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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".
In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.
Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.
Letzte Einträge
- Grenzen der antiken Gewalt0 Kommentare· 30.12.10
- Grenzen des Rechts und der individuellen Freiheit im Nationalstaat0 Kommentare· 17.10.10
- Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte0 Kommentare· 16.10.10
- Grenzräume. Dimensionen der Berliner Mauer (1961-2010)0 Kommentare· 15.10.10
- Zionismus: der bessere Nationalismus?0 Kommentare· 15.10.10
Kommentare
- geciktirici sprey · 25.05.12 · 14:19 Uhr Ökonomien der Aufmerksamkeit im 20. Jahrhundert. Eine transnationale Perspektive auf Techniken der Messung, Vermarktung und Generierung von Aufmerksamkeit
- Johannes Franke · 16.03.12 · 00:02 Uhr Genealogie der Menschenrechte
- Porte blindate · 04.01.12 · 09:36 Uhr Hinter den Panzertüren des Auswärtigen Amtes
- Thilo · 29.03.11 · 13:30 Uhr Clan-Strukturen als Faktor sozialistischer Führungspolitik
- Oliver Auge · 06.01.11 · 10:11 Uhr Die „Zukunftsmusik" des Mittelalters. Geschichte hat Zukunft
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Neues in der Kategorie Politik
13. Oktober 2010
Ansichts-Sachen. Fremd- und Selbstwahrnehmung des „Islam" in Bildmedien
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geschichtsdidaktik·Kultur·Politik · Kommentare: 94
Über den Islam wird viel diskutiert in diesen Tagen. Spätestens seit Mitte August der Spiegel und die Bild-Zeitung Auszüge aus Thilo Sarrazins neuem Buch „Deutschland schafft sich ab" veröffentlichten, kocht die Debatte hoch. „Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen (Quelle: Der Spiegel, Nr. 35/2010, S.126).
Von Christine Buch
„Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen. Welches Islambild vermitteln unsere Medien?
Laut einer Umfrage, die am Freitag (1. Oktober 2010) vom Deutschlandradio ausgestrahlt wurde, sind knapp 60% der im Westen lebenden Deutschen und 75% der im Osten der Bundesrepublik Lebenden der Meinung, die Einwanderung von Türken habe zu negativen Folgen geführt. Der geplante Bau eines islamischen Zentrums in unmittelbarer Nähe des Ground Zero sorgte kürzlich auch in den USA für heftige Auseinandersetzungen - in der Schweiz war im vergangenen Jahr eine Volksabstimmung gegen Minarette erfolgreich durchgeführt worden.
In der Öffentlichkeit wird also heftig diskutiert. Vor allem über eine vermeintliche Gefährlichkeit des Islam, die sich insbesondere in der außerordentlichen Gewaltbereitschaft, die diese Religion angeblich auszeichne, zeige.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 13.10.10 · 14:30 Uhr· 94 Kommentare
11. Oktober 2010
Die "dunkle" Seite der Europäisierung: Antiliberale Europakonzeptionen
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik · Kommentare: 4
Eine der letzten Sektionen des 48. Historikertages in Berlin beschäftigte sich am Freitagnachmittag mit dem "dunklen" Europa - antiliberalen Konzeptionen zur Formierung einer europäischen Gemeinschaft.
Von Maria Neumann & Erik Swiatloch
Schon der Beginn des Panels versinnbildlichte solche Schattenseiten - in diesem Fall geschichtswissenschaftliche Schattenseiten, nämlich das mangelnde Verständnis von Technik. Die Mikrophone fielen nach wenigen Minuten aus, das an die Wand projizierte Bild war viel zu klein und die Filmmusik dröhnte aus dafür nicht vorgesehenen Laptoplautsprechern. Namensschilder für die RednerInnen des Podiums fehlten auch hier, wobei diese ohnehin bei keiner Veranstaltung vorzufinden waren, sofern die ReferentInnen nicht selbst handschriftlich ebensolche angefertigt hatten. Doch diese anfänglichen Verzögerungen und technischen Missstände sollen die gelungenen Vorträge der ReferentInnen nicht in den Schatten stellen.
