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Ludmila Carone ist Planetologin an der Universität zu Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung.
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12.10.09 · 07:54 Uhr
Danke Willard Boyle, Smith und Kao!
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 7
Für Entdeckungen, mit denen ich heute tagtäglich arbeite.
Das hier ist der Transit des Braunen Zwerges CoRoT-3b in der Helligkeitskurve des dazugehörigen Sterns.
![]()
Aufgenommen wurde es an Bord der Raumsonde CoRoT:
![]()
Die Sonde arbeitet mit CCDs, für deren Entwicklung Willard Boyle und Smith dieses Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.
Kao wiederum entwickelte bessere Glasfasern. Diese bilden die technische Grundlagen für das Internet. Was das für meine Arbeit bedeutet, merke ich immer wieder, wenn ich mal kein Internet habe. Kein schneller Zugriff zu Papern, keine Möglichkeit schnell was nebenbei nachzuschlagen, kein schneller Zugriff zu Online- Wörterbüchern, weil ich einfach nicht drauf komme, wie der korrekt englische Ausdruck geht. Mit anderen Worten: Arrgh.
Andererseits sollte man vielleicht solche Entdeckungen nicht allzusehr an einzelnen Personen festmachen. Denn dadurch wird der völlig falsche Eindruck erweckt, als ob das gewonnene Wissen mit den Personen steht und fällt. Was totaler Quatsch ist.
Deswegen versuchen Kreationisten oft die Person von Darwin persönlich zu diskreditieren und deswegen kriegen Relativitätstheorie-Leugner Schaum vor dem Mund, wenn sie den Namen "Einstein" hören. Auch Klimawandel-Leugner ticken sehr ähnlich. Sie alle hängen dem Irrglauben an, dass das dazugehörige Wissen *piff, pfaff, puff* machen und sich in Luft auflösen würde, wenn die Menschen, die das Wissen geschaffen haben, sich irgendetwas zu schulden haben kommen lassen. Oder eine echte oder erfundene charakterliche Schwäche nachgewiesen werden kann.
Was außerdem bei diesem Personenkult völlig außer acht gelassen wird: Wenn nicht die Personen, die nun mal das Prinzip entdeckt haben, so weit gekommen wären, dann wäre irgendwann irgendjemand anderer drauf gestoßen. Darwin war z.B. nicht der einzige, der dem Prinzip Evolution auf der Spur war. Alfred Russel Wallace kam unabhängig davon drauf. Wäre Einstein nicht auf die Relativitätstheorie gekommen, dann wäre man unweigerlich irgendwann experimentell drauf gestoßen. Z.B. bei der Erforschung der Elementarteilchen und des Weltalls. In Teilchenbeschleunigern und in der Weltraumforschung ist die Relativitätstheorie nun mal Alltag. Amerika würde auch existieren, wenn nicht Christopher Kolumbus 1492 auf den Kontinent bzw. vorgelagerte Inseln gestoßen wäre. Der Kontinent hieße eventuell anders und die Geschichte wäre anders verlaufen, aber die Landmassen wären nichtsdestotrotz da.
Es ist im Grunde genommen menschliche Hybris anzunehmen, dass Naturgesetze oder naturwissenschaftliche Phänomene durch ein Genie in einem romantischen übermenschlichen Kraftakt erschaffen werden. Die Wirklichkeit ist allerdings - wie so oft - meist viel profaner. Oft genug steckt hinter den großen Entdeckungen vor allem sehr viel harte Arbeit, Schweiß, Tränen und öfter als uns lieb ist: Glück. Das Glück zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, die richtigen Ideen zu haben. Und das Glück, dass diese Ideen auf fruchtbaren Boden fallen, angenommen und weiterentwickelt werden.
Autor: Ludmila Carone· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Im konkreten Fall sieht das so aus: Die Eimerkette
Webbaer·
13.10.09 · 00:56 Uhr
Etwas wirr, fehlte da nicht noch das H-Wort? Wissenschaftliche Hypothesen sind gut, aber nur weil es w. Hypothesen sind, gell? Ohren steiff halten. WBPS: Stehe für Coaching bzgl. der w. Grundsätzlichkeiten gerne zV, wir könnens auch gerne privat abwickeln, das Sich-Exponieren darf dann gerne aufhören.
E-Mail genügt.
Sehr geehrte Frau Ludmila Carone,
zu den drei Nobelpreisträgern eine kleine Korrektur: Willard ist der Vorname von Mister Boyle, er arbeitete in den Bell Telephone Laboratories.
Gruesse aus Linz, Ihr
Hartwig Thim
@webbär: Relativitätstheorie ist schon längst Alltag (GPS, Satelliten, Teilchenbeschleuniger etc.). Und damit schon längst dem Status der Hypothese entwachsen. Um das nicht zu sehen, muss man eben mal 100 Jahre Forschungsgeschichte und technische Entwicklung verpennt haben. Erstaunlich, dass es scheinbar gebildete Menschen gibt, denen diese Fehlleistung anscheinend tatsächlich gelingt.
Im Übrigen können Sie auf eine Email von mir lange warten: Von jemandem, der Hypothesen mit gesicherten und vielfach gesicherten Theorien verwechselt, von sich selbst in der dritten Person schreibt, wirre Texte verfasst und offenbar meinen Text oben entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat, nehme ich sicherlich keine Ratschläge in Sachen Formulierung und Wissenschaftsphilosophie an. Ich nehme nur Ratschläge von Leuten an, die nicht nur behaupten Wissen zu haben, sondern es auch tatsächlich an den Tag legen.
@Thim: Danke für die Korrektur. Da hab ich doch glatt Vor- und Nachnahme verwechselt. Wenn Sie auch sich selbst gegenüber nur so offen für die Korrektur eigener Fehler und Fehlschlüsse wären. Selbstkritik ist die erste Wissenschaftlerpflicht.
Ludmila:
bitte glauben Sie mir: ich bin selbstkritisch, habe mit sehr vielen gescheiten Leuten diskutiert (z.B. in der Zeit, in der ich in den Bell Labs arbeitete), mit Penzias, Wilson, etc.etc., bis ich aus diesen Diskussionen zu der Erkenntnis kam, dass die SRT-Postulate nicht realistisch sein können.
Ich stimme Ihnen zu: "Selbstkritik ist die erste Wissenschaftlerpflicht", das gilt für alle, die in der Wissenschaft tätig sind.
Dass SRT wahr ist, kann ich jeden Tag nachprüfen. Ich muss dazu nur in die Daten unserer Raumsonden sehen. Nur deswegen gelangen wir ans Ziel. Auch wenn Sie drüben auf dem Mathlog sich noch so verbreiten.
Was zählt sind Resultate und nicht dass Sie mal mit Nobelpreisträgern palavert und zu irgendwelchen Erkenntnissen gekommen zu meinen scheinen, die aber dummerweise nicht dem entsprechen, was der Rest der Physikerwelt inklusive mir selbst im Alltag verwendet.
Herr Thim, ich will nicht, dass Sie Ihre Realitätsverweigerung hier ausleben. Insbesondere da ich bereits drüben im Matlog gemerkt habe, dass Sie definitiv nicht zur Selbstkritik fähig sind, sondern dazu neigen sich gebütsmühlenartig zu wiederholen.
In diesem Sinne. Leben Sie wohl!
[Gelöscht. Machen Sie woanders Werbung für Ihre Physik aus einem Paralleluniversum.]