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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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06.09.10 · 17:44 Uhr

Ein Kongress, ein Buch und Sex

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 10

Ein Kongress

Vorschaubild für Schedule_EN_2_blue.jpgDer Europäische Skeptiker-Dachverband, auch bekannt als European Council of Skeptical Organisations (ECSO), veranstaltet regelmäßig den European Skeptics Congress. 2010 findet dieser in Budapest statt, und zwar vom 17.-19. September. Budapest ist eine schöne Stadt, von Ostösterreich aus schnell erreichbar, und die Kongressgebühr beträgt lächerliche € 30,-. Leider kann ich selbst aus Termingründen nicht dort sein, aber alle Interessierten sind hiermit herzlich eingeladen, ein verlängertes Wochenende in Budapest zu verbringen! Simon Singh wird dort ebenso sprechen wie Joe Nickell und eine Reihe weiterer prominenter Skeptiker. Auch die GWUP ist durch ECSO-Chairman Amardeo Sarma und durch Klaus Schmeh gut vertreten. Die gesamte Rednerliste finden Sie hier.



Ein Buch

shengfui.jpg Viel wurde schon geschrieben über den brandneuen Esoterik-Megabestseller, der The Secret & Co. in jeder Hinsicht weit in den Schatten stellt. Das reich bebilderte Werk mit dem Titel Sheng Fui ist sozusagen die Bibel der gleichnamigen jahrtausendealten asiatischen Leere, die im Gegensatz zu ihrem durchkommerzialisierten parasitären Zwilling namens Feng Shui angenehm unprätentiös und vor allem durchaus alltagstauglich daherkommt. So hat die kleine Serie "Yoga im Büro" bei meinen Kollegen so viel Anklang gefunden, dass die gemeinsame Meditation bei der Übung "Kugelfisch" inzwischen bereits die Kaffeepause ersetzt. Lassen Sie sich nicht irritieren durch dogmatische Esojäger, die das Jahrhundertwerk als Satire zu schmähen versuchen, sondern greifen Sie zu bevor es vergriffen ist!


Sex

thomas-udo.jpg Sex mit Thomas ist gut, Sex mit Andreas ist schlecht, und mit Udo geht gar nichts. Tja, Pech gehabt, denn der Vorname bestimmt die Qualitäten im Bett - das will zumindest der deutsche "Single- und Paarcoach" Clemens Beöthy laut der heutigen Umsonst-Zeitung Heute herausgefunden haben. Für Skeptiker klingt die Forschungsmethode des Coach irgendwie vertraut:


"Irgendwann hab ich gemerkt, dass mir der 20. Wolfgang eine ähnliche Geschichte erzählte, dann suchte ich gezielt nach Ähnlichkeiten bei Namensvettern."
Die könnte mir jetzt als Aufhänger zu weisen Worten über selektive Wahrnehmung und Selbsttäuschung dienen. Da die meisten meiner Leser aber kritische Denker sind und längst völlig korrekt argwöhnen, dass es bei dieser Rubrik nur um eine Erhöhung der Klickrate geht, schenke ich mir das.

 

Autor: Ulrich Berger· 10 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (10)

Kommentar-Direktlink Christian Weihs· 06.09.10 · 19:01 Uhr

Echt schade, dass du nicht hinkommen kannst. Ich werde an dich denken ;)

Kommentar-Direktlink Wolfgang Klosterhalfen· 06.09.10 · 21:29 Uhr

Vornamen werden aber nicht zufällig vergeben. Ich hatte mal den Eindruck, dass es die Kevins und Marcels gehäuft zur Kinder- und Jugendpsychiatrie hinzieht. Ok, die Stichprobe war etwas klein, aber immerhin ist meine Hypothese nachprüfbar.

Kommentar-Direktlink kommentarabo· 06.09.10 · 22:43 Uhr

...

Kommentar-Direktlink wolfgang· 07.09.10 · 09:30 Uhr

Wenn jemand seinem Kind einen unpassenden Vornamen gibt, nennt man das vielfach Kevinismus. Wer also mit Familiennamen Anlage heißt, sollte seine Tochter nicht Claire nennen, es ist für einen Himmler auch nicht gescheit seinen Sohn Adolf zu nennen.

Und was für eine Geschichte soll ich jetzt erzählen?

Kommentar-Direktlink Wolfgang Klosterhalfen· 07.09.10 · 10:08 Uhr

Danke für den Hinweis.
Es gibt analog auch einen Chantalismus: http://de.wikipedia.org/wiki/Kevin
Da Kevin 1991 auf Platz 1 lag, was ich nicht wusste, ziehe ich meine Kevin-Hypothese mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Es gibt vermutlich eine kleine Korrelation über die Schichtzugehörigkeit, aber das wäre ja nicht weiter spannend.

Kommentar-Direktlink Fips der Affe· 07.09.10 · 14:24 Uhr

Ist die Verwendung von "jahrtausendealten asiatischen Leere" eine bewusste Kritik, oder hatte Freud etwa recht? ;)

Kommentar-Direktlink rolak· 07.09.10 · 14:28 Uhr

Hallo Busch-Kind, ist Dir der buchige Rüttelscheim aufgefallen?

Author Profile Page Ulrich Berger· 07.09.10 · 14:38 Uhr

@ Fips:

Nix da Freud. Schauen Sie sich das Cover mal genauer an, besonders den Untertitel!

Kommentar-Direktlink Fips der Affe· 07.09.10 · 14:46 Uhr

@Ulrich Berger: Alles klar, wie sollte Freud auch Recht haben?

@rolak:
Ich werde fortan die Untertitel nicht ignorieren.
Ich werde fortan die Untertitel nicht ignorieren.
Ich werde fortan die Untertitel nicht ignorieren.
Ich werde fortan die Untertitel nicht ignorieren.
Ich werde fortan die Untertitel nicht ignorieren.
...
Es tut mir leid! :)

Kommentar-Direktlink rolak· 07.09.10 · 15:01 Uhr

wie sollte Freud auch Recht haben
Der ist nun wieder gut, insbesondere angesichts dessen.

..seit ich diese uhr-alte Leere kennengelernt habe, lese ich diverse im ersten Moment falsch scheinenden Begriffe lieber erst noch einmal ;-) btw: Als ungemein Schwachsichtiger habe ich auf dem kleinen Buchbildchen unter dem Titel gar nichts mehr gelesen, der Tip kam vom Meister dieses blogs. Jetzt, da ich weiß was da steht, vermeine ich auch, es entziffern zu können.

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