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26.03.09 · 10:50 Uhr
Zahlenspiele um den Fleischverzehr
Kategorie: Medizin · Kommentare: 8
Seit vorgestern geht eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa über den Fleischverzehr durch die Medien, die ohne einen ergänzenden Blick in die Statistik leider völlig sinnfrei ist.
"Wer viel sogenanntes rotes Fleisch verzehrt, stirbt mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs-, Herz- und Kreislaufleiden." Das prophezeien uns dieser Tage Spiegel Online, Focus Online und viele andere besorgte Zeitgenossen. Sie verweisen auf eine US-amerikanische Studie, für die Gesundheitsdaten von rund einer halben Million Männern und Frauen zwischen 50 und 71 Jahren ausgewertet wurden.
"Focus Online" schreibt: "Der größte Fleischkonsum, über 160 Gramm pro Tag, führte im Vergleich zum geringsten, weniger als 25 Gramm pro Tag, zu einem höheren Sterberisiko, vor allem durch Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen."
"Spiegel Online" schreibt: "So erhöhten Männer, die täglich knapp 250 Gramm rotes Fleisch genossen, ihr Krebstodrisiko um 22 Prozent und ihr Herztodrisiko um 27 Prozent - im Vergleich zu jenen Studienteilnehmern, die nicht mehr als 150 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu sich nahmen. Bei Frauen stieg die Gefahr eines Krebstods bei 250 Gramm rotem Fleisch pro Tag um 20 Prozent und die eines tödlichen Infarkts oder Schlaganfalls sogar um 50 Prozent..."
Wo genau man nun auch die Grenze ansetzen mag, ab der Fleischkonsum potenziell ungesund werden kann, so lässt sich wohl eines sagen: Wir Deutschen sind eher nicht gefährdet. Laut bundesdeutscher Statistik essen Männer nämlich nur täglich 103 Gramm Fleisch und Wurstwaren, Frauen sogar nur 53 Gramm. Wir bleiben damit deutlich unter der "Höchstgrenze". Die deutschen Verzehrzahlen beinhalten übrigens auch das so genannte "weiße Fleisch", das alle Arten von Geflügel umfasst. Diesem hat die US-Studie sogar eine gegenteilige Wirkung bescheinigt.
Soviel Entwarnung mochten die Onlinemedien ihrem Publikum aber offenbar nicht zumuten. Deshalb verzichten sie darauf, die US-amerikanischen Zahlen einzuordnen.
Dass man durch den Verzicht auf Fleisch auch nicht unbedingt länger lebt, darauf wurde ja schon vor ein paar Tagen in den Scienceblogs hingewiesen: "Vegetarier erkranken häufiger an Darmkrebs"!
Immerhin: Sie haben die freie Wahl, welchem Risiko Sie den Vorzug geben.
Autor: Stefan Jacobasch· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (8)
Lol, danke für den Hinweis falls mir wieder ein Vegetarier ein schlechtes Gewissen machen will :)
Ich habe das Gefühl egal was ich esse, irgendwie steigt mein Krankheitsrisiko.
(und trozdem werde ich weiter essen!)
@Anhaltiner: Sie könnten sich ja probeweise mal auf das Ausdrucken beschränken? ;-)
Seltsam. Die Scienceblogs scheinen in jedem Belang dagegen zu sein, dass ein Individuum darüber nachdenkt, welchen "Zweck" es in seiner Existenz hat.
Dass Fleischkonsum ein wichtiger Faktor im Bezug auf Zivilisationskrankheiten sind, und darüber hinaus die Schere im weltweiten Nahrungsmittelangebot auseinander treibt, scheint niemanden zu interessieren.
Auf Kurz oder Lang wird Fleisch ein rares Gut werden. Man darf sich also schon mal zukünftig auf eine fleischlose Ernährung einstellen, und brauch so oder so keine Angst zu haben, dass dies zu einem Mangel oder zu einem erhöhten Darmkrebsrisiko führen wird.
Panikmache ist da, ganz klar. Tragischerweise auf beiden Seiten.
"Wir Deutschen sind eher nicht gefährdet"
Naja, das scheint mir auch ein eher schludriger Umgang mit Statistik zu sein. Zusätzlich zum Mittelwert gibt es da auch noch die Standardabweichung...
Da könnte ich ja auch schreiben: "Alkoholmissbrauch ist in Deutschland kein Thema, im mIttel trinkt jeder Deutsche nur 300Gramm alkoholhaltige Getränke pro Tag..."
Außerdem hat sich in dem Satz
"Der größte Fleischkonsum, über 160 Gramm pro Tag, führte im Vergleich zum geringsten, weniger als 25 Gramm pro Tag, zu einem höheren Sterberisiko" wohl ein Verdreher eingeschlichen - der größte Fleischkonsum führte zum geringsten Sterberisiko????
@Martin
"Der größte Fleischkonsum, über 160 Gramm pro Tag, führte im Vergleich zum geringsten, weniger als 25 Gramm pro Tag, zu einem höheren Sterberisiko" wohl ein Verdreher eingeschlichen - der größte Fleischkonsum führte zum geringsten Sterberisiko????
Nein, das ist nur eine etwas vertrackte Syntax; korrekt aufgedröselt müsste da sinngemäqheißen: "Der größte Fleischkonsum, das waren über 160 Gramm pro Tag, führte zu einem höheren Sterberisiko, im Vergleich zum geringsten Konsum, also weniger als 25 Gramm pro Tag."
Wenn, dann schon vollständig zitieren:
"Die mittlere Zufuhr von Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnissen (ohne Gerichte
auf Basis von Fleisch) liegt bei Männern bei 103 g/Tag und bei Frauen bei 53 g/Tag
(Tab. 4.25). Männer verzehren somit etwa doppelt soviel Fleisch, Wurstwaren und
Fleischerzeugnisse wie Frauen. Dies gilt auch für die Untergruppen Fleisch sowie
Wurstwaren/Fleischerzeugnisse. Der Verzehr von Gerichten auf Basis von Fleisch
liegt bei Männern bei 57 g/Tag und bei Frauen bei 30 g/Tag."
@Patrick
laut deiner Aussage wird das Fleisch in Zukunft knapp und man sollte sich darauf einstellen auf Fleisch zu verzichten.
Wie kurzsichtig und unintelligent ist denn diese Aussage ? Erstens wird das Fleisch in den reichen Ländern dieser Erde ganz sicher nicht ausgehen, denn wir produzieren immer mehr Fleisch, während unsere Bevölkeurung zahlenmäßig immer mehr abnimmt. Wenn die Chinesen oder Afrikaner sich bald nicht mehr mit Fleisch versorgen können, dann werden wir doch wohl nich drunter leiden, weil unser System in erster Linie die eigenen Märkte zu 100 % befriedigt. Der menschliche Körper ist außerdem von Natur aus dazu gemacht, dass er auch Fleisch isst und deshalb werde ich nie auf Fleich verzichten und ich sage allen, die auf Fleisch verzichten : ihr habt euch vertan !