gegend karren, ohne uns groß drum zu scheren? Dann weißt Du sicherlich auch, dass der internationale Warentransport die derzeit weitaus größere Gefahr für Ökosysteme ist? Warum also wird dann nicht jedes einzelne Container-Schiff, das von China nach Europa fährt, peinlichst untersucht? Und sind wir denn wahnsinnig Flugzeuge hin- und her zu schicken und ständig Keime durch die Gegend zu tragen? Aber kaum eine Sau kräht danach.
Aber bei der Gentechnik, welche die Pflanzen jahrelang untersuchen und teilweise vor der Aussaat sterilisieren, damit sie sich nicht in freier Natur fortpflanzen können, da wird auf einmal geschrien und einen auf Ökosystem-Schützer gemacht, während man Turnschuhe aus China trägt. Das ist, sorry, doch ein klein wenig scheinheilig. Ich bin absolut für den Schutz der Ökosysteme. Aber dann bitte rational und ohne ideologische und vor allem extrem einseitige Argumentationen. Ich kann nun mal Doppelmoral nicht wirklich gerne leiden.
3. Zum Thema Patente. Bei Euch in der IT wird also mit Patenten hantiert? So wie in jedem anderen Wirtschaftszweig auch? Aha. Soll ich jetzt prophylaktisch das Produkt, welches Du verkaufst oder entwickelst oder was auch immer, verteufeln? Am besten boykottieren? Da wäre ja wohl nach Deiner Logik, die adäquate Reaktionsweise wenn böse Menschen mit Patenten hantieren.
Ich dagegen fände es irgendwie sinnvoller, politisch und wirtschaftlich oder eben gerichtlich gegen Missbrauch von Patenten vorzugehen. Wieviele Patentstreitigkeiten werden vor Gerichten derzeit ausgefochten? Im Übrigen muss ich mich anscheinend wiederholen. Die Patentleute sind in der Landwirtschaft längst da. Wir leben im 21. Jh, meine Güte. Ein Bauer in der westlichen Welt ist heutzutage ein Manager. Die werden sich ja wohl als erste wehren, wenn denen Patente das Leben schwer machen. Es ist ja auch nicht so, als ob die Bauernlobby in Deutschland besonders leise wäre. Irgendwie klingt Dein Argument so, als ob die pöhsen, pöhsen Gentechnik-Firmen die armen Bauern aus ihren völlig patentfreien Paradies vertreiben würden. Es ist doch nicht so, als ob die Gentechnik in einem rechtsfreien Raum entwickelt und angewandt wird.
P.S.: Gentechnik soll und darf - wie jeder andere Zweig der Forschung - kritisiert werden. Aber dann sollte man auch vernünftige Argumente liefern. Das kann doch wohl nicht zuviel verlangt sein.
*g*
zitat:"Ich dagegen fände es irgendwie sinnvoller, politisch und wirtschaftlich oder eben gerichtlich gegen Missbrauch von Patenten vorzugehen."
Geh mal auf Heise(als ersten Anlaufpunkt) und mach dich über Softwarepatente kundig.
Das wird Deine naive Weltsicht(zumindest hinsichtlich SW-Patente) hoffentlich ändern.
Oder wie wäre es mit diesem Patent:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rad
Das konnte jemand sogar erfolgreich anmelden....
zitat:"Irgendwie klingt Dein Argument so, als ob die pöhsen, pöhsen Gentechnik-Firmen die armen Bauern aus ihren völlig patentfreien Paradies vertreiben würden"
Hä? Sach mal... regst du dich zu schnell auf?
Ich bin keiner der Eso- oder Religionstrolle die hier auch ab und zu einschlagen.
Interpretiere hier nicht etwas rein......
