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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".

In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.

Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.

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Neues in der Kategorie Kultur

13. Oktober 2010

Ansichts-Sachen. Fremd- und Selbstwahrnehmung des „Islam" in Bildmedien

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geschichtsdidaktik·Kultur·Politik  ·  Kommentare: 94

Über den Islam wird viel diskutiert in diesen Tagen. Spätestens seit Mitte August der Spiegel und die Bild-Zeitung Auszüge aus Thilo Sarrazins neuem Buch „Deutschland schafft sich ab" veröffentlichten, kocht die Debatte hoch. „Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen (Quelle: Der Spiegel, Nr. 35/2010, S.126).

Von Christine Buch

„Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen. Welches Islambild vermitteln unsere Medien?

Laut einer Umfrage, die am Freitag (1. Oktober 2010) vom Deutschlandradio ausgestrahlt wurde, sind knapp 60% der im Westen lebenden Deutschen und 75% der im Osten der Bundesrepublik Lebenden der Meinung, die Einwanderung von Türken habe zu negativen Folgen geführt. Der geplante Bau eines islamischen Zentrums in unmittelbarer Nähe des Ground Zero sorgte kürzlich auch in den USA für heftige Auseinandersetzungen - in der Schweiz war im vergangenen Jahr eine Volksabstimmung gegen Minarette erfolgreich durchgeführt worden.

In der Öffentlichkeit wird also heftig diskutiert. Vor allem über eine vermeintliche Gefährlichkeit des Islam, die sich insbesondere in der außerordentlichen Gewaltbereitschaft, die diese Religion angeblich auszeichne, zeige.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 13.10.10 · 14:30 Uhr· 94 Kommentare

08. Oktober 2010

Museen als Lernorte für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt

Kategorie: Deutsche Postings·Kultur

Obwohl museale Einrichtungen als "Lernorte" den Schulunterricht attraktiv ergänzen können, reicht es nicht aus, Schülerinnen und Schüler einfach "ins Museum zu schicken". Stattdessen erfordert ein schulischer Museumsbesuch geeignete museumspädagogische Materialien sowie eine ausreichende Vorschulung sowohl seitens der Lehrer als auch seitens der Museumsmitarbeiter. In Sachsen-Anhalt hat man hierfür einen eigenen Weg gewählt.

Ein Gastbeitrag von Annette Adelmeyer, Siegfried Both, Susanne Kopp-Sievers und Christian Reinboth

Da sich Museen zuallererst als Bildungseinrichtungen verstehen, sind Schulklassen seit jeher eine wichtige Zielgruppe, die es in besonderem Maße zu umwerben gilt. In Sachsen-Anhalt wird die Zusammenarbeit von Schulen und Museen seit Mitte der 1990er Jahre systematisch von einer Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e.V., des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung von Sachsen-Anhalt (LISA, nicht zu verwechseln mit L.I.S.A.) und des Kultusministeriums von Sachsen-Anhalt vorangetrieben.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 14:30 Uhr· 0 Kommentare

06. Oktober 2010

Globalgeschichte im Goldgräberrausch

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Kultur

Selbst der größte Veranstaltungsraum des Gebäudes reichte nicht aus, um den vielen Interessierten Platz zu bieten, die sich auf spannende Vorträge zu einem neuen Trend der Geschichtswissenschaft freuten. In der Sektion „Neue Wege der Globalgeschichte" sollte die Frage diskutiert werden, warum Globalgeschichte so wichtig, Nationalgeschichte aber dennoch nicht unwichtig ist. Außerdem wollten Sektionsleiter Andreas Eckert und die Referenten Dominic Sachsenmaier und William O'Reilly sowie Matthias Middell mit seinem Kommentar das unübersichtliche Feld der Globalgeschichte ordnen. Leider konnten Jürgen Osterhammel und Shalini Randeria nicht teilnehmen, weshalb Sebastian Conrad und Hagen Schulz-Forberg die Gelegenheit erhielten, über die Eckpunkte ihrer Thesen zur Globalgeschichte zu reflektieren.

