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17.10.08 · 12:30 Uhr
Die globale, digitale Bibliothek
Kategorie: Kultur · Kommentare: 6
Nur ein kurzer Hinweis auf eine Diskussion, die mir doch sehr ScienceBlog-esk scheint: Bei Marcel Reicharts Blog tauchte heute die Frage nach der Digitalisierung von Büchern auf. Das ist natürlich eine wunderbare Vorstellung, so ein weltweites Archiv, online verfügbar für Jedermann. Aber gleichzeitig ein riesiges Problem der Logistik - kann so ein Archiv je fertiggestellt werden? Wachsen Bücher und andere Medien nicht viel zu schnell nach?
"Mach et einfach" sagte sich Brewster Kahle und stellte voriges Jahr bei TED sein "Internet Archive" vor, das jetzt bereits - halten Sie sich fest - 85 Milliarden Einträge hat und selbstverständlich wächst, wächst, wächst. Ein Buch oder auch alle zu digitialisieren ist ihm zu Folge gar nicht so aufwändig, die Fragen sind nur: Wer zahlt? Und wo steht das Archiv rechtlich gesehen?
Vorteilhaft ist das Archiv hauptsächlich nämlich nicht einfach für uns, die wir bequem darüber Bücher, Filme und Musik downloaden könnten - sondern für Menschen, die andernfalls kaum bis keinen Zugang zu Büchern haben. Klar, das klingt nach Zukunftsmusik - aber wie sähen Entwicklungsländer wohl aus, wenn es einen freien, kostenlosen Zugang zu Büchern und damit Bildung gäbe? Da lohnen sich doch Investitionen in digitale Bibliotheken!
Autor: Jessica Riccò· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Richtig interessant wird es natürlich, wenn man mit einer Suchfunktion in allen Büchern der Welt nach irgendwelchen Stichwörtern suchen kann. Andererseits, wer kann eine solche Masse an Informationen dann überhaupt noch verarbeiten?
Der Mensch wird zu einem zurückgezogenen, sozial verkümmerten Tier werden, dass in seiner selbstgeschaffenen Flut von Literatur ersticken wird.
Wer zuviel liest, hat zu wenig zeit zum nachdenken.
Hmm, nee Martin, das sehe ich nicht so. Sicher kenne ich die Gefahr eines jetzt schon sehr üppigen Internets, in dem man gut einen kompletten Sonntag vertrödeln kann. Aber nur weil Literatur frei und kostenlos würde, hieße das doch nicht, dass alle Menschen nur noch lesen - die müssen ja auch arbeiten. Wenn ich mir vorstelle, dass Bildung in ärmeren Ländern eben nicht ein Privileg der Oberschicht wäre klingt das in meinen Ohren ehrlichgesagt nur gut.
Oh und @ Thilo: Frage ist doch auch, wie gut so eine Suchmaschine wäre. Ob sie Beispielsweise zwischen "Teekesselchen", also Wörtern mit mehreren Bedeutungen differenzieren könnte.
@ jessica:
Mein Kommentar war auch nicht unbedingt sooo ernstzunehmen. ;)
Studenten würden davon total profitieren. Wenn die lokale Bibo ein Büch nicht hat, brauch man es nicht zu kaufen. Oh moment... mir fällt ein, was passiert dann mit den Bibos?
Die Frage ist vielmehr... würden Suchmaschinen die Ergebnisse verfälschen? Zum Beispiel um uns und unsere Ideologie zu manipulieren... tun sie das vielleicht bereits schon?
@ Martin:
Interessanter Punkt. Bücher, die in Suchmaschinen weit hinten kommen, existieren dann im Grunde gar nicht mehr. Weil sie ja niemand findet.
Soooo unterschiedlich zu dem, was bisher möglich ist, ist das auch nicht. Da wären dann eben "unliebsame" Bücher im Aussenlager und müssen erst auf Bestellung hergebracht werden, sind dauerausgeliehen von irgendjemandem oder an irgendeine Institution oder nur per Fernleihe verfügbar.
Alles natürlich (potentiell) triggerbar mit Mitteilung an den zuständigen "Verfassungsschutz"
Und welcher "Otto Normalverbraucher" weiss überhaupt, wie Buchrecherche in Bibliotheken funktioniert? Das wissen ja noch nichtmal viele Studenten kurz vor'm Diplom... und kaum jemand aus der "Normalbevölkerung" hat eine Uni-Bib unmittelbar vor der Haustür oder kommt darin ohne weiteres an die teuren/alten/... Bücher ran
Da hingegen sind Bücher, die "nur" weit hinten erscheinen in den Suchergebnissen wenigstens *überhaupt* (potentiell) für jeden verfügbar.