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Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.
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29.11.07 · 19:33 Uhr
Bester neuer Ansatz gegen Krebs
Kategorie: Medizin
Einen vollständig neuen Weg in der Bekämpfung von Krebs haben US-Wissenschaftler der Kentucky Universität eingeschlagen. Sie haben in das genetische Material von Mäusen eingegriffen und eine Maus geschaffen, die immun gegen Krebs ist. Dabei haben die Forscher lediglich die Aktivität eines mauseigenen Proteins verstärkt.
Der neuartige Ansatz scheint nach bisherigen Ergebnissen sogar frei von Nebenwirkungen zu sein, die Mäuse wurden sogar etwas älter als normale, nicht behandelte Tiere. Zwar ist eine therapeutische Behandlung beim Menschen noch in weiter Ferne, falls sich die Methode jedoch übertragen ließe, könnte man zukünftigen Generationen unangenehme Chemotherapien ersparen.
Auf den neuartigen Ansatz kamen die Forscher um den indischstämmigen Vivek Rangnekar, als sie untersuchten, wie Mäuse Prostatakrebs bekämpfen. Sie bemerkten, dass die befallenen Zellen stets von selber zugrunde gingen, indem sie nach einem Befall mit Krebs eine Substanz herstellten, die die Zelle tötete. Weitere Versuche zeigten, dass diese Substanz, die in gesunden Zellen keine Wirkung entfaltet, auf das Wirken des Gens Par-4 zurückging, das normalerweise inaktiv ist und nur in Prostatazellen angeschaltet wird.
Bei dem jetzt erfolgten Versuch veränderten die Forscher den Steuermechanismus vor dem Par-4-Gen, sodass das Gen prinzipiell in jeder Körperzelle aktiv werden konnte.
Wie sich zeigte, entwickelten die so geschaffenen Mäuse trotz belastender Versuche keinen Krebs.
"Die Mäuse mit dem Super-Protein töteten alle Krebszellen, die sich in ihren Körpern entwickelten. Aber das Beste ist, dass wir schon aus unseren vorherigen Versuchen mit Zellkulturen wissen, dass diese Killer Gene ausschließlich Krebszellen zerstören und keinen Schaden an gesunden Zellen anrichten“, sagte Rangnekar in einer Pressemitteilung.
Wegen des anspruchsvollen gentechnischen Ansatzes können Menschen in nächster Zeit nicht auf eine Therapie oder die Zulassung eines Medikaments hoffen, dass die Funktion der manipulierten Zellen übernimmt. Sollte tatsächlich einmal eine entsprechende Therapie möglich sein, müssten dem Krebspatienten gentechnisch veränderte Zellen per Knochenmarkstransplantation injiziert werden. Bislang kommen derartige Techniken vor allem nach Blutkrebsbefall zum Einsatz und funktionieren keinesfalls zuverlässig.
Dennoch ist Rangnekars Ansatz die seit Jahren interessanteste neue Methode gegen Krebs, da konsequent natürliche Mechanismen unterstützt werden und seine Therapiemethode darauf abzielt auf schädigende Chemotherapie in jeder Art zu verzichten. Wow!
Wenn nur die Hälfte von dem, was Rangnekar veröffentlicht hat funktioniert, hat der Mann den nächsten Medizinnobelpreis verdient.
Autor: Peter Artmann· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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