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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.
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17.05.10 · 00:19 Uhr
Christian Köberl über Naturwissenschaft, Esoterik und Kometen
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 71
Prof. Christian Köberl, der neue Generaldirektor des Naturhistorischen Museums in Wien, ist Astrogeologe und Impaktforscher. Was das genau ist, kann Florian Freistetter sicher besser erklären als ich. Vorgestern gab Köberl den Oberösterreichischen Nachrichten ein interessantes und lesenswertes Interview. Hier ein Auszug. Dort der Volltext.
OÖN: Wie erklären Sie sich, dass viele Menschen die geringe Gefahr, die von Kometen ausgeht, als bedrückender empfinden als eine viel wahrscheinlichere Gefahr, etwa den Klimawandel?
Köberl: Das lässt sich vielleicht dadurch erklären, dass die Menschen sich wenig für Naturwissenschaften interessieren, was mich sehr betrübt. Denn Naturwissenschaften sind etwas sehr Spannendes. Wenn man sich da ein paar Grundkenntnisse erwirbt, versteht man die Welt viel leichter. Hingegen sieht man sehr viel Esoterik - Homöopathie, Leute mit Wünschelruten etc. Das sind oft dieselben Leute, die mit dem Auto fahren, den Fernseher aufdrehen, das Mobiltelefon verwenden - alles Dinge, die auf den Errungenschaften der Naturwissenschaften basieren.
OÖN: Aber gibt es - um ein beliebtes Argument von Esoterikern zu verwenden - nicht noch hunderttausend Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns nicht erklären können?
Köberl: Vor hundert Jahren waren es zweihunderttausend Dinge. Man hat zum Beispiel nicht gewusst, warum man krank wird. Dann hat man Bakterien entdeckt, später Viren. Man hat Penicillin entwickelt, so dass man etwas dagegen tun konnte. Das sind alles Errungenschaften von Biologie, Physik und Chemie.
Autor: Ulrich Berger· 71 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (71)
Man müsste eigentlich sofort ins NHM gehen, und dem Prof. Körberl die Hand schütteln. Und ihn auf einen Kaffee einladen :)
Ich finde diese Rede sowas von platt!
Meine Bildlesende Bäckerin gibt morgens bessere Reden von sich um
die Welt zu erklären.
Alleine den Begiff Homöopathie mit Esoterik zusammen zu bringen zeugt
einer erheblichen Unwissenheit.
Leider haben oftmals die Leute am meiseten zu sagen, die am WENIGSTEN
Ahnung haben, oder in einigen bereichen wie man hier deutlich sieht,
nur ein gefährliches Halbwissen.
Ich weiss nicht , in was der Herr seine Professur hat, aber bestimmt nicht in dem
Thema.
@Christian Weihs:
Allein für diese Aussage schon:
Alleine den Begiff Homöopathie mit Esoterik zusammen zu bringen zeugt
einer erheblichen Unwissenheit.
Finde ich auch. HP sollte eigentlich der Zauberei/Hexerei zugeordnet werden.
Qualtum: "Leider haben oftmals die Leute am meiseten zu sagen, die am WENIGSTEN
Ahnung haben,... "
Ich habe eher den Eindruck, die Ahnungslosen schreiben Kommentare in Blogs oder werden Politiker (oder beides?).
@Qualtum:
Mich würde interessieren, in welche "Kategorie" Sie denn die Homöopathie einordnen würden, falls Ihnen hier eine Einordung überhaupt möglich oder sinnvoll erscheint? Und wenn Nein, warum nicht? Würden Sie die angesprochenen Wünschelruten schon der Esoterik zuordnen?
Homöopathie ist doch ganz einfach einzuordnen.
Es gibt nur eine wirksame Medizin.
HP gehört nicht dazu, da unwirksam.
Durch Ihre Kommentare sehe ich, das sie sich nicht wirklich mit dem gegensatz
der Allopathie beschäftigen , sondern nur nachplappern was andere sagen.So isses
leider oft,...... SCHAFE!!
Nicht das ich grosser Fan der HP bin, aber etwas differentzierter als mit
Scheisshausparolen dagegen zu wettern hätte ich diesem Forum schon
zugemutet.(aber bei solchen Idolen, kein Wunder)
@Qualtum:
Ich weiss ja nicht, wen Sie jetzt mit "nachplappern" meinen (vermutlich den wolfgang?), aber wenn Sie hier die Differenzierung so lauthals fordern, so würde ich Sie bitten mit bestem Beispiel voranzugehen und Ihre Sicht der Dinge auch so darzulegen. Bislang lese ich lediglich eine Abgrenzung der Homöopathie von der Allopathie heraus, auch wenn Sie das noch nicht direkt geschrieben haben. Oder liege ich da falsch?
@Qualtum:
Durch unsere Kommentare sehen Sie auf jeden Fall eines: Dass es viele Poster hier schon sehr leid sind, immer und immer wieder die selben Argumente und Angriffe zu lesen. Egal, was man tut, das Schema ist immer das selbe:
Medizin = böse! böse! böse!
Wissenschaftler = Ahnungslos, Blöd, Unwissend
AltMed = die Supermenschen, die wissen ALLES; sind selbstverständlich immun gegenüber Denkfallen, kognitiver Dissonanz, selektiver Wahrnehmung und anderen unangenehmen, menschlichen Schwächen; haben einen Freibrief, jederzeit ad hominem anwenden zu dürfen, wenn sie mit konkreten Informationen konfrontiert werden.
Verzeihen Sie uns armen Schafen doch bitte das bißchen Zynismus...
Es geht mir nur darum, das ich die Antworten eines Prof. Körberl für sein
Amt doch sehr oberflächig und teilw. äusserst zusammenhanglos finde,
darüber hinaus wurden begriffe wie HP und Esoterik zusammengeworfen, die
absolut nichts mitteinander zu tun haben.(hört sich für die Schafe aber gut an)
Allopathie ist nich von der HP abgegrenzt sonder das genaue gegenteil.
Wie gesagt geht es mir auch nicht nur um die HP, das war ja nur ein Beispiel
in seiner dahergeholten Orakelei.
Als Generaldirektor eines Naturhistorischen Museums hatte ich etwas mehr
differentzierten Sachverstand und weniger Scheuklappen erwartet.
Dass Allopathie das genaue Gegenteil von HP ist, wissen wir ja. Der gute Hahnemann hat diesen Begriff schließlich extra dafür erfunden.
Was mich interessieren würde ist, welche Schafe soll Prof. Körberl denn bloß einlullen wollen? Glauben Sie echt, das sei sein Ziel? Dann noch würde ich nicht unbedingt von einem Interview dieser Länge (oder eher, Kürze) erwarten, eine seitenlange detailierte Abhandlung über dieses Gebiet zu bekommen. Ich bin sicher, für Detailfragen steht der Hr. Prof gerne zur Verfügung ;)
'Esoterisch' heißt 'mit nicht öffentlichem Wissen', was bzgl der Wirkmethode und des Effektes der Potenzierung bei HP zutrifft
Allopathie ist eine von Hahnemann himself geschöpfte Kategorisierung, also außerhalb der HP sinnleer
Scheuklappen hat der, der nicht denkt, sondern glaubt.
Leg sie doch versuchsweise mal ab, Qualtum. Und bitte, lerne schreiben.
YouMan·
17.05.10 · 19:10 Uhr
Der Zweite Thermodynamische Hauptsatz ist wahrscheinlich auch nur so eine "Scheißhausparole", oder?don't feed the trolls! Entweder er will eine ernsthafte Diskussion über Homöopathie führen, dann wird er es spätestens im nächsten Post konkretisieren müssen oder er sollte ignoriert werden, so schwer es bei diesen ideologischen Kreuzrittern auch fallen mag...
http://das-zentrum-mensch.at
Verein für Gesundheit und sinnstiftende Lebensführung
Von diesem Verein habe ich heute mit der Post eine Programmzeitschrift erhalten.
http://das-zentrum-mensch.at/html/impulswochen_einzeltermine.htmlntegrative
Damit Sie eine Ahnung bekommen, was alles so an Eso-Bio läuft, lesen Sie bitte das einmal alles langsam durch.
Körperarbeit
Maltherapie
Raindrop Anwendungen
Körperkerzen Anwendungen
Rückenmassage mit ätherischen Ölen oder energetische Fußbehandlung
Aura Reading und Aura Clearing
Pheet - spirituelles Heilen nach der Klein'schen Methode
Glückstraining
Kosmetikberatung
Fotoshootings, Portraitsessions, Fotobegleitung bei Ausflüge und Action
Japanisches Heilströmen
EMA - Emotionen im Meridiansystem auflösen
Aura-Fotographie
Spirituelle Lebensberatung
Trager zum Kennenlernen
Körperkerzen zum Kennenlernen
Prana Vita Aurareinigung
Florasole -Bachblüten in Sole
Laufen,Nordic Walking, Bergwandern, Rückenschule,
Koordination- und Muskelfunktionstraining,
Mentale Fitness, Entspannung und Ernährung
Einstieg ist eine Ankündigung eines Vortrages von Rüdiger Dahlke!
Während wir hier über Homöopathie diskutieren, geht die Esopost ab und hoch, daß es nur so knallt!
@wolfgang
>Homöopathie ist doch ganz einfach einzuordnen.
Es gibt nur eine wirksame Medizin.
HP gehört nicht dazu, da unwirksam.
Das ist eine AUSordnung aber keine EINordnung!
@Dr.Berndt
> Laufen,Nordic Walking, Bergwandern, Rückenschule,Maltherapie,Kosmetikberatung
Das ist alles Esoterik? Radfahren auch?
Philippe Leick·
17.05.10 · 22:57 Uhr
Dass Köberl auf ein derart abgestandenes Argument intelligent und geduldig antwortet spricht auch für ihn. Es wäre ehrlicher, wenn diejenigen, die es immer wieder gebrauchen, um ihre Lieblingstheorie zu rechtfertigen, es so sagen würden wie sie es eigentlich meinen: "Es gibt Dinge, die die Wissenschaft nicht weiß, also kann man auch das, was sie weiß, getrost ignorieren". In diesem Sinne kann man eigentlich jede Diskussion oder Forschung sein lassen. Warum z.B. mit einem Astrogeologen über Kometen sprechen, wenn der nicht mal weiß, welche chemischen Botenstoffe bei der Entwicklung einer Kaulquappe zum Frosch eine wichtige Rolle spielen?Wobei der These, dass wir weniger nicht wissen als vor 100 Jahren (beispielshaft sind 200.000 Dinge genannt worden, die man damals nicht wusste und heute wisse man 100.000 Dinge nicht), so nicht zuzustimmen ist.
