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26.11.09 · 11:00 Uhr
Gibt es um fast jeden Stern Kometen und Asteroiden?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Auf eine aktuelle Forschungsfrage von Dik Jantke antwortet ScienceBlogger Dr. Florian Freistetter:
Kometen und Asteroiden sind ein Überbleibsel aus der Zeit der Planetenentstehung. Wenn sich um einen Stern Planeten bilden, dann entstehen die aus einer Scheibe voller Staub und Gas. Diese Teilchen klumpen immer mehr zusammen bis irgendwann aus Staubkörnern Planeten entstanden sind.
Die größeren "Bausteine" für die Planetenentstehung sind die Asteroiden. Aber nicht alle wurden verbraucht! In unserem Sonnensystem konnte sich in der Nähe des großen Jupiter kein weiterer Planet bilden und die Asteroiden sind übrig geblieben. Deswegen gibt es heute auch einen Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter.
Auch weiter außen im Sonnensystem, hinter der Bahn des letzten Planeten - Neptun - finden sich viele Asteroiden im sogenannten Kuipergürtel.
Viele dieser äußeren Astreroiden wurden bei der Planetentstehung durch die Gravitationskräfte der großen Planeten weit hinaus geworfen wo sie dann die Oortsche Wolke bildeten.
Es ist also damit zu rechnen, dass sich bei jedem Stern der Planeten hat auch Asteroiden und Kometen finden. Wieviele Sterne Planeten besitzen kann man noch nicht genau sagen. Gewisse Aufschlüsse über Asteroiden bei anderen Sternen liefern Beobachtungsdaten. Bei vielen Sternen sieht man nämlich mehr Infrarotstrahlung als alleine vom Stern zu erwarten wäre. Man führt dies auf Staub zurück, der den Stern umgibt. Dieser Staub wird vom Licht des Sterns erwärmt und gibt dann Infrarotstrahlung ab. Der Staub muss aber irgendwo erzeugt werden - und diese Quelle sind meistens Asteroiden, die, wenn sie untereinander kollidieren, Staub erzeugen.

Dieses Bild zeigt die gemessene Strahlung eines Sterns und wie sie sich auf die verschiedenen Wellenlängenbereiche aufteilt (grüne Linie). Die rote Linie zeigt, was eigentlich zu erwarten wäre - der Überschuß deutet auf eine Ansammlung Staub hin. (Quelle: Hales et al, 2009, http://arxiv.org/abs/0901.0909)
Man darf allerdings nicht den Fehler machen und sich die Sterne umgeben von "Kugeln" oder "Ringen" aus Asteroiden vorstellen. Ein Asteroidengürtel ähnelt beispielsweise den Ringen des Saturns überhaupt nicht. Würde man sich mitten im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter befinden, würde man vermutlich gar nichts davon merken! Die Gesamtmasse des Asteroidengürtels beträgt nur 5% der Masse unseres Mondes! Das ist extrem wenig und diese Masse ist auch noch über den ganzen Bereich zwischen den Bahnen von Jupiter und Mars verteilt. Um dort bei einem zufälligen Durchflug auf einen Asteroiden zu treffen braucht man viel Glück.
Die Gesamtmasse der Oortschen Wolke ist nicht genau bekannt - aber sie beträgt wahrscheinlich auch nur etwa das fünfache der Erdmasse. Die vielen Objekte der Wolke sind außerdem über einen extrem großen Bereich verteilt - es ist also definitiv nicht so, dass man irgendwo auf dem Weg nach Alpha Centauri plötzlich auf eine Kugelschale voller Asteroiden treffen würde.
| » Dr. Florian Freistetter ist Astronom und bloggt bei Astrodicticum Simplex |
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Ist die Gesamtmasse des Asteroidengürtels tatsächlich nur 5% des Mondes? Allein Ceres hat doch schon mehr als 1% der Masse des Mondes (grad mal ausgerechnet aus Wikipedia-Daten). Oder zählt man Zwergplaneten nicht dazu?
@Arnd: Ja, das ist der aktuelle Schätzwert. Und nicht alle Asteroiden sind ja so groß wie Ceres ;)