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12.01.09 · 07:18 Uhr
Chemische Experimente zu den Feiertagen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 9
Die Feiertage sind bei uns immer die Zeit für Experimente - sprich: Kochen, backen und Feuerwerk.
So habe ich mich zuallererst an einer selbstgemachten Creme Brulee versucht. Zu diesem Zweck habe ich nicht nur die Schälchen mit der Creme in eine mit Wasser gefüllte Pfanne gesetzt, sondern noch einige weitere Pfännchen mit Wasser auf anderen Schienen über und unter das Backblech gesetzt, damit der Wasserdampf die Temperatur möglichst gleichmäßig im Ofen verteilt.
Dieses Experiment war leider nur mäßig erfolgreich. Nach einer Stunde bei 150 Grad beschloss ich die Temperatur auf 170 Grad zu erhöhen, nachdem die Creme immer noch keine Anstalten machte, fest zu werden.
Immerhin, nach einer weiteren Stunde war die Creme bei 3/4 der Töpfchen so, wie sie sein sollte: Nicht zu fest, aber auch nicht zu flüssig. Der Rest war leider immer noch nicht ordentlich gestockt. Noch dazu kam, irgendetwas fehlte geschmacklich bei den gelungenen Creme-Töpfchen. Ich weiß noch nicht genau was es ist. Vielleicht zuwenig Eigelb?
Immerhin war die normannische Apfeltorte, die ich nach einen Rezept auf einer ARD-Seite gebacken habe, ein voller Erfolg. Wirklich lecker und buttrig. Allerdings war der Teig sehr schwierig auszurollen, da sehr mürbe. Zwischen zwei Lagen Folien Frischhaltefolie ließ sich das Ganze aber sehr gut handhaben.
Zu Silvester wünschte sich eine Freundin dann die "Schlange des Pharao". Also haben wir uns Emser Pastillen und Ethylalkohol besorgt und das Ganze dann angezündet.
Im wesentlichen erhalten die Emser-Pastillen Natriumhydrogencarbonat und Zucker und es laufen zwei chemische Reaktionen ab:
![]()
Der Zucker verbrennt unvollständig und der braune karamellisierte Zucker wird gleichzeitig durch das CO2, das bei der Natriumhydrogen-Verbrennung entsteht, sozusagen aufgepumpt. So sollte es zumindest sein.
Herausgekommen ist eher so etwas:
![]()
Irgendwie eher ein Würmchen, denn eine Schlange. Irgendetwas ging schief ;-( Ich vermute, dass die Temperatur nicht hoch genug war und dass daher die Zuckerkaramell-Schicht nicht schnell genug eine feste Oberfläche bildete, die wie ein Ballon aufgeblasen werden konnte.
P.S.: Ein frohes neues Jahr an alle Leser. Mal sehen, was das neue Jahr bringt.
Autor: Ludmila Carone· 9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (9)
Creme Brullé, hmmm, hab ich letzes Mal in Frankreich gegessen, echt gut :)
Zu deinem Schlangenexperiment: Schau mal, dass du die letzte Formel in Gegenrichtung hinbekommst, das würde sämtliche Energieprobleme lösen und das Klima retten :)
BTW: Gibts eigentlich eine Möglichkeit aus CO2 + 2*H2O + Energie = CH4 + 2*O2 zu verwandeln ? Wär doch der optimale Energiespeicher ?
@ronny
Schau mal, dass du die letzte Formel in Gegenrichtung hinbekommst, das würde sämtliche Energieprobleme lösen und das Klima retten
Das ist ein Witz, oder? Ansonsten: siehe Photosynthese
aber es ist doch ein witz, oder? Oder steh ich auf der Leitung?
@Ronny
Wenn du vorher das Wasser spaltest, kannst du mit Hilfe des Sabatier-Prozesses Methan gewinnen (CO2+4H2-> CH4 + 4H2O)
Ronny die Frage ist dann nur welche Energie willst du speichern und was machst du dann mit dem Methan? (Rakententreibstoff auf dem Mars gewinnen z.B.)
