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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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Archiv Oktober 2011

31. Oktober 2011

"Betrüger oder Idiot": Prana-Verblödung am WIFI

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 57

Science Buster Werner Gruber findet wie immer die passenden Worte:

Wenn ein Berater sagt, er kann so etwas wie Prana-Energie machen, ist er ein Betrüger oder ein Idiot.
Es geht wieder einmal um das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich, also das WIFI, diesmal das oberösterreichische. Seit die "Energethiker" eine eigene Branche in der Wirtschaftskammer bilden, wird der Esoteriksumpf aus Steuermitteln via WIFI gefördert. Das ist nichts neues, wir haben uns darüber bereits 2008 beschwert und 2009 neuerlich darauf hingewiesen, was natürlich ein Kampf gegen Windmühlen ist. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, also muss man es immer wieder tun, und daher wiederhole ich:

Das WIFI fördert die Volksverblödung mit Steuergeldern.

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Autor: Ulrich Berger· 31.10.11 · 11:35 Uhr· 57 Kommentare

21. Oktober 2011

Homöopathie: Fremdschämen für die Salzburger Nachrichten

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 283

Jetzt ist schon wieder was passiert.

Sie erinnern sich: Im August erlebten wir GEOs publizistischen Absturz mit Alternativmedizin, im September mussten wir Herrn Dellmours pseudowissenschaftliche Homöopathie-PR auf derStandard.at ertragen. Im Oktober erstaunte uns Die Presse, als sie mit einem unterirdisch unkritischen Homöopathie-Artikel einen neuen Tiefenrekord im Segment der Qualitätspresse aufstellte. Und jetzt ist immer noch Oktober, und schon schaffen es die Salzburger Nachrichten, diesen Rekord glatt zu egalisieren.

Die Salzburger Nachrichten, kurz SN, das muss man unseren nördlichen Nachbarn an dieser Stelle vielleicht kurz erklären, sind trotz ihres Namens kein unbedeutendes Provinzblatt, sondern eine österreichweit erscheinende sogenannte Qualitätszeitung. Bemerkenswert ist, dass wir auch in der SN dasselbe Phänomen wie zuletzt in Der Presse beobachten können: In Artikeln zur Alternativmedizin, speziell zur Homöopathie, vollzieht sich bereits in den ersten Zeilen ein unvermittelter infantiler Regress. Die zu einem Großteil akademisch gebildeten Leserinnen und Leser werden plötzlich wie kleine Kinder behandelt, denen man die mysteriöse Welt in blumigen Metaphern erklären muss, damit sie intellektuell nicht überfordert werden.

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Autor: Ulrich Berger· 21.10.11 · 13:58 Uhr· 283 Kommentare

14. Oktober 2011

Ernst Bonek zu Handy-Mythen

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 18

Können Handys Flugzeuge zum Absturz bringen? Empfindliche Geräte in Krankenhäusern stören? Tankstellen explodieren lassen? Unfruchtbar machen oder Krebs erzeugen? Die ORF-Sendung konkret macht einen auf Mythbusters und hat Experten befragt - hauptsächlich Mobilfunkpionier und GkD-Mitglied Prof. Ernst Bonek. Noch bis 20. Oktober in der ORF-TVthek.

Nachtrag: Und dank Kommentator rolak bis zum Ende aller Zeiten (also bis 21.12.2012) auf Youtube.


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Autor: Ulrich Berger· 14.10.11 · 14:28 Uhr· 18 Kommentare

13. Oktober 2011

Von Homöopathie, Wissenschaft und Rosinen - eine Replik auf Friedrich Dellmour (ÖGHM)

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 40

Homöopathie sei laut Ärztekammer Medizin, und Medizin sei laut Brockhaus unter anderem eine Wissenschaft. Ergo sei Homöopathie eine Wissenschaft. So begann der Vortrag zum Thema "Homöopathie und Wissenschaft". Die 2005 im Lancet publizierte große Metaanalyse von Matthias Egger (2005), die keinen Unterschied zwischen Homöopathie und Placebo finden konnte, sei "eine Frechheit", sagte der Vortragende. Sie sei schon längst durch eine ebenfalls im Lancet erschienene Publikation widerlegt worden. Auf meine Frage, ob er das genaue Literaturzitat nennen könne, entgegnete er etwas von "sechs Ordnern" voll Literatur, die er im Regal stehen habe. Die angeblich Egger widerlegende Lancet-Studie konnte er nicht zitieren - weil sie nicht existiert.

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Autor: Ulrich Berger· 13.10.11 · 00:28 Uhr· 40 Kommentare

07. Oktober 2011

Steve Jobs: Tod durch Alternativmedizin?

Kategorie: Medizin·Technik  ·  Kommentare: 443

stevejobs.jpgAlternativmedizin kann töten. Im Oktober 2003 erfuhr Steve Jobs, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte. Jobs hatte Glück im Unglück: er litt an einer sehr seltenen und weniger aggressiven Form dieser Krebsart, nämlich einem neuroendokrinen Inselzellen-Tumor. Diese Krebsart hat eine gute Prognose und ist heilbar, wenn er rechtzeitig, also vor Metastasierung, vollständig chirurgisch entfernt wird.

Wie CNN vor drei Jahren berichtete, entschied sich Steve Jobs vorerst für eine alternativmedizinische Behandlung in Form einer "Spezialdiät" und verzögerte die lebensrettende Operation damit um ganze 9 Monate.
Jobs was considering not having the surgery at all. A Buddhist and vegetarian, the Apple [...] CEO was skeptical of mainstream medicine. Jobs decided to employ alternative methods to treat his pancreatic cancer, hoping to avoid the operation through a special diet
Möglicherweise war diese tragische Fehlentscheidung mitverantwortlich für Steve Jobs frühen Tod.

(via Brian Dunning)

Nachtrag 1: Gerade entdeckt: Wie immer viel ausführlicher bei Orac.

Nachtrag 2: Und jetzt auch von Steven Novella.

Nachtrag 3: Und bei Science-Based Medicine.

Autor: Ulrich Berger· 07.10.11 · 15:47 Uhr· 443 Kommentare

06. Oktober 2011

Wie sich Die Presse mit Homöopathie blamiert

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 184

Vorgestern erschien auf Seite 11 der Presse, die bekanntlich eine Qualitätszeitung sein will, ein Artikel zur Homöopathie in Form einer Buchvorstellung. Auf der Webseite der Presse ist dieser Artikel momentan der meistgelesene Artikel aus der Rubrik Gesundheit. Von der Presse wissen wir, dass in ihrer Gesundheitsredaktion Frau Richter sitzt, die nicht davor zurückschreckte, schreibend die kommerziellen Interessen ihrer eigenen Verwandtschaft zu bedienen. Ansonsten war die Presse aber in Sachen Alternativmedizin nicht besonders auffällig. Das hat sich mit dem gestrigen Artikel der studierten Germanistin und Anglistin Gerta Niebauer drastisch geändert. Seit Jahren habe ich in der österreichischen Qualitätspresse nicht mehr einen derart blamablen Artikel zu einem Gesundheitsthema gelesen.

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Autor: Ulrich Berger· 06.10.11 · 09:44 Uhr· 184 Kommentare

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