Gruß
Oli
p:s:Tsts ... ich trage nur Turnschuh aus Mauritius.... garantiert von (blutendenden)Kinderhänden gefertigt....;)
In diesem Fall geht es nicht unmittelbar um die Gentechnik an sich, sondern die Tatsache (FAKT!) das Unternehmen, die den Markt beherrschen (in diesem Fall ist es hauptsächlich eins), ohne wissenschaftlich fundierte Testreihen leichtfertig die Gesundheit von Menschen auf´s Spiel setzten, WELTWEIT! Es ist bekannt das genveränderte Pflanzen z.B. Proteine produzieren könnten, die der Mensch nicht verträgt. Diesen Umstand gilt es gewissenhaft zu prüfen, bevor man größere Feldversuche startet. Vor diesem Hintergrund ist die Angst vieler verständlich, wie ich finde.
@ZielWasserVermeider: völlig Deiner Meinung! THX für für die You Tube Namen.
@Ludmila:"Aber kaum eine Sau kräht danach.",das stimmt so nicht. Es wird sehr wohl darauf hingewiesen dass Produkte aus der Gegend eben weniger "Klimaschädlich"(fürchterliches Wort!) sind. Das man damit auch die heimischen Erzeuger unterstützt ist in meinen Augen mindestens genau soviel Wert!
Es immer wieder erschreckend zu sehen, wie wenig Ahnung die Gentechnikkritiker von der Landwirtschaft haben.
Da scheint noch die Vorstellung vom Bauern zu herrschen, der die besten Stücke seiner Ernte als Saat fürs nächste Jahr aufhebt.
Was mich an der Debatte aber richtig sauer macht, ist dieses ewige Monopolgelaber angesichts der ständigen Be- und Verhinderung der Gentechnikforschung in Europa und besonders in Deutschland.
@eD
Seit wievielen Jahren essen Millionen Menschen schon Nahrungsmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen?
Und wieviele Menschen sind davon krank geworden?
Willst Du jetzt allen Ernstes behaupten das Du Daten hast, die besagen, dass keiner der Millionen Konsumenten evtl. negative Auswirkungen zeigt, nachdem die Menschen jahrelang (vor allem in Südamerika und Asien) oft unzureichend geprüftes Produkt konsumierten? Es gibt aber tatsächlich Versuche an Pflanzen, bei denen man feststellt dass für den Menschen unverträgliche Proteine von diesem Versuchsobjekt produziert wurde.
äh, nochmal das es klar ist: ich bin KEIN Gentechnikkritiker!!! Ich bin nur nicht sofort blind vor Begeisterung (wie die vorbehaltslose Verfechter der Atomenergie in den 50ern)
@eD Noch ein paar YT-Channel(geht auch gegen Creationimus )
AronRa,
C0nc0rdance,
cdk007,
djarm67,
DonExodus2,
Evid3nc3(Reihe "Deconversion"),
FFreeThinker,
greenman3610,
MontyPython(ist mir so reingerutscht),
potholer54 und Potholer54debunks(der Golden Crocoduck Award..... ),
QualiaSoup(wurde hier schon erwähnt),
richarddawkinsdotnet,
shanedk,
TheThinkingAtheist (nett: http://www.youtube.com/watch?v=sd7iXASIOdA)
uva.
@Popeye
"Seit wievielen Jahren essen Millionen Menschen schon Nahrungsmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen?"
(meinst du die durch den Menschen veränderten Pflanzen.... durch Zucht .z.B.?)
Millionen Jahre? Wohl erst als der Ackerbau begonnen hat.... allerhöchstens 8 000 Jahre
"Und wieviele Menschen sind davon krank geworden?"
Hmmmmm.... also der Gesundheit der Zähne war die Umstellung von "Jäger und Sammler"-Nahrung auf hauptsächlich Getreide nicht gerade zuträglich.(Stichwort Zucker)
Aber ich bin sicher, daß sich das Verdaungssytem der Menschen in ein paar tausend Jahren angepasst hat(Evolution halt :).
Gruß
Oli
Du weißt schon, das Du in der Bringschuld bist, denn schließlich hast Du behauptet, das von den gentechnisch veränderten Pflanzen Menschen geschädigt werden.
