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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften
11. November 2009
Menschmaschinen in Informationshyperwelten
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 1
Das digitale Informationsschlaraffenland hat auch Schattenseiten. Nachrichtenportale, Blogs, Twitter - der moderne Informationsjunkie ist ohne diese parallelen Datenströme nicht mehr denkbar. Doch wie steht es um unsere (letztlich dann doch menschlichen) Ressourcen, mit diesem auf uns einstürzenden Informationsüberangebot umzugehen? Wie souverän sind wir noch? Wer sind die Herren im Universum des technologisch-induzierten Allwissens? FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher sucht in einem neuen Buch nach Antworten auf diese Fragen.
Noch bevor Schirrmachers Buch im Regal steht, hat die Debatte rings um seine Überlegungen und Thesen begonnen. Ausgangspunkt ist Schirrmachers Beobachtung, dass wir mehr und mehr in quasi symbiotischer Einheit mit unseren digitalen Informationsagenten leben. Wir leben, handeln und denken ständig im Bezug auf Informationen und Impulse, die uns unsere Twitter-timeline, die Mailkorrespondenz oder der Newsticker vorgibt.
Auf der Debattenseite Edge.org liest sich das so:
We are apparently now in a situation where modern technology is changing the way people behave, people talk, people react, people think, and people remember. And you encounter this not only in a theoretical way, but when you meet people, when suddenly people start forgetting things, when suddenly people depend on their gadgets, and other stuff, to remember certain things. This is the beginning, its just an experience.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 11.11.09 · 11:30 Uhr· 1 Kommentar
19. Februar 2009
FameLab Austria: Eine Bühne für die Wissenschaft
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften
Wissenschaftler stehen teilweise immer noch im Verdacht einer Art Geheimzirkel anzugehören. Ihrer Tätigkeit gehen die Forscher - so die klischeebehaftete Vorstellung - irgendwo in rätselhaften Elfenbeintürmen nach. Und die Dinge, mit denen sich Wissenschaftler beschäftigen sind doch sowieso viel zu kompliziert, als daß man sie als Laie verstehen könnte. Auf ScienceBlogs kann jeden Tag nachgelesen werden, daß diese Vorstellung in die Mottenkiste gehört. Und auch der Wettbewerb FameLab zeigt, daß Wissenschaft spannend, unterhaltsam und: gar nicht verstaubt ist.
"FameLab" findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt. Die Idee für diesen Wettbewerb wurde in Großbritannien geboren. Und inzwischen wird der Contest in zehn europäischen Ländern ausgetragen.
Das FameLab-Konzept ist schnell erklärt: junge Wissenschaftler präsentieren in kurzen Vorträgen ihr Forschungsprojekt und anschließend wird die Präsentation von einer Jury bewertet. Im Prinzip ähnelt diese Grundidee also den bekannten Formaten à la "Deutschland sucht den Superstar" - mit dem kleinen, aber wichtigen Unterschied, daß es bei FameLab nicht um Selbstdarstellung geht und in der Jury niemand blöde Sprüche klopft.
FameLab: Österreich sucht den Super-Wissenschaftler
Bei FameLab geht es schlicht darum, junge, talentierte Wissenschaftler zu finden, die ihre Begeisterung für die Forschung an das Publikum weitergeben können. Und wenn sich dann beim Publikum und der Jury sogar noch ein Lerneffekt einstellt und man einen Einblick erhält in die faszinierenden Forschungsprojekte - umso besser.
Gesucht sind also lebendige, unterhaltsame, lustige, informative und im besten Sinne: originelle Formen der Wissenschaftskommunikation. Die Kandidaten sollen zwischen 21 und 35 Jahre alt sein und dürfen auf der Bühne selbstgewählte Hilfsmittel verwenden, mit einer Ausnahme: Powerpoint ist tabu. Wie schön!
Leider nicht in Deutschland, Bewerbungsfrist für FameLab Austria läuft!
Schade ist, daß FameLab nicht in Deutschland stattfindet. Dafür haben alle österreichischen Nachwuchswissenschaftler die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Im März finden insgesamt vier Vorentscheidungen statt (in Graz, Innsbruck, Linz und Wien). Die zehn besten Bewerber treten dann am 4. April zum Finale in Wien an.
