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Im Jahr der Jubiläen lädt das Wissenschaftsjahr 2009 zur
„Forschungsexpedition Deutschland" ein und zeigt welche Rolle Wissenschaft und Forschung für die Menschen in Deutschland spielen - gestern, heute und in Zukunft.
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24.08.09 · 11:00 Uhr
Könnte es sein, daß Faultiere, die ja "verkehrt herum" hängen, die Welt auf den Kopf gestellt sehen, wenn sie am Boden sind?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Auf eine Forschungsfrage von Kerstin Willemeit eine Expertenantwort von ScienceBlogger Alexander Knoll:
Zunächst haben Faultiere sehr schlechte Augen, sie sind sehr kurzsichtig. Man könnte auch sagen, dass der Sehsinn nicht zu ihren wichtigeren Sinnen zählt. Und auch den Waldboden besuchen Faultiere nur sehr selten; nur etwa einmal pro Woche verlassen sie die Bäume kurz, um zu defäkieren oder um den Baum zu wechseln.
Davon abgesehen gibt es aber eine sehr einfache und überraschende Lösung für das Problem, wie herum Faultiere die Welt sehen. Das Faultier hat zwei Halswirbel mehr als andere Säugetiere, was es ihm erlaubt seinen Hals um mehr als 180° zu verdrehen. Wenn ein Faultier also kopfunter hängend an einem Ast entlangkrabbelt, dann verdreht es seinen Hals so, dass der Kopf wieder aufrecht ist (also Kinn zum Boden)!
Diese Antwort gilt jedenfalls für die Dreifinger-Faultiere. Die verwandten Zweifinger-Faultiere können ihren Kopf nicht so weit verdrehen, und ihre Augen sind so gebaut, dass sie unter einem Ast hängend mit dem Kinn zum Himmel den Ast am besten sehen können. Es wäre also möglich, dass zumindest bei den Zweifinger-Faultieren alles auf dem Kopf steht, wenn sie am Boden sind. Allerdings wurde das meines Wissens nach nie untersucht.
| » Alexander Knoll ist Biologe und bloggt bei Alles was lebt |
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (3)
Super Antwort. Und gar nicht an Zwei-fingern herbeigezogen. Wie saehe ein Experiment aus, um zu erfahren ob die Sicht eines Zweifinger-Faultiers bi-modal ist? Man setzt ihm am Boden eine Brille auf, die das Bild umdreht und es verhaelt sich dann, als ob es noch am Baum haenge? Das ist noch Wissenschaft.
@Georg: Hmm, gute Frage. Wahrscheinlich wäre dein Vorschlag aber wirklich ein erster Ansatz. So wurde jedenfalls herausgefunden, dass die Faultiere ihren Sehsinn nicht wirklich brauchen: Die bekamen eine Woche lang ne Maske vor die Augen, verhielten sich aber nicht anders als ihre sehenden Kollegen ;-)
wow, die dreifingerfaultiere drehen wirklich ihren kopf im "normalbetrieb", also unter dem ast hängend, um 180° damit das kinn wieder unten ist??
da stellt sich mir sofort eine frage: haben sie dabei eine bevorzugte drehrichtung? steht die womöglich mit einer eventuellen links- oder rechtshändigkeit in zusammenhang?