Die mod. Wissenschaftlichkeit beschert und zum Glück immer mehr Dinge, die wir nicht wissen, offene Fragen also.
Wenn wir allerdings zwischen dem Known Unknown und dem Unknown Unknown unterscheiden, dann haben wir heute viel mehr Known Unknown und weniger Unknown Unknown als damals.
MFG
Wb
PS: Stimmt so natürlich auch nicht ganz, aber Sorry, CNR - die Attributisierung "intelligent und geduldig" wirkte hier inspirierend auf den kleinen Webbaeren :)
Hmm!
Schön mit so kleinen einwürfen so eine Herzhafte Diskussion zu
entfachen.
Wie gesagt ging es mir nicht um die HP, aber wie Paracelsus schon sagte;
wer heilt hat recht!!, (auch wenn es nicht in Situ nachgewiesen werden kann).
Ich finde das ist der ausschlaggebende grund für die Alternativmedizin.
Meine ( doch schon über 20Jhr.) lange Berufserfahrung hat mich genau
dieses gelehrt.
Wo Dr. Weissnichtwer und Prof. Hastenichtgesehen mit ihrem Latain am Ende
waren, haben ein paar Kügelchen die Sache geklärt.
Wie gesagt sollte das keine Grundsatzdiskussion über HP werden, ich fand
lediglich das ganze Kommentar von Prof. Körbel sehr flach.
Eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus, aber bei der umsichwerferei
von Intelligenten Worthülsen die keinem was nutzen ,klinke ich mich hier aus.
p.s. tschuldigung für die Schreibfeheler,habe schon ewig nichts geschrieben.
Qualtum
Bisher hatten wir Köberl, Körberl und Körbel. Kommt Leute, da geht noch was!!!
Wb·
18.05.10 · 00:09 Uhr
Sischer. Aber womit?Höhö, bei diesen merkwürdigen Heilmethoden ohne Wirkstoffe geht es letztlich natürlich um den Placebo-Effekt, der etwas mit dem Vertrauen des Patienten zum Arzt zu tun hat - ganz vermutlich so eine Verhaltensänderung beim Patienten bewirkt, die den Heilerfolg begünstigt. Bei schweren Krankheiten helfen demzufolge keine Placebos, keine Homöopathie, kein Wißkohl essen und kein barfuss durch den Schnee rennen.
MFG
Wb
@Wb
Oh doch!!
Womit?........-egal, hauptsache hat geholfen.
Und wenn es nur Placebo sein sollte, na und?
Ist eine Heilung nur dann eine Heilung wenn sie durch Schulmed.Heilmethoden ervolgt,
so ein Blödsinn!!!
Dokumentationen diesbezügl. gibt es reichlich.(auch bei schweren Erkrankungen)
Ich hoffe bei Ihrem Übermut, das sie nie in so eine Situation kommen.
Wb·
18.05.10 · 01:52 Uhr
Auch in diesem Universum?MFG, Wb
@wb
> kein barfuss durch den Schnee rennen.
Angenommen der WB ist schwer krank. Auf Anraten von XYZ rennt der WB barfuß durch den Schnee. Eine Polizeistreife sieht das, und bringt den WB in die
nächste Klinik. Dort behandeln und heilen sie untern anderem auch WBs Ausgangserkrankung.
Folgerung:
Barfuss durch den Schneelaufen, kann auch zur Heilung einer schweren Krankheit führen. Der WB sollte daher die weisen Ratschläge von XYZ nicht geringschätzen.
@Ulrich Berger
>Bisher hatten wir Köberl, Körberl und Körbel. Kommt Leute, da geht noch was!!!
Zu Befehl!
@Ulrich
Ok, ich korrigiere mich: Köööööberl...ohne RRRRR :)
@michael
Natürlich nicht, aber was macht das schon verglichen mit dem übrigen Angebot? Da fallen ein paar legitime Praktiken/Tätigkeiten gar nicht mehr auf. Aber wer weiß. Vielleicht muss man ja erst seine Aura glattstreicheln, bevor man den Auslöser an der Kamera betätigt ;-)
@Qualtum
wer heilt hat recht
Wo wir gerade von Worthülsen reden. Das ist so ziemlich das abgedroschendste Argument, das es in diesem Zusammenhang gibt. Vor allem ist es maximal eine Rechtfertigung bzw. Ausrede, warum man eine angebliche Heilmethode nicht zu belegen braucht.
Dokumentationen diesbezügl. gibt es reichlich
Erfahrungsberichte gibt es genug, stimmt. Leider sind diese nur bedingt aussagekräftig, da immer von persönlichen Erwartungen und Wünschen (in diesem Falle die von Patient UND Heilpraktiker) gefärbt. Da freut man sich über 10 Erfolge und vergisst hunderte an Blindgängern. Im Supermarkt steht man ja schließlich auch IMMER an der langsamsten Kassa. Wenn man allerdings bewusst mitzählt, dann wird diese Beobachtung meist nie bestätigt.
Nicht negativ gemeint, übrigens. Das ist ganz normales menschliches Verhalten, und während unserer Entwicklung war es nicht zum überleben notwendig, so objektiv zu sein. Heute sieht es aber anders aus. Der Tiger im Dschungel ist keine Gefahr mehr, jetzt haben wir in manchen Fällen unser eigenes Gehirn zum Gegner ;)
Glücklicherweise sind sehr viele dieser Unzulänglichkeiten mittlerweile bekannt, und mit ein wenig Arbeit kann man lernen mit ihnen umzugehen.
@Qualtum
Was genau an der Homöopathie spricht Sie denn an, bzw. weswegen sind Sie denn ein "Fan"?
Ist es, dass hierbei sogar das Vakuum, Hundekot oder Gammastrahlung verpotenziert werden?
Vielleicht weil der Mechanismus der Herstellung völlig irrational erscheint?
Weil in einem Millionengeschäft inhaltsstoffleere und wirkfreie Medikamente vertrieben werden?
Weil bislang in keiner einzigen sauber durchgeführten Studie eine Wirksamkeit gezeigt werden konnte?
Oder weil Sie einfach auf überteuerte Zuckerkügelchen stehen?
Wer heilt, hat recht!
Die Rechtfertigung der Unvernunft
Dieses Argument ist oft zu hören. Damit wird versucht, Paramedizin und Parapharmazie, also alles, was sich einer Erklärung entzieht und außerhalb wissenschaftlicher Pharmazie und evidenzbasierter Medizin (EBM) angesiedelt ist, zu rechtfertigen. Es wird dieses Argument als Brückenschlag zwischen Arzneimitteln und Therapien, die anerkannt und amtlich zugelassen sind, und den Methoden und Mitteln der alternativen und komplementären Heilszene eingesetzt. Wobei noch zu bemerken ist, daß es auch Heilkonzepte gibt, die zwar amtlich zugelassen sind, von Ärzten angewendet werden dürfen, die aber expressis verbis von einer Prüfung bzw. einem Nachweis der Wirksamkeit ausgenommen sind und in krassem Widerspruch zu fundamentalen naturwissenschaftlichen Tatsachen stehen. Die Anwendung einer Heilmethode oder eines Heilmittels in der Medizin hängt primär nicht davon ab, ob die Art und Weise der Wirkung bekannt ist und wissenschaftlich erklärt werden kann. Ein Wirkungsnachweis ist auch dann gültig, wenn es dafür keine Erklärung gibt.
Ein Kennzeichen für alle diese Heilverfahren und Mittel ist das Image, irgendwie mehr zu können oder besser zu sein als medizinische Standardverfahren. Daher werden sie von vielen Menschen als alternativ anwendbare Heilverfahren gesehen. Und wenn dieses Image nicht zu halten ist, dann wird den Leidenden auf ihrer Suche nach ungefährlicher Hilfe suggeriert, daß der Erfolg der (schul)medizinischen Behandlung nur unter Anwendung zusätzlicher komplementärer Maßnahmen und Mittel sichergestellt werden kann. Das giftige Antibiotikum etwa muß ausgeleitet werden, oder zur sicheren Geburtsvorbereitung sind bestimmte Globuli und Tees unerläßlich.
Es ist das Geschäft mit der Unvernunft und mit der Hoffung, wider alle Erkenntnis und Ratio doch noch Heilung ergattern zu können und dem Schicksal zu entkommen. Geschickt wird auch die Angst vor konventionellen Therapien und Medikamenten von den Anbietern angesprochen und ins Marketing miteinbezogen. Von einem naturwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen, kommen auf der einen Seite Mittel und Methoden zur Anwendung, die im Vergleich zum anderen Ende des Spektrums nicht irrationaler und unlogischer sein könnten. Und trotz aller Gegensätzlichkeit existiert zwischen den beiden „medizinischen Welten“ eine Grauzone. Allgemein anerkannte scharfe Grenzen zwischen ohne jeden Zweifel wirksamen Methoden und Mitteln und Hokuspokus gibt es nicht.
Dieser Handlungsfreiheit im Gesundheitswesen stehen umfangreichste und unzählige Gesetze und Vorschriften gegenüber, die zum Schutz der Patienten erlassen worden sind und eingehalten werden müssen. Die sich daraus ergebenden Rahmenbedingungen sind aber nicht so eng, daß es nicht Spielraum für unterschiedliche „Interpretationen“ gäbe. Die Wirksamkeit und Unschädlichkeit von Therapien und Medikamenten sollte immer gegeben sein, aber so selbstverständlich diese Anforderungen auch sind, diese in der Praxis durchzusetzen ist weder einfach noch gelingt es immer. Vor allem dann, wenn es um Mittel und Verfahren geht, deren Wirkung eben schwierig zu objektivieren ist, stößt man bald an Grenzen der Machbarkeit und der Akzeptanz. Ohne den daran Beteiligten vorwerfen zu wollen, nicht guten Willens zu sein, ist zu sagen, daß die Kluft zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen subjektivem Empfinden und Wahrnehmen und objektiver Faktenabschätzung hinsichtlich Wirkungen und Nebenwirkungen nicht größer sein könnte.
