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14.04.08 · 17:31 Uhr
Angela Merkel hat Brüste!
Kategorie: Kultur · Kommentare: 11
Na und?
Meine Güte, da hat sich die Frau einmal in ein Kleid gewandet, das ihre Weiblichkeit ein bisschen zur Geltung bringt und jetzt bricht eine Dekolleté-Debatte aus? Eine Dekolleté-Debatte?
Erstaunlich wie sehr Frauen - selbst in gehobenen Positionen - immer noch nach ihrem Aussehen be- und verurteilt werden.
Beschissene Frisur, ein Schweißfleck auf einem Kleid (Oh ja, Angela Merkel verfügt über Schweißdrüsen, wer hätte das gedacht!), herunterhängende Mundwinkel und schon zerreisst sich die Nation genüsslich das Maul.
Ok, Gerhard Schröder hat bekanntlich wegen der unglaublich wichtigen Frage, ob er seine Haar färbt oder nicht, auch schon Prozesse gegen Journalisten geführt. Aber hat sich irgendjemand groß über Theo Waigels Augenbrauen aufgeregt? Oder dass Helmut Kohl im wahrsten Sinne des Wortes ein Koloss ist? Oder dass Norbert Blüm bekanntlich nicht zu den größten Menschen des Landes zählt? Oder dass Roland Koch verblüffende Ähnlichkeit mit einer der unsympatischsten Figuren aus dem "Herrn der Ringe" hat?
Hmm ja, wir machen uns schon irgendwie lustig darüber. Dennoch habe ich den Eindruck, dass dieses Aufgeilen an Äußerlichkeiten bei weiblichen Leistungsträgern eine ganz andere Qualität hat.
Im amerikanischen Wahlkampf z.B. wird Frau Clinton oft manchmal in den Medien "Hillary" genannt, bei ihren männlichen Gegner dagegen ist die Presse so respektvoll und verwendet den Nachnamen.
Autor: Ludmila Carone· 11 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (11)
ali·
14.04.08 · 18:10 Uhr
...und niemand spricht über den Papst!Jetzt noch Ernst: Ich stimme dir zu, dass Frauen in der Politik viel mehr nach ihrem Aussehen beurteilt werden aber ich bin mir aber nicht sicher ob Hillary Clinton das beste Beispiel ist im Moment. Sie versucht abzulegen, dass sie als 'Unnahbar' gilt und benutzt deshalb häufig selber den Vornamen in der Kampagne (ganz abgesehen davon, dass dann das 'Clinton' Stigma etwas in den Hintergrund tritt). Daher kann ein Eindruck der Ungleichbehandlung entstehen.
Ausserdem sind Vornamen in den USA schon sehr viel gängiger als im Germanischen. Es bedeutet nicht das gleiche wie hier, wird man in den USA mit Vornamen angesprochen.
Wenn in den Medien aber ihre Konkurrenz anders behandelt wird (was mich in diesem speziellen Fall erstaunen würde) ist es natürlich schon etwas seltsam (hast du Quellen dazu, würde mich interessieren?).
Das dürfte allerdings mehr damit zusammenhängen, dass man bei "Clinton" an ihren Mann denkt. Die tschechische Möglichkeit, einfach "Clintonová" zu schreiben (die tun das wirklich), besteht ja nicht...
Tja, da hätten wir z.B. mal diesen Artikel aus der Welt:
http://www.welt.de/politik/article1640270/Wenn_Obama_weiss_und_Hillary_ein_Mann_waere_....html
http://www.washingtonpost.com/ac2/related/topic/Hillary+Clinton?tid=informline
http://news.google.de/news?hl=de&tab=wn&ned=de&q=hillary
Man sieht ein paar Überschriften, wo die Dame Hillary genannt wird. Recht selten zwar, aber immerhin.
http://www.washingtonpost.com/ac2/related/topic/Barack+Obama?tid=informline
http://news.google.de/news?hl=de&tab=wn&ned=de&q=barack
Hier ist immer nur von Obama oder von Barack Obama die Rede, aber nie von Barack.
Das sind ein paar Stichproben, ist mir aber beim Surfen aber ein paar Mal aufgefallen. Es könnte schon sein, dass Frau Clinton sich bewusst mit Vornamen anreden lässt, um sich von ihrem Mann stärker abzuheben oder/und sich weiblicher zu machen. Das würde allerdings bedeuten, dass sie die Regeln des Spiels verstanden hat und sie für sich nutzt. Was eigentlich ziemlich clever ist.
Das letzte was ich von Hillary Clinton behaupten würde ist, dass sie die Regeln des Spieles nicht für sich nutzt und es an Cleverness fehlen würde. Ganz bestimmt nicht ihre Schwäche.
Ich habe die Links kurz überflogen und da es scheint tatsächlich so zu sein, dass in den deutschsprachigen Medien für Clinton eher der Vorname benutzt wird als für Obama. Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass sie schon 'celebrity' Status hier besass, bevor sie ihre Kampagne startete.
Die WP ist wohl nicht repräsentativ, da es dort garantiert von der Redaktion festgelegte Regeln gibt, wie die Kandidaten/innen genannt werden dürfen und auf eine nicht Genderverzerrte Darstellung geachtet wird. Es ist schliesslich eine der wenigen grossen nationalen Blätter.
Die Kampagne betont übrigens sicher den Vornamen. Die ganzen 'Hillary' Plakate an Wahlveranstaltungen sind garantiert nicht selbstgebastelt.
Ich fand den Ausschnitt auch etwas zu tief geraten, ein bisschen zuviel würde ich sagen. Das liegt aber nicht am Status von Frau Merkel sondern an meinem persönlichen Ästhetikempfinden. Das darf Frau doch sagen und Mann auch, warum auch nicht?
Den Vergleich mit der Körpergröße, der Haarfarbe ect, anderer Politiker finde ich unangebracht und das darüber nicht geschmunzelt wird, stimmt schlichtweg nicht.
"Oder dass Roland Koch verblüffende Ähnlichkeit mit einer der unsympatischsten Figuren aus dem "Herrn der Ringe" hat?"
Wen meinst du? Schlangenzunge? Das würde doch dann auch zu seinem Job passen...
angela merkel hat brüste ... kurt beck auch!
"Im amerikanischen Wahlkampf z.B. wird Frau Clinton oft manchmal in den Medien "Hillary" genannt, bei ihren männlichen Gegner dagegen ist die Presse so respektvoll und verwendet den Nachnamen"
Der Vorname ist in diesem Fall Programm
Bei Bad Astronomy gab es auch schon mal einen Beitrag zu der Vornamen-Sache. Ist also anscheinend kein rein-deutschprachiges Problem.
angela merkel hat brüste? Ach Du Scheiße! Am Ende ist unsere Kanzlerin auch noch eine Frau?
Dann kann man wenigstens sagen:
Ein Rock geht durch Deutschland.