ScienceBlogs.de wird den Wettbewerb interessiert begleiten und natürlich darüber berichten, welcher österreichische Kandidat sich für das europäische Finale in England qualifizieren kann. Vielleicht ist ja sogar ein ScienceBlogs-Leser mit in Wien dabei? Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 6. bzw. 16. März!
Weitere Infos:
Und hier die Präsentation des Famelab-Siegers 2008: Bernhard Weingartner (Forschungsassistent an der TU Wien) begeisterte mit seinem spannenden Vortrag über chaotisches und reguläres Verhalten in komplexen Systemen.
Autor: Marc Scheloske· 19.02.09 · 13:30 Uhr· 0 Kommentare
27. Januar 2009
DLD: Die Komplexität unseres Gehirns und einfache Lösungen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Unser Leben ist komplex. Egal ob uns die Krise des Wirtschafts- und Finanzsystems vor Augen führt, daß alle theoretischen Modelle und alles ökonomische Expertenwissen nicht ausreicht, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Egal ob das komplexe Klimasystem die schnellsten Superrechner ins Schwitzen bringt, um auch nur grobschlächtige Szenarien zu berechnen: unsere Wirklichkeit ist geprägt durch eine Vielfalt unterschiedlicher Systemzustände, die als Komplexität eine stete Herausforderung darstellen.
Mit Antworten auf komplexe Herausforderungen beschäftigte man sich auch auf der soeben zu Ende gegangenen DLD-Konferenz. "Simplicity" lautete der Titel der Podiumsdiskussion, die von Adam Bly, dem Gründer von SEED-Media und ScienceBlogs, moderiert wurde. Und da uns Komplexität in den verschiedensten Feldern begegnet, war die Zusammensetzung des Panels entsprechend breit gefächert.

Gorden Wagener, verantwortlicher Designer bei Mercedes Benz, skizzierte einige Trends aus dem Bereich der Automobilbranche. Carlo Ratti vom MIT verblüffte mit interessanten Darstellungsformen hochkomplexer Kommunikationsströme und zeigte etwa, wie am Abend des Fußballendspiels der Weltmeisterschaft 2006 in der Stadt Rom im Spielverlauf die Handygespräche lokal verteilt waren. Und Jeff Hayzlett von Kodak konnte mit einer großen Portion Selbstironie viele Sympathiepunkte einheimsen.
Komplexe Simplizitätsmaschine "Gehirn"
Aus wissenschaftlicher Sicht war natürlich vor allem der kurze Vortrag des Hirnforschers Gerhard Roth interessant. Nun ist das DLD keine wissenschaftliche Konferenz, aber Roths Thesen in Sachen Komplexität waren dennoch kurzweilig und spannend.
Einer der Hauptpunkte in Roths Ausführungen: das Gehirn ist das komplexeste System, das wir kennen. Mit rund 1 Billiarde Synapsen kann das menschliche Gehirn, so Roth, ca. 10150 verschiedene Zustände annehmen. Die Gesamtzahl aller Teilchen im Universum beträgt angesichts dessen gerade einmal bescheidene 1080.
Und dieses wahnsinnig komplexe System - so führte Roth weiter aus - operiere auf der Ergebnisseite fast ausschließlich als Simplifizierungsmaschine. Alle Informationen werden fortwährend im Hinblick auf einfache, plausible Muster "durchsucht" und solchermaßen in handhabbare und ressourcensparende kognitive Sinneinheiten transformiert.

Daß diese Arbeitsweise unseres Gehirns hocheffektiv ist, aber im Einzelfall auch zu inadäquaten Ergebnissen führen kann, illustrierte Roth etwa an der bekannten visuellen "kanisza illusion". Hier "sehen" wir zwei übereinander liegende Dreiecke und verdeckte Scheiben. Doch: was sehen wir hier wirklich, welche geometrischen Formen sind tatsächlich vorhanden und was ergänzen wir - als geübte Mustererkenner - ganz unwillkürlich?
