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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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Archiv August 2009

18. August 2009

Gesundheitsfaktor Sternzeichen: Die Astrologie, der Minister und der Epidemiologe

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 78

Astrologe bzw. Astrologin, das ist ja auch wirklich ein undankbarer Beruf. Man hat nichts G'scheites gelernt im Leben, dann ist einem dieser Astro-Schmöker von der Mitzi-Tant in die Hände gefallen und das Schicksal (!) hat seinen Lauf genommen. Jetzt sitzt man vor seinem Computer mit der neuesten Astro-Software und der spuckt auf Knopfdruck ein buntes Diagramm aus, in das man seine persönlichen Vorurteile projizieren kann. (Das ist der "kreative" Teil an der "Kunst" der Sterndeuterei). Wenn jemand bei der Astro-Hotline anruft, dann klingelt zuhause das Telefon und man stoppelt ein paar küchenpsychologische Weisheiten zusammen, die einem irgendwie plausibel vorkommen. Mit ein wenig Aszendentengeraune und Sonne-in-Opposition-zum-Uranus Geschwafel hört sich das nach tiefsinniger Sinngebung an und hilft das schlechte Gewissen zu lindern, wenn einem klar gemacht wird, dass man gerade im Begriff ist einen hilfesuchenden Esoteriksüchtigen abzuzocken.

astrosucht.gifMan geht also im Grunde einer entwürdigenden Tätigkeit nach, und dann verdient man damit nicht einmal anständig. Weil die Markteintrittshürden fehlen und das Angebot und damit die Konkurrenz zahlreich ist, sind die Preise im Keller. Ein Installateur würde für sowas nicht einmal einen Dichtungsring in den Keller werfen. Als ob das nicht schon genug wäre, wird man vom Bildungsbürgertum auch noch wie ein Aussätziger behandelt. Als Beruf "Astrologe" anzugeben beschert einem in akademischen Kreisen ein Ansehen als hätte man sich als überzeugter Tierquäler geoutet. Da bleibt man dann lieber unter sich in den Esokreisen und fühlt sich wie ein kleiner Galilei.

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Autor: Ulrich Berger· 18.08.09 · 16:09 Uhr· 78 Kommentare

01. August 2009

Britisch kritisch: Peter Markl über Ben Goldacre

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 8

bad_science.jpgBen Goldacre, Arzt und Verfasser der Bad Science Kolumne im Guardian sowie des gleichnamigen Blogs und des gleichnamigen Buchs (bald auch auf deutsch), ist ein hervorragender, unermüdlicher und dabei auch noch humorvoller Schreiber und Redner wider die Vereinnahmung von Medien und Konsumenten durch pseudowissenschaftlichen Bullshit auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährung. Gemeinsam mit David Colquhoun, Simon Singh und Edzard Ernst gehört er zur Crème de la Crème dessen, was die britische Aufklärung im Wissenschaftsbereich zu bieten hat.

Auch bei den ScienceBlogs wird er gewürdigt - Bad Science findet sich nicht nur bei Kritisch gedacht auf der Blogroll, sondern auch bei Alles was lebt, Astrodicticum Simplex, Diax's Rake und Hinterm Mond gleich links.

Peter Markl, bis 2001 Professor für Analytische Chemie an der Uni Wien und freiberuflich als Wissenschaftsjournalist tätig, schildert die Hintergründe und würdigt Ben Goldacres Aufklärungsarbeit heute in einem Artikel in der Wiener Zeitung unter dem Titel "Journalistische Denkhilfen". Uneingeschränkt lesenswert!

Autor: Ulrich Berger· 01.08.09 · 15:38 Uhr· 8 Kommentare

John F. Nash über katholische Wunder

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Nash.jpgAls ich 1994 an meiner Diplomarbeit über Spieltheorie schrieb, hatte auch unter den wissenschaftlich interessierten Zeitgenossen kaum jemand das Wort "Spieltheorie" jemals gehört. Dann kam der Herbst 1994 und der Wirtschafts-Nobelpreis ging an drei Spieltheoretiker. Einer davon war der amerikanische Mathematiker John F. Nash, nach dem das Herzstück der Spieltheorie, das Nash-Gleichgewicht, benannt ist. (Das Bild links habe ich beim Spieltheorie-Weltkongress 2004 aufgenommen.) Was dabei für mich genauso wie für viele Kollegen am überraschendsten war, war zu erfahren, dass Nash noch lebt. Seit den 1950er Jahren hatte er nichts mehr veröffentlicht und viele gingen davon aus, dass er schon lange verstorben war.

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Autor: Ulrich Berger· 01.08.09 · 00:42 Uhr· 8 Kommentare

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