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Monika Armand ist Diplom Pädagogin. Bereits während ihres Studiums hat sie sich besonders der Frage gewidmet, welche Bedeutung die Neurowissenschaften und Psychologie für die Betrachtung vom Handeln in Unterricht und Erziehung haben. Sie studierte bei dem Hirnforscher Prof. Dr. Hans J. Markowitsch an der Universität Bielefeld Physiologische Psychologie und Neuropsychologie.
Kommentare
- · 24.02.08 · 04:08 Uhr Studie: Wer faul ist, wird Lehrer?
- Tobias · 23.02.08 · 21:18 Uhr Hochschulpolitik, Professor (Un)tat & Wissenschaftlerdasein in Deutschland
- Monika Armand · 06.02.08 · 08:27 Uhr Deutschland sucht den Superstar.....
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01.02.08 · 19:10 Uhr
Brain-Jogging macht jung und hält fit .....
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften
Nicht wir Menschen, sondern das "Gehirn" geht joggen. Ein "neuer" Trend erfasst die Fitness-Generation.Betrachtet man die vielfältigen Angebote und die damit verbundenen Versprechungen, so könnte man zu dem Schluß gelangen, dass wir bisher unser Gehirn, d.h. uns selbst unterfordert haben! Die VHS in Burladingen verspricht Jugendlichkeit mittels "Brain-Jogging". Hoch gesteckte Ziele wie "Sinnesschulung, Gedächtnistraining, Förderung der Kreativität, neue Techniken in den Alltag umsetzen", sollen damit erreicht werden.
Noch mehr Ziele möchte das "Brain-Jogging- Angebot" im Wellnessurlaub erreichen:
" Die tägliche Herausforderung beeinflusst den Status der Intelligenz - belegen ausführliche wissenschaftliche Tests.[...]"Brainjogging", das Training des Gehirns durch Denkaufgaben, Wissenstests, etc. hilft beim täglichen Entscheiden, Erinnern, Ordnen, Entdecken und Sortieren. Brain-Training wird zum Beispiel im 4-Stern Kurhotel Bad Leonfelden angeboten!"Haben Sie heute schon "gehirn-gejoggt" ? so tönt es aus verschiedenen Gesundheitsmedien. Und was steckt dahinter? Macht es wirklich jung und fit? Wie lernen wir tatsächlich? Lohnt sich diese Form des Joggings oder sitzen wir hier nur einem neuen "Modetrend" auf.
Um diese Frage zu beantworten, muss man wissen, wie unser Gehirn, - in diesem Falle das Arbeitsgedächtnis - selbstverständlich "wissenschaftlich belegt" funktioniert :
Unser "Arbeitsgedächtnis":
Das Arbeitsgedächtnis behält Informationen für eine kurze Zeitspanne. Diese Fähigkeit ist individuell verschieden. Sie hängt davon ab, inwieweit die jeweilige Person in der Lage ist, wichtige Informationen von unwichtigen Informationen zu trennen bzw. von der Fähigkeit Informationen zu "bündeln" (= chunking).
Filterung von Informationen:
Unsere Wahrnehmung filtert vorab Informationen. Hier wird entschieden, was im Gehirn ankommt und was nicht. Weiter benötigt man ein ausreichendes Vorwissen um relevante Informationen von nicht relevanten Informationen zu trennen. Je mehr das Wissen dabei in Kategorien gespeichert ist, um so leichter fällt die Filterung von relevanten Informationen.
Informationen zusammen fassen (bündeln)
Die Fähigkeit, Informationen zu bündeln (chunking) hängt davon ab, inwieweit immer wiederkehrende Gedächtnisprozesse bereits automatisiert ablaufen, so dass für diese Aufgaben kein Arbeitsspeicher mehr benötigt wird.
Störungen des Arbeitsgedächtnisses können die Informationsaufnahme behindern oder einschränken. Seine möglichen Ursachen:
- mangelnde Lerngelegenheiten
- Intelligenzschwäche
- körperliche Störungen
- emotionale Störungen
- grundegende spezifische neurobiologische Störungen (z.B. ADHS)
Die Steuerung des Arbeitsgedächtnisses:
.... ist außerdem auch eine Frage der Impulssteuerung, d.h. der adäquaten Aufmerksamkeitssteuerung. Hyperaktive Kinder haben Schwierigkeiten ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt bzw. eine bestimmte Sache zu lenken. Die in der Umwelt ständig angebotene Reizvielfalt und die Unfähigkeit hier gezielt auszuwählen, führt bei ADHS-Kindern zu einer Reizüberflutung.