Am Ende hatte Gerhard Roth zumindest zwei Empfehlungen parat, wenn es um Entscheidungen (in komplexen Situationen) geht:
- Erstens solle man im Affekt bzw. emotional aufgebrachter Stimmung keine (vorschnellen) Entscheidungen treffen. Hier werde die quasi-intuitive Fähigkeit zur adäquaten Situationsanalyse und Abwägung beeinträchtigt.
- Zweitens solle man nach Möglichkeit eine gewisse Zeit verstreichen lassen, bevor man eine wichtige Entscheidung fällt. Mindestens 2 Stunden seien zu empfehlen, in denen man sich mit anderen Dingen beschäftigen solle und das Gehirn "im Hintergrund" die Abwägungsprozesse durchführe; am besten - und hier zeigt sich, daß moderne Hirnforschung oftmals auch keine anderen Empfehlungen liefert, als landläufige Ratschläge - man schlafe erstmal eine Nacht, um dann das Problem (unter Rückgriff auf die im Schlaf vollzogenen neuronalen Resultate) zu lösen.
Autor: Marc Scheloske· 27.01.09 · 23:45 Uhr· 3 Kommentare
26. Januar 2009
Unverbesserlich irrational: Dan Ariely zerstört eine Illusion
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Jeder von uns hat schon Dummheiten gemacht. Wir haben in einer Weise gehandelt, ohne zuvor vernünftig und in Ruhe nachzudenken. Ohne abzuwägen und die Handlungsoptionen zu prüfen. Gut, Fehler passieren - aber im Allgemeinen handeln wir vernünftig, so dürfte jedenfalls die Selbsteinschätzung der meisten Menschen sein.
Der Mensch begreift sich - spätestens seit Aristoteles Zeiten - als animal rationale. Und unterliegt damit einer riesengroßen Selbsttäuschung. Dieser Meinung ist zumindest Dan Ariely.
Ariely, der als Professor an der Duke-University in den USA lehrt, ist ein Grenzgänger zwischen der Psychologie und den Wirtschaftswissenschaften. Und Ariely hat in den letzten Jahren in vielen kleinen Detailstudien und vielgelesenen Sachbuchbestsellern illustriert: die Idee des logisch handelnden, rationalen Menschen ist kaum mehr als eine Illusion.
Die Selektivität unserer Wahrnehmung
Arielys gestriger Vortrag war einer der Höhepunkt der diesjährigen DLD-Konferenz. Ariely führte den interessierten Zuhörern vor Augen, wie täuschungsanfällig wir alle sind. Wie leicht wir die offensichtlichsten Dinge übersehen und wie selektiv unser Wahrnehmungsapparat arbeitet.
Das sind für sich genommen alles keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse, aber Ariely bündelt die Erkenntnisse verschiedener Disziplinen auf plausible Weise zu seiner Spielart einer Verhaltensökonomie und sorgte bei seinem Vortrag immer wieder für ungläubiges Kopfschütteln beim Publikum.
Für die größte Verblüffung sorgte er mit dem bekannten Gorilla-Video. Ariely stellte dem Publikum eine kleine Aufgabe: bei einem Basketballspiel sollen alle Pässe eines bestimmten Teams gezählt werden. Nach 50 Sekunden endet das Video, Ariely fragt das Ergebnis ab. Wie oft wurde der Ball gepasst? 16, 17 oder 18 mal? Und wie oft wechselte der Ball bis zu dem Zeitpunkt als der Gorilla durchs Bild lief? - Ein erstaunt-ungläubiges "Oh!" ist zu hören - denn tatsächlich: nach etwa 20 Sekunden spaziert ein Mann im Gorillakostüm mitten durchs Spiel- und Blickfeld.
Hoffnungslos irrational
Viele DLD-Besucher zählten aber ganz offensichtlich so konzentriert die Ballwechsel, so daß sie diesen zusätzlichen Akteur im Video komplett übersehen hatten. Wie passiert es also - so eine der Kernfragen von Ariely - daß wir die offensichtlichsten Sachverhalte nicht (richtig) sehen. Wie passiert es nur, daß wir immer wieder hoffnungslos irrational entscheiden?