Wie auch immer, die Hoffnung der Patienten auf Heilung und Besserung und die Überzeugung von Ärzten und Heilpraktikern dabei wirksam, also über gutes Zureden hinaus, helfen zu können, sind äußerst einflußreiche Faktoren, die auch stärkste Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Wirkung beiseite schieben. Erwiesene Unwirksamkeit alleine hat noch nie das „Aus“ für irgendeine alternative und komplementäre Therapie bedeutet. So dauerte es Jahre, bis nach zahlreichen und nicht mehr zu vertuschenden Todesfällen die Frischzellentherapie dezidiert verboten wurde. Aber es darf vermutet werden, daß trotzdem weiter therapiert wurde, und jetzt wurde das Verbot in Deutschland wieder aufgehoben. Ein Sieg der Juristen über die Bedenken der zuständigen medizinischen Fachleute wie Pharmakologen und Allergologen.
Beweis oder Rechtfertigung?
Homöopathie ist das prominenteste Beispiel für eine Therapierichtung, deren spezifische Wirksamkeit bis heute nicht bewiesen wurde. Alle diesbezüglichen Bemühungen erwiesen sich als trügerisch, und dementsprechend fehlt bis heute auch eine schlüssige Erklärung eines Wirkungsmechanismus. Bis dato waren alle groß angekündigten Erklärungsversuche spektakuläre Flops. Bewiesen hingegen wurde zigfach die Unwirksamkeit nach allen gültigen Regeln von Wissenschaft und Heilkunst. Trotzdem oder gerade deshalb ist die Homöopathie populärer denn je, und ihr ultimatives und einziges Argument ist immer noch „Wer heilt, hat recht!“ Die Wirkung dieses Arguments ist phänomenal und entspricht einer Kombination aus psychoaktiver Blendgranate mit antilogischem Nebelwerfer.
„Wer heilt, hat recht“, ist ein geradezu überplausibles Argument und so bestechend, daß weiteres Nachdenken sofort ausgeschaltet wird. Logisch, daß man das breite Publikum der Nichtbetroffenen durch dieses klassische Totschlagargument natürlich sofort überzeugen kann. Bedauerlicherweise besticht dieses Argument aber nicht nur die von Krankheit und Leid Betroffenen, sondern auch Ärzte, Apotheker und Naturwissenschafter, also Fachleute, die es besser wissen müßten. Somit zählt dieses Argument zu den erfolgreichsten und besten Scheinargumenten überhaupt. Jeder auch noch so Unerfahrene und Ungebildete kann damit argumentieren. Vom Wurzelsepp am Wochenmarkt bis hin zu den Edelscharlatanen im weißen Kittel erfreut es sich großer Beliebtheit. Wenn es nichts mehr zu sagen gibt, oder die vorgebrachten Argumente nichts erklären und in Widersprüche führen: Das kann immer gesagt werden.
Der Denkausschalter
„Wer heilt, hat recht“, ist ein unwissenschaftliches Argument, weil es nicht widerlegbar ist. Fehlende Erklärungen und Theorien lassen sich eben nicht widerlegen. Für lästige Zwischenfragen fehlen angreifbare Details. Das läßt Ärger mit Skeptikern, Kritikern oder dem wissenschaftlichen Establishment erst gar nicht aufkommen. Gerade das Fehlen jeglicher Erklärung ist das Erfolgsgeheimnis dieses Pseudoarguments. Wenn, wie in Falle von „Wer heilt, hat recht“, nichts über einen notwendigerweise zu beweisenden Zusammenhang gesagt wird, also das „Wie“, entfällt, kann buchstäblich alles damit bewiesen werden. Jedes auch noch so beliebige Ereignis „Therapie“ kann mit jedem Ereignis „Heilung“ unwiderlegbar verkuppelt werden. Und ehe überhaupt noch nachgedacht werden konnte, ist das „Nachher“ des zeitlichen Ablaufs zum ursächlichen „Weil“ mutiert. Schneller läßt sich kein Wunder beweisen – aber nur scheinbar. Und wenn dieser scheinbare Sachverhalt auch noch von einem entsprechend Betroffenen sinnlich erfahren wird, wird dieser zur gültigen und unerschütterlichen Tatsache. Danach ist es nur mehr eine Frage der Zeit und des Zeitgeistes, mit welcher Pseudologik die Wirkungsweise der zahlreichen diversen Pseudomedikamente und Scheintherapien erklärt wird. Alle anderen Möglichkeiten und Umstände, die ebenfalls zu einer Heilung oder Besserung hätten führen können, werden gar nicht erst in Erwägung gezogen. Niemand denkt mehr daran, daß viele Krankheiten nach einer gewissen Zeit von selbst oder auch spontan heilen. Es wird vergessen, daß bei einer Reihe von chronischen Erkrankungen es immer wieder Phasen der Beschwerdefreiheit gibt. Andere zur gleichen Zeit angewendete Therapien und Medikamente werden ebenso wie Zufall und Placeboeffekte vollkommen ausgeblendet.
Brettl vorm Kopf
„Wer heilt, hat recht!“ ist ein Argument wider den Fortschritt. Jeder, der so argumentiert, will aus persönlichen oder beruflichen Gründen teils bewußt oder unbewußt am „Statuts quo“ nichts ändern. Das Denken in die Zukunft wird blockiert. Einen Fortschritt zulassen bedeutet, neue und unbekannte Erkenntnisse zu riskieren, die möglicherweise zu einer Veränderung der Beurteilung und Bewertung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen führen. Das könnte in Folge den Erfolg von fragwürdigen Therapien und Mitteln erheblich relativieren, was weder gewisse Ärzte und Apotheker sowie Heilpraktiker und Co. noch ihre Klientel wollen.
Und „Wer heilt, hat recht!“ wäre keine so wirkungsvolle Killerphrase, wenn sich mit ihr nicht dogmatische Lehren, die letztlich nur auf Glauben beruhen, rechtfertigen ließen. Daher argumentieren damit Therapeuten, die alternative und komplementäre Medizin für einzig und richtig halten. Sie haben ein großes Interesse daran, daß ihre Lehre, die sie für überlegen halten, anerkannt bleibt. Für dogmatische Lehren ist jeder Schritt in Richtung neuer Erkenntnisse eine potentielle Gefährdung für den Fortbestand, und daher muß alles vermieden werden, was dazu führen könnte. Eine Entwicklung zulassen, könnte darüber hinaus dazu führen, sich und anderen eingestehen zu müssen, an etwas Falsches geglaubt zu haben. Das will natürlich niemand; und die Existenz hängt auch davon ab.
Fazit: Rechtfertigen läßt sich (fast) alles, beweisen (fast) gar nichts!
Die Vergoldung des Bauchgefühls
Auf der anderen Seite befindet sich die Klientel, die auf Paramedizin und Parapharmazie vertraut. Ihr Vertrauen in und ihre Hoffnung auf Hilfe durch außergewöhnliche Verfahren und Mittel ist das Resultat langjähriger Konditionierung durch eine sogenannte Gesundheitsinformation in öffentlichen Medien. So werden jetzt positiv empfundene Begriffe wie biologisch, natürlich, ganzheitlich, biologisch, sanft etc. ausschließlich alternativer und komplementärer Medizin zugeordnet. Und Begriffe wie Chemie, Schulmedizin, Strahlen und dergleichen mehr werden, weil man ja aufgeklärt wurde, negativ wahrgenommen. Wer die ersteren Begriffe dem alternativen und komplementären Gesundheitssektor und die letzteren Begriffe den konventionellen Bereichen des Gesundheitswesens zuordnet, darf erwarten, daß er voll im Trend liegt. Dieser Meinung nicht zustimmen, bedeutet gegen den Strom des Zeitgeists zu schwimmen. Freundliche Zustimmung gibt es in der Regel dafür nicht.
Doppelte Wahrnehmung
Als Information, als Hilfe zu mehr Wissen, um sagen zu können, man weiß Bescheid, kann das alles, was öffentlich breitgetreten wird, nicht bezeichnet werden, dazu ist es in jeder Hinsicht zu einseitig. Diese Einseitigkeit der Information kann nicht zu einer Bildung führen, die notwendigerweise Grundlage jeder rationalen Entscheidung ist. Die Einseitigkeit und Unobjektivität besteht in einer fast vollständigen Abtrennung der jeweiligen Heilslehren von der übrigen Medizin, die stets immer irgendwie abwertend beurteilt wird. Im Kern vermeiden alle alternativen und komplementären Lehren in ihren Informationen jeden Bezug, der über die sorgfältig gezogenen Grenzen zum Schutz vor Kritik und Vergleich hinausgeht. Information über alternative und komplementäre Medizin ist immer subjektiv. Es ist, als existierten zwei voneinander völlig getrennte Welten, die auch vollkommen getrennt wahrgenommen werden.
Diese Trennung und die damit verbundene jeweilig isolierte und einseitige Wahrnehmung sind nahezu vollkommen. Es mag noch verständlich sein, wenn Laien dieser getrennten Wahrnehmung unterliegen und daher keine Querfragen zur jeweils „anderen“ medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen „Welt“ stellen. Aber von dieser getrennten Wahrnehmung sind auch Studenten in den Universitäten erfaßt; Orte wo Wissenschaft angesagt sein sollte. Wissenschaft bedeutet immer auch ein Zweifeln am scheinbar Offenkundigen. Zweifel und Neugierde treiben Wissenschaft voran. Wer nicht den Mut zum Zweifel hat und nicht Neugier besitzt, kann nicht zu neueren Erkenntnissen gelangen. Aber auch hier wird gelernt und nichts mehr gefragt.
