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23.09.09 · 16:00 Uhr
An der Schwelle zur elektromobilen Gesellschaft?
Kategorie: Technik·Umwelt · Kommentare: 5
Elektro-Autos gehört die Zukunft. So jedenfalls die Botschaft, die auf der IAA zu vernehmen ist, die noch bis zum Wochenende in Frankfurt das interessierte Publikum empfängt. Auch ein Teil der ScienceBlogs-Redaktion war vor Ort und hat sich umgehört, welche Trends die (Auto-)Mobilität der Zukunft prägen werden.
Ist die Zeit reif für Elektro-Autos?
Das Mega-Thema der diesjährigen IAA waren - das ist klar - die Elektro-Autos. Zwar gab es auch in den Vorjahren allerlei Proto-Typen oder Fallstudien, die sich mit Alternativen zum Verbrennungsmotor beschäftigten, aber die vorgestellten E-Mobile riefen nur wenig Begeisterung und Aufmerksamkeit beim Publikum hervor. Und die Mehrzahl der Ingenieure bei den Autobauern schien oftmals auch nur mit halbem Herzen bei der Sache zu sein.
Genau das scheint sich aber geändert zu haben. Die Vorstellung und Entwicklung von Elektro-Autos entspringt offenbar nicht mehr nur der pflichtschuldigen Demonstration des guten, ökologischen Willens. Man meint es Ernst mit den Elektro-Autos. Das ist schon allein an der Tatsache ablesbar, dass derzeit (fast) alle großen Automobilhersteller intensiv an Fahrzeugen arbeiten, die mit Strom angetrieben werden. Renault stellte etwa gleich vier E-Konzeptstudien vor und schon 2011 soll das erste Modell auf den Markt kommen.
Elektro-Prototypen dominieren die IAA
Elektro-Antriebssysteme haben also Konjunktur. Man darf gespannt sein, wann die ersten wettbewerbsfähigen Elektroautos im Angebot sind. Für die Käufer dürfte neben dem ökologischen Argument auch der Kostenfaktor ausschlaggebend sein: je nach Benzinpreis kostet das Volltanken eines E-Autos eben nur halb soviel wie beim Benziner. Und bei steigenden Spritpreisen verbessert sich das Kostenverhältnis weiter.
Auf die steigende Attraktivität von Elektroautos setzt übrigens auch ein alter Bekannter. Der stinkend-knatternde Trabant soll reanimiert werden. Ende 2012 soll der "Trabant nT" vom Band rollen. (Hier ein Text aus der ZEIT zum neuen E-Trabi.)
Bis dahin muss u.a. noch eine grosse Herausforderung bewältigt werden: nämlich die Bereitstellung der Infrastruktur in Form eines flächendeckenden Netzes von Stromtankstellen. Der Energieversorger RWE tut sich hier mit besonderem Engagement hervor.
Die IAA vermittelte jedenfalls durchaus einen vielversprechenden Vorgeschmack auf eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe im Tank.
.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Tja, nur woher kommt der Strom ? Kalorisch ist böse und Atomkraft sowieso.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Energie erzeugen können die der derzeitige Autoverkehr benötigt.
Aber schön wärs trotzdem ....
wo ein wille da auch ein weg ;) und die "menschheit" muss wohl erst einmal in den abgrund geschaut haben vor dem sie steht bevor man zum sprung nach vorn ansetzt.
Bisher hat sich RWE vor allem werbetechnisch engagiert, was die Umsetzung angeht ist doch von konkreten Plänen und technisch sinnvoller Umsetzung bisher noch weniger zu sehen als bei Mühlheim zählt...
http://www.klima-luegendetektor.de/2009/09/18/rwe-autostrom-aus-unbekannter-quelle/
Die Frage nach dem "woher?" ist berechtigt, allerdings selbst wenn die Energie aus Benzin gewonnen wird, ist schon viel gewonnen, nämlich, dass die Autos mit Strom fahren. Strom ist sozusagen eine gute Universalwährung.
Danach sind zwei Wege denkbar: Langfristig kann der Strom dann auf ökologische Herkunft gestellt werden. Kurzfristig kann und sollte der Kunde doch weiterhin die Wahl haben, wie er heute ja schon die Wahl zwischen 100 Oktan hat oder halt nur normales Benzin. Warum sollte man nicht auch an den Tankstellen einstellen können, woher der Strom kommt, den man Tankt?
@Saidiph ex omnes
"Der Strom hat kein Mascherl", wie man in Österreich sagt, einmal ins Versorgernetz eingespeist, vermischt sich Öko- und Atomstrom, und kein noch so esoterischer Atomstromfilter der Welt kann das trennen. Also nix mit 'einstellen können'. Und die E-Versorger werden sicherlich NICHT voneinander getrennte Öko- und Non-Öko Netze aufbauen, weils unter anderem aber doch vor allem sauteuer wäre.