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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.
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01.04.11 · 23:57 Uhr
Annäherung zwischen Astrologie und Wissenschaft!
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 19
Ein Wendepunkt in der Geschichte des erbitterten Streits zwischen Astrologie und Wissenschaft? Es scheint fast so: An die 400 Gäste folgten aufmerksam den Vorträgen von hochkarätigen Wissenschaftlern und Astrologen in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und erlebten dabei, wie die Astrologie "einem wissenschaftlichen Diskurs standhielt".
Der Psychologe Markus Jehle machte in seinem Referat
den Wert und den Nutzen der Astrologie deutlich und betonte, dass in
der Astrologie der Klient nicht nur die richtigen Probleme und Fragestellungen
erfährt, sondern auch die passenden Zeitpunkte.
Peter Fraiss, Obmann der österreichischen Astrologen, legte ein Modell
vor, in dem er die Möglichkeit und Validität astrologischer Prognosen
als dynamische Attraktoren im Sinne der Chaostheorie demonstrierte. Als
spektakuläres Beispiel zeigte er ein Horoskop, das die Katastrophen von
Hiroshima, Three Mile Island, Mururoa, Tschernobyl und Fukushima (!) in seinem
Attraktor enthält.
Der argumentativen Kraft dieser Darlegungen hatten auch skeptische Referenten nichts entgegenzusetzen: Der Soziologe und seinerzeitige GWUP-Mitgründer Edgar
Wunder hielt fest, dass der Versuch einer Unterscheidung zwischen Wissen
und Glauben nicht tragfähig ist und forderte eine kritische, aber ergebnisoffene
Astrologieforschung.
...
O.k., genug damit. Spätestens jetzt haben Sie es nach einem kurzen Blick auf
die Datumszeile ohnehin durchschaut: Als dieser Beitrag online ging, war es knapp, aber doch noch, 1. April. Und überhaupt: Nicht einmal in Österreich könnte sich ernsthaft so eine Farce mit hunderten Teilnehmern, noch dazu in der ehrwürdigen Nationalbibliothek,
abspielen.
Oder?
Autor: Ulrich Berger· 19 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (19)
Als Aprilscherz wäre es schon ein bißchen sehr unoriginell gewesen :-)
Der letzte Mimi & Eunice Cartoon paßt hier ziemlich gut...
...doch als normaler post wird durch die Datumsverknüpfung die Absurdität verdeutlicht :-)
Das beste am 1.4. finde ich immer die Meldungen, die 'ganz klar' der Aprilscherz des Mediums sind und sich im Nachhinein als realitätsentsprungen herausstellen.
Ein exquisites Wechselbad der Gefühle: das wachsende Grauen angesichts der leider-doch vorstellbaren Blödheit mit Öffentlichkeitsrecht, die Erleichterung angesichts der Scherzdeklaration (verbunden mit leichter Enttäuschung über das Humorniveau auf diesem sonst ausgezeichneten Blog), dann die Doppelfaustwatsche, mit freundlichen Grüssen von der Öst. Wirtschaftskammer: einerseits dynamisches Attraktoren-Geschwurbel, andrerseits eh alles Kultur und Unterhaltung. Hauptsache, man kann den Semmel verkaufen...
Gelungen, Herr Berger, gelungen!
@Alexander schöne Zusammenfassung, ging mir genau gleich. Der Beitrag fällt ja eigentlich unter Sadismus für Fortgeschrittene.
Ersetzt Astrologie durch Religion (Christentum) und er würde den Umgang der Theologie mit der Wissenschaft treffend wiedergeben.
Nee, nicht wirklich? Sind die wirklich so doof?
Ich kann´s immer noch nicht glauben. Aber der Ösi-Artikel ist vom 29. März.
Haben die Bayern doch Recht mit ihren wahren Geschichten? ZB dem Test von Schutzhelmen: alle Modelle wurden von einer hohen Brücke geworfen, und nur die Pudelmütze bestand den Test unversehrt.
Warum die Aufregung? Das ist die Wirtshaftskammer, dieser Verein fällt eher selten durch besonders rationales Handeln auf.
@ ArnoNym:
Das ist schon richtig, aber sie müsste ihre Schmuddelecke ja nicht präsentieren als wäre es der Hausaltar. Und Frau Rachinger müsste sich nicht dafür hergeben.
Aber was ist dann mit der Kernkraft-Astrologie? Den Dingen, die nie auftreten und dann gleich sechs mal?
Hey CrisisMaven, Kernkraft-Astrologie ist eine wirklich gute Beschreibung für die Strahlkraft der richtigen Wissenschaft und einer sauberen Energie, die es gilt auszubauen und natürlich gehören die dämonischen Sterndeuter zu den dunklen Mächten, die zu bekämpfen sind. Ulrich Berger macht es sich wirklich nicht leicht und legt sich ohne Scheu, nur mit den wirklich einflussreichen und kapitalkräftigen Wirtschaftsmächten an. Das ist sehr lobenswert!
@BreitSide
Jaha, wir Ösis haben schon einige ordentliche Balken im nationalen Wissenschaftsauge, liebevoll sado-masochistisch dokumentiert von u.a. Ulrich Berger (PUHN): gegen das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst für das Grander-Wasser ist das Astrologiespektakel fast schon ein Lercherlschas.
Ob dagegen unlustige Verallgemeinerungen auf Volksschülerniveau aus dem deutschsprachigen Norden hilfreich sind, wird sich ja noch zeigen. Falls nicht, findet sich ja vielleicht auch im Bundesdeutschen der eine oder andere Splitter der sich einen Kommentar verdient hätte...
Nicht, dass ich kleinlich wäre aber woher weiß man, dass Herr Markus Jehle ein Psychologe ist.
@Alexander Ploner: ja, die Liebe zwischen unseren Völkern ist schon legendär...:-)))
Der "Norden", der über Euch herzieht, hört aber schon an der Donau auf. Schon für die Franken seid Ihr ganz normale Menschen. Die haben ja die Bayern als Puffer und Hackklotz.
Und nördlich des Mains weiß kaum einer, dass Bayern und Österreich durch eine Grenze getrennt sind.
@ Michael M.:
Jehle ist "Dipl.-Psych.", laut WKO-Aussendung.
Worin besteht der Unterschied zwischen Astrologie und Wissenschaft?
Der Unterschied besteht in der Lernfähigkeit der Wissenschaften?
MfG
Fazit: Geld stinkt nicht :)
... dabei hatte die Vorankündigung dieser Veranstaltung noch etwas gaaaanz anderes erwarten lassen:
http://tinyurl.com/5ttr9tc
@Thilo @Ulrich Berger
da habe ich mir deutlich mehr Mühe gegeben einen Asto-Wissenschafts-1.April-Scherz hinzukriegen. Hard Stuff vor Scientists.
Viel Spaß nachträglich damit:
http://badgerszwischenwelt.wordpress.com/2011/04/01/astrologie-wissenschaftlich-bewiesen-universitaten-denken-um/