Von Thomas Geier und Philipp Meller

In seiner Einleitung konnte Andreas Eckert vom Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität Berlin von einem Aufschwung der Globalgeschichte berichten. Ihre immer größere Popularität schlage sich vor allem in der häufigen Erwähnung in Zeitschriften und Journalen nieder. Eine generelle Definition des Begriffs wollte er allerdings nicht geben.

* Blick in den überfüllten Hörsaal der Sektion "Neue Wege der Globalgeschichte" (Foto: Philipp Meller)
Globalgeschichte.jpg

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare

03. Oktober 2010

Hitler googeln: Zeitgeschichte und neue Medien

Kategorie: Deutsche Postings·Kultur·Neue Geschichte

In seiner vor allem an Schülerinnen und Schüler gerichteten Sektion „Hitler googlen. Zeitgeschichte und neue Medien" problematisierte der Berliner Historiker Michael Wildt die immer undeutlicher werdenden Grenzen zwischen Fakten und Fiktion im Internet. In der teilweise als Diskussion angelegten Veranstaltung wies Wildt auf Chancen und Gefahren der Darstellung und Archivierung von Geschichte im Netz hin.

Hitler-Googeln.jpgVon Friederike Gund und Sebastian Gehrig

Anhand verschiedener Beispiele, die von der schriftlichen Ermächtigung Reinhard Heydrichs zur „Endlösung der Judenfrage" bis zu Walter Moers Persiflage „Der Bonker" [Link zum Video]
reichten, demonstrierte Wildt, wie sich die Präsentation von geschichtlichen Themen seit der Einführung des Internets gewandelt hat.

Mit dem Videoclip „Dancing in Auschwitz - I will survive" (vgl. Video am Ende des Artikels) versuchte Wildt, dem Publikum die veränderte Bewertung des Umgangs mit dem Holocaust in der deutschen Öffentlichkeit aufzuzeigen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare

30. September 2010

Das Ringen mit der Vergangenheit: Gabrielle Spiegel im Gespräch

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Kultur

Prof. Dr. Gabrielle Spiegel ist Inhaberin der Krieger-Eisenhower-Professur an der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland. 2008 stand sie ein Jahr der American Historical Association vor, dem wichtigsten Historikerverband in den Vereinigten Staaten.

gaby_spiegel.jpgIhre Forschungsschwerpunkte liegen zeitlich auf der Geschichte des Mittelalters in Frankreich sowie der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule, zu welchen sie mehrere Publikationen veröffentlicht hat. Auf dem diesjährigen Historikertag in Berlin sprach sie als Eröffnungsrednerin über die Möglichkeiten und „Grenzen" der thematischen Ausrichtung der Tagung und die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die sie auch persönlich geprägt haben. Die USA sind in diesem Jahr Partnerland auf dem Historikertag.

ScienceBlogs: Welche Erwartungen haben Sie im Hinblick auf den Historikertag?

Prof. Dr. Gabrielle Spiegel: Diese Tagung verspricht eine großartige Veranstaltung zu werden, mit großartigen Beiträgen und einer großen Vielfalt an Themen, insbesondere im Hinblick auf das Verständnis von „Grenzen". Dieser Begriff ist enorm weit gefasst und beinhaltet genauso gedankliche wie geographische Grenzen. Zudem bringt diese Tagung eine beträchtliche Menge an Menschen zusammen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.10 · 11:30 Uhr· 0 Kommentare

Führung durch die Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Kultur·Neue Geschichte  ·  Kommentare: 5

Eine Synagoge haben wir nicht gesehen bei der Führung durch die Stiftung „Neue Synagoge - Centrum Judaicum", die für 13 angemeldete Historikertagsbesucher vom Direktor des Zentrums Dr. Hermann Simon und seiner Stellvertreterin Frau Dr. Chana Schütz durchgeführt wurde. Allerdings haben wir erfahren, dass es im Gebäude eine kleine Synagoge gibt, während das mit 3.200 Sitzplätzen ehemals größte jüdische Gotteshaus Deutschlands in der Oranienburger Straße 28/30 in Berlin nach den schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg bis auf die Eingangsgebäude nicht wieder aufgebaut wurde.

