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Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist. Normalerweise betreibt er seinen Blog Plazeboalarm hier auf Scienceblogs. Im Labortagebuch beschreibt er vier Wochen lang das tägliche Leben in einem Labor am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden.
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29.10.09 · 17:05 Uhr
Wie man Spaltpilze festklebt
Kategorie: Naturwissenschaften
Die Spalthefe-Zellen hatten ihren Sex und haben Nachwuchs bekommen: winzige Sporen. Die nutzt Nicola nun, um wieder Zellkolonien entstehen zu lassen. An denen überprüft er, ob die Zellen die Eigenschaften der Elternstämme geerbt haben und damit für die Untersuchungen geeignet sind.
Um heraus zu finden, ob die Kreuzungsversuche der beiden S. pombe Stämme funktioniert haben, setzt Nicola einzelne Sporen auf einen Nährboden. Anders als für den „Eltern" enthält dieser Agar Stickstoff und erfüllt damit wieder alle Bedingungen für ungezügelte Vermehrung auf asexuelle Weise.
Die Sporen entwickeln sich zu Zellen und verdoppeln sich alle zwei bis drei Stunden - und verdoppeln sich und verdoppeln sich und verdoppeln sich ... An jedem Punkt auf dem Nährboden, an dem Nicola eine winzige Spore gesetzt hat, entwickelt sich eine kleine Zellkultur, die er markiert.
Das sieht dann so aus:

Unter dem Fluoreszenzmikroskop trifft er eine erste Vorauswahl. Acht der 44 Kulturen kamen in die engere Auswahl. Die bereitet er dann für das "Filmset" vor.
Dazu bringt er einen Tropfen eines Glykoproteins namens Lektin auf den Objektträger auf, der aussieht wie eine geschrumpfte Petrischale. Diese Moleküle funktionieren wie ein Klebstoff. Sie sitzen fest auf der Oberfläche des Objektträgers. Dockt eine Zelle an solche Moleküle an, sitzt sie fest.
Um überschüssige Zellen abzutragen, spült Nicola die Oberfläche. Zurück bleibt eine Kolonie festsitzender Hefezellen. Ich habe die Prozedur mal gefilmt (bitte Notizen beachten):
Diese Zellen untersucht er nun unter dem Fluoreszenzmikroskop, um so brauchbare Exemplare für seine Experimente zu finden.
Ergebnis: Das Kreuzen hat funktioniert. Unter den 44 Kulturen, die er aus den Sporen erzeugt hatte, fand er am Ende in vier Fällen die gewünschten Zellen: Zellen, die weniger und überlange Mikrotubulibündel zeigen (und in der Folge verrutschte Zellkerne besitzen) und den Farbstoff enthalten.
Wie die im Vergleich zum normalen Stamm, dem Wildtyp mit Farbstoff, aussehen, dass zeige ich im nächsten Post ... auf diesem Blog.
Autor: Marcus Anhäuser· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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