Da dürfte es doch ein leichtes für Dich sein, entsprechende Untersuchungen zu verlinken, denn bei Millionen von Konsumenten müssten ja tausede Menschen krank sein. (Jemand mit Ahnung in Wahrscheinlichkeitsrechnung möge meine Zahlen bitte verbessern! (-;)
Und hast Du auch einen Beweiß für Deine Behauptung, die Produkte wären unzureichend geprüft?
@ZielWasserVermeider
Lustig, aber es dürfte wohl klar sein, welche Pflanzen ich meine...
@Popeye
zitat:
"Lustig, aber es dürfte wohl klar sein, welche Pflanzen ich meine..."
Hanf!!!!!!!
:)
Einen hab ich noch:
http://www.youtube.com/watch?v=-ZXOfiaJhZ8&feature=channel
Gruß
Oli
*weingeniesst*
http://www.youtube.com/watch?v=7izNfVx7Guo&feature=channel
edit - :)
Statistik war mal in Mathe 2 Vorlesung, ist schon ´n paar Jährchen her. Da das aber wohl als Joke angedacht war, spare ich weiteren Kommentar. Ich finde leider nicht den Titel der Reportage die im öffentlichen Fern. lief. u.a. mit Bundestagabgeordneten.
Aber beim suchen bin ich spontan auf das gestoßen:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/biotech-zehn-kilo-beweismaterial_aid_175552.html
...immerhin Träger von Whistleblower-Preis der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler. Also nur Panikmache kann es nicht sein.
Das Monsanto hier in Deutschlang nun wirklich kein leichtes Spiel hat, aber trotzdem sich eher ruhig verhält, sollte eigentlich auch zu denken geben.
@ZielWasserVermeider
Oh je, wenn ich mir meine Rechtschreibung heute so angucke, verstehe ich, wie Du auf Hanf kommst! (-;
28000$?! Bis später Leute, ich geh erst mal toasten!
zitat:
"
28000$?! Bis später Leute, ich geh erst mal toasten!
"
*g*
Viel Glück :)
Gruß
Oli
einen schreib ich hier noch:
googelt mal einfach dokuseite! über 4000 reportagen zu vielen themen (viel zu astronomie und wissenschaft)
@Ludmila: bitte nicht als spam werten! es ist eine gute sache, unkommerziell, auf spendenbasis.
@ZielWasserVermeider:
Moment mal. Ich will sicherlich nicht behaupten, dass alle Gentechnik-Firmen Engelein sind, die nie was Fieses (ob gewollt oder schlicht aus Dummheit mit blinder Profitgier) auf die Reihe kriegen.
ABER
Du willst Dich doch jetzt nicht hinstellen und behaupten, dass man jetzt erst mal gar nichts mehr Neues entwickeln darf, solange das mit den Patenten nicht besser läuft? Sollen wir auf das Paradies warten? Sollen wir solange das Erfinden einstellen, damit nicht irgendjemand mit den Patenten Schindluder treibt? Das ist doch absurd.
Ganz abgesehen davon, dass das ein Nebenschauplatz ist. Erst einmal muss man schauen, ob das Zeug sicher ist und was es bringt. Erst hinterher kann man darüber diskutieren, wer jetzt damit andere Leute über's Ohr haut. Das ist dann ein wirtschaftlich & politisches und kein wissenschaftliches Problem. Da ich mich in Wissenschaft aber nicht so in Wirtschaft und Politik auskenne, werde ich diesen Teil hier nicht diskutieren.
Wir müssen eine gesunde Balance zwischen "das muss man ausgiebig testen" und "neue Technik, neue Chancen" und "wir müssen die Firmen kontrollieren wegen Preisabsprachen, Monopolisierung etc. kriegen.
Aber das erreichen wir nicht, indem wir Politik, Ideologie und Wirtschaft zusammenschmeißen und kräftig umrühren. Der Brei schmeckt mir einfach nicht. Wichtige Probleme, bedürfen richtig guter Argumente.
@eD:
1. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch Pflanzen herauskommen können, die der Mensch nicht verträgt. Weil nämlich auch in der Natur die Pflanzen, die der Mensch verträgt, in der Minderheit waren und bis heute sind.
