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20.11.08 · 14:02 Uhr
Beteigeuze Bugstoßwelle
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Wie witzig ist das denn? Da diskutieren wir drüben bei Florian über mögliche echte Weltuntergangsszenarien beispielsweise durch eine nahe Supernova und kaum wird das Beispiel Beteigeuze ins Spiel gebracht, kommt mir dieses Bild unter:
![]()
Bild: (Ueta et al, PASJ, 2008, JAXA) Das ist ein zusammengesetztes Falschfarben-Bild (65 (blau), 90 (grün) und 140 (rot) Mikrometer) aufgenommen im fernen Infrarot an Bord des japanischen Satelliten Akari . Der Stern "pflügt" durch das interstellare Medium, das aus Gas und Staub besteht.
Was mal wieder zeigt, dass das Weltall so leer nicht ist. Zumindest aus der Sichtweise eines Sterns ;-)
In diesem Fall entstammt der Fluß an Gas und Staub aus der Sternenwiege des Oriongürtels und Beteigeuze "kreuzt" diesen Fluss mit 30 km/s. Gleichzeitig stößt der Stern selbst Materie mit 17 km/s aus. So etwas ähnliches macht unsere Sonne, aber in viel kleinerem Maßstab, übrigens auch. Der Sternenwind von Beteigeuze und sein Magnetfeld bilden eine Blase, die im Bug komprimiert wird. Und was passiert mit Gas, das zusammengepresst wird? Wir kennen das (hoffentlich) alle von der Fahrradpumpe: Es wird warm. Deswegen tritt es im Infrarot (=Wärmestrahlung) deutlich hervor.
![]()
Bild: (Ueta et al, PASJ, 2008, JAXA) Hier noch mal die Physik dahinter schematisch dargestellt.
Beteigeuze ist ein roter Superriese und wird demnächst - also innerhalb der nächsten tausend Jahre und vielleicht sogar schon morgen - zu einer Supernova vergehen. Das wird ein tolles astronomisches Schauspiel werden, aber nicht den Weltuntergang bedeuten. Dazu ist der Stern in jedem Fall zu weit weg: Entweder 430 oder 650 Lichtjahre. In der ESA-Meldung steht es übrigens mit 200 Lichtjahren falsch. Da hat wohl jemand Lichtjahre und Parsec verwechselt. Ärgerlich, aber passiert.
430 Lichtjahre ist die Angabe im Hipparcos-Katalog basierend auf Parallaxen-Messungen. Die Angabe 650 Lichtjahre ist brandneu und stützt sich auf Radiodaten. Aber wie gesagt: In jedem Fall zu weit weg, um Schaden anzurichten.
P.S.: An die Science Fiction Fans! Wer weiß, ohne bei Wikipedia zu spinxen, welche bekannten Figuren aus dem Beteigeuze-System stammen?
Quelle: ESA: Akari - Highlights
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Haarige Magnetfeldlinien im Weltall.
Autor: Ludmila Carone· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Noch keiner hier gewesen? Ford und Zaphod natürlich...
Ohne bei wikipedia zu schauen? Das ist ja mal ganz was neues ;-) Ich glaube Ford Prefect kommt von Betelgeuse, gell?
War da im Hörspiel zum Hitchhikers Guide nicht immer das kleine pelzige Wesen von Beteigeuze das alles metaphysische so besonders eindrucksvoll fand?
bemerkenswert, dass die Stoßfront so deutlich hervorsticht. Gibt's eigentlich mal was neues zum Thema Voyager und Termination Shock?
@Fischer: Inwiefern? Den Termination shock haben die beiden Sonden gemessen und durch die Zone müssen sie jetzt erst einmal durch. Das dauert ein bisserl.