Ariely hat selbst keine Patentrezepte, wie wir uns gegen die Tendenz zur Irrationalität wappnen können, die - das war Ariely wichtig - Experten (ungeachtet ihrer Erfahrung) genauso betrifft, wie Laien. Eines sollte aber den Zuhörern klargeworden sein: wir sind unverbesserlich irrational. Und es schadet nicht, sich dessen bewußt zu sein.
Links und Literaturtipps:
- Website von Dan Ariely
- Das Gorilla-Basketball-Video
- Dan Ariely: Denken hilft zwar, nützt aber nichts
- Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten.
Autor: Marc Scheloske· 26.01.09 · 11:00 Uhr· 2 Kommentare
20. August 2008
Verhaltenspsychologie: Der Gewinn falscher Erinnerungen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Sich selbst etwas vorzumachen, kann mitunter ganz heilsam sein. Das zumindest verspricht eine Studie der Universität St. Andrews in Schottland. Denn wer seine Erinnerungen nachträglich bewusst "türkt", kann damit auch sein Verhalten in der Gegenwart ändern.
Autor: Jessica Riccò· 20.08.08 · 15:45 Uhr· 1 Kommentar
19. August 2008
"Akademische Helden" glauben an das Gute im Menschen - die Psychologie des Schummelns
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 4
Sind Sie im Einklang mit sich und der Welt und glauben an das Gute im Menschen? Oder kultuvieren Sie lieber Ihre Misanthropie frei nach Brecht: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral?
Autor: Jessica Riccò· 19.08.08 · 12:15 Uhr· 4 Kommentare
Ist uns Mathematik in die Wiege gelegt? Neue Studie zu Raum- und Mengenkonzepten von Aborigines-Kindern
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 9
Welche Bedeutung hat unsere Sprache für unser Weltverständnis? Wäre die Wahrnehmung unserer Umwelt vielleicht ganz anders, wenn unsere Sprache eine andere Struktur hätte? Und hängt unser mathematisches Verständnis, unser Verhältnis zu Größen und Mengen am Ende auch davon ab, welche Zahlwörter wir haben?

Mit solchen und ähnliche Fragen, befassen sich seit vielen Generationen Linguisten, Psychologen, Ethnologen und Philosophen. Eine neue Studie eines britisch-australischen Forscherteams wirft einige wissenschaftliche Grundannahmen über den Haufen: die Studie mit Ureinwohnern des Amazonasgebietes zeigt, daß grundlegende mathematische Fähigkeiten vollkommen unabhängig von der Sprache existieren.
Hatten Ludwig Wittgenstein und Benjamin Lee Whorf nicht recht?
Damit stellt diese aktuelle Studie, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences publiziert ist, eine Provokation für weite Teile der wissenschaftlichen Gemeinde dar. Denn noch immer gilt die Sapir-Whorf-Hypothese, die besagt, daß Denken die Sprache formt und nicht umgekehrt, als Fixpunkt der Diskussion. Oder, mit Ludwig Wittgenstein formuliert:
"Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt."
Die Notwendigkeit von Zahlwörtern für ein mathematisches Verständnis war zuletzt durch die aufsehenerregenden Studien des Biologen und Verhaltensforschers Peter Gordon bestätigt worden. Gordon untersuchte die Indianer des Piraha-Stammes aus dem Amazonas-Gebiet. Und das Basisvokabular der Piraha kennt keine differenzierten Zahl- und Mengenangaben. Außer Wörtern für "eins", "zwei" und "viele" benötigen die Indianer keine Vokabeln.
Gordon fand heraus, daß die Piraha bei der Einschätzung von Mengen, die größer als 4 sind große schwierigkeiten haben und offenbar Schwierigkeiten mit dem Zählen haben.
Zählen ohne Zahlen!
Ganz anders klingen nun die Ergebnisse von Brian Butterworth vom Institute of Cognitive Neuroscience (University College London) und seinen Kollegen. Die Forscher hatten 45 Kinder von zwei Eingeborerenstämmen in Australien untersucht.