Wie oft hast Du eigentlich Fliegenpilze gegessen? Tollkirsche? Vogelbeeren? Auch "natürliche" Pflanzen produzieren Proteine, die der Mensch nicht verträgt. Schau Dich in der Natur um! Die Mehrheit der Pflanzenarten um uns herum sind entweder ungenießbar oder sogar schädlich. Was meinst Du wohl, warum Jahrtausendelang Pflanzekunde so wichtig war und bei den bis heute überlebenden Jäger- und Sammlerkulturen noch heute ist? Weil Du Dir eben nicht alles in den Mund stopfen kannst.
Und ich hab noch nicht mal von den Lebensmittelallergikern angefangen, die noch weiter eingeschränkt sind. Und von den Pflanzen, wie z.B. Bohnen und Kartoffeln, die Du erst mal chemisch behandeln = kochen musst, bevor Du die essen kannst.
Im Übrigen: Lass bitte diese "Natur ist gut", "Alles aus dem Labor ist böse"-Dichotomie. Die ist in der Regel falsch und ich reagiere darauf ziemlich allergisch.
2. Und ja, weil auch was schiefgehen kann, deswegen muss man jedes neue Produkt - ob natürlich gezüchtet oder gentechnisch verändert, ob Auto oder neue Getreidesorte - auf seine Sicherheit getestet. Sei doch froh, dass es getestet wird und versuche nicht noch die Tests in die Pfanne zu hauen, nur weil das Ergebnis auch mal negativ ist.
Von daher. Gentechnik produziert auch mal Nieten? Ja und? Solange man das rauskriegt, bevor man es auf Menschen loslässt, ist da nichts Anstößiges bei. Bei jeder neuen Technik gibt es auch schon mal Rohrkrepierer. Kritisch allerdings wird es, wenn der Aufwand und die Nachteile in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.
Wie wäre es also eD mit etwas weniger Pauschalisierungen. Im Übrigen gibt es nicht nur die eine Gentechnik Firma auf dem Markt. Ich weiß, Monsato hat sich sicherlich einiges geleistet. Aber deswegen prophylaktisch sofort Schaum vor den Mund zu kriegen, bringt es auch nicht. Cool down!
3. Im Übrigen möchte ich Dich bitten, bei allen Fakten Deine Quellen sofort zu verlinken. Das hier ist ein Wissenschaftsblog. Wir nehmen das hier schon etwas genauer.
zitat:
"Du willst Dich doch jetzt nicht hinstellen und behaupten, dass man jetzt erst mal gar nichts mehr Neues entwickeln darf, solange das mit den Patenten nicht besser läuft? Sollen wir auf das Paradies warten? Sollen wir solange das Erfinden einstellen, damit nicht irgendjemand mit den Patenten Schindluder treibt? Das ist doch absurd."
Falsche Schlussfolgerung.
Es wird weiterentwickelt und patentiert.
Und es wird ein Aufwand getrieben Trivialpatente über ein Gerichtsverfahren zu neutralisieren. Der Aufwand an Geld und Zeit ist da enorm und fehlt nachher für die Entwicklung und auch die Vermarktung eines Produktes.
google mal nach "Patenttrolle".
Gruß
Oli
@ZielWasserVermeider: Ich fasse mal zusammen: "Ich habe Angst vor der Gentechnik, weil mit Patenten Schindluder getrieben wird."
Ja, ich glaube das hat hier jeder verstanden. Und weiter? Was ist jetzt Deine Schlussfolgerung daraus? Was soll man angesichts dieser Lage tun? Was sind Deine konkreten Vorschläge? Wer soll es umsetzen? Du sagst, meine Schlussfolgerung ist falsch. Dann ziehe eine bessere! Hic Rhodos, hic salta!
Ich fasse mal zusammen: "Ich habe Angst vor der Gentechnik, weil mit Patenten Schindluder getrieben wird."
Hätte ich Angst, würde ich mit wirrem Haar, einem langen Bart, in einen Sack gekleidet ein Schild vor mir her tragen mit der Aufschrift "Das Ende ist nah"...
In meinem ersten Posting schrieb ich "Ich hab eher Angst".... nicht ich habe Angst.
