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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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14.01.08 · 09:20 Uhr
Arzt und Patient sind keine Partner
Kategorie: Kultur·Medizin · Kommentare: 1
Fast jeder Patient träumt davon, von seinem Arzt wahrgenommen und individuell behandelt zu werden. Doch die Realität sieht meistens anders aus. Im europäischen Durchschnitt nehmen sich deutsche Ärzte am wenigsten Zeit für ihre Klientel – durchschnittlich nur acht Minuten .
Jetzt hat der Bochumer Soziologie Student Tim Peters untersucht, wie Ärzte ihre Patienten zum Schweigen bringen:
- Anstatt zu zuhören, unterbrechen sie ihre Patienten und versuchen das Gesundheitsproblem mittels Ja/ Nein Antworten einzugrenzen,
- wenn das nicht hilft, werden sie laut und werfen mit Fachausdrücken um sich, die ihr Patient garantiert nicht versteht.
Peters schreibt, dass die Ärzte dazu gezielt Macht einsetzen würden.
Zwar wünschten sich Patienten in den ärztlichen Entscheidungsprozess einbezogen zu werden, doch das Argumentieren und Abwägen von Vorteilen und Nachteilen einer Therapie (hier ging es um eine therapeutisch zweifelhafte Spritze) würde übermäßig viel Zeit kosten.
Interessant ist auch, die Quelle des Materials. Peters Studie fußt auf legalen Mitschnitten von Arzt-Patienten-Gesprächen.
Da der jeweilige Arzt über die Abhörmaßnahme informiert war, kann man annehmen, dass er zum Zeitpunkt der Tonbandaufzeichnung deutlich entspannter und verständnisvoller war, als bei einem normalen, nicht mitgeschnittenen Gespräch.
Autor: Peter Artmann· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
So kommt es, dass man manchmal vier Ärzte braucht, bis einer zuhört, hinsieht, nachdenkt und einem dann endlich das richtige verordnet.
Erst gestern beobachtet: Der Arzt im Krankenhaus untersuchte und tauschte sich rund 5 Minuten aus. Dann brauchte er noch gute 10 Minuten bis er den Verwaltungskram durchhatte und den Brief für den Hausarzt.
Wenn irgendjemand eine Lösung gegen den Verwaltungsoverkill wüsste, hätten Ärzte vielleicht wieder ein offenes Ohr und nicht Krankheitscodes im Sinn.