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Profil
Martin Korte studierte Biologie in Münster, Tübingen und an den National Institutes of Health in den USA. Er promovierte 1995 in Frankfurt (Max-Planck-Institut für Hirnforschung) und München (Max-Planck-Institut für Neurobiologie). Im Jahr 2001 habilitierte er in Zoologie an der LMU München. Heute ist er Professor für Zelluläre Neurobiologie an der Technischen Universität zu Braunschweig. Er ist wissenschaftlicher Berater von Focus-Schule und einer Reihe von Sachbüchern, er hat selbst ein Buch geschrieben (Kläsener/Korte, Gute Noten – Wie Eltern den Schulerfolg ihrer Kinder verbessern können“, Argon Verlag) und hat bei zwei Büchern als Mit-Herausgeber fungiert („Das emotionale Gesetzbuch“ und „Der Campus Knigge).
Kommentare
- WeinuFeinkost · 02.05.10 · 06:16 Uhr Affen sind nicht schlauer, aber manchmal schneller
- Monika · 05.02.08 · 09:39 Uhr Music in the brain
- Tutor · 21.12.07 · 23:49 Uhr Wissen im Internet statt Wissen im Kopf?
- Michael Pusler · 13.12.07 · 10:42 Uhr Gehirn und Bewusstsein
- Myrian · 11.12.07 · 17:09 Uhr Shopping im Gehirn
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21.01.08 · 05:58 Uhr
Wie man Kindern den Rücken stärkt
Kategorie: Naturwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien
Pisa ist nicht nur in jeder Schule, sondern auch in jedem Kinderschlafzimmer. Eltern wollen nicht nur alles richtig machen, sondern vor allem besser.
Da irritiert und verunsichert es einen, wenn es dann jeder anders macht und einem immer wieder gesagt wird, man könnte etwas verpassen, wenn man die Intelligenz für jene oder diese Sache nicht ganz besonders fördert. Sicher ist die Förderung von Intelligenz dabei auch wichtig und für bestimmte Fähigkeiten gibt es in der Tat wohl optimal Zeitfenster, aber neben den verschiedenen Intelligenzen, die man bei seinem Kind fördern möchte, darf man aber nicht vergessen, dass es neben diesen wichtigen emotionalen wie kognitiven Fähigkeiten noch etwas anderes, übergeordnetes gibt, was man seinen Kindern mitgeben sollte: Rückgrat, im Fachterminus Resilienz. Gemeint ist hier Elastizität, Stärke und Widerstandskraft von Kindern, in einem Satz könnte man das wichtigste Erziehungsziel überhaupt so beschreiben: „Kinder sollen lernen, Herausforderungen aktiv und mutig anzupacken und sich auch von Widrigkeiten und Niederlagen nicht umwerfen zu lassen.“ (Erziehungsexperte Hans Grothe). Wie kann man das erreichen? Untersuchungen von Kindern, die selbst kritische Familiensituationen gut überstanden haben, haben ergeben, dass das wichtigste für das charakterliche Rückgrat der Kinder mindestens eine feste Bindungsperson ist- eine Person, zu der man immer gehen kann, die zuhört, tröstet, sie in den Arm nimmt und tröstet, ebenso wie mit ihnen spielt. Kurzum, diese Personen, mussten da sein, wenn die Kinder sie brauchten.
Andere Ergebnisse haben gezeigt, dass es für die Kinder gut ist, wenn sie nicht nur die Eltern als Bezugspersonen haben, sondern darüber hinaus noch ein soziales Netz, aus Grosseltern, Paten, Onkel und Tanten, Freunden der Familie – Menschen, die Kontakt zu den Kindern halten. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn mal Stress im Elternhaus entsteht und zeigen dem Kinder darüber hinaus, dass es neben den Eltern noch anderen Menschen wichtig ist, was das Selbstbewusstsein stärkt.
Man hat noch weitere Untersuchungen angestellt über Kinder, die selbst schwierigste persönliche Situationen gut gemeistert hatten. Dabei stellte sich heraus, dass es ihnen geholfen hat, in der Familie so früh wie möglich und entsprechend ihren Fähigkeit von Anfang an mit Verantwortung zu übernehmen. So können Kinder spätestens ab dem 3. oder 4. Lebensjahr mithelfen beim Tischabräumen oder Tischdecken, bei der Essenzubereitung, oder beim Aufräumen ihres Zimmers. Kinder machen diese Tätigkeiten auch Dauerhaft mit, wenn man ihnen zeigt, dass ihre Hilfe auch notwendig ist und das sie gemachte Fehler auch selbst wieder ausbügeln können, wie das aufwischen eines umgestoßenen Bechers Fruchtsaft oder selbst die fehlenden Besteckteile der Mittagstafel zu holen (was der Vater mal eben mit links machen könnte, aber was würde das dem Kind anderes signalisieren, als den Umstand, dass seine Tätigkeit doch nicht unbedingt nötig ist).
Kinder sollten auch das Gefühl haben, dass man ihnen zu hört und ihr Wort oder ihre Taten auch Gewicht haben kann, dass sie die Chance haben auch etwas zu bewirken. So oft wie möglich sollte man also Kinder in Gespräche von Erwachsenen miteinbeziehen und ihre Sichtweisen auch ernst nehmen.
Noch ein letztes: Besonders hilft es Kindern, wenn sie lernen bei Problemen in der Lage zu sein, sich Hilfe und Unterstützung zu holen.
Fazit
Howard Gardner sagt über Erziehung: »… Wir sollten weniger Zeit darauf verwenden, die Kinder nach ihren Leistungen einzustufen, und ihnen stattdessen helfen, ihre natürlichen Kompetenzen und Gaben zu erkennen und diese zu pflegen.«
Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, aber gibt einen wichtigen Anstoß in die Richtung, die Stärken und Schwächen seiner Kinder genau zu beobachten und vor allem zu respektieren. Ein Kind, das sich respektiert fühlt, fühlt sich sicherer und ist der Welt gegenüber neugieriger und anderen Menschen gegenüber offener. Viele Fähigkeiten der emotionalen Intelligenz entstehen im Alltag und nicht in theoretischen Unterrichtsstunden. Umgang mit Emotionen ist eine Ganztagsbeschäftigung, für Eltern wie für Kinder.
Mehr zu Resilienz, hier mehr zu Howard Gardner
Autor: Martin Korte· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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