Beispiele von Vorschlägen:
Abschaffung des Patentwesens(zu radikal)
Verkürzung des Monopolschutzes auf 5/10/20 Jahre.
Lizenzgebühren auf Patente dürfen nur von Firmen/Menschen erhoben werden, die die im Patent enthaltenen Techniken selbst entwickelt haben, oder die die Patente über eine Firmenfusion bekommen haben und die patentierte Technik einsetzen und auch nachweislich weiterentwickeln.(Das sollte verhindern, daß sich Patenttrolle daran berreichern).
Begutachtung der eingereichten Patente durch unabhängige Dritte.
(Engagement durch die Wissenschaftsgemeinschaft)
Da die meisten Patente(so weit ich weiss) auf der Grundlagenforschung der verschieden Universitäten und Forschungseinrichtungen basieren, könnte man ja auch einen teil der Gewinne direkt den Universitäten und Forschungseinrichtungen zugute kommen lassen.
Gruß
Oli
@ZielWasserVermeider: Schöner Sprung ;-) Nein, ehrlich. Ich finde, das sind recht gute Ansätze, die man durchaus diskutieren kann. Leider bin ich dafür nicht die richtige Adresse. Vielleicht ist Ali der bessere Gesprächspartner?
Zu den Unis kann ich ein bisschen was sagen. Es gibt inzwischen an vielen Unis so genannte Transfer-Gesellschaften, die sich stärker als bislang darum bemühen, dass die Erfindungen, die an der Uni gemacht werden, diesen besser zugute kommen. Ich erinnere nur an die Pleite mit der mp3-Kodierung, die von einem Fraunhofer-Institut entwickelt wurde, wo sich aber anscheinend nicht drum gekümmert wurde, dass das Verfahren auch den Entwicklern zugute kommt.
Grundlagenforschung kann auf diesem Weg allerdings eher weniger profitieren. Man weiß vorher nie so genau, was daraus wird. Eigentlich sollte der Staat selbst ein Interesse daran haben, dass da was bei rauskommt. Dennoch wird überall gekürzt.
Die Wirtschaft stärker in Pflicht nehmen? Warum nicht. Ich finde, die Idee hat was. Eine gute Grundlagenforschung ist auf lange Sicht auch gut für die Wirtschaft, läge also in ihrem eigenen Interesse.
So und wer verkauft diese Idee jetzt ;-)
Alexander·
16.01.10 · 16:22 Uhr
Wenn man jetzt noch weiß, dass DNA Helikasen Proteine sind, die den Doppelstrang auftrennen, findet man diesen Klassiker auch endlich lustig:If I were an enzyme, I'd be a DNA helicase, so I could unzip your genes.
"Gentechnik produziert auch mal Nieten? Ja und? Solange man das rauskriegt, bevor man es auf Menschen loslässt, ist da nichts Anstößiges bei."
Dann sind wir ja einer Meinung! Ich habe mich mit meinem Kommentar auf die Gründe für die vorherschende Angst bezogen. Rückblickend betrachtet doch etwas zu "geladen".
Bin cool.
Einige der Ängste basieren natürlich auch auf völlig falschen Vorstellungen von der Gentechnik. Das hat ja bereits ZielWasserVermeider angesprochen.
Mit "Proteinen vertragen" wollte ich auf Allergien hinaus (und hätte das auch so schreiben sollen!) und zwar nicht von Fliegenpilzen, sondern von alltäglichen Nahrungsmittel. Da ich z.B. Schokolade für mein Leben gerne essen, wäre ich in diesem Fall auch davon betroffen. Was sich da Monsanto geleistet hat macht mich geladen und die Tatsache das fast jede Kritik gleich als Humbug abstempelt wird und die Leute für Dumm verkauft werden.
Es ärgert mich das ich die Reportage nicht finde, auch wenn es natürlich keine Quelle in dem Sinne ist. Es ist aber haarsträubend zu sehen welche Versäumnisse gemacht wurden und was für Zustände im wirtschaftl./polit. Mileau teilweise herrschen, auch EU.
