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Ludmila Carone hat in ihrem Leben Raumsonden nach ihrem Willen tanzen lassen, extrasolare Planeten mitentdeckt und die dynamische Entwicklung von Planetensystemen simuliert.

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09.07.08 · 23:25 Uhr

FIASCO

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Naturwissenschaftler lieben Abkürzungen. Eine der allerersten Aufgaben eines jeden Frischlings in jeder naturwissenschaftlichen Arbeitsgruppe dieser Welt ist: Herauszufinden, was die ganzen Abkürzungen bedeuten, damit man überhaupt den Gesprächen folgen kann.

Als ich hier in Köln anfing, schwirrten mir Begriffe um die Ohren wie: G/S, S/C, U-L, D-L, DDS, ODFs, TNFs, DSN. Verstanden hab ich nur Bahnhof. Hmm, irgendwann muss ich die älteren Kollegen fragen, warum in der Radioastronomie "Receiver" und "Transmitter" mit "Rx" und "Tx" abgekürzt werden. Das verstehe ich bis heute nicht.

Jedes Projekt bekommt außerdem ein möglichst sinnvolles Akronym verpasst. Wobei das mit dem "sinnvoll" natürlich Geschmackssache ist und Wissenschaftler mitunter nicht das beste Händchen bei der Namensgebung haben.

Letztens bin ich auf einer Konferenz über folgendes Akronym gestolpert:
Fiber Amateur Spectrograph Casually Organized : FIASCO ist ein astronomisches Projekt zur Untersuchung von extrasolaren Planeten mit einem Teleskop in Freiburg.

Zum Glück sind Wissenschaftler nicht abergläubisch ;-)

 

Autor: Ludmila Carone· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink Fischer· 10.07.08 · 10:15 Uhr

In der NMR-Spektroskopie würdest du dich auch wohlfühlen. Da gibt es zum Beispiel:

- CAMELSPIN (Cross-relaxation Appropriate for Minimolecules Emulated by Locked Spins)
- HOHAHA (Homonuclear Hartmann-Hahn Spectroscopy)
- WURST (Wideband, Uniform Rate, and Smooth Truncation)
etc.

sowie meine absoluten Favoriten
INADEQUATE (Incredible Natural Abundance Double Quantum Transfer Experiment), DOUBTFUL (Double Quantum Transitions for Finding Unresolved Lines) und INEPT (Insensitive Nuclei Enhanced by Polarization)

Kommentar-Direktlink Christian· 10.07.08 · 11:26 Uhr

Die Abkürzungen Rx und Tx stammen, soweit mir bekannt, aus dem Morsecode bzw. aus dem Telegrafie-Zeitalter. Die Kombination von R und X stehen für "receive", T und X dagegen für "transceive". Ich vermute, man hat das dann für die Radioastronomie ebenso wie in vielen anderen technischen Wissenschaften einfach übernommen (in der Photonik kürzen wir ebenfalls mit Rx und Tx ab).

Zu Rx und Tx ist man ursprünglich gekommen, da das "x" im US-Steno für "crossing" ("x-ing" wie auch an den Bahnschranken) steht. Ein "x" impliziert daher immer eine Form der Überkreuzung oder Durchquerung - wie bei ein- und ausgehenden Daten, die sozusagen das Kabel (oder die Luft) durchqueren.

Kommentar-Direktlink Maria· 11.07.08 · 11:49 Uhr

AKÜFI. Ich liebe es.
(Abkürzungsfimmel)

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