Die Medizinstudenten hören im gleichen Gebäude am gleichen Tag eine Vorlesung über die Grundlagen der Pharmakologie und eine Vorlesung z. B. in TCM. Es stört sie nicht, daß in der traditionellen chinesischen Medizin über Vitalenergien und deren Bahnen im Körper als wahr und gegeben referiert wird. Vitalismus und Meridiane, das sind Annahmen der Existenz einer besonderen Lebensenergie und Bahnen, entlang derer diese Energie fließt. Aber im Sinne der Naturwissenschaften sind das Konzepte, die ihren ontologischen Status mit dem Einhorn aus den Grimmschen Märchen teilen. Das in einem Hirn zu denken und beides für wahr zu halten, ist Doppeldenk ; und leider normal für Sonderschüler bis hin zu Universitätsprofessoren. Die Unmöglichkeit und die Unvereinbarkeit wird einfach nicht mehr wahrgenommen. Auch auf der Universität stellen die Studierenden, die über eine profunde naturwissenschaftliche Basisausbildung verfügen, die zu einem kritischen Hinterfragen der Widersprüche und Ungereimtheiten eigentlich zwingen sollte, keinerlei Fragen. Alles ist happy.
„Aber, mir hilft es!“
Viele Menschen sind in Angelegenheiten der Gesundheit verunsichert und vorsichtig. Die aus ihrer Sicht erkannten besonderen Gefahren um ihre Gesundheit sind meist mit bestimmten weltanschaulichen Grundhaltungen verbunden. Und dieses für sie erfolgreiche Weltbild wird natürlich verteidigt. Egal, ob für sie aus eben diesen Gründen alternative und komplementäre Medizin ein erstrebenswertes Ziel ist oder eine Zuflucht vor den Gefahren konventioneller Medizin darstellt: Ihre Antwort und ihre Verteidigung diesbezüglich lautet in Anlehnung an „Wer heilt, hat recht“ schlicht „Aber mir hilft ’s womit ein Aufklärungsversuch schon gescheitert ist, ehe damit begonnen wurde. Sie haben sich damit erfolgreich gegen den Versuch, ihre Meinung zu ändern, gewehrt, und alles bleibt subjektiv richtig.
„Wer heilt, hat recht“, ist andrerseits das bevorzugte Argument aller, die vor allem von sich und ihren Ideen ohne Einschränkung überzeugt sind. Ihr Erfolg liegt in einem überwältigenden Charisma. Ihr bombenfester Glaube, nach ihrer persönlichen Wundertherapie eine Heilung auslösen und bewirken zu können, läßt keinen Spalt für Zweifel offen. Es gibt keine Fakten, die z. B. einen Dr. Hamer von seiner „Germanischen Neuen Medizin“ abbringen könnten. Und noch überzeugter ist die Anhängerschaft. Der Guru wird zu Lebzeiten buchstäblich bis zum letzten verteidigt, und nach seinem Tode finden sich treue Jünger, die das Werk des Meisters fortführen, wobei der unbedingte Erhalt der reinen Lehre die Mission darstellt. Die Erfahrung des täglichen Lebens lehrt, daß Meinungen nicht durch Fakten zu ändern sind.
Diesem Totschlagargument folgt die Totschlagkasuistik, die nach wie vor die Werbelinie für Schlankheitspräparate und Waschmittel ist. „Frau B. wurde nach nur 14-tägiger Einnahme von Slimhip um 10 kg schlanker.“ „Nach der Umstellung auf „Super-R-Wasser“ verbrauchte Herr M. nur mehr die Hälfte an Waschpulver.“ Nur wie das alles zuging und wie es geprüft wurde, weiß niemand.
Es ist das Wesen von Killerphrasen, daß sie sich einer Beurteilung entziehen. Zum Hinterfragen, Erklären und Widerlegen muß etwas weiter ausgeholt werden.
Die gefühlte Kausalität
„Wer heilt, hat recht!“, ist genau so richtig wie: „Die Blumen sind vertrocknet, weil der Papst sie nicht gegossen hat!“ Wenn jemandem als Therapie empfohlen wurde, stündlich 20 „Ave Maria“ zu beten und auf den Knien nach Mariazell zu rutschen, und er verspürte hinterher tatsächlich eine Verbesserung seiner Leiden: Ist dann die Wirksamkeit dieses Therapievorschlags bewiesen?
Diese Frage wird sicher mit „Nein“ beantwortet werden. Aber das war nicht immer so. Diese Frage wird nur heute mit „Nein“ beantwortet. Vor der Aufklärung war das anders. Damals waren Gebet und Gottes Hilfe selbstverständlich wirksamste Mittel und logisch! Es wurde so und nicht anders von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen geglaubt und wahrgenommen. Und es war auch logisch, denn wer sonst, wenn nicht der liebe Gott, konnte gegen die teuflischen Krankheiten helfen? Im Kontext des Mittelalters herrschte ein anderer Zeitgeist vor. Daher wurden die sinnlichen Erfahrungen einer Heilung dementsprechend anders gewichtet und interpretiert. Die Wunder einer Wallfahrt waren glaubwürdig. Aufgewachsen und eingebettet in einen christlichen Jahresablauf, konnte praktisch nichts anderes geglaubt werden, wollte man nicht zum Ketzer werden. Erzogen, fest an die unmittelbare Allmachtmacht Gottes und an die kraftvolle Fürsprache Marias zu glauben und in Kenntnis unzähliger erfolgreicher Heilungen, waren für die Menschen damals die Vorstellungen von einer himmlischen Hilfe sinnliche Realität und daher eine einsichtige bzw. befriedigende Erklärung.
Heute beschert uns der Zeitgeist eine andere Wahrnehmung. Die Glaubwürdigkeit hat sich verändert. Die sinnlichen Erfahrungen werden anders gewichtet und logisiert. Die Wunder werden anders verortet. Die verheißungsvolle Unwahrscheinlichkeit ist ins Medizinbusineß übersiedelt. Dort wird jetzt das Geschäft mit Hoffnung und Angst gemacht. Heilsam ist, was durch Medien wahrgemacht wird. Mit geschicktem Marketing getarnt, als Aufklärung und Information, kann heute alles als wirksam verhökert werden. Man muß versiert sein, um bezahlte Einträge von redaktionellen unterscheiden zu können. Und so wirkt nach mehr als zwei Jahrzehnten Dauerschleichwerbung die grüne, sanfte, natürliche, biologische, ganzheitliche und pflanzliche Homöopathie besser denn je. Diese Attribute sind zwar absolut unzutreffend, aber sie liegen im Trend und umreißen den ganzheitlichen Zeitgeist. Sie werden gerade von den Personen für zutreffend erachtet, die meinen, daß sie besonders kritisch sind. Die ängstlich nach Gesundheit suchenden Konsumenten und besonders die zeitgeistigen Neuintellektuellen haben verinnerlicht, daß alles wahr ist, was die Medien auf den „Gesunden Seiten“ über Krankheit und das wunderbar nebenwirkungsfreie moderne Heilbusineß berichten. Der Alternative ist kritischer als gewöhnliche Menschen, weil er selbst lesen und nachdenken kann, was ihm per Werbung vorgedacht wurde. Die Wundermedizin, die in Gratisinformationszeitungen beworben wird, hat einen fixen Platz im Gesundheitsmarkt.
Und so erscheint heute die Wirksamkeit der Homöopathie einem überwiegenden Teil der Bevölkerung so selbstverständlich wie Gottes Hilfe seinerzeit. Homöopathie kann heute alles. Sie ist der klassischen Medizin überlegen, die bewußt als „Schulmedizin“ mit unüberschaubaren Nebenwirkungen abqualifiziert wird. Und weil es eben so ist bzw. einfach kausal sein muß, werden Erklärungen für den Wirkungsmechanismus in der Homöopathie genauso wie in der Astrologie, auch wenn sie noch so abstrus und unlogisch sind, ebenfalls quer durch die Bevölkerung für höchst wahrscheinlich und richtig gehalten.
Aber in all diesen Fällen gibt es keine wirkliche Kausalität sondern nur eine emotionelle und/oder placebobasierte Kausalität. An z. B. Homöopathie nicht zu glauben, bedeutet Außenseiter zu sein. Überall hört man davon, und überall ist es zu lesen. Die Wirksamkeit wird durch die Medien vermittelt. Sie schaffen mit ihren sogenannten Informationen den dazu notwendigen Kontext. Ziel dieser direkt und indirekt bezahlten Informationen ist, den Umsatz der alternativen und komplementären Medizinindustrie zu steigern. Wellneßmagazine werden durch Inserate finanziert. Nur Infotainment garantiert Einschaltziffern und Auflagenzahl. In den Medien werden aber keine rationalen Argumente diskutiert, sondern ausschließlich auf Emotionen zielende scheinbar positive Eigenschaften klischeehaft wiederholt.
Die Placebowirkung, die natürlich von der Homöopathie bestritten wird, benötigt diesen Kontext. Der Placeboeffekt in weitem Sinne ist ein Phänomen, das weit über die Verabreichung eines konkreten Scheinmedikamentes hinausgeht. Die Umkehrung des Placeboeffektes ist der Nocebo-Effekt. Er mindert die Wirkung von Arzneimitteln, wenn diese negativ diskutiert werden. Desgleichen treten auch vermehrt und intensiver Nebenwirkungen auf, wenn deren Auftreten als unvermeidlich angeprangert wird. Alternative und komplementäre Mittel und Therapien werden als die bessere Alternative vermarktet. Im Gegensatz zur veralteten „Schulmedizin“ ist diese Medizin „neu“ dank Imagepflege nebenwirkungsfreier und wirkungsvoller.
Über die Placebowirkung wird geforscht und auch ausführlich diskutiert. Die Placebowirkung ist sicher ein bedeutender Faktor praktisch jeder Therapie oder Verordnung. Sie beeinflußt die Wirkung. Aber obwohl allgemein bekannt, viel davon gesprochen und auch der Existenz dieser Wirkung zugestimmt wird, will sich niemand eingestehen, daß er selbst, ob er will oder nicht, diesem Effekt nicht entkommen kann. Es wird als Makel angesehen. Niemand will einer Täuschung unterliegen. Daher gibt es diese Wirkung immer nur bei den unbekannten anderen. Dies gilt für Patienten und Behandler gleichermaßen. Das kann doch keine Placebowirkung sein, wo ich es doch an mir selbst erfahren habe. Ich kann mich doch nicht täuschen.
