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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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09.02.08 · 13:51 Uhr
Viele ausländische Kinder ohne Schulabschluss
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 8
Die Bertelsmann-Stiftung gilt zu recht als politisch unverdächtig. Jetzt hat sie eine Studie erstellt, die berichtet, dass 19 Prozent der ausländischen Schüler die Schule ohne Abschluss verlässt, wohingegen unter deutschen Schülern die Abbrecherquote "nur" 9,3 Prozent beträgt.
Zweifellos erschreckende Zahlen.

Ulrich Kober, der Leiter des Kompetenzzentrums Demokra¬tie und Integration der Bertelsmann Stiftung erklärt dazu: "Die Daten veranschaulichen drastisch, dass Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in deutschen Schulen benachteiligt sind".
Dem kann man nur zustimmen, denn wer heutzutage keinen Schulabschluss hat, ist in der heutigen Gesellschaft nicht nur benachteiligt, sondern ganz schön angeschmiert.
In die Pflicht soll jedoch ausschließlich die Bundesregierung genommen werden. Kober fordert: "Das Bildungssystem muss gerechter und integrativer werden, um diesen jungen Menschen faire Chancen zu geben."
Ich weiß bekanntlich nicht sehr viel und lasse mich gerne belehren, aber ist das Bildungssystem in Deutschland wirklich so unfair?
Immerhin kostet Schule bis zum Abitur nichts und über ausländische Kinder, die von Lehrern diskriminiert werden, obwohl sie fleißig lernen … höre ich nur sehr wenig.
Wenn ich mich recht erinnere, beklagen sich eher viele Lehrer über mangelnde Fairness vonseiten der Schüler, die ein Angebot nach dem anderen erhalten und trotzdem nicht zum Unterricht erscheinen.
Ich frage mich deshalb, wer oder welche Institution kann überhaupt die Schulabbrecherquote senken und wie sollte das angegangen werden?
Autor: Peter Artmann· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Ausländische· Bertelsmann· Deutsche· Kinder· Schulabbrecher· Schule· Stiftung· Vergleich
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Kommentare (8)
Ich habe gerade keine Zeit, um eine lange Erwiderung zu schreiben und die Argumente anzuführen, weshalb das deutsche Schulsystem hochgradig "unfair" ist. Die Studienbefunde, daß unser Bildungssystem hochselektiv ist und dabei soziale Ungleichheit eher zementiert, anstatt sie aufzuösen, sind jedoch Legion.
Nur ein ganz kurzer Hinweis bzw. Anmerkung:
Wir haben in der Regel in Deutschland eine Halbtagsschule. D.h., daß die Kinder die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zuhause erledigen müssen. Unter welchen Rahmenbedingungen sie dies tun, hängt aber ganz wesentlich von den in den Herkunftsfamilien vorhandenen Ressourcen ab. Zugespitzt: während bei den einen (privilegierten) Schülern in der Regel die Mutter den Nachwuchs empfängt, ihn bei den Hausaufgaben unterstützt und fördert und ggf. den Nachhilfelehrer organisiert, so ist bei den anderen Schülern (denjenigen aus den sog. bildungsfernen Schichten) dies häufig in Frage gestellt. Die Eltern können oftmals keine Hilfe geben, professionelle Nachhilfe kann man sich nicht leisten etc. ...
Das wäre aber nur ein Punkt, unter vielen...
Kleine Randanmerkung:
Das ist allerdings auch Ansichtssache: die Bertelsmänner stehen m.E. nicht zu Unrecht im Ruf, deutliche Präferenzen für markt- und neoliberale Umbautendenzen des Staates zu haben...
Bsp. - "Macht ohne Mandat", Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag;art2566,2201720
kamenin·
09.02.08 · 16:24 Uhr
Parteipolitisch vielleicht, weltanschaulich nun mal gar nicht.Schon allein das dreigliedrige Schulsystem mit Aufteilung nach der 4. Klasse zementiert Unterschiede, weil so der Bildungsanspruch und -hintergrund der Eltern wesentliches Kriterium für die weitere Schulkarriere des Kindes wird. Das steht zwar höchstens indirekt im Zusammenhang mit den Abbrecherquoten, ist aber einer der Gründe, warum unser Schulsystem die am meisten fördert, die eh schon eine gute Ausgangsposition haben.
Hi Marc,
ist das Bildungssystem wirklich so unfair, wenn die Unterschiede in erster Linie zu Hause auftreten?
Oder anders gefragt, welchen Einfluss darf der Staat überhaupt auf den privaten Erziehungsbereich haben?
Ich sehe keine Handlungsmöglichkeit. Vor allem wenn das Gleichheitsprinzip berücksichtigt werden soll.
Dennoch ist das eigentlich gar nicht meine Baustelle (allerhöchstens im Rahmen der gesellschaftlichen Gesundheit)
Vielleicht hat deshalb jemand anderes Ideen? Das Thema scheint mir sehr wichtig zu sein.
Na klar ist das Thema wichtig! Ich frage mich dabei aber auch immer, wie viel die Politik überhaupt ausrichten kann, wenn die Eltern die Bildung ihres Nachwuchses nicht aktiv fördern. Das heißt natürlich nicht, dass nicht alles getan werden sollte, jedem Kind die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Das ist Aufgabe und Pflicht der Politik. Ermöglichen ist aber auch schon das maximal mögliche, das Wahrnehmen der Angebote ist Sache der Kinder und ihrer Eltern. Ganztagsschulen wären vielleicht eine Möglichkeit, die Abhängigkeit der Kinder vom heimischen Bildungshintergrund zu verringern.
Ich dachte, wir hätten ein staatliches Schulsystem, um eben gerade negative familiäre Ausgangsbedingungen ausgleichen zu können. Was die Beeinträchtigungen der privaten Erziehung oder auf Gleichheitsprinzipien (welche?) sein sollen, erschließt sich mir nicht. Zumal andere Länder ja offenbar bessere Erfolge vorweisen können als unser System.
p.s. besteht Hoffnung bei euch, dass Kommentare irgendwann nicht erst in die Moderationsschleife laufen? Das ist bisher ein sehr effektives Mittel, Kommentare und Besucher fernzuhalten.
Das mit den Kommentaren in der Warteschleife ist sicher noch nicht optimal gelöst, tut mir leid.
Aber die Idee mit der Ganztagsschule finde ich gut. Klingt zwar blöd, aber da bin ich nicht drauf gekommen. Scheinbar gibt es doch Lösungsoptionen. Die Voraussetzung dafür hat ja Bulmahn mit ihrem Küchenprogramm geschaffen. Und das wäre ja ohnehin von Vorteil, wenn die Kinder in der Schule essen.
Ach und Gleichheitsgrundsatz und ausländische Schüler heißt doch ganz einfach, dass der Steuerzahler nicht akzeptieren würde, wenn ausländische Kinder einen Nachhilfelehrer vom Staat bezahlt bekommen, wohingegen deutsche Eltern den aus eigener Tasche zahlen müssten.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,577485,00.html
Das Problem liegt an Fremdheit,die gegenüber der Kinder ist!Fremde Sprache,fremde Kultur!die sind opfer !die wollen nur was ihr Leiden in Vergissenheit lässt,egal was...musit rap...verbrechen,also sie sind nur opfer und keine böse kinder!
ihre eltern nehnen die verantwortung und die deutsche geselschaft!