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30. September 2008
Wie wir die Welt sehen: Symposium zum "Iconic turn"
Kategorie: Kultur
Was ist die Welt, was ist Wirklichkeit? Welches Bild machen wir uns von der Welt, in der wir leben? Welche Referenzpunkte haben wir, wenn wir Wahrnehmen, Denken, Handeln und Fühlen? An welchen Strukturen, an welchen Wissensvorräten orientieren wir uns, wenn wir die Welt auf den Begriff bringen?
Solche und ähnliche Fragen bilden den Kernbestand unserer kulturellen Selbstverständigung. Und jede Epoche hat andere Antworten auf die Frage, wie der Mensch sich zu seiner Umwelt in Beziehung setzt. Wobei diese Antworten - die wenig anderes sind als der kulturelle Deutungsvorrat - eben stets in Wechselwirkung und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Innovationsprozessen entwickelt und verändert werden.
Als Richard Rorty im Jahr 1967 den "linguistic turn" ausrief, so brachte er damit eine Entwicklung innerhalb der Philosophie und Denkgeschichte auf den Punkt, die längst die Sprache als das entscheidene Moment für das menschliche Weltverhältnis entdeckt hat. Die sprachliche Konstituierung von Welt und Gesellschaft in und über Diskurse war das große Thema der Geistes- und Kulturwissenschaften der 70er und 80er Jahre.

Allerdings wurde spätestens in den 80ern unabweisbar, daß das 20. Jahrhundert sich mehr und mehr zu einem Jahrhundert der Bilder entwickelt hatte: die massenmediale Erzeugung und Distribution von Bildern hatte die Gesellschaft längst bis in die feinsten Verästelungen des Alltags geprägt.
Die verschiedenen Formen der Visualisierung und medialen Verarbeitung von (Oberflächen-)Phänomenen war - bei Licht betrachtet - zu einem neuen, konkurrierenden kulturellen Wissens- und Deutungsreservoir geworden.
1994 brachte der Philosoph und Kunsthistoriker Gottfried Boehm diese Macht der Bilder in seiner These eines "iconic turn" zum Ausdruck. Die Bildwissenschaften, die Kunstgeschichte, die Kognitions- und Naturwissenschaften sollten sich - so die Hoffnung - dieser tiefgreifenden Veränderung annehmen.
Dr. Hubert Burda war sehr früh beteiligt, als es um die Diskussion dieser spannenden interdisziplinären Konzepte ging. Im Sommersemester 2002 begann unter dem Titel "Iconic Turn - Das neue Bild der Welt" die Reihe der Felix Burda Memorial Lectures an der Universität München, die sich vier Semester lang der neuen Bedeutung des Bildes und seinen vielfältigen Erscheinungsformen in unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten widmete.

Am vergangenen Wochenende fand im Burda-Gästehaus in Menzenschwand ein Symposium statt, an dem einige der exponiertesten Köpfe der Debatte um den "iconic turn" teilnahmen. Der Urheber des Begriffs, Prof. Boehm, war ebenso anwesend, wie der Medientheoretiker Prof. Dr. Friedrich Kittler oder der Kunsthistoriker Prof. Hans Belting.
An zwei intensiven Tagen diskutierte man neueste Entwicklungen und zukünftige Konzepte. Gottfried Boehm wiederholte seine Kernthese, daß Bilder einen eigenen Sinn jenseits und unabhängig von Sprache besitzen. Aber auch neue Forschungsarbeiten wurden präsentiert: Prof. Dr. Hendrik Speck berichtete über eine empirische Studie, in der er die Nutzungsgewohnheiten und die neuen Formate bei Youtube untersucht hat.
Wie sehen wir die Welt, wenn wir sie in und durch youtube-Videos präsentiert bekommen? Ist es noch dieselbe Welt, die wir dort wiederfinden? Spannende Fragen, die Diskussion geht weiter...