Vor diesem Meinungshintergrund wird dann jedes subjektive Erlebnis und jede persönliche Erfahrung zur unumstößlichen Bestätigung. Ich habe es selbst gespürt, und bei meinen Kindern war es auch so, also muß es richtig sein. Und die erklärende Ausweichlogik wird auch gleich in den Medien kolportiert. Je nach Intellekt, Bildung und Mentalität kann sich der einzelne etwas Passendes aussuchen. Der mächtige heilige Gott wurde durch Bioinformation und Quantengequatsche verdrängt, und die Rosenkranzperlen wurden durch Globuli ersetzt. Den Part des Geistlichen übernahm der Energethiker. Es wird nicht mehr wie früher geglaubt und zum Dank für Heilung eine Votivgabe gespendet, sondern das Geld wird für Therapien und Mittel lockergemacht, deren Wirksamkeit nur mit Marketing erzeugt wurde.
Der Marketingberater Guido Stepken beschreibt dies so:
... „Die Kopplung einer erfunden Erklärung an sinnlich wahrnehmbares ist typisch für die Mechanismen, wie Glaube aufgebaut wird. Und genau dann, wenn diese in „homöopathischer Behandlung“ sind, „geheilt“ werden, verbinden sie ihre angebliche „Heilung“ kausal mit dem „homöopathischen Heilmittel“, bzw. der „homöopathischen Behandlung“, ein Irrtum, wenn auch kaum ein folgenschwerer. Früher gab es den Ausdruck „gesundbeten“. Jeder der krank war, hat zum „lieben Gott“ gebetet, und – tatsächlich wurde Mensch wieder gesund. Der kausale Zusammenhang war „bewiesen“, weil ja auch „erfahrbar“. Tatsache ist, daß jeder Mensch in den allermeisten Fällen von alleine wieder gesund wird, ohne irgendein Zutun. Es gibt Milliarden Menschen auf der Erde, die fürchterlich alt werden, aber nie auch nur einen Arzt oder Apotheke jemals gesehen haben“ ...
„Als ich wieder einmal spürte, daß meine Kinder Anzeichen einer beginnenden Erkältung zeigten, gab ich ihnen auf Anraten meiner Freundin Globuli, und siehe da, der Schnupfen war diesmal minimal. Schon beim Zahnen haben den Kindern die Globuli so gut geholfen. Wer weiß, was mir nicht alles bei der Geburt passiert wäre, hätte mir die Hebamme nicht Pulsatilla empfohlen.“ Und so weiter und so weiter…
Es liegt in der Natur des Menschen, wo immer es auch nur irgendwie möglich ist, eine Beziehung zwischen der beobachteten oder empfunden Wirkung und einer bestimmten Ursache festzulegen. Unsere Wahrnehmung ist aber nicht auf die Erforschung von wahren Ursachen optimiert, sondern um rasch handeln zu können. Dem zeitlichen Zusammenhang und der Beobachtbarkeit kommt dabei allergrößtes Gewicht zu. Chaos und Zufall sind Eigenschaften, die in unserem Denken keinen Platz haben vor allem dann, wenn es rasch zu handeln galt. Ob mit einer Wahrnehmung oder einer Beobachtung tatsächlich die wirkliche Ursache erfaßt wurde, war nicht wesentlich. Bedeutend für das Überleben war, daß die darauffolgende Reaktion zum Überleben führte.
Dies wurde von den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und seinem Schüler Rupert Riedl mit folgendem Beispiel illustriert:
Wenn unsere Vorfahren die hinter dem Gebüsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend.
Die diesem Verhalten zugrunde liegende Kausalitätserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthält die „Erwartung, daß gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunächst nicht mehr als ein Urteil im voraus. Aber dieses Vorurteil bewährt sich… in einem derartigen Übermaß an Fällen, daß es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteilsverzicht überlegen ist" (Rupert Riedl, 1981).
Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: Sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthält ein System vernünftiger Hypothesen, Vorausurteile, die uns im Rahmen dessen, wofür sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niederträchtig in die Irre führen.“ (Rupert Riedl). Auf die Kausalitätserwartung geht zurück, daß oftmals vorschnell der Pilot, Kapitän oder Lokführer für ein Unglück verantwortlich gemacht wird.
Aus einer einzelnen Beobachtung kann keine Kausalität abgeleitet werden. Und auch mit Statistik allein kann ebenfalls keine Kausalität bewiesen werden. Die Anfänge der wissenschaftlichen Medizin waren geprägt vom mühsamen Weg der Erkenntnis. Aus einzelnen Fallbeispielen wurde die Kausalität abgeleitet. Diese Methode wird Kasuistik genannt. Am Beispiel Witwenbuckel läßt sich zeigen, wie irreführend Kasuistik sein kann. Die in früheren Zeiten immer wieder gemachte Beobachtung, daß Witwen Buckel haben, führte zu der Annahme, daß der Umstand, Witwe zu sein, irgendwie dazu führt, einen Buckel zu bekommen. Und im Namen Witwenbuckel kam diese Annahme auch zum Ausdruck.
Nun, die Ursache für den Buckel ist, wie wir heute wissen, ganz wo anders zu suchen. Heute wissen wir, daß dafür die Osteoporose verantwortlich ist, die vorwiegend bei Frauen nach der Menopause als Folge von Östrogenmangel auftritt. In der Vergangenheit aber waren die demographischen Verhältnisse so, daß dieses Phänomen in der überwiegenden und damit signifikanten Anzahl nur bei Witwen beobachtet werden konnte. Die allgemeine Lebenserwartung war kurz, für Frauen noch kürzer als für Männer. Nur wenige Frauen konnten die Menopause erleben und waren in aller Regel Witwen. Unverheiratete Frauen außerhalb eines Klosters waren eine Seltenheit, und bei Männern ist dieser Buckel, dessen Ursache in der Osteoporose liegt, selten und auch altersabhängig. Also bekamen nur Witwen einen Buckel!
Ein weiteres Beispiel einer Fehlinterpretation sind die sogenannten „Altersflecken“. Es handelt sich aber, wie heute feststeht, eindeutig um Lichtschäden. Auch alte Menschen haben daher keine derartigen Flecken an Stellen, wo wenig bis keine Lichtexposition möglich ist. Unter der Achsel ist die Haut auch bei älteren Herrschaften meist unauffällig, aber bei unbelehrbaren Sonnenanbeterinnen und Bräunungsfanatikern treten diese Schäden, weil eben Lichtschäden, schon mit 30 bis 40 Jahren und noch früher auf. Und so treten diese Schäden, als Resultat der gesamten erlittenen Sonneneinstrahlung bevorzugt auf Hautgebieten auf, die immer unbedeckt sind. Handrücken, Dekollete, hohe Männerstirne etc. sind daher als erste betroffen. In den Zeiten, wo der jährliche Sonnenbrand noch nicht obligat war, waren daher in erster Linie nur alte Menschen betroffen.
Einfaches Beobachten und Bauchgefühl sind zuwenig um die wirklichen kausalen Verhältnisse zu erfassen. Dazu bedarf es des Werkzeuges der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Beweises. Daher muß es heißen: „Nur wer auch wirklich belegen kann, daß er heilt, hat recht!"
Wenn etwas einmal passiert, ist es Zufall. Wenn etwas öfters passiert und immer in bestimmtem Situationen, kann entweder ein Zusammenhang oder eine statistische Abweichung vorhanden sein. Wenn mehrere verschiedene Personen ein bestimmtes Verfahren anwenden, und es ebenso wie ich durchführen und in einer statistisch signifikanten Anzahl von Fällen tritt immer der gleiche Effekt zutage, ist die Wirksamkeit einer Methode evident. Nun, ganz so einfach ist es nicht, aber es ist der Anfang der Beurteilung einer Evidenz, der nachweislichen Wirkung.
Die fromme Ausrede
Die Methode, um herauszufinden, ob etwas, wie auch immer, wirkt oder nicht, ist die evidenzbasierte Medizin, kurz EBM. Sie ist keine neue Errungenschaft der Medizin, sondern hat sich im Laufe der Geschichte der Medizin, wie vieles andere auch, aus gegebenen Anlässen gegen erhebliche Widerstände entwickelt. Heute werden Bedenken gegen EBM vor allem aus der Szene der Paramedizin und Parapharmazie geäußert. Unliebsame Ergebnisse werden mit dem Argument relativiert, daß EBM zur Prüfung nicht geeignet sei. Trotzdem berufen sich alle dogmatischen Systeme wie Homöopathie, TCM, Ayurveda, anthroposophische Medizin, GNM (germanische neue Medizin) auf Wissenschaftlichkeit, haben aber, wenn die Wissenschaftlichkeit EBM fordert, immer jede Menge Gründe parat, um gerade dieser Prüfung auf Evidenz nicht nachkommen zu müssen. Wenn es brenzlig wird, ist es mit der Wissenschaftlichkeit vorbei. EBM überprüft nur, ob die behauptete Wirksamkeit bzw. die beobachteten Wirkungen auf die Methode zurückgeführt werden können. Der postulierte Wirkmechanismus steht nicht zur Diskussion. EBM ist gewissermaßen eine luxuriöse Vorleistung, denn die Erfahrung der wissenschaftlichen Medizin lehrt, daß Methoden, deren Erklärung fundierte Naturgesetze Lügen straft, noch nie nach den Kriterien der EBM ihre Wirksamkeit belegen konnten. Und so wird entweder das Prüfungsergebnis negiert oder bei nächster Gelegenheit eine neue Überprüfung verlangt.
Aber, und das muß auch erwähnt werden, es gibt auch Therapeuten und Patienten, die an religiöse, esoterische oder sonst irgendwie spirituelle Heillehren unerschütterlich glauben. Hier kann nichts geprüft werden. Wiewohl es viele Gesetzte zum Schutz von Patienten und Konsumenten gibt, zeigt die Praxis immer wieder, daß es sehr schwierig ist, zu verhindern, daß durch solche Lehren Menschen an Leib und Seele Schaden erleiden.
