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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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Archiv Mai 2009

28. Mai 2009

Rolf Froböse entdeckt die Quantenmedizin

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 37

Der ehemalige Industriejournalist und nunmehrige Buchautor Dr. Rolf Froböse hat wieder einmal zugeschlagen. Diesmal ist es die "Quantenmedizin", die ihm als Lockruf für potentielle Käufer seines aktuellen Büchleins dient. Und das verspricht wie immer eine Menge Humor, wenn auch unfreiwilligen. Wer die Froböse-Saga noch nicht kennt, der sei hier kurz aufgeklärt:

Rolf Froböse hatte nach Jahren der mehr oder weniger erfolgreichen Publikation von populärwissenschaftlichen Büchern erkannt, dass er zweifellos noch mehr Käufer gewinnen könnte, wenn er die öde Wissenschaft in seinen Werken gegen peppige, pseudowissenschaftlich untermauerte Esomystik austauscht und sich eines - sagen wir mal - weniger präzisen Umgangs mit Fakten befleißigt. Diese Erkenntnis bescherte uns letztes Jahr die "Geheime Physik des Zufalls" und dieses Jahr den "Lebenscode des Universums". Berühmt wurde Froböse aber nicht durch diese Bücher, sondern durch die penetrante Art der Eigen-PR, die er unter unzähligen Pseudonymen und stets mit dem Mäntelchen der Wissenschaft behängt im Netz vom Stapel ließ, sowie durch die Arroganz, mit der er in der anschließenden online-Diskussion von einem Fettnäpfchen ins andere hüpfte. Der Erfolg des Guerilla-Marketings ist allerdings beachtlich - heute stammen gefühlte drei Viertel der online zu findenden "Lesermeinungen" zur geheimen Zufallsphysik von Froböse selbst.

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Autor: Ulrich Berger· 28.05.09 · 23:12 Uhr· 37 Kommentare

13. Mai 2009

Sheldrake in Wien

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

Dies ist ein Gastbeitrag von Roland Leitner zum Vortrag von Rupert Sheldrake vom 5. Mai 2009 in Wien. Eine Einleitung zu diesem Beitrag finden Sie hier.

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Rupert Sheldrake ist ein interessantes Phänomen; früher ein angesehener Entwicklungsbiologe mit einem Abschluss der Universität Cambridge und einem Fellowship der Royal Society, stieg er vor knapp 30 Jahren aus der aktiven Forschung aus und entwickelt seither Alternativmodelle „für das Leben, das Universum und den ganzen Rest". Kernpunkt seiner Modelle ist die Annahme, dass Informationen, sobald sie erzeugt wurden, für das jeweilige System verfügbar bleiben, die Menge dieser Informationen stetig zunimmt. Vermittler der Informationen seien „morphische Felder", die (ohne Energieaustausch) durch den Prozess der „morphischen Resonanz" die Entstehung von Komplexität in allen erdenklichen Ebenen beschleunigen.

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Autor: Ulrich Berger· 13.05.09 · 15:08 Uhr· 10 Kommentare

Von Hahnemann bis Sheldrake

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 15

Manchmal können einem die Homöopathen fast Leid tun. Nehmen wir zum Beispiel das Ludwig-Boltzmann Institut für Homöopathie. Keine Sorge - das wurde im Zuge einer Qualitätsoffensive der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft bereits 2005 aufgelöst. Aber zuvor hatte es noch Zeit, eine Studie finanziell zu unterstützen, in der Frau Christina Stadlbauer, eine Dissertantin der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) mit dem Nachweis von Schwermetallen in menschlichen Geweben beschäftigt war. Warum sollten Homöopathen so etwas finanzieren? Ganz einfach - man könnte ja eventuell nachweisen, dass das homöopathisch verdünnte Nichts zur „Ausleitung" von Quecksilberdepots bei Patienten nach einer Amalgamplombenentfernung führt. Das wäre immerhin für zwei, drei Nobelpreise gut. Und tatsächlich: Frau Dr. Stadlbauer verkündet 2006 in ihrer Dissertation,

Bei Zahnpatienten mit Amalgamfüllungen [...] war der Vorgang in Urin sichtbar ebenso wie der Effekt homöopathischer Arzneien.

Da jubelte man freilich auch in der Österreichischen Apothekerzeitung, dem heimlichen Zentralorgan der heimischen Homöopathieszene. Dass die Statistik sich den Wunschträumen aber dann doch so gar nicht fügen wollte, ist ganz tief im Text drin versteckt. Die referierte und seriös publizierte Version der Studie schließlich, die die Homöopathen so gerne hergezeigt hätten, enthält von dem homöopathischen Geraune rein gar nichts mehr. Dumm gelaufen eben...

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Autor: Ulrich Berger· 13.05.09 · 15:06 Uhr· 15 Kommentare

07. Mai 2009

Homöopathische p-Werte: eine Collage

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 11

Aus der Wikipedia:

p1-wiki.jpg

Dr. Friedrich Dellmour, Homöopath: Variante A (aus: Klinische Studien und Metaanalysen in der Homöopathie)
p1-dellmour.jpg

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Autor: Ulrich Berger· 07.05.09 · 21:29 Uhr· 11 Kommentare

04. Mai 2009

Voodoo im Verfassungsrang

Kategorie: Kultur·Medizin  ·  Kommentare: 42

Am 17. Mai wird, daran habe ich wenig Zweifel, die Schweizer Bevölkerung den mehrheitlichen Wunsch äußern, die Komplementärmedizin und unter derem Mantel eine Menge Voodoo in der Verfassung zu verankern. Ali Arbia hat mit leicht verzweifeltem Unterton bereits darüber berichtet. Einer der vehementesten Verfechter des Abstimmungs-JA ist der homöopathische und anthroposophische Arzt Dr. Hansueli Albonico, der der Zeitschrift Soziale Medizin zum Wirkmechanismus der Homöopathie erklärte:

Es gibt aus der Physik verschiedene Annäherungsversuche. Plausibel erscheint mir beispielsweise die Erklärung durch Resonanzphänomene. Also etwa so, wie wenn ich auf meinem Cello die C-Saite anstreiche. Dann schwingt auf jedem anderen Cello in der Nähe ebenfalls die C-Saite. Ähnliche Übertragungen des Wirkstoffs auf die Trägersubstanz und sodann auf den Patienten könnten bei homöopathischen Heilmitteln eine Rolle spielen. Es handelt sich bei den betreffenden Substanzen ja nicht einfach um Verdünnungen, sondern um Potenzierungen, bei welchen die Substanz in verschiedenen Schritten verschüttelt wird. Man geht davon aus, dass sich dabei sogar eine Verstärkung der Wirkung ergibt. Bescheidenerweise muss man aber sagen, der Wirkungsmechanismus bleibt vorläufig ungeklärt.

"Plausibel erscheint mir..." und "Man geht davon aus..." verdeutlicht sehr schön, welche wissenschaftlichen Standards in der Homöopathieszene vorherrschen. Aber auch diese lassen sich noch unterbieten, etwa durch die anthroposophische Medizin.

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Autor: Ulrich Berger· 04.05.09 · 18:08 Uhr· 42 Kommentare

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