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Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist. Normalerweise betreibt er seinen Blog Plazeboalarm hier auf Scienceblogs. Im Labortagebuch beschreibt er vier Wochen lang das tägliche Leben in einem Labor am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden.
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20.11.09 · 16:40 Uhr
Wissenschaftlers weiße Kittel
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Wie stellt man sich Wissenschaftler vor, den klassischen Laborwissenschaftler? Irgendwie mit weißem Kittel. Ich will nicht unken, aber die sehe ich hier relativ selten. Manchmal, wenn ich durch die Gänge streiche, dann stehen die schon mal irgendwo in einem Labor. Aber sonst?
Ich habe mich in den letzten Wochen so daran gewöhnt, dass hier Wissenschaftler eher selten mit Kitteln zu sehen sind, dass ich heute ganz überrascht war, einen zu sehen.
In der Lobby unten, wo auch Stühle und Tische stehen, wo man nach dem Essen gerne sitzt, um noch einen Kaffee zu trinken, stand plötzlich eine Frau.
Mit weißem Kittel. Weißen Hosen. Und weißen Schuhen.
Eine Labor-Wissenschaftlerin wie sie im Buche steht ...
Nö. War gar nicht aus dem Institut.
War aus der benachbarten Uniklinik. Eine Ärztin.
HatDie essen hier in der Kantine zu Mittag gegessen.
Ob das ihr Ausgehkittel war?
Foto: Wikipedia
Autor: Marcus Anhäuser· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (8)
Also von meiner Uni kenn ich dass so dass das Tragen von Kitteln außerhalb der Laborräume meist zu vorübergehendem Hausverbot führt.
Ob man da jetzt Chemikalien in der Kantine verteilt oder Bakterien von der Kantine ins Klinikum schleppt ist die andere Frage
Also bei uns haben die Leute nur im Labor Kittel an und die sind nicht mal annähernd so sauber wie auf dem Bild, sondern haben bunte Flecken und meistens Löcher von verschiedenen Begegnungen mit Salzsäure. Daran erkennt man dann die Leute, die hauptsächlich mit Anorganik zu tun haben.
Wow, Kittel in der Kantine? Das war klar, das war kein Naturwissenschaftler. Bei uns handelt man sich schon nen heftigen Anschiss von wildfremden Leuten ein, wenn man ohne ersichtlichen Grund einfach so mit Kittel im Gebäude rumläuft. Hausverbot nicht unbedingt, aber in der Regel meidet man danach freiwillig das entsprechende Stockwerk eine Zeit lang.
Eine Medizinerin, die mit ihrem wie auch immer kontaminierten Kittel die Kantine besucht? Oh Schreck...
Es kommt darauf an, womit man hantiert. Bestimmte Dinge will man einfach nicht in seinen Sachen haben, der Kittel darf (wird/muss) Löcher haben. Doch, bei der Evaluation liefen auch alle im Kittel rum, seltsamerweise alle mit Bügelfalten...
In einer Klinik ist es def. so, dass alle Kittel am Beginn der Kantine aufgehängt werden...
Das ist allerdings wirklich typisch für Mediziner - und in meinen Augen eine wirklich eklige Angewohnheit. Wenn ich Medizinerpraktikanten zu betreuen habe, gehört zu den ersten Einweisungen, das ich sie mit Kittel nur im Labor, keinesfalls aber im Büro oder in der Cafeteria sehen möchte. "Nett" sind auch die Zahnmedizinerstudenten bei uns im Hause, die da gerne mit runtergezogenem Mundschutz Pause machen. Den Sinn von Schutzausrüstungen hat denen wohl niemand erklärt.
Kurze Anmerkung: Ich habe im Artikel kurz was korrigiert, weil ich etwas unpräzise war. Die Ärztin saß in der Lobby, da wo man nach dem Essen in der Kantine, einen Kaffee trinkt. Ob sie persönlich kurz vorher in der Kantine essen war, kann ich gar nicht sagen. Es ist nur allgemein so, dass Mitarbeiter aus der Uniklinik hier in der Kantine essen.
Der Anblick ar aber auch so schon interessant.
Meine Kittel sehen schon lange nicht mehr weiß aus - und sind auch nicht mehr richtig sauber zu bekommen...
Wir teilen uns Mittags die Kantine mit einem Krankenhaus. Die Ärzte gehen da immer mit Kittel zum Essen und wenn sie nicht aufpassen schlabbert ihnen auch noch das lässig umgehängte Stethoskop in den Kartoffelbrei.