Sofern es sich nicht um rein religiöse oder spirituelle Verfahren handelt, die nicht mit „materiellen“ Ursachen erklärt werden wollen, und nicht ein bewußter Betrug vorliegt, glauben alternative und komplementäre Therapeuten, daß ihre Methoden und Arzneimittel tatsächlich wirksam sind. Ihre Patienten hoffen und glauben, wirksam therapiert zu werden. Beide Parteien nehmen jedenfalls an, daß die postulierte Wirksamkeit auf die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Methode bzw. auf die chemisch physikalischen Eigenschaften des Arzneimittels zurückzuführen ist. Nur ein wissenschaftlicher Ansatz, wie er mit EBM entwickelt wurde, ermöglicht, dies zu überprüfen und zu entscheiden, ob diese Annahme richtig oder falsch ist, also ob eine echte spezifische Wirksamkeit vorliegt oder nicht.
Sicherheit durch zweierlei Maß?
Feststellen, ob wirksam oder nicht, ist ohne Zweifel eine ethische und moralische Verpflichtung, der man sich nicht entziehen kann, wenn dazu die Möglichkeit gegeben ist. Eine ethische Medizin oder Pharmazie kann daher diese nunmehr zur Verfügung stehende Prüfmöglichkeit auf Dauer nicht ignorieren. Will man glaubwürdig bleiben, so ist es keine Frage, daß sich Medizin und Pharmazie zukünftig an einer überprüfbaren Evidenz orientieren werden müssen, und es kann nicht statthaft sein, negative Ergebnisse einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. Diese Entwicklung totzuschweigen und einfach so wie bisher mit Therapien fortzufahren, die keine spezifische Wirkung haben, oder Präparate in Apotheken anzubieten, die weder so, wie behauptet, noch überhaupt wirken können, wird auf Dauer nicht statthaft sein.
Wer heute Automobile auf den Markt bringt, muß seine Fahrzeuge einem Crashtest unterziehen. Kein Hersteller würde es wagen, den Crashtest etwa mit dem Argument abzulehnen, daß dieser zu wenig erforscht ist. Auf EBM als Standard bzw. als „State of the Art“ verzichten zu wollen, EBM hintanstellen zu wollen, bedeutet, die Möglichkeit der Unterscheidung zu Quacksalberei und Kurpfuscherei zu negieren, und das ist ein unverzeihlicher Rückschritt. Aber bis in alle Bereiche des Gesundheitswesens hat sich diese Erekenntnis noch nicht durchgesetzt. Es gibt in der alternativen und komplementären Heilszene subtilen Widerstand.
Wenn Geld für Therapien und Mittel verlangt wird, sollte man meinen, daß auch der Nachweis, das ist die Evidenz, erbracht wird, daß diese Therapien und Mittel auch tatsächlich wirksam sind. Mit dem Argument „Wer heilt, hat recht!“ wird nur Reklame gemacht, aber nichts bewiesen. Der Beweis einer Wirksamkeit wird schlicht abgelehnt und die Beweislast umgedreht. Die Patienten bezahlen für unbewiesene Versprechen. Wem es nicht paßt, der muß den Gegenbeweis antreten. Nirgendwo sonst außer im Bereich der Medizin und Pharmazie wird so ein Manko bewußt hingenommen und geduldet, und es ist eine der Voraussetzungen für das Ausufern zweifelhaften Therapien und Mitteln aller nur erdenklichen Art und Herkunft.
„Wer heilt, hat recht!“ sind die Scheuklappen für Paramedizin und Parapharmazie. Ein verengtes Blickfeld ist die „conditio sine qua non“ für den Fortbestand dogmatischer Heilslehren. Es schützt sowohl Heiler als auch gläubige Patienten vor unliebsamen und verstörenden Wahrnehmungen. So können alle unbeirrt von allen Ergebnissen und Erkenntnissen ganzheitlich am ausgewählten Dogma festhalten. Am Horizont erscheint die Fata Morgana der Heilung. Weiterer Beweise bedarf es nicht. Die Vision beweist sich selbst. Diesem immer wieder zurückweichenden Trugbild wird, weil andere Wahrnehmungen ausgeblendet werden, was immer auch geschieht, nachgeeilt.
Dies gilt vor allem für die Gurus der Szene. Wer die Welt von allen Krankheiten erlösen will, darf keine Zeit mit Nachdenken verplempern. Die Lehre muß so einfach sein, daß es jeder einfach Denkende intuitiv versteht. Am besten wirkt, was Praktiker ganz einfach machen können. Man weiß es ja eh, die Wissenschafter verstehen nichts, weil sie zu kompliziert denken. Was kümmert da ein Massenwirkungsgesetz? Man braucht es nicht. Man weiß genug, um zu heilen. Was soll man sich um die Rezeptortheorie scheren? Nur Wissenschafter brauchen das, um Leben erklären zu können. Man weiß es besser, weil man heilt. Viren, Bakterien, Stoffwechselerkrankungen, genetische Defekte, Erbkrankheiten, Immunologie etc., kurzum das ganze „Schulwissen“ ist unnötiger Ballast und behindert die allheilende Mission. Und überhaupt die Placeboeffekte sind ein Problem der Schulmedizin. All das gibt es entweder nicht oder es ist nicht notwendig, weil man ganzheitlich agiert.
Therapiefreiheit ohne Grenzen
Die Schwierigkeit und/oder der Knackpunkt aller Bemühungen zur Durchsetzung einer wissenschaftlich fundierten Medizin ist, daß der Medizin das Recht eingeräumt wird, es trotzdem versuchen zu dürfen, auch wenn ein theoretisches Konzept derart konfus und widersinnig ist, daß nach allen Regeln der Naturwissenschaft keine spezifische Wirkung erwartet werden kann.
Ein Arzt hat das Recht, im Einzelfall nach seiner „Meinung“ zu entscheiden, was einem Patienten gut tun könnte oder nicht. Für diese Entscheidung haben die Ergebnisse einer EBM nur bedingte Gültigkeit. Nach derzeit geltender Medizinethik ist Medizin eine Anwendungswissenschaft. Anwendung geht vor wissenschaftlicher Erkenntnis. Alles, was ein Arzt meint, daß es dem Patienten hilft, darf getan werden. Auch wenn nach EBM feststeht, daß keine Wirkung gegeben sein kann, so bedeutet das nicht, daß es im Einzelfall nicht doch einem Patienten helfen könnte, und daher darf es angewendet werden. Honorare für ärztliche Tätigkeiten sind kein Erfolgshonorare, sondern Arbeitshonorare. Unabhängig von der Art der angewandten Behandlung und einem Erfolg werden diese immer fällig. Natürlich gibt es dabei zahlreiche Beschränkungen, aber im Grunde ist diese Behandlungsfreiheit nach wie vor gültig und hat auch ihre Kehrseite.
Mit dieser Argumentation ist die Ausübung einer „Lotto-Sechser-Medizin" möglich. So eine „Lotto-Sechser-Medizin" ist in der Praxis eine feine, weil bequeme Sache, und nicht wenige wissen, danach zu handeln. Erkenntnisse aus der medizinischen Wissenschaft gelten nur bedingt. Das bekannte dazugehörige Banalargument lautet: „Hilft ’s nix, so schadet ’s nix.“ Wer sich darauf einläßt, hat weniger Mühe. Dem Wunsche vieler Patienten oder deren Angehörigen nach Paramedizin nachzugeben, erfordert deutlich weniger Erklärungsbedarf, als die Sinnlosigkeit unwirksamer Methoden darzulegen und derartiges abzulehnen. Nur wenn ein wirklich gutes Vertrauensverhältnis gegeben ist, wird ein „Nein“ positiv akzeptiert werden.
Eine breite oder gar öffentliche Ethikdiskussion, wie in Medizin oder Pharmazie mit Methoden und Mitteln umzugehen ist, wenn deren Unwirksamkeit eindeutig nachgewiesen ist, gibt es nicht. Betrachtungen über die Auswirkungen, die Anwendungen von unwirksamer Paramedizin und/oder bewußter Placebogabe über den Bereich der betroffenen Patienten hinaus haben, sind in der Medizinethik noch kein wirkliches Thema. Jede paramedizinische Behandlung ist ja Reklame für eine Methode, die nicht wirksam ist, macht aber die Leute glauben, daß Wirksamkeit gegeben ist, und das fördert nicht nur den Umsatz, sondern hält auch viele Erkrankte zu ihrem Nachteil von einer echten Behandlung fern. Und dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Gesundheit und Leben.
Der Doppeldenk als Norm
Die Ethik in Medizin und Pharmazie muß daher in Richtung Annerkennung und Durchsetzung der wissenschaftlichen Prinzipien einer EBM zum Schutz und Nutzen aller weiterentwickelt werden. Dies hintanhalten zu wollen, neuere Ergebnisse einfach zu ignorieren, wird auf Dauer unhaltbar sein. Jeder Kompromiß in dieser Hinsicht ist intellektuell unredlich und kann auch nur mit Scheinargumenten wie „Wer heilt, hat recht!“ begründet werden und ist – erraten – ein Riesengeschäft, so mächtig, daß die Gesundheitsbehörden gezwungen werden sollen, die im Vergleich zu „echten“ Medikamenten ohnedies nur dürftigen Zulassungsbedingungen und Kontrollen gänzlich zu eliminieren.
Medikamente und z. B. Homöopathika werden von ein und demselben Arzt auf ein und demselben Rezept verschrieben. Die Wochenendbeilagen sind ein Werbedorado. Hier kann fast alles so hochgelobt werden, daß es wirksam sein muß. Am darauffolgenden Montag können dann die „Erkrankten“ die angepriesenen Mittel nach eigenem Empfinden kaufen oder zu alternativen Wunderheiler pilgern. Als Orientierung stehen den informationsbedachten intellektuellen Patienten nur umfangreichste Warnhinweise in den Beipacktexten der registrierten Medikamente zur Verfügung. Im Spital müssen die Patienten bestätigen, daß sie über Risiken und Folgen von Operationen und Therapien aufgeklärt worden sind. Im Bereich Paramedizin und Parapharmazie gibt es derartiges nicht. Alternative Produkte und Therapien werden bewußt wie wirksame Medikamente und echte medizinische Behandlungen vermarktet, sind aber mit dem Nimbus ausgezeichnet, keine Nebenwirkungen sondern nur Wirkung zu haben. Hier stören keine zwingend vorgeschriebenen Warnhinweise oder Aufklärungen die Entscheidungen der Patienten. Die Gesundheitsbehörden halten weitgehend das „Hilft ’s nicht, so schadet ’s nicht!“ und „Wer heilt, hat recht!“ für einen ausreichenden Schutz und Standard.
