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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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gwup | die skeptiker



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Archiv Juli 2010

29. Juli 2010

Wie die Granderwasser-Firma fünf Jahre lang eine wissenschaftliche Studie unterdrückte

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 30

Die "Wasserbelebung" nach Grander ist bekanntlich teurer und wirkungsloser Humbug aus der esoterischen Ecke. Das ist nicht nur das Ergebnis eines guten Dutzends wissenschaftlicher Studien, sondern auch einiger Gerichtsurteile.

Aber hier soll es nicht um die Wirkungslosigkeit des Granderwassers gehen, und auch nicht um den Skandal der Ordensverleihung an dessen Erfinder, sondern um eine besonders perfide Marketingstrategie der Granderwasser-Firma IPF. Die war nämlich vor einigen Jahren auf die Idee gekommen, ihre pseudowissenschaftlichen Belebungsgeräte Studenten für eine Diplomarbeit über die Wirkung des Wunderwassers zur Verfügung zu stellen.

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Autor: Ulrich Berger· 29.07.10 · 21:25 Uhr· 30 Kommentare

21. Juli 2010

Glauben und Wissen beim ORF

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Religion und Wissenschaft gehören für den ORF offenbar in einen Topf. Wie hier bereits befürchtet, wurden die beiden Abteilungen jetzt tatsächlich zusammengelegt. Der studierte Theologe Gerhard Klein, bisher TV-Religionschef, übernimmt jetzt auch die TV-Wissenschaft.

Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass die Wissenschaft im ORF-TV jetzt noch schlechter und stiefmütterlicher behandelt werden wird als bisher (was ohnehin ein Kunststück wäre). Aber es spricht Bände über die Einstellung zur Wissenschaft im österreichischen Staatsfunk.

(via sciblog und standard.at)

Autor: Ulrich Berger· 21.07.10 · 16:34 Uhr· 6 Kommentare

18. Juli 2010

Homöopathie: kein sinnloser Glaubenskrieg

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 152

(Leserbrief an die Presse zum Artikel "Homöopathie - der sinnlose Glaubenskrieg" vom 18.07.2010.)

Sehr geehrte Redaktion,

Es ist doch unter Wissenschaftlern längst klar, dass die Homöopathie eine Placebotherapie
ist. Die eigentlich interessante Frage ist, was man mit dieser Erkenntnis anstellt. Man
sollte ehrlich und aufrichtig die gesundheits- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen
sowie die ethischen Aspekte einer institutionalisierten Placebobehandlung diskutieren.
Nicht zielführend kann es hingegen sein, die Wirksamkeitsdebatte am köcheln zu halten
indem man wie Michael Frass die klinische Studienlage in ihr Gegenteil verkehrt.

Die gefährlichste und gleichzeitig oft ignorierte "Nebenwirkung" einer unkritischen
Akzeptanz von Homöopathie ist die intellektuelle Verarmung der Gesellschaft. Wenn eine
prominente Ärztin wie Gloria Kozel sich ohne Scham von der "Schwingungsenergie" der
Kügelchen zu sprechen traut, dann ist das bloß ein Symptom für den ebenso bekannten wie
eklatanten Mangel an naturwissenschaftlicher Bildung in der Bevölkerung, der durch die
allgegenwärtige Homöopathie-PR in vielen Medien nur noch gefördert wird. Inzwischen
nutzen die Anbieter von diversen Scharlatanerieprodukten wie Wasserbelebern und
Handystrahlen-Neutralisierern diese Bildungslücken bereits zu Marketingzwecken, indem sie
behaupten, ihre Geräte wirkten durch dieselben "feinstofflichen" Kräften wie die
Homöopathie. Dagegen hilft nur Aufklärung und Bildung, nicht ein Kokettieren mit der
Sehnsucht nach ein bisschen New Age im Alltag.


Autor: Ulrich Berger· 18.07.10 · 17:15 Uhr· 152 Kommentare

10. Juli 2010

AIDS-Leugner in Wien

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 58

In Kürze startet der weltgrößte AIDS-Kongress, der dieses Jahr in Wien stattfindet. Das ist schön.

Nun gibt es in Wien natürlich leider auch eine Handvoll AIDS-Leugner. Das sind jene seltsamen Gesellen, die zwar untereinander nicht ganz einig sind, ob HIV gar nicht existiert oder ob es nur harmlos ist, bzw. ob AIDS gar nicht existiert oder schon, aber nicht durch HIV verursacht wird, oder was weiß ich. Einig sind sie sich nur darin, dass sie es definitiv besser wissen als ein paar tausend Wissenschaftler, die tagein tagaus mit HIV und AIDS zu tun haben und daran forschen.

Es ist ein erbärmliches Häuflein, die mit den immergleichen längst widerlegten Scheinargumenten arbeiten, ihre eigenen Mini-Gegenkonferenzen organisieren und es leider immer wieder einmal schaffen, Menschen davon zu überzeugen, dass HIV nur eine große Verschwörung ist. Dann passiert mitunter sowas.

Ärgerlich ist dabei, wenn ein ehemaliges Aufdeckermagazin wie das profil auf den Schmarrn hereinfällt und ins beginnende Sommerloch hinein etwas von "Dogma" faselt und sich dabei noch für kritisch hält. Was für ein armseliger Artikel.

Die Journalistin, die ihn verbrochen hat, wird gerade von einigen Kommentatoren im profil-Blog dafür verbal abgewatscht. Das ist wieder schön.

Autor: Ulrich Berger· 10.07.10 · 13:16 Uhr· 58 Kommentare

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