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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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gwup | die skeptiker



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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften

27. Januar 2012

Franz Hörmann und die Gaskammern: vom Wissen und vom Glauben

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 204

Anfang Jänner hatte ich Kollegen Franz Hörmann in meinem Potpourri des Unsinns einen kleinen Absatz gewidmet. Spätestens seit Veröffentlichung seines Buchs über das "Ende des Geldes" wurde Hörmann in Wissenschaftskreisen bestenfalls belächelt, doch nun hat ihn seine neue Karriere als Finanzesoteriker und Utopist von der Zeitgeistszene über die Occupy-Bewegung und die Geldsystemkritiker offenbar direkt in einen braunen Sumpf von Antisemiten und Verschwörungsspinnern getrieben, und vielen Kollegen ist das Lächeln plötzlich im Hals stecken geblieben.

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Autor: Ulrich Berger· 27.01.12 · 16:25 Uhr· 204 Kommentare

06. November 2011

Hahns Blagiat und das typisch Österreichische an der ÖAWI

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 12

Johannes Hahn behält also seinen Doktorgrad (den vielzitierten "Doktortitel" gibt und gab es in Österreich nie). Hahn hat nämlich, so die Verlautbarung der Österreichischen Agentur für Wissenschaftliche Integrität (ÖAWI), auf die sich die Uni Wien beruft, kein Plagiat verfasst. Da es nun amtlich ist, dass Hahn kein Plagiat verfasst hat, nenne ich den Text, den er 1987 als Dissertation eingereicht hat, ein "Blagiat", was so eine Art weiche Form des Plagiats ist.

Ich versuche einmal, es positiv zu formulieren: Hahn hat fast 83% seiner Dissertation selbst verfasst. Den Rest hat er blagiiert, indem er auf drei verschiedene Weisen fremde Ideen als seine eigenen ausgegeben hat. Das kann man in Stefan Webers Gutachten (Teil 1, Teil 2) nachlesen, welches der ÖAWI auch vorlag. Und dazu muss man Stefan Weber nicht einmal blind vertrauen. Denn in dessen Gutachten sind die entsprechenden Stellen einander fein säuberlich gegenübergestellt, und was man dort sieht, lässt an der Abschreiberei keinen Zweifel aufkommen.

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Autor: Ulrich Berger· 06.11.11 · 00:54 Uhr· 12 Kommentare

27. April 2011

Bestpreis- oder Hochpreisgarantie? Wo der Hausverstand irrt.

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 42

Ein Gastbeitrag von Dr. Albert Moik.

Eine große österreichische Supermarktkette bewirbt in letzter Zeit eine Auswahl seiner Produkte mit einer „Bestpreisgarantie". Im Wesentlichen garantiert dieser Supermarkt seinen Kunden folgenden Mechanismus:

In regelmäßigen Abständen werden von einer bestimmten Liste an Produkten die Preise bei relevanten Mitbewerbern überprüft. Falls ein gelistetes Produkte bei einem der Mitbewerber billiger ist, wird der Preis des entsprechenden Produktes auf den des günstigsten Konkurrenten abgesenkt. Sollte diese garantierte Preisanpassung bei einem Produkt nicht stattfinden, so wird jenen Kunden, die das entsprechende Produkt erworben haben, nach Vorlage eines Beleges die Preisdifferenz rückerstattet.

bestpreis.jpgNun stellt sich die Frage, zu welchem Ergebnis dieser Mechanismus tatsächlich führt. Unterstellt man, dass die Supermarktkette ihren Gewinn maximieren will und dass Kunden ein Produkt bevorzugt dort kaufen, wo es am billigsten ist, kommt man zu folgendem Ergebnis: Der von der Supermarktkette unter dem Namen „Bestpreisgarantie" eingeführte Mechanismus führt zu überhöhten Preisen.

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Autor: Ulrich Berger· 27.04.11 · 00:59 Uhr· 42 Kommentare

06. Mai 2010

VGSE: Do your Econ PhD in Vienna!