Jeder Prozess, sei es die Konstitution einer Staatengemeinschaft oder die regelmäßige Austragung eines wissenschaftlichen Kongresses, erleidet eben auch Rückschläge und auf dem Historikertag in Berlin waren neben diesen gewiss zahlreiche Fortschritte und innovative Ansätze und Momente zu beobachten und zu erleben.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 11.10.10 · 10:45 Uhr· 4 Kommentare
08. Oktober 2010
Europa transnational
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Politik
Wie kann man eine transnationale Geschichte Europas schreiben? Was bedeutet der Begriff transnational im Kontext der Zeitgeschichtsforschung? Und wie lassen sich aus transnationaler Perspektive Territorialisierungsprozesse in Europa erfassen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Panel „Territoriale Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen: Eine transnationale Geschichte Europas."
Von Angela Siebold
Das Ziel der beiden ersten Vorträge, gehalten von Matthias Middell und Michael Geyer, war es zunächst, einen diachronen Vergleich zweier unterschiedlicher Zeitabschnitte der europäischen Geschichte anzustrengen, nämlich der Zeit der Französischen Revolution einerseits sowie der Jahre 1970-2010 andererseits. Beide Phasen, die eine als gewaltsame, die andere als friedliche Periode, verkörperten Transitionsphasen im Aufbruch zu neuen Raumordnungen, in denen verdichtete Identitätsräume verhandelt worden seien. In solchen Perioden seien in Europa institutionelle und prozedurale Formen des inneren Zusammenhangs, also der transnationalen Verflechtung entwickelt worden.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 09:30 Uhr· 0 Kommentare
07. Oktober 2010
Clan-Strukturen als Faktor sozialistischer Führungspolitik
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik · Kommentare: 2
Bis heute ist die Verteilung hoher politischer Posten oft von sozialen Netzwerken und persönlichen Beziehungen abhängig. Dass es Clan-Strukturen auch im staatssozialistischen Osten zu Zeiten des Kalten Krieges gab, stellte die von Jens Gieseke moderierte Sektion am Freitagmorgen dar. Dabei ging es jedoch nicht nur um Posten und Ämter, sondern auch um innerparteiliche und zwischenstaatliche Beziehungen.
Von Philipp Meller
Welche Rolle spielten Clan-Strukturen bei der Vergabe von Posten in den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas und inwieweit unterliefen sie dabei die offiziell propagierten Hierarchien?
Jens Gieseke, Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, führte mit kurzen Überlegungen in die Problematik der Sektion mit dem Titel „Clan-Strukturen und Policy-Akteure. Die Machtzentralen der staatssozialistischen Parteien zwischen Poststalinismus und Perestroika" ein. Indem Gieseke behauptete, die äußere Homogenität der hierarchischen Strukturen sei nur eine Requisite der staatlichen und parteiinternen Organisationen, warf er bereits eine nicht unumstrittene These in die Runde der versammelten Referenten. Weiter umriss der Leiter der Sektion eine der Hauptfragen des Vormittags: Welche Rolle spielten Clan-Strukturen bei der Vergabe von Posten in den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas und inwieweit unterliefen sie dabei die offiziell propagierten Hierarchien?
* Die Referenten und der Leiter der Sektion „Clan-Strukturen", Jens Gieseke (rechts), Foto: Philipp Meller

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 11:00 Uhr· 2 Kommentare
Krisenwahrnehmungen und gesellschaftlicher Wandel in den 1970er und 1980er Jahren in transatlantischer Perspektive
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA einer massiven Belastungsprobe ausgesetzt waren. Die Verweigerung der Gefolgschaft im Irak-Krieg 2003 durch die rot-grüne Bundesregierung führte zu Verstimmungen solchen Ausmaßes, dass in vielen Medien von einem einzigartigen Phänomen gesprochen wurde. Nie zuvor in der gesamten Nachkriegsgeschichte sei es zu einem derartigen Konflikt gekommen.
Von Carlos A. Haas
Das Historikertags-Panel „Krisenwahrnehmungen und gesellschaftlicher Wandel in den 1970er und 1980er Jahren in transatlantischer Perspektive" machte deutlich, dass es sich bei der Krise zu Beginn des 21. Jahrhunderts weder um ein singuläres Ereignis handelte, noch die konkrete politische Situation als deren alleiniger Auslöser anzusehen ist. Vielmehr sei das transatlantische Verhältnis noch nie völlig krisenfrei gewesen. Den 1970er Jahren käme hierbei die Rolle einer Epochenwende zu, was dann in den 1980er Jahren zu qualitativen Änderungen geführt habe.