Der von mir verlinkte Beitrag war ein Schnellschuss und sollte lediglich zeigen das meine Bedenken nicht von irgendwelchen Hirngespinsten hervorgerufen wurden,
das ist wohl gründlichst danebengegangen.
""Alles aus dem Labor ist böse"-Dichotomie" löst bei mir als Technologie- und Technikgetriebener (deswegen auch Maschinenbaustudium und ebenso bekennender H.Lesch-Fan) nur ein Lächeln aus. Allergische Reaktion halt ;)
Sei´s drum, entschuldige die Aufregung.
@eD:
Absolut kein Problem. Wenn das Thema Dich auf die Palme bringt, dann ist das so. Monsato hat sich nun in der Vergangenheit einige Dinge geleistet, die nicht ganz koscher sind.
Na, wenn Du Deine Kritik untermauern kannst und klar schreibst, was Dich stört, dann wird das niemand hier als Humbug hinstellen. Es ist allerdings sehr schwer, aufgeregte Menschen, die aufgrund von Wut sich nicht mehr vernünftig artikulieren können, aber tatsächlich ernstzunehmende Bedenken haben, von den Maschinenstürmen zu trennen, die rein ideologiebehaftet argumentieren.
Und trotzdem haben wir es hier geschafft, einen halbwegs vernünftigen Ton zu treffen und auch so etwas wie einen Gedankenaustausch zu erreichen. Find ich super.
Eins vorweg, das mit halbwegs vernünftigen Ton finde ich auch gut.
Die von dir erwähnten Maschinenstürmer oder die sog. Infokrieger, kenne ich nur allzu gut.
Was ich definitiv belegen kann ist, dass der Anbau der berühmten Maissorte
MON 810 in Deutschland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Polen und Portugal verboten ist (Liste bestimmt nicht vollständig).
Wenn die Verbote nur durch Unwissenheit und Angst vor Verlust der Wählerstimmen begründet sind, dann läuft in diesen Ländern etwas grundlegend falsch. Wer berät eigentlich die Entscheidungsträger in den Gremien?
Parallel zum Verbot gibt es Produkte zu kaufen, die schon länger Erzeugnisse transgener Pflanzen in der Rezeptur enthalten. Das verunsichert den Bürger.
Wenn die Zulassungskriterien und Testreihen auf anerkannten, wissenschaftlich fundierten, Methoden basieren und zertifiziert sind, wunderbar!
Diese Info muss natürlich auch beim Endkunden dementsprechend ankommen (sprich Aufklärungsarbeit), denn die Vorurteile und bereits bestehende Ängste sind ja bekanntlich schwer abzubauen.
Schönen Abend noch...
uups, Korrektur:
Tschechien, Slowakei und Rumänien und Portugal sind falsch in der Aufzählzung!
Hi eD,
das Schöne hier bei SB ist, das man sozusagen an der Quelle sitzt.
Wenn man sich bei Themen, die hier behandelt werden, unsicher ist, findet man
schnell entsprechende Artikel, die ihre Aussagen auch immer verlinkt haben, so dass man gleich zur Quelle kommt. Dabei sind nicht nur die Artikel voller Informationen, sondern auch die Kommentare. So, Scienceblogger, jetzt habe ich Euch aber genug Honig ums Maul geschmiert! (-;
Hier z.B. ein Artikel zu MON-810 und ein Interview zum Thema:
http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/04/der-artikel-zum-thema-mon-810.php
http://www.scienceblogs.de/alles-was-lebt/2009/04/personliche-erfahrungen-in-der-deutschen-biosicherheitsforschung-interview-mit-dr-stefan-rauschen.php
Zu Arpad Pusztai findest Du hier ein paar Links (in den Kommentaren), Tobias kann
Dir bei weiteren Fragen bestimmt weiterhelfen.
http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/12/grune-gentechnik-die-luge-der-substanziellen-aquivalenz.php
huch Popeye,
Honig ist immer gut und die Zeit, die Links abzuarbeiten, werde ich mir nehmen.
Danke für die Mühe!