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Michael Pusler ist Markt- und Medienforscher in leitender Funktion. Er beschäftigt sich primär mit grundlegenden Fragen zum Mediennutzungs- und Verbraucherverhalten sowie zur Markenführung von Medienmarken. Zunehmend spielen dabei auch neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften sowie der Sozialforschung eine wichtige Rolle.
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30.09.08 · 20:05 Uhr
3 - die magische Zahl
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien · Kommentare: 3
Wir begenen Ihr immer wieder im täglichen Leben - der magischen Zahl "3". "Aller guten Dinge sind drei", weiß der Volksmund. Ob im Strassenverkehr an der Ampel, jüngst bei Olympia wo den 3 Erstplatzierten Medaillien verliehen werden oder aber der Starter im 100-m Lauf ein dreigeteiltes Kommando gibt (Auf die Plätze", "fertig", "los"). Das sind nur wenige Beispiele- viele weitere ließen sich finden. Unser Leben scheint in vielerlei Weise in 3-er Abschnitten organisiert zu sein.
Jüngst hat eine Studie der American Psychological Association (APA) zur magischen Zahl 3 neue Erkenntnisse offenbart (Kimberlee Weaver & Colleagues: Inferring the popularity of an opinion from its familiarity; 2008 in Neuromarketing Reserarch). Danach gehen Menschen umso mehr von der Gültigkeit einer Aussage aus, die Sie nicht überprüft haben, je öfter sie wiederholt wird (etwa: In Hamburg regnet es (fast) immer). Das gilt auch für kurz aufeinander folgende Wiederholungen. Erstaunlich ist, dass dieser Effekt zu etwa 90% deckungsgleich ist, wie im Falle verschiedene Personen äußern diese Meinung.
Woher kommt das? Die Autoren gehen davon aus, das Gehirn liesse sich von der puren Wiederholung beeindrucken und unterstelle der Botschaft daraufhin eine höhere Relevanz für den Organismus. Im täglichen Leben sammelt man viele Eindrücke von unterschiedlicher Seite, die anschliessend verdichtet werden.(das Wetter kann auch vereinzelt in Hamburg als schöner erlebt werden). Trifft man aber nun auf eine Person seines Vertrauens, die wiederholt behauptet, in Hamburg sei das Wetter immer schlecht, führt dies zur Genaralisierung dauernden Regens in der Hansestadt. 3 mal vorgetragen genüge, um solche Generalisierungen zu lernen.
Bleibt dann nur die Empirie und man macht den Selbstversuch: 3 mal schönes Wetter in Hamburg innerhalb küzer Zeit dürfte dann wohl ausreichen, das (Vor-)Urteil vom regnerischen Wetter zu revidieren ... .
Autor: Michael Pusler· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (3)
Hey,
also sehen wir demnächst 3-mal die gleiche Werbung pro Werbeblock, damit diese effektivier ist?
Ich hoffe mal nicht. ;-)
MfG
Daniel
!!!Diese Zahl ist in der Tat die magische!!!
Misanthropic greetz from Comaplanet 13
!!! 3 is the magic number !!!
A.D.O.R.E. - a dance on razors edge
Die Wahrheit: Aller guten Dinge sind drei.
Vor allem in der Werbung. Drei Vorteile die für ein P/L/I sprechen, werden immer als schlüssige, "vollständige" Argumentation wahrgenommen, selbst wenn es sich bei einem davon um eine reine Floskel handelt.
Weniger als drei ist zu wenig. Mehr wird unglaubwürdig und kann sich eh keiner merken.
Ein Klassiker: Quadratisch.Praktisch.Gut.
Hier ist es sogar noch so, dass die Glaubwürdigkeit vom ersten bis zum letzten Wort abnimmt, aber am Anfang am größten ist:
Quadratisch - im Bild sichtbar, also hundertprozentig wahr
Praktisch - anhand des Bildes gut vorstellbar, demnach sehr wahrscheinlich
Gut - die reine Werbebehauptung, erst durch Test beweisbar - ABER: Ich habe ja schon zwei Mal die Wahrheit gehört, wieso sollte die dritte Aussage falsch sein?
Diese Trick-Technik nennt man auch die "Zwei-Drittel-Wahrheit".
__________
Und als Werber meine ich sogar, man kann ebenso gut drei glatte Lügen als reine Wahrheit "verkaufen", wenn sie nur gut klingen, oft genug wiederholt werden und den Menschen genau das versprechen, was sie im Innern hoffen, zu bekommen.
Ist aber nicht mein Stil. Nur am 1. April. ;-)
thm