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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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13.02.08 · 13:22 Uhr
Genetisch determinierte Prostatakranke
Kategorie: Medizin
In der Therapie passiert mal wieder nicht viel, aber die Diagnose von Prostatakrebs wollen britische Forscher jetzt revolutioniert haben.
"Jeder Mann wird innerhalb der nächsten vier Jahre mithilfe eines Tests erfahren können, ob er ein erhöhtes Risiko hat, um Prostatakrebs zu entwickeln“, schreibt der Daily Telegraph.
Hintergrund der Geschichte sind sieben neuentdeckte Genvarianten, die relativ häufig vorkommen - in bestimmten Kombinationen jedoch das Risiko für Prostatakrebs um 60 Prozent erhöhen sollen.
Nach Ansicht der Forscher würde ein entsprechender Test eine gute Gelegenheit bieten, um Männer für eine Vorsorgeuntersuchung (ab 45 Jahren empfohlen) vorzusortieren.
Eine sicherlich nicht zu unterschätzende Möglichkeit, denn wer lässt sich schon gerne in den Allerwertesten fassen: "Jetzt bücken Sie sich mal ganz tief nach vorne.“ Ist tatsächlich der typische Satz bei der Vorsorgeuntersuchung. (Gefolgt von: "Da ist etwas, was da nicht hingehört", wenn es noch unangenehmer kommt).
Über den Gentest berichten die Forscher in Nature Genetics.
Und zweifellos kann man sagen, dass sie dafür ganz schön gerackert haben:
Sie untersuchten die Blutproben von 1.854 Männern (Kaukasier) in GB, die klinische Symptome eines Prostatakarzinoms entwickelt hatten. Als Vergleichsgruppe dienten ihnen 1.894 über 50-jährige Männer, die keinen Prostatakrebs entwickelt hatten.
Die DNA der Männer hatten sie dann an 541.129 Punkten untersucht (Punktmutationen …). Schließlich sind sie auf sieben Chromosomen hängen geblieben.
(Überraschenderweise ist das Y nicht dabei, dafür aber ein Genort auf dem X – was soll eigentlich wieder dieser Angriff auf die Männer?).
Der Test ist noch nicht fertig, könnte aber Erleichterung für etliche Männer bedeuten, denn Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart für Männer. Die Krankheit endet jedoch nicht unbedingt tödlich, da Prostatakrebs meist nur sehr langsam wächst und bei einer Früherkennung im kleinen Stadium mit guter Prognose herausgeschnitten werden kann.
Allerdings erfordert der Eingriff manuelles Geschick, weshalb unbedingt Spezialkliniken konsultiert werden sollten.
Dort hört man stets, dass es viel weniger Todesfälle geben könnte, wenn … ja, wenn mehr Männer die Vorsorgeuntersuchung regelmäßig nutzen würden - derzeit tun das nur 15 Prozent.
Ein Gentest würde die absolute Zahl vielleicht sogar senken, aber wenn damit die Richtigen selektiert würden, wäre viel geholfen.
Wer übrigens ungeduldig ist, muss keine vier Jahre warten. Die isländische Firma DeCode (die am Nature Genetics Paper mitgewirkt hat) bietet eine abgespeckte Version des zu erstellenden Tests an.
Berichten zufolge soll dieser etwa 340 Euro kosten.
Experten raten jedoch von dieser „Beta“ ab. Ihrer Ansicht nach ist der Test noch nicht ausgereift und bietet zu wenig Möglichkeiten (nur acht anstelle von mittlerweile zwölf bekannten, verdächtigen Genorten). Doch aussagekräftiger als ein PSA-Test dürfte er immer noch sein.
Man kann gespannt sein, ob das Geschäftsmodell funktioniert.
Also wer greift zu, damit der Arzt seinen Finger nicht ohne Verdacht ...
Autor: Peter Artmann· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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