- Die "Wende zum Bild" wird übrigens auch in unserem Iconic-Turn-Gastblog thematisiert
Autor: Marc Scheloske· 30.09.08 · 18:30 Uhr· 0 Kommentare
19. September 2008
Bilder der Forschung: 3D-Projektionen und Mikroskopaufnahmen
Kategorie: Kultur
Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle über den Wettbewerb "Bilder der Forschung" berichtet, bei dem Fotos aus der Wissenschaft vom Nachrichtenmagazin Focus und dem Verband Deutscher Arzneimittelhersteller ausgezeichnet werden. Nun stehen die Sieger fest, ganz großartige und faszinierende Aufnahmen der Forschung im besonders Großen und Kleinen.
Autor: Jessica Riccò· 19.09.08 · 15:40 Uhr· 0 Kommentare
15. September 2008
Neues Blog für SB: WissenschaftlerInnen aufgepasst!
Kategorie: Politik
Heute mal ein Hinweis in eigener Sache: Auf scienceblogs.de/for-women-in-science/ beginnt heute ein neuer Blog, der sich mit der Situation von Forscherinnen in Deutschland befasst. Besondere Beachtung finden dabei die Belastungen von Müttern in der Wissenschaft.
Autor: Jessica Riccò· 15.09.08 · 18:02 Uhr· 0 Kommentare
10. September 2008
Die Top 3 Suizidpräventionsmethoden
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Ist hier noch jemand, der aus Unwissenheit heute so gar nichts zum LHC beitragen kann? Ja? Sie? Dann gäbe es hier die Top drei Suizidpräventionsmethoden, pünktlich zum Weltsuizidpräventionstag. Ein spannendes Thema. Denn obwohl man meinen könnte, Selbstmord sei zu persönlich, als dass sich Suizidwillige da reinreden ließen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Vorbeugung:
Autor: Jessica Riccò· 10.09.08 · 08:00 Uhr· 1 Kommentar
05. September 2008
Tarnkappe, zweiter Teil: Wie China sich theoretisch vor einem Angriff schützt
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Herrliche Meldung: Vor ein paar Wochen erst jubelten Forscher der UC Berkeley, man sei nun dem Tarnkappenstoff wieder ein Stückchen näher gekommen. Bis zur Unsichtbarkeit sei es nur noch ein kleiner Schritt. Gefördert wird das Projekt von der NASA - logisch, schließlich wäre ein Krieg mit unsichtbaren Flugzeugen etc. schnell gewonnen. Aber was meldet das American Institute of Physics? China forscht bereits am Gegenmittel!
Autor: Jessica Riccò· 05.09.08 · 15:09 Uhr· 1 Kommentar
04. September 2008
Immun gegen HIV: Wissenschaftler finden neutralisierendes Gen
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass manche Menschen "immun" gegen HIV zu sein scheinen - hier etwa berichtete der Daily Telegraph über einen solchen Fall. Damals rätselten Forscher zwar bereits über eine Gen, das den Ausbruch der Krankheit verhindert - genaue Anhaltspunkte gab es jedoch nicht.
Autor: Jessica Riccò· 04.09.08 · 20:00 Uhr· 1 Kommentar
02. September 2008
Selektion gegen das Ferkelsterben - Schweinemortalität ist ja so menschlich
Kategorie: Umwelt
Schweine leben ja quasi um zu sterben. Und Wurst zu werden. Was aus dem Tierkadaver so alles hergestellt werden kann, interessiert meist mehr als die Lebensbedingungen der Tiere. Dennoch sind Todesfälle bei der Schweinegeburt ein Problem für Landwirte: Denn pro Wurf sterben durchschnittlich 2,56 Ferkel - und verursachen einem Bauern mit 250 Sauen damit durchschnittlich einen Schaden von bis zu 50.000 Euro pro Jahr.
Autor: Jessica Riccò· 02.09.08 · 12:28 Uhr· 0 Kommentare
01. September 2008
Live aus München: Der Kardiologenkongress ESC stellt neueste Forschungsergebnisse vor
Kategorie: Medizin · Kommentare: 5
Wen zur Zeit in der Münchener Fußgängerzone ein Herzinfarkt ereilt, hat Glück: 25.000 Herzspezialisten sind momentan zum Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in der Stadt unterwegs. Und präsentieren dabei allerlei spannende Ergebnisse der Herzforschung:
Autor: Jessica Riccò· 01.09.08 · 17:34 Uhr· 5 Kommentare
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