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02.09.08 · 10:03 Uhr
Gute Filme über Mathematiker
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Ich war schon ziemlich geschockt, als ich im GEO-Kompakt-Heft "die 100 größten Forscher aller Zeiten" folgende Frage las:"Heute gibt es dafür Computer oder Taschenrechner, die für uns auf Knopfdruck alle möglichen Kalkulationen erledigen: Ganz simpel gefragt: Wofür braucht es noch die Mathematik?"
Man stelle sich vor, ein Journalist würde Tim Mälzer fragen: Heute gibt es doch Kochbücher, Brotautomaten und Mikrowellen, mit denen man alles mögliche an Gerichten zaubern kann. Wofür braucht man da noch einen Koch?
Oder einen Dirigenten: "Heute gibt es doch überall CDs und Hifi-Anlagen und Musikprogramme. Wozu braucht man da noch Musiker?"
Oder einen Maler: "Heute hat jeder Photoshop und Kameras. Wozu braucht man da Künstler?
Bei dieser Frage kommt so eine Geringschätzung Mathematikern gegenüber zum Ausdruck. Eigentlich ist diese Frage eine Unverschämtheit. Wie kann man dem Gegenüber unterstellten, dass sein über Jahre an der Uni erlernter Beruf wertlos ist?
Der Computer kann doch nur das ausführen, was wir ihm sagen. Aber wie soll der wissen, welche Formel gerade für welchen Bereich die richtige ist. Wie kann er völlig neue Formeln erfinden? Es ist fast so, als ob Mathematiker für reine Zahlenschubser gehalten würden und ihre Arbeiten keinen schöpferischen Anteil hätten. Das ist einfach nicht wahr!
Tatsächlich hab ich mein Grundstudium damals teilweise mit den Mathematikern absolviert und mit Zahlen wurde ich da so gut wie gar nicht konfrontiert. Sondern mit Theoremen und Beweisführungen. Es war die reinste Prosa und die reine Mathematik war definitiv nicht meine Welt.
Als Gegenmittel empfehle ich zwei gute Filme über Mathematiker:
- A Beautiful Mind mit Russel Crowe.
- Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn mit Gwyneth Paltrow und Anthony Hopkins
Ok, es ist vielleicht etwas irreführend, dass hier wiederum Mathematiker als geniale Menschen dargestellt werden, die aufgrund dieser Abgehobenheit haarscharf daran vorbeischlittern, dem Wahnsinn zu verfallen. Aber immerhin werden sie als Menschen aus Fleisch und Blut wiedergegeben, die leiden und lieben und der Universitätsbetrieb ist sogar halbwegs realistisch dargestellt. Das ist schon mal ein Fortschritt. Außerdem ist die schauspielerische Leistung in diesen beiden Filmen hervorragend. Find ich zumindest. Anthony Hopkins könnte vermutlich sogar einen Kartoffelsack spielen und wäre großartig dabei.
Autor: Ludmila Carone· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Die Frage "Wozu braucht es noch Mathematik" ist kaum noch zu toppen, es fällt schwer ähnlich ignorante Beispiele zu finden *grübel
Der Strom kommt aus der Steckdose, wozu braucht man Elektrotechniker?
Es gibt Beton, wozu braucht man Maurer?
Ein etwas anderer Film fällt mir noch ein "Jurassic Park" der Co Held ist auch Mathematiker und soweit ich weiß gibt es im Fernsehen gerade eine Krimiserie in der einer der Ermittler Mathematiker ist.
Die Krimiserie Numb3rs ist speziell auf Mathematik ausgerichtet. Wiederholungen laufen derzeit Donnerstags 22.15 Uhr in Sat.1.
http://www.sat1.de/filme_serien/numbers/
Hi,
kein Film, aber ein Buch: "Fermats letzter Satz" von Simon Singh. Gibt auch für Laien wie mich einen großartigen Einblick in die Welt der Mathematiker, die, entgegen der landläufigen Meinung, keineswegs trocken und grau ist.
lg,
8
Hab da auch nen Buch (nich zuhause aber bald Schule geht wieder los!!!) "Schule des Denkens" Georg Polya (mit som strich überm o in Polya)
mein vater hat kürzlich mal nen bericht im fernsehen über einen savant gesehen, der phänomenale kopfrechenfähigkeiten hatte. er mir das erzählt und dann gemeint zu mir gemeint (ich studier physik und höre einen großteil der mathe vorlesungen der hauptfach mathe leute) : "der hätte doch bei euch sicher keine probleme mit den klausuren".
ich hab meinem vater dann erklärt was mathematik eigentlich ist...
Traurig aber wahr was ihr schreibt.
Was ich mich frage ist nur, ob sich das jemals ändern wird- diese abgeneigte Haltung gegenüber Mathematikern?