@Dr. E. Berndt
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :)
NOCHMAL GRUNDSÄTZLICH!,
weder bin ich Homöopath noch Esoteriker, und es ist mir auch völlig
egal was der Einzelne davon hält, und an den Pranger lasse ich mich diesbezügl.
schon garnicht stellen.
Was macht einen guten Wissenschaftler aus;
Er beobachtet und wertet nicht , oder zieht voreilige Schlüsse von Sachen die
ihm nicht so gelaüfig sind, oder nicht in sein Illusiorisches Weltbild passen denn,
Was Wissen wir schon?
(Man meint grade , einige hätten vor irgentetwas Angst)
Grosse Entdeckungen hätten wir nicht machen können, wenn nicht mal der Ein oder
Andere über den Tellerrand geschaut hätte.
Gotseidank ist nicht die ganze Wissenschaft von heute so intolerant wie es hier
den Anschein hat, den das ist eher bremsend statt fördernd.
@Qualtum
Es gibt halt diese Vergleichsmessungen "Homöopathisches Präparat vs. Placebo" und es konnten keine spezifische Wirksamkeit des Homöo-Präparats nachgewiesen werden; mit dem "Wer heilt hat, recht!" kann man also schneller fertig sein als Nachbars Fiffi mit, ..., OK, lassen wir das mal an dieser Stelle...
"Was Wissen wir schon?" ist übrigens auch eine Hohlität.
MFG
Wb
@Qualtum
200 Jahre ohne Wirkungsnachweis ---> voreilige Schlüsse?
In deiner Welt will ich nicht leben.
@Wb
Seit wann mischt sich der Webbaer in H.-Diskussionen ein? Ist IHM langweilig? Will ER auch mal "dazugehören"? hihi
@Thomas J
Stimmt schon, hier gehört der Webbaer nicht hinein!
War aber auch nur ein Kollateralschaden dieses kleinen Kommentars.
BTW, haben Sie auch manchmal den Eindruck, dass "Skeptiker" auch ein wenig oberflächlich sind?
MFG
Wb
@wb
Auch wenn ich im Prinzip zustimme, muß ich mich einfach mal wieder melden.
Ich denke die These das wir heute mehr wissen als früher ist doch korrekt und der "Beweis" liegt in der oben erwähnten Aussage. Wir WISSEN heute zumindest was wir noch NICHT WISSEN. Also ist die Kenntnis einer Frage ja auch ein Wissen (known unknown). Damit bedeutet zu wissen was man nicht weiss schon ein mehr an wissen gegenüber dem nicht wissen der Fragen.
Ich hab einmal ein Paper gelesen, da haben sie aus dem Fehlen von Daten also einem Nichtwissen berechnet wie hoch eine spezielle Mutationrate sein darf, damit sie zwar da ist, aber wir sie so nicht beobachten können.
@Wb
"BTW, haben Sie auch manchmal den Eindruck, dass "Skeptiker" auch ein wenig oberflächlich sind?"
Nicht oberflächlicher als alle anderen menschlichen und bärischen Geschöpfe dieser Erde :)
Wir wissen mehr als früher, aber es gibt mehr Nichtwissen, was das Known Unknown und auch das Unknown Unknown betrifft.
Wb sehr sensibel in solchen Dingen und wenn Herr Köberl beispielhaft Zahlenwerte nennt, die offensichtlich ungeeignet sind, dann stellen sich halt diese Fragen.
Beantworten tun diese dann auch einige der Inhalteträger hier - bspw. wenn es in die Richtung geht zu behaupten, dass das Gegenteil des Esoterischen richtig ist [1], also u.a. auch der Atheismus.
So weit der Wb beobachten konnte sind die Wirtschaftswissenschaften unter denjenigen Wissenschaften, die sich für das WIssenschaftsphilosophische wenig interessieren, was möglicherweise auch diese Zitation erklärt.
MFG
Wb
[1] Es soll Sachen geben, die so falsch sind, dass auch das Gegenteil nicht richtig ist. :)
@Wb Diese Engstirnigkeit hatten wir doch schon!
Und zum 3.ten mal, mir ist egal was sie davon halten, abgesehen davon gibt es die
gleichen Untersuchungen und Ergebnisse auch bei Schulmed. Präparaten.
Die erfinden ja schon Mittelchen ,für die es noch keine Erkrankungen gibt,
das nenne ich geschäftstüchtig.
Die Pharmaindustrie verkauft Jahrl. zig Tonnen Salbe, man weiss aber das keine Salbe irgendeine Tiefenwirkung hat.usw, usw.
Bei vielen Mitteln weiss man, das sie im Prinzip kranker machen als die Heilwirkung ist, usw, usw. Ich könnte Seitenlang so weiterschreiben.
Das ist aber alles o.k weil der Mann im weissen Kittel das sagt.
-Aaaaaaaber die Homöapathie, stimmt, das ist das Problem unserer an
sich selbst erkrankten Schulmedizin, nicht die Profitgier oder ähnliches,neiiiin.
Traümt nur weiter von eurer Wissentschaftl. Schulmed.heilen Welt.
@Thomas J. . tust du aber!!!
Qualtum, jetzt platzt mir der Kragen.
Müssten die HP-Hersteller und Vermarkter für ihre Mittelchen die gleichen Tests durchmachen, die in der "Schulmedizin" und Pharmazie gang und gäbe sind, wäre kein einziges mehr auf dem Markt.
@ Klauszw.
Offensichtlich schadet es je keinem.
Ich habe noch von keinem gehört der an den Nebenwirkungen
von HP gestorben ist.
In der Schulmed.und deren Präparate ist das Alltag!!!
@Quantum
Sie haben das Dodelargument, den Uraltkalauer, "Wer heilt , hat recht" zitiert. Das kann man nur machen, wenn man kurz denkt oder überhaupt nicht.
Medikamente gegen Krankheiten, die noch nicht exisiteren, werden im Rahmen einer EBM ganz sicher nicht entwickelt.
Aber Yoghurt können Sie gegen Krankehiten einnhemen, die eigens zu diesem Zweck eerfunden werden. Die Erkarnakung heißt Morbus Danone. Daran leiden alle, die sich irgendwie unwohl fühlen.
Und last, but not least, sollten Sie immer daran denken, es gibt nur eine einzige Medizin, und das sollte eine nachgewiesermaßen wirksame sein.
Wer heilt, muß auch beweisen, daß er tatsächlich, ursächlich heilt und nicht mit Zufall, Placebo, Fehldisagnosen, Einbildung und dergleichen mehr sich erfolgreich bereichert.
Die GEschichte der Merdin ist voll von geschäftlich erfolgreichen, weltweit , die verbreteiteten Methoden und Mitteln, die heute nur mehr müde belächelt werden.
Wem muss man was beweisen?
Ein guter Therapeut muss niemandem was beweisen, ausser seinem Patienten gegenüber.
Wenn ein Präparat einem hilft, ist das dem geholfenem beweis genug,und nur darum geht es.
Sie sollten bedenken, ein verschreibungsfpflichtiges Mittel wird nicht
Verschreibunggspflichtig weil es besonders gut hilft, sonder weil es
extrem Gesundheitsschädigende Nebenwirkungen hat.
@Qualtum
Also nocheinmal: Warum sind Sie überzeugter "Fan" der Homöopathie?
Ist es, dass hierbei sogar das Vakuum, Hundekot, Schwermetalle oder Gammastrahlung verpotenziert werden? (Sind ja alles ganz natürliche Mittelchen, nicht?)
Vielleicht weil der Mechanismus der Herstellung völlig irrational erscheint?
Weil in einem Millionengeschäft inhaltsstoffleere und wirkfreie Medikamente vertrieben werden? (Und ja - natürlich haben HP-Mittel keine Nebenwirkungen - dazu müssten Sie nämlich erstmal überhaupt eine Wirkung haben...)
Weil bislang in keiner einzigen sauber durchgeführten Studie eine Wirksamkeit gezeigt werden konnte?
Oder weil Sie einfach auf überteuerte Zuckerkügelchen stehen?
Falls Ihre Beantwortung (falls Sie dazu überhaupt in der Lage sind) mit den Worten
"aber die böse Wissenschaft/Medizin/Schulmedizin..."
beginnt, dann lassen Sie es lieber, denn das ist nicht die Frage!
Manchmal denke ich, man sollte im Internet nur mehr Klarnamen zulassen. Was manche alles an Unsinn dahersprudelt, wenn sie anonym unterwegs sind, das geht oft auf keine Kuhhaut mehr.
@Qualtum
"Wenn ein Präparat einem hilft, ist das dem geholfenem beweis genug,und nur darum geht es."
Schon mal was vom Aderlass gehört? Der hat auch Tausenden "geholfen"...
Wem muss man was beweisen?
Ja richtig, wozu etwas beweisen? Völlig überflüssig. Reicht doch, einfach irgendwas zu behaupten. Der gut- und oft leichtgläubige Patient wirds schon schlucken und gut isses. Und was wird er auf die Frage antworten, ob ihm das Zuckerkuglerl (z.B.) geholfen hat? Natürlich wird er 'Ja' sagen. Würde er sich etwa eingestehen, evtl. von einem Quacksalber ausgenommen worden zu sein? Das schaffen nur ganz wenige.
Und das wieder fließt ein in die große Sammlung der Erfahrungsberichte, die in der AltMed so beliebt sind. Nur sagen diese überhaupt nichts aus. Bloß, dass Patient und Therapeut sich wieder mal selbst belogen haben.
Sie sollten bedenken, ein verschreibungsfpflichtiges Mittel wird nicht
Verschreibunggspflichtig weil es besonders gut hilft, sonder weil es
extrem Gesundheitsschädigende Nebenwirkungen hat.
Blöd auch, dass man diese Medikamente auf Nebenwirkungen testet. Es wäre doch viel besser, wenn die Pharmakonzerne keine Wirkungsbeweise liefern müssten, nicht?
Die beliebten Zuckerkugerln können keine Nebenwirkungen haben, da hier nichts wirksames ist! Den größten Schaden hat der Patient, der sich bei schwerwiegenden Krankheiten vom Quacksalber Wohlfühlwässerchen holt anstatt etwas das ihm wirklich hilft.