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 11

The deadline for your application is June 1, 2010. So if you would like to start your PhD studies in economics in autumn 2010 and spend three years in the world's most livable city, then hurry up and submit your application package to the

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Autor: Ulrich Berger· 06.05.10 · 16:09 Uhr· 11 Kommentare

25. April 2010

Bundespräsidentenwahl in Österreich: Wählen gehen ist irrational

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 171

amtlicher-Stimmzettel-BP-Wahl2010.JPGDa anlässlich der heutigen Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich wieder einmal die üblichen mahnenden Appelle und Aufrufe zur Wahrnehmung der demokratischen Rechte in Form der aktiven Beteiligung an der Wahl über das Land hereinbrechen, möchte ich gerne einen bescheidene kleine Anmerkung machen:


Wählen gehen ist irrational.

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Autor: Ulrich Berger· 25.04.10 · 11:45 Uhr· 171 Kommentare

11. April 2010

Sehr geehrte Frau von Werlhof,

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 14

es liegt mir fern, Sie daran hindern zu wollen, die Vorgänge der letzten Wochen aus Ihrer subjektiven Sicht zu schildern. Ich ersuche Sie aber, dabei, insbesondere was meinen Blog angeht, etwas näher bei der Wahrheit zu bleiben.

Wenn Sie nämlich schreiben, vom ziemlich polemischen "science.blogs.de" seien Ihre Person betreffend nicht weniger als 900 [Kommentare] innerhalb von einigen Tagen veröffentlicht worden, und später behaupten, Als meine Studenten ihre Kommentare zu meinen Gunsten in den blog stellten, wurden diese praktisch sofort entfernt, dann ist das eine doppelte Unwahrheit.

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Autor: Ulrich Berger· 11.04.10 · 01:25 Uhr· 14 Kommentare

05. Februar 2010

VGSE

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Ich erlaube mir eine kurze Werbeeinschaltung im Dienste der (Wirtschafts-) Wissenschaft:

Man möchte es kaum glauben, aber bis vor kurzem existierte in Wien kein einziges anständiges PhD-Programm in Volkswirtschaft. Diese trostlose Zeit ist vorüber, denn der Forschungsfonds FWF hat unseren Antrag auf ein Doktoratskolleg bewilligt. Im Herbst 2010 kann's losgehen mit der

Vienna Graduate School of Economics (VGSE),

einer Kooperation der Uni Wien mit dem IHS.

Also: Wenn Sie kürzlich mit fliegenden Fahnen Ihren Master of Science in Economics oder etwas ähnliches gemacht haben, dann bewerben Sie sich doch in Wien!


Autor: Ulrich Berger· 05.02.10 · 20:46 Uhr· 0 Kommentare

01. August 2009

John F. Nash über katholische Wunder

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Nash.jpgAls ich 1994 an meiner Diplomarbeit über Spieltheorie schrieb, hatte auch unter den wissenschaftlich interessierten Zeitgenossen kaum jemand das Wort "Spieltheorie" jemals gehört. Dann kam der Herbst 1994 und der Wirtschafts-Nobelpreis ging an drei Spieltheoretiker. Einer davon war der amerikanische Mathematiker John F. Nash, nach dem das Herzstück der Spieltheorie, das Nash-Gleichgewicht, benannt ist. (Das Bild links habe ich beim Spieltheorie-Weltkongress 2004 aufgenommen.) Was dabei für mich genauso wie für viele Kollegen am überraschendsten war, war zu erfahren, dass Nash noch lebt. Seit den 1950er Jahren hatte er nichts mehr veröffentlicht und viele gingen davon aus, dass er schon lange verstorben war.