@Joerg,
Nein, eigentlich wars nicht als Witz gedacht und mit der Photosynthese hast du natürlich recht. Ich wollte nur die Pflanzen quasi großtechnisch 'nachbauen'. Damit könnte man Überschussenergie speichern. Ich spinne nur mal rum: Erstmal ne Solaranlage am Dach die den erzeugten Strom in Methan umwandelt mit dem ich mit dem Auto fahre bzw. im Winter heize. Wenn das jeder am Dach hat wäre man zum großteil unabhängig von Lieferanten von wo auch immer. Vermutlich gehts nicht ganz so (vor allem im Volumen) aber die Richtung wär doch interessant. Und die Klimaschützer wären alle happy da es ein Kreislauf wäre der zwar mit fossilen Brennstoffen arbeitet, aber CO2 und H2O neutral ist. Die Autos und die Heizung gäbs auch schon :)
@Ronny: Methan kann man in das existierende (Erd-)Gasnetz einspeisen. Die Energiespeicherung scheint dann wohl am geringen Wirkungsgrad zu scheitern. Sowohl die Wasserstoffproduktion als auch das Abtrennen von CO2 ist zurzeit nicht wirklich effizient. Solange man mit Solarstrom die vorhandenen Pumpseicherbecken füllen kann oder Kraftwerke entlasten kann lohnt sich der Umweg über Methan nicht wirklich. Vielleicht sind Redox-Flow-Batterien für das Auto besser - das entladene Elektrolyt kann etweder mit Strom geladen werden oder gegen geladenes Elektrolyt (flüssig!) ausgetauscht werden. Solage wie die Stromnetze Solar- und Windstromspitzen abpuffern können wir die Methanproduktion den Biomassekraftwerken überlassen. (Mais u.a. sind dann selbstwachsende Solarzellen ;-)
@Ronny "Klimaschützer wären alle happy" - na wenn du dich da mal nicht irrst. Wenn die ersten Schwermetalle und Umweltgifte, die durch unsachgemäßes Entsorgen von alten Solarzellen freigesetzt wurden, erst mal nachgewiesen werden (so wie jetzt bei den Energiesparlampen) sind dann plötzlich nicht mehr alle happy. Yttrrium, Selen, Arsen - und was sonst noch in der Zukunft der Solarzellen zum Einsatz kommt, nicht zuvergessen das NF3. Irgendwann wird auch das alles mal verboten werden.
Aber dann gibbet bestimmt wat schickes Neues...
*Seufz* Ich warte ja immer auf den Tag, dass die Leute raffen, dass es niemals eine perfekte Lösung geben wird. Technik und Wissenschaft sind keine Magie und für alles muss man irgendwie bezahlen. Man muss sich halt überlegen, welchen Preis man willens für seinen Lebensstil zu zahlen ist.
Hat die Schlange denn wenigstens geschmeckt? Sieht nicht so appetitlich aus. :D
"Ich wollte nur die Pflanzen quasi großtechnisch 'nachbauen'."
Wir machen z.Zt. was anderes: wir "bauen" Pflanzen großtechnisch ab und zwar ungenutzt und zusätzlich mit einem dicken Batzen Emissionen und regionalen Folgeprozessen. Macht nicht viel Sinn im großen und ganzen. Dafür gibts aber ordentlich Geld.
"Erstmal ne Solaranlage am Dach die den erzeugten Strom in Methan umwandelt mit dem ich mit dem Auto fahre bzw. im Winter heize."
Wieso willst du mit bereits produziertem Strom Methan herstellen um die chemisch gespeicherte Energie wiederrum freizusetzen...das ist nicht sehr sinnvoll und effizient schon gar nicht. :)
Viel interessanter aber ist in Bezug auf CO2 bzw. dessen Wiege in fossilen Brennstoffen und Pflanzen, dass jeder nur auf den Brennwert achtet und nicht auf den eigentlichen Schatz der Organik, welche wiederrum eine enorm potente Alternative zu bisherigen Konstruktionen z.b. bei Photovoltaikanlagen ist.
Nun dieses Problem wird ohnehin bald gegessen sein und wir dürfen viel Energie investieren um die Rohstoffe die uns bisher z.b. Öl geboten hat synthetisch zu ersetzen. *Medikamenteverbrennengeh*
@Boson,Anhalterin
WIe schon gesagt, ich hab mir das nicht durchgerechnet, aber ich möchte eben auch die Nebeneffekte beachtet haben. Man ist quasi energieautark und nicht wie derzeit von Russen abhängig oder Ölscheichs. Weiters ist man CO2 neutral und hat ohne großen Aufwand alle primären Energieträger die man braucht.
Für besonderen Aufwand (Auto, nicht vergessen ein Motor hat im Schnitt 70kW) könnte man ja globale Quellen hinzuziehen.