Neue_Synagoge_Berlin.jpgVon Kaya Presser

In diesen Eingangsgebäuden im maurischen Stil befindet sich heute ein Museum, das zusammen mit der Freifläche und dem mit Steinen nachgelegten Grundriss der 1866 eingeweihten „Neuen Synagoge" gleichzeitig auch Gedenkstätte und Denkmal ist. Andererseits erklärte uns Herr Simon auch, dass er selbst an diesem Abend anlässlich des jüdischen Sukkot-Festes in eine Synagoge gehe und dass dies für ihn nicht so sehr eine Angelegenheit des Glaubens als vielmehr eine der Zugehörigkeit zu einer Tradition sei. Er stelle sich vor, dass sein Vater an diesem Abend in die Synagoge gegangen wäre und er möchte nicht, dass dies bei seinem Vater aufhört.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.10 · 07:45 Uhr· 5 Kommentare

28. September 2010

48. Deutscher Historikertag: Klassentreffen in Berlin

Kategorie: Deutsche Postings·Kultur

stuermer_240.jpgAm Montag in Berlin angekommen, Koffer ausgepackt, in die Bäckerei spaziert und dann dieses Schild gesehen: >>Stürmer<<. Stürmer? Nein, meine erste Assoziation war nicht Fußball, nicht in Deutschland, nicht in Berlin. Der Stürmer war schließlich das antisemitische Kampfblatt der Nationalsozialisten, bereits 1923 von Julius Streicher in Nürnberg gegründet und nach der Machtübernahme der NSDAP ein wichtiges Propagandainstrument der Partei.

Ich nehme nicht an, dass die Backwarenfirma bei der Namensgebung an die NS-Zeitung gedacht hat. Vielleicht wollte man Kraft symbolisieren. Vielleicht auch einen Bezug zum Fußball herstellen. Ich jedenfalls kaufte mir keinen Stürmer und einmal mehr wurde mir bewusst, wie sehr doch Geschichte in unseren Köpfen stattfindet, Geschichtsbilder nichts anderes als Assoziationsketten von Gelerntem, Erlebtem, Erinnertem und Phantasiertem sind.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 28.09.10 · 12:45 Uhr· 0 Kommentare

26. September 2010

Homo Portans - eine Kulturgeschichte des Tragens

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Kultur

hp_avatar.jpgDer Mensch trägt, um Dinge von hier nach da zu transportieren, er trägt Waren zu Markte, er trägt Beute nach Hause, er trägt bei sich, was ihm wichtig ist, er trägt Lasten, er trägt die Zeichen seines Standes, er trägt mit sich, was er braucht. Tragen ist ein Alltagsphänomen. Die menschliche Fähigkeit zu tragen kann gemeinsam mit der Erfindung der Sprache und der Ausbildung des menschlichen Gehirns als entscheidende grenzüberschreitende Bedingung für die Erfolgsgeschichte der Menschheit betrachtet werden.

Vorbericht von Annette Kehnel

Der homo portans steht am Anfang menschlicher Zivilisationsgeschichte. Die ältesten Spuren von Dingen, die „vom Menschen getragen" wurden, deuten nicht auf funktionale logistische Transportleistungen, sondern vielmehr auf das Tragen bestimmter symbolischer Zeichen am menschlichen Körper hin: Amulette, Ringe, Schmuck und andere Zeichen, die man vermutlich zum Schutz oder als Erkennungszeichen trug. Möglicherweise steht die Verwendung des menschlichen Körpers als „Symbolträger" und Erkennungszeichen am Anfang der Kulturgeschichte des Tragens.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 26.09.10 · 14:30 Uhr· 0 Kommentare

21. September 2010

Digitalisierte Exponate deutscher Museen im Internet: Das Projekt „museum-digital"

Kategorie: Deutsche Postings·Kultur  ·  Kommentare: 4

Wie lassen sich museale Exponate im Zeitalter von „Web 2.0" publikationsoptimiert und effektiv digitalisieren und präsentieren? Mit dieser Frage befasst sich seit 2009 die AG Digitalisierung des Museumsverbands Sachsen-Anhalt im Rahmen von „museum-digital".

Ein Gastbeitrag von Susanne Kopp-Sievers, Stefan Rohde-Enslin und Christian Reinboth.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 21.09.10 · 10:00 Uhr· 4 Kommentare

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