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Ludmila Carone ist Planetologin an der Universität zu Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung.
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10.07.09 · 13:41 Uhr
Arktisforscher tanzen den nördlichsten "Thriller"
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Nachdem diese Woche ganz im Zeichen des "King of Pop" stand, bietet sich förmlich folgendes Musikvideo für heute an:
Forscher der Toolik Field Station in North Slope, Alaska, tanzen also zu Michael Jacksons Thriller auf 68'38' nördliche Breite und 149'36' westlicher Länge.
Tja, Georg, jetzt ist es heraus. Von wegen Forschen! Eher "livin' la vida loca", wah?
Ok, einen Nachteil hat das Ganze schon da hoch oben im Norden. Seht Ihr die Fliegengitter, welche die Tänzer vor dem Gesicht tragen?
Ich hab unter Google scholar ein Paper ausgegraben, von dem ich allerdings leider nur den Abstract lesen kann: "Effectiveness of Personal Protection Against Mosquitoes in Alaska."
A personal protection system consisting of an extended-duration repellent formulation containing 35% N,N-diethyl-m-toluamide (deet) and a permethrin-treated battle dress uniform (0.125 mg permethrin {AI}/cm2) was tested against Culiseta impatiens (Walker) at Galena, Alaska. Participants wearing the system received 1 mosquito bite per h (99.9% protection), whereas those with an untreated uniform and no repellent received 1,188 mosquito bites per h. Deet alone provided greater than 99% protection (4 mosquito bites per h) for more than 8 h, whereas the permethrin-treated uniform alone provided 93% protection (78 mosquito bites per h).
Ich musste die Zahl zweimal lesen, bis ich verstand, was da eigentlich stand. Denn im anglo-amerikanischen Raum wird die Dezimalstelle mit einem Punkt und das Tausender-Trennzeichen mit einem Komma ausgewiesen (1) - also genau umgekehrt als im deutschsprachigen Raum.
Ein ungeschützer Teilnehmer erlitt also über eintausend Moskitobisse in der Stunde? Wah! Ich halte schon die Monsterviecher in Rumänien für schlimm, deren Stiche bei mir dicke Quaddeln verursachen. Kein Wunder, dass die Forscher oben im Video mit Gardinen vor'm Gesicht tanzen.
Das hier ist also mein neuer Alptraum in Sachen Mückenplage:
![]()
Bild: Culiseta longiareolata, eine Stechmückenart, die in kälteren Gefilden lebt.
------------
(1) Das hat mich in meinem Leben schon einige graue Haare gekostet. Ich finde die anglo-sächsische Konvention besser. Versucht mal Zahlen mit Dezimalstellen in einem deutschen Text aufzuzählen: 6,7 m/s,8,7 m/s und 7,89 m/s. Sieht ätzend aus und verwirrt nur.
Autor: Ludmila Carone· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
Alaska· Biologie· Michael Jackson· Musik· Spaß· Stechmücke· Thriller· Video
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Kommentare (1)
Gar nicht schlecht. Damit waere bewiesen, dass in deiner Reihe "...iker koennen nicht tanzen" die Geowissenschaftler eine Ausnahme sind.
Jeden Samstag wird bei den verschiedenen Eiskernbohrungen um 18.00 die Arbeit niedergelegt (normalerweise wird rund um die Uhr gearbeitet, es gibt sowieso keinen Tag/Nachtrythmus). Nach dem Essen werden die Stuehle weggeschoben und danach getanzt. Bei dem niedrigen Druck in der Antarktis reicht uebrigens ein halber Rhum und das wars. Chrzzzzz.