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Autor: Ulrich Berger· 01.08.09 · 00:42 Uhr· 8 Kommentare

23. Juli 2009

Zuwendung als Ware

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Medizin  ·  Kommentare: 28

Roswitha Trimmel unterrichtet Deutsch, Geschichte und Kommunkation an einem Wiener Gymnasium. Außerdem ist sie Stammleserin und -kommentatorin unseres Blogs. Sie hat bereits bei Florian einen lesenswerten Gastbeitrag veröffentlicht und ich freue mich, dass sie dies heute auch an dieser Stelle tut. UB

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Zuwendung als Ware: Überlegungen zu Sinn und Unsinn der Komplementärmedizin am Beispiel von Cranial Fluid Dynamics

ein Gastbeitrag von Roswitha Trimmel

Woran denken Sie, wenn Sie das hübsche Anglizismen-Konglomerat "Cranial Fluid Dynamics" lesen? Ulrich Berger denkt "an ein Hirn, das gerade ausrinnt", meine Freunde an ein besonders teures Haarpflegemittel und ich hätte bis vor kurzem auf eine aufgebrezelte Form von rhythmischer Gymnastik in laut beschallten Studios getippt. Alles falsch. Cranial Fluid Dynamics, kurz CFD, gehört zum wachsenden Sektor der "Fünf C-Ökonomie", die in aufsteigender Reihenfolge Computing, Caring, Catering, Consulting, Coaching umfasst."[1]

cranial.gif

Der Markt für komplementärmedizinische, "ganzheitliche" Dienstleistungen, die irgendwo zwischen Caring, Consulting und Coaching herumeiern, wächst rasant. Diesen Trend hat auch das WIFI Wien erkannt und bietet neuerdings Lehrgänge an, deren Absolventen auf diesem bunten Marktplatz mitmischen dürfen. Beispielsweise, indem sie das Diplom für den Cranial Fluid Dynamics-Practitioner erwerben: Der gleichnamige Lehrgang, der ohne medizinische Vorkenntnisse auskommt, erstreckt sich über zehn Module zu je drei Tagen, kostet ohne verpflichtende Supervision 3.600 Euro und dauert von Oktober 2009 bis zum Juli 2010. Welches freie Gewerbe könnten Berufene - übrigens auch ohne Qualifikationsnachweis - am Ende anbieten? Das WIFI empfiehlt als Mustertext zur Vorlage bei der Gewerbebehörde:

Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit.

Was immer das bedeutet.

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Autor: Ulrich Berger· 23.07.09 · 14:37 Uhr· 28 Kommentare

01. September 2008

Die Sprache der Astrologen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 21

Der beste Startpunkt für eine Analyse der Sprache der Astrologie ist der Barnum-Effekt. Die GWUP meint dazu:
Darunter versteht man die Tendenz, allgemeine und vage gehaltene Aussagen als für einen persönlich zutreffend zu betrachten. Typische Barnum-Aussagen wären "Sie neigen zur Selbstkritik" oder "Zuweilen haben Sie ernste Zweifel, ob sie die richtige Entscheidung getroffen oder das Richtige getan haben". Fast 100% von beliebig befragten Personen bejahen diese Aussagen.
Wer es wissenschaftlicher haben will, der sollte Katja Furthmann oder Andreas Hergovich konsultieren und hier nicht mehr weiterlesen. Die folgenden Betrachtungen sind nämlich völlig unwissenschaftlich, betreffen nicht den Inhalt sondern die äußere Form astrologischer Sprache und verdanken sich einer reinen Koinzidenz.

Vergangenen Freitag publizierte der Astrologe Markus Termin in seinem Blog einen Eintrag mit dem Titel "Offener Brief an Dr. Ulrich Berger". Der Inhalt ist nicht weiter aufregend, interessant fand ich aber, dass er gezählte 641 Wörter in einem einzigen Absatz vereinte. Und das ist nicht einmal Rekord, denn in seiner seltsamen Analyse von Florian Freistetter reiht er ganze 785 Wörter aneinander, ohne einmal die Return-Taste zu drücken.

Einen Tag darauf sendet mir mein Bullshit-Alarm Google-alert für "Astrologie" eine frisch in die Welt gesetzte und wahrlich skurrile Pressemeldung des Deutschen Astrologenverbandes. Auch hier spielt der Inhalt keine Rolle, aber die Form sticht ins Auge. Die Hervorhebungen sind allerdings von mir...

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Autor: Ulrich Berger· 01.09.08 · 20:38 Uhr· 21 Kommentare

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