* Die NATO bildet den sicherheitspolitischen Kern des transatlantischen Verhältnisses. Hier ein Foto des NATO-Gipfeltreffens zum 50. Jahrestags des Bündnisses 1999.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
04. Oktober 2010
Grenzziehungen. Projektionen nationaler Identität auf Migranten in europäischen Städten nach 1945
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Die Bedeutung der Nation bei der Kategorisierung von Migranten in vermeintlich homogene Gruppen und damit die Verwendung nationaler Zugehörigkeit als Distinktionsmerkmal ist von zentraler Bedeutung und könnte in vielfältigen Kontexten behandelt werden.
Von Angela Siebold
Das von Bettina Severin-Barboutie geleitete Panel auf dem Historikertag setzte sich mit diesem Thema im Kontext europäischer Städte auseinander. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, welchen Einfluss nationale Zuschreibungen auf städtische Strukturen aufweisen; die Stadt sollte dabei nicht nur als aufnehmender Raum, sondern als Akteurin und Produzentin von Strukturen und Grenzziehungen aufgefasst werden. Auch wenn dieser Aspekt in allen Vorträgen etwas in den Hintergrund rückte, lieferte das Panel einen vielfältigen Einblick in die Bedeutung nationaler Fremd- und Selbstzuschreibungen im Migrationskontext.
* Protestierende Immigranten ohne (offizielle) Papiere im April 2008 in Paris

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare
03. Oktober 2010
"Völker, hört die Signale..." - Transnationale Parteienkooperation in Europa
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Die im 20. Jahrhundert massiv vorangetriebene Europäisierung hat ganz unterschiedliche Entgrenzungsprozesse in Gang gesetzt. Der Euro als gemeinsame Währung vieler europäischer Staaten ist dafür ein Beispiel. Transnationale und internationale Zusammenarbeiten haben an Bedeutung gewonnen und verlangen auch von nationalstaatlichen Institutionen, sich selbst im globalen Kontext zu verorten. Die Vergemeinschaftung einzelner Akteure kann dabei Aufschluss über den gegenwärtigen Europäisierungsgrad geben und auch insgesamt zur Europäisierung der Gesamtbevölkerung beitragen.
Von Maria Neumann
Der Frage, inwiefern diese grenzüber-schreitenden Kooperationen dabei auf die politischen Parteien übergegangen sind, widmete sich am Donnerstagvormittag ein Panel des 48. Historikertages.
Die Formierung von Parteiorganisationen auf der europäischen Ebene ist generell eine junge Entwicklung, die bislang wenig erforscht wurde. Grundsätzlich sind politische Parteien nationalstaatlich verfasst und in der Parteiengeschichtsschreibung dementsprechend ebenfalls im Fokus des Nationalstaates etabliert. * Das Foto rechts zeigt den Saal der Kapitolinischen Museen, in dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 13:30 Uhr· 0 Kommentare
01. Oktober 2010
Was kommt nach Bologna? Eine Reform und ihre Folgen
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Politik · Kommentare: 6
Viel ist schon diskutiert worden über die Bologna-Reform. Beinahe jeder - ob Student, Hochschullehrer oder interessierter Bürger - hat sich mit der Hochschulreform auseinandergesetzt. Doch wie steht es wirklich mit den Zielen der Bologna-Reform? Konnten sie bis zum Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts erreicht werden? Und wer steht eigentlich dahinter?
Diesen und vielen weiteren Fragen zur Bologna-Reform stellten sich Dr. Birgit Galler (BMBF), Prof. Dr. Werner Plumpe (Frankfurt am Main, Vorsitzender des VHD), Prof. Dr. Ulrich Herbert (Freiburg), Prof. Dr. Michael Sauer (Göttingen) und Sebastian Wein (Masterstudent, HU Berlin) in Form einer Podiumsdiskussion. Moderiert wurde diese von Sven Felix Kellerhof (Die Welt).

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 12:00 Uhr· 6 Kommentare
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