Sie verglichen die mathematischen Kompetenzen von Kindern, die nur die Sprachen der Warlpiri oder Anindilyakawa sprechen mit den Fähigkeiten von Aborigines-Kindern, die in Melbourne mit Englisch aufgewachsen waren. Das Ergebnis: es gibt kaum bzw. keine Unterschiede was die Beurteilung von Mengen und Größenverhältnissen angeht.
Mathematisches Grundverständnis angeboren
Mitautor Bob Reeve, von der School of Behavioural Science (Uni Melbourne), erklärt:
"Die Studie zeigt, daß die Fähigkeit zu zählen nicht einfach nur von der Kultur oder der Sprache abhängt."
Wenn man den Ergebnissen traut, dann ist uns Menschen ganz offensichtlich ein basales mathematisches Grundverständnis angeboren. Wir benötigen also nicht zwingendermaßen Zahlwörter, um Mengen zu strukturieren und einfache Aufgaben zu lösen.
Oder, wie es Brian Butterworth von der Uni London formuliert:
"Our study of aboriginal children suggests that we have an innate system for recognizing and representing numerosities - the number of objects in a set - and that the lack of a number vocabulary should not prevent us from doing numerical tasks that do not require number words."
Auch Fische können "rechnen"
Wobei, unter uns: inzwischen weiß man auch von Fischen, daß diese nicht nur ficken, sondern auch zählen können. Und die Behauptung, daß wir ohne Sprache möglicherweise im Mathetest schlechter abschneiden sollten als Mosquito-Fische, wäre dann doch etwas erklärungsbedürftig...
Links:
- B. Butterworth, R. Reeve, F. Reynolds and D. Lloyd: Numerical thought with and without words: Evidence from indigenous Australian children
- Gordon, Peter (2004): Numerical Cognition Without Words: Evidence from Amazonia, in: Science, Vol. 306, pp. 496-499; www.sciencemag.org/cgi/content/full/1094492/DC1 [Download als PDF]
- Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis, Wissenswerkstatt, 29.2.2008
Autor: Marc Scheloske· 19.08.08 · 12:00 Uhr· 9 Kommentare
16. August 2008
"Komm, lass' es alles raus. Wir lachen auch nicht." - Emotionen bei Olympia
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Themenwoche

Es ist ja fast schon selbstverständlich, heutzutage Bescheid zu wissen, was zum guten Ton im Ausland gehört. Wie man sich verhalten sollte - und wie eben nicht. Kulturelle Unterschiede finden sich in den kuriosesten Bereichen.
"Interkulturelle Kompetenz" nennt sich dieses Gebiet, und in Peking ist die momentan ein großes Thema. Anstatt aufzudecken, was Sportler verschiedener Kulturen unterscheidet, fasste sich die Psychologin Jessica Tracy von der University of British Columbia ein Herz und untersuchte im Rahmen einer Studie den Schlüssel zur Völkerverständigung: Was eint uns eigentlich?
Bei Sieg und Niederlage sind wir alle gleich
Siege und Niederlagen, meint Jessica Tracy. Für ihre Studie verglich Tracy das Verhalten, sowohl von Sehenden, als auch von Geburt an blinden Judokas bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Dabei stellte sie fest, dass sowohl die sehenden Sportler unterschiedlicher Kulturen, wie etwa Algerien, Taiwan, der Ukraine und den USA, als auch blinde Sportler, die ihr Verhalten nicht als Kind "abgeschaut" haben können, bei Siegen die Brust rausstrecken und die Arme in die Luft reissen. Ebenso scheinen sich frischgebackene Verlierer zu "verkriechen" - sie beugen sich, "verstecken" den Brustkorb und schlagen die Hände vors Gesicht.
Stolz und Niederlage wurden nach Jessica Tracys Angaben zuvor nie als für die Verhaltensforschung relevante Emotionen untersucht: "Dabei kann Stolz als angeborenes. biologisches Verhalten des Menschen Aussagen über die menschliche Sozialdynamik machen." Bisher habe die Forschung andere Gefühle wie Angst, Ärger oder Freude untersucht. "Unsere Erkenntnisse unterstützen die Evolutionsthesen, dass Stolz und Schamgefühl leistungsstarke Mittel sind, um den eigenen sozialen Status zu stärken oder auch zu schwächen," erklärt die Psychologin.