Training des Arbeitsgedächtnisses:
Man betrachtete das Arbeitsgedächtnis ursprünglich als fixe Größe. Das Verdienst von Klingberg und Kollegen ist der Nachweis, dass das Arbeitsgedächtnis keine fixe Größe ist und trainiert werden kann. Die Studien von Klingberg et al. belegen, dass das Training des Arbeitsgedächtnisses zu einem "lebenslangen Grundprinzip" werden könnte.
Was sagt nun diese Studie aus. Stimmen also die Versprechen der Veranstalter?
Die Antwort lautet ja und nein:
Ein Ja zur Frage, ob das Gedächtnis "trainiert" werden kann. Nein zur Frage, ob damit speziell das Entscheiden, Erinnern, Ordnen, Entdecken und Sortieren trainiert werden.
Der Grund liegt darin, dass das Arbeitsgedächtnis zwar trainiert werden kann, jedoch die hierfür verwendeten Aufgaben in der Regel gleichförmige "Gedächtnisaufgaben" sind und eben auch nur diese Form von Aufgaben damit geübt werden können. In diesem Falle beschränkt sich der Erfolg nämlich nur auf das in der Psychologie so genannte "bereichsspezifische" Wissen, d.h. es wird "nur" das gelernt, was auch geübt wird.
Ein ("altes") Beispiel aus der Schule:
Jede Mathematikstunde beginnt Lehrer Lämple mit Übungen aus dem 1x1. Fünf Minuten lang stellt er verschiedene Aufgaben aus dem 1 x 1.Er achtet darauf, dass alle Schüler mitmachen. Diese tägliche Übung, modern ausgedrückt "Gehirnjogging" sorgt dafür, dass die Schüler das Einmaleins nach einiger Zeit quasi "im Schlaf" beherrschen. Wenn Lehrer Lämple aber erwartet, dass seine Schüler damit auch die weiterführenden Textaufgaben besser lösen können, wird er enttäuscht sein. Gesonderte 1x1-Aufgaben aber werden zeigen, dass seine Übungen Erfolg hatten.
Um größere Erfolge in größeren Bereichen zu erzielen bedarf es ebenfalls ganz spezieller Übungen. D.h. je höher die Ziele gesteckt werden, um so schwieriger und komplexer müssen dann auch die "Gehirnjogging"-Aufgaben sein. Klingberg und Kollegen haben solch spezielle Übungen für Schüler entwickelt:
Vorläufige Ergebnisse der Studien von Klingberg et al. Zitat:
"Erste Daten suggerieren, dass das Arbeitsgedächtnistraining das Leseverständnis verbessert, wie auch die Fähigkeit mathematische Problemstellungen zu lösen...[....]Die Trainingsmethode wird laufend verbessert. Dies geschieht, indem wir Effekte von Veränderungen des gegenwärtigen Trainingsprogramms auswerten. Zudem erweitern wir die vorliegende Datenbank fortlaufend mit allen Daten aus Studien und klinischen Arbeiten. Die Analyse der Datenbank ermöglicht es uns, unser Wissen um effektivere Lernstrategien von Kindern und Erwachsenen zu vertiefen."
Ausführlicher Bericht über die Studien von Klingberg et. al.: hierHinweis: Die Art der Quellenangabe impliziert nicht eine Befürwortung des dort beworbenen Produktes (die Produkte sind der Autorin nämlich nicht bekannt)
Klingberg T, Fernell E, Olesen P, Johnson M, Gustafsson P, Dahlström K, Gillberg CG, Forssberg H, Westerberg H (2005), Computerized Training of Working Memory in Children with ADHD – a
Randomized, Controlled, Trial. J American Academy of Child and Adolescent Psychiatry 44 (2):177-186.
Autor: Monika Armand· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Arbeitsgedächtnis· Gehirnjogging· Lernen· Leseverständnis· Übung
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