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Ludmila Carone hat in ihrem Leben Raumsonden nach ihrem Willen tanzen lassen, extrasolare Planeten mitentdeckt und die dynamische Entwicklung von Planetensystemen simuliert.
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30.03.09 · 17:10 Uhr
Tilt! Stack overflow!
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Auf Meetings oder Konferenzen generiert mein Gehirn zwangsläufig irgendwann am späten Nachmittag diese Fehlermeldung.
Da hilft auch kein noch so starker Konferenzkaffee.
So gerne ich neue Sachen lerne, so muss ich doch sagen: Es ist verdammt anstrengend, dem konzentrierten Wissen über Stunden hinweg zu folgen. Lasst dann noch verschiedene mehr oder weniger schwere fremde Akzente hinzukommen, dann verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem mein Gehirn die weiße Flagge hisst, nach vorne.
Einmal nahm ich an einem Meeting teil, wo hintereinander weg ein Italiener, ein Russe, ein Japaner und ein Franzose vortrugen. Insgesamt waren nur zwei Stunden vergangen, gefühlt habe ich mich aber wie nach acht. Es war der schlimmstmögliche Kontrast an verschiedenen stark ausgeprägten Akzenten. Der italienische Kollege war der allerschlimmste für mich. Er verwendete eine italienische Sprachmelodie. Da ich des Italienischen halbwegs mächtig bin, war das Zuhören eine enorme Anstrengung für mich: Mein Gehirn erwartete aufgrund der Sprachmelodie italienische Worte, hören tat es aber Worte, die englisch sein sollten.
Arrgh.
Warum ich das gerade schreibe? Na dreimal dürft Ihr raten ;-)
Aber es ist schon eine Crux. Soll ich mich nur auf die für mein Fachgebiet relevanten Vorträge konzentrieren? Und lasse mir die Chance durch die Lappen gehen, meinen Horizont auf unerwartetem Terrain zu erweitern? Oder höre ich von Anfang an zu und nehme in Kauf, dass die armen Kollegen am Nachmittag lediglich von meiner körperlichen Anwesenheit profitieren können. Je nach Zustand könnten die ein Clownskostüm anziehen, ich würde es vermutlich bei meinem Bemühen, mit glasigen Augen zumindest die Überschrift der Folien abzuschreiben, nicht mehr merken.
Früher gehen kommt auch nicht in Frage. Denn noch wichtiger als die Vorträge sind die sozialen Kontakte: Sehen und sehen lassen und vor allem - gemeinsames Dinnieren. So manche fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit wurde bei einem netten Abendessen besiegelt.
Da hilft nur eins: Stark sein und nicht anmerken lassen, wie müde man eigentlich ist. Auch die längste Konferenz geht irgendwann vorbei und die hier geht nur zwei Tage.
Autor: Ludmila Carone· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
...na also! Da ist der erste ja schon dabei und das Abendessen rückt auch näher;-)
...sollte natürlich "vorbei" heißen und nicht dabei.
Auf meiner ersten Konferenz in Palermo gabs am ersten Tag in der Kaffeepause Espresso, da waren die nächsten zwei Stunden spielend leicht danach. Leider war der auch nur am ersten Tag so, danach hat er nicht mehr so gut gewirkt...
Auf den "Alexander von Humboldt-Kolloquien" (Himmelsmechaniker-Tagung) ist das recht gut gelöst. Da gibts immer ne Morgen-Session von 8 bis 12 Uhr. Der ganze Nachmittag ist frei (da die Tagungen immer in nem Skigebiet und immer im Winter stattfinden trifft sich das recht gut ;) ) zum Erholen oder für diverse Gespräche. Und dann gibts nach dem Abendessen nochmal ne Session. Da klappt das mit der Aufmerksamkeit eigentlich immer recht gut (auch wenn die Akzente immer noch irrtierend sind ;) )