Siegerfreude ist erlaubt, Verliererfrust manchmal unerwünscht
In der Studie wird leider nicht darauf eingegangen, ob nicht auch blinde Sportler - aus Beschreibungen, Radiokommentaren etwa - sehr genau wissen, wie sich andere Athleten bei Sieg oder Niederlage verhalten. Dafür stellten sie jedoch eine feine Abweichung bei den Sehenden fest: Sportler aus Nationen, in denen besonders großer Wert und damit auch Druck auf das Individuum gelegt wird - in der Studie etwa die USA und Länder Westeuropas - schämen sich öffentlich weniger. "Fare bella figura" scheint dort vorderrangig zu sein, oder auch "gute Miene zum bösen Spiel".
Unterdrückte Gefühle bei Olympia? Geht es dort nicht um Leidenschaft beim Sport? Sie müssen sich ja nicht gleich auf die Suche nach dem inneren Kind machen. Aber, meine lieben Westeuropäer, wenn in Peking einer weinen muss, dann werden wir ihn in Gedanken zumindest umarmen. Und nicht lachen oder zur Disziplin mahnen. Okay?
Autor: Jessica Riccò· 16.08.08 · 14:10 Uhr· 0 Kommentare
04. August 2008
Studienplätze - Wirres Bewerbungsspiel
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 8
Wer im nächsten Semester ein Studium aufnehmen will, hat sich an mehreren Universitäten in verschiedenen Städten, oft sogar verschiedenen Fächern beworben. Denn die Unis haben die Entscheidungshoheit in den meisten Fächern und die Studenten in spe wollen sich einen Platz sichern. Dies führt zu einem Verwaltungskarussell an dessen Ende oft Universitäten und Studenten unzufrieden sind.
Autor: Beatrice Lugger· 04.08.08 · 18:41 Uhr· 8 Kommentare
29. Juli 2008
Der Wissenschaftsblog-Leser, das bislang unbekannte Wesen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 8
Wir bei ScienceBlogs wollen es genauer wissen! Wer liest die Beiträge unserer Autoren? Warum wird kommentiert und diskutiert? Was ist das Geheimnis wissenschaftlicher Blogs? Was gefällt an ScienceBlogs.de und was können wir in Zukunft besser machen?
Eine User-Befragung soll diesen Fragen nachspüren - und unter allen ScienceBlogs-Lesern, die an der Umfrage teilnehmen, verlosen wir drei Pakete des neuen "Brockhaus Multimedial 2009"!
Wer ist unser Publikum?
Unsere Blogger blicken hinter die Kulissen der Wissenschaft und gehen den Dingen auf den Grund. Vermutlich ist diese Eigenschaft ansteckend und hat uns selbst infiziert. Denn wir wollen nun genauer wissen, mit wem wir es auf ScienceBlogs.de zu tun haben.
Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat Katharina Berneicke in Zusammenarbeit mit uns einen Fragebogen entwickelt, der ein wenig mehr Aufklärung über das geheimnisvolle Wesen "Scienceblogs-Leser" liefern soll. Wir möchten gerne erfahren, wie Sie Scienceblogs.de finden. Wie intensiv sie das Internet und Weblogs nutzen, welche Themen sie besonders interessieren und vieles mehr.

Drei Exemplare des "Brockhaus multimedial 2009" zu gewinnen
Und wir freuen uns, dass wir unter allen Teilnehmern an der Umfrage insgesamt drei Exemplare des neuen „Brockhaus multimedial 2009" verlosen können. Auf 2 DVDs liefert das digitale Nachschlagewerk Informationen zu 335.000 Stichwörtern und noch einiges mehr.
Also, nichts wie rüber zur Umfrage!
Danke!
Autor: Marc Scheloske· 29.07.08 · 19:00 Uhr· 8 Kommentare
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