Was wäre Ihnen übrigens lieber? Ein Medikament, welches 1.000.000 Menschen helfen kann, wobei die Möglichkeit besteht, dass vielleicht 100 davon daran sterben könnten. Oder soll lieber die ganze Million krepieren, weil das böse Medikament ja Nebenwirkungen hat?
"Klarnamen" helfen da auch nicht...
@Wb
Vielleicht würde dann die Hemmschwelle für Unsinnsverzapfung ein bisserl höher liegen ...
Wirklich helfen wird wohl nur die Einnahme von "Ratio C100" oder so
@Qunatum
Die ethisch moralischen Spielregeln sind ganz einfach: Wer Geld für eine Ware oder Dienstleistung verlangt, muß den Beweis erbringen, daß diese seine Ware oder Dienstleistung grundsätzlich den ausgewiesen und postulierten Eigenschaften entspricht. Dieser Beweis ist nach den letzten gültigen Standards zu erbringen!
Wer behauptet wissenschaftlich erwiesen zu sein, muß das auch tun!
Herumschschwafeln darf jeder, nur muß halt auf der Verpackung draufstehen: Achtung: Keine nachweisbare, evidente Wirkung im Sinne einer naturwissenschaftlichen Kausalität!
Sie erzählen Geschichterln. Sie können auch Wallfahren, Geisterheilen, Handauflegen, Heilsteine, Homöopathie und Astrologie mit abertausenden Geschichterln und Episödchen belegen und selbstverständlich daran glauben.
Ein Patientenschutz sieht aber anders aus - und das Geldbörserl wird auch geschont.
@Qunatum
Die ethisch moralischen Spielregeln sind ganz einfach: Wer Geld für eine Ware oder Dienstleistung verlangt, muß den Beweis erbringen, daß diese seine Ware oder Dienstleistung grundsätzlich den ausgewiesen und postulierten Eigenschaften entspricht. Dieser Beweis ist nach den letzten gültigen Standards zu erbringen!
Wer behauptet wissenschaftlich erwiesen zu sein, muß das auch tun!
Herumschschwafeln darf jeder, nur muß halt auf der Verpackung draufstehen: Achtung: Keine nachweisbare, evidente Wirkung im Sinne einer naturwissenschaftlichen Kausalität!
Sie erzählen Geschichterln. Sie können auch Wallfahren, Geisterheilen, Handauflegen, Heilsteine, Homöopathie und Astrologie mit abertausenden Geschichterln und Episödchen belegen und selbstverständlich daran glauben.
Ein Patientenschutz sieht aber anders aus - und das Geldbörserl wird auch geschont.
Wenn ich an die Skeptiker der Klimatologen oder LHCologen denke sowie den Twist zwischen Superstringologen und LQGologen miterlebe denke ich doch, dass der einfache Bürger das uneingeschränkte Recht auf eine dumme Meinung hat. Denn er hat als einziger und wenigstens ein wirkliche gutes sowie glaubhaftes Argument im Gepäck: seine Glück verheißende Unwissenheit.
@Kuchlbacher
Schauen Sie bitte in die Politik...
Ansonsten, die namentliche Personennennung verpflichtet in der Regel schon auf das seriöse Bemühen, theoretisch, höhö; in der Praxis erlaubt die Internet-Anonymität das bessere und aggressivere Adressieren von Problemlagen - ein wichtiger Vorteil für den an der Sacharbeit Interessieren.
Ihren guten Ruf hinhaltende Inhalteträger des Webs haben zudem auch oft Probleme mit dem freien Wort, da sie in der Regel tendenziell zurückhaltend, den Konjunktiv bemühend und bevorzugt auf festem Terrain zu agieren/kommunizieren wünschen; das Internet hat bekanntlich ein potentiell ewiges Gedächtnis.
MFG
Wb
Gebt euch keine Mühe. Ich erwarte immer noch die finanziellen Zuwendungen der Gläubigen, für die Tatsache, dass die jeden Tag die Sonne aufgeht weil ich dafür sorge.
Denn, es funktioniert ja ! Millionen Menschen können das bezeugen.
@ Dr. E. Tss!,wo leben Sie denn?
@ alle
Ihr fangt an euch zu wiederholen, und mir wird langweilig.
Also Fazit:
Wer heilt hat recht, kann moralisch wie ethisch nicht wiederlegt werden,
und schon garnicht dem , dem es geholfen hat, und nur das zählt.
Aber wenn das doch alles nur Blödsinn in euren Augen ist, warum regt Ihr euch dann
eigentlich so auf, tut euch doch keiner was.
Hiermit verabschiede ich mich aus diesem Block, wir fangen an uns im Kreis
zu drehen ,und ich will natürlich nicht das dem Ein oder Anderen ausser dem
Kragen auch noch sonstwas platzt.
@Quantum
Wen jemand vom im Kreise sich drehen schwindlig ist, dann tippe ich mal auf Sie.
Aber selbstverständlich stehen ihen jede Menge Eso-Foren zur Verfügung, wo Sie sich austauschen können.
Meinen Text unterschreibt jeder Konsumenten und Patientenschützer.
Für Ihre Texte gibt es Flugblätter im Biowürstlstand!
Ihr fangt an euch zu wiederholen, und mir wird langweilig.
No shit!
Wenn man immer den gleichen Käse redet dann kann man auch die gleichen Antworten erwarten, odrrrr?
Hiermit verabschiede ich mich aus diesem Block
Die Finger in die Ohren stecken und lalalalalalalala machen ist immer der einfachere Weg, wie? Dann good riddance...
dummes totschlagargument. homoös et al. heilen nachweislich nicht. folglich können sie auch nicht recht haben.
Gibs zu, Ulrich. Dir war fad, und darum hast du dich als Forentroll probiert ^^
Verdammt, erwischt!!
http://www.telegraph.co.uk/health/alternativemedicine/7728281/Homeopathy-is-witchcraft-say-doctors.html
Now, the annual conference of junior doctors has gone further, with a vote overwhelmingly supporting a blanket ban, and an end to all placements for trainee doctors which teach them homeopathic principles.
Dr Tom Dolphin, deputy chairman of the BMA's junior doctors committee in England told the conference: "Homeopathy is witchcraft. It is a disgrace that nestling between the National Hospital for Neurology and Great Ormond Street [in London] there is a National Hospital for Homeopathy which is paid for by the NHS".
@Ulrich Berger
Meine hellseherischen Fähigkeiten haben nicht nachgelassen, gut gut!
@Dr. E. Berndt
Dieser Artikel hat mich übrigens zu dieser Formulierung verleitet ;-)
"Wer heilt hat recht, kann moralisch wie ethisch nicht wiederlegt werden,
und schon garnicht dem , dem es geholfen hat, und nur das zählt."
Der Satz geht am wesentlichen Problem vorbei und ist einer der dümmsten zu der Problematik. Wie stellt man den fest, was ursächlich geheilt hat, wenn die meisten Erkrankungen sowieso von selbst wieder verschwinden? Und was ist z.B. mit Methoden, die einer Person helfen, andere 9 aber über den Jordan schicken?
Weiteres dazu hier:
http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Wer_heilt_hat_Recht
@all:
Weil hier in Doc Berndts CAM-Liste auch die Aurafotografie aufscheint und ich Fälle im Bekanntenkreis erleben muss: Mit welchen Voodoo-Science-Tricks wird hier gearbeitet? Kann das jemand von euch einer Nichttechnikerin wie mir erklären? Meine Internet-Recherche war bis jetzt nicht wirklich erfolgreich. Ich würde aber zu gerne wieder einmal klugscheißen und die skeptische Spielverderberin spielen... :-)
@Quantum
Ich denke, dir fehlt die nötige Info zu Homöopathie, weshalb du das ganze hier missverstehst:
Man kann die Kügelchen beliebig untereinander austauschen, und es macht überhaupt keinen Unterschied, welche geschluckt werden.
@ Rose:
Esowatch kennt sich da aus. Der csicop-link am Ende ist auch informativ: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Aurafotografie
Das war [1] für Qualtum womöglich zustimmungsfähig, allerdings scheint er zu schulmed. Präparaten ähnliche Sichtweisen zu pflegen.
Vortrag Qualtum's gewürzt mit einem "Wer heilt, hat Recht!". :(
[1] Webbaer auch schon dasselbe angemerkt haben.
@ Ulrich Berger:
Danke für den Link! Ist genau das, was ich wollte! :-)
@Quantum
Zuallererst kann es logisch nicht widerlegt werden. Denn wo hat der der Heilt denn recht? Na dass er geheilt hat! Mit anderen Worten: "Wer heilt, hat geheilt." Toll! Aus A folgt A. Welch schöne Tautologie. Was kann man daraus folgern? Nix! Der Nachweis einer spezifischen "Heilung" steht immer noch aus...
ich meinte natürlich Qualtum...
@Quantum
Wer heilt hat recht, kann moralisch wie ethisch nicht wiederlegt werden
Moralisch schon, denn wer VORGIBT zu heilen ohne erklären zu können wie und sich dabei mit fremden Federn schmückt, den könnte man zumindest als Lügner oder Plagiator bezeichnen.
Der Witz dabei ist, dass wenn man unwissentlich betrügt oder keine Betrugsabsicht nachweisbar ist, dann wird das nicht als Betrug bezeichnet (zumindest nicht vor Gericht).
Aber wie sagt schon Dieter Nuhr (oder wars doch Herbert Feuerstein):
Jeder Mensch hat das Recht verarscht zu werden.
Einen Cent für jede Heilung durch Homöopathie die in Wirklichkeit vom Placeboteffekt oder dem Immunsystem übernommen wurde und Bill Gates würde blass vor Neid ob meines Reichtums.
@ Ronny:
Einen Cent für jede Heilung durch Homöopathie die in Wirklichkeit vom Placeboteffekt oder dem Immunsystem übernommen wurde und Bill Gates würde blass vor Neid ob meines Reichtums.
Auch bei sehr großzügiger Schätzung sind das nur ein paar 100 Mio €. Das juckt Bill Gates nicht.
@Ulrich Berger
